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Was würden Sie tun, wenn Ihr Arzt bei Ihnen mit 95 %iger Sicherheit eine schwere Krankheit feststellt?

European Commission - MEMO/13/827   27/09/2013

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Europäische Kommission

MEMO

Brüssel den 27. September 2013

Was würden Sie tun, wenn Ihr Arzt bei Ihnen mit 95 %iger Sicherheit eine schwere Krankheit feststellt?

Was würden Sie tun, wenn Ihr Arzt bei Ihnen mit 95 %iger Sicherheit eine schwere Krankheit feststellt? Und wenn es nicht nur ein Arzt, sondern Hunderte der weltweit besten Ärzte wären? Würden Sie sie einfach ignorieren und weitermachen wie bisher, oder sich nicht doch vernünftigerweise nach einer Behandlung erkundigen? Dies gilt auch für die Klimaforschung. Heute hat der Weltklimarat (IPCC) seinen neuesten Bericht zur Klimaforschung vorgelegt. Er zeigt eindeutig auf, dass sich das Klima ändert, und bestätigt mit zumindest 95 %iger Sicherheit, dass menschliche Tätigkeit hierfür die Hauptursache ist.

Die EU-Kommissarin Connie Hedegaard erklärte zu dem Bericht: „Es geht nicht um die Frage, ob man an den Klimawandel glaubt oder nicht. Es geht darum, ob man wissenschaftliche Erkenntnisse beachtet oder nicht. An dem Tag, an dem alle Forscher mit 100 %iger Sicherheit vor dem Klimawandel warnen, ist es zu spät. Wenn Ihr Arzt sich zu 95 % sicher wäre, dass Sie schwer krank sind, würden Sie sich sofort nach einer Behandlung erkundigen. Warum gehen wir größere Risiken ein, wenn es um die Gesundheit unserer Erde geht? Europa wird beim Klimaschutz weiterhin eine führende Rolle spielen. Wir haben unsere Emissionen bereits erheblich verringert, wir setzen immer mehr erneuerbare Energien ein und wir sparen Energie. Und wir bereiten uns auf den nächsten Schritt vor - die Klima- und Energieziele für 2030, die die Kommission noch vor Ende dieses Jahres vorlegen wird. Tatsache ist, dass die anderen sich jetzt anschließen. Europa wird auch weiterhin von allen Treibhausgasemittenten mehr Engagement fordern.''

Die wichtigsten Ergebnisse

Im Bericht der IPCC-Arbeitsgruppe I „Klimaänderung 2013: Wissenschaftliche Grundlagen“ werden die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zum Klimawandel bewertet. Die Arbeitsgruppe hat heute in Stockholm ihre endgültige Zusammenfassung für politische Entscheidungsträger vorgelegt. Der Bericht der Arbeitsgruppe I ist der erste von vier Berichten, die zusammen den Fünften Sachstandsbericht des IPCC bilden.

Insgesamt bestätigt und untermauert der heutige Bericht die wichtigsten Ergebnisse des 2007 veröffentlichten Vierten IPCC-Sachstandsberichts. Er stützt sich auf neue Erkenntnisse, umfassendere Beobachtungen, verbesserte Klimamodelle, ein besseres Verständnis der Klimaprozesse und ein breiteres Spektrum von Prognosen zum Klimawandel.

Nachfolgend einige der wichtigsten Ergebnisse:

  • An der Erwärmung des Klimas besteht kein Zweifel. Weltweit ist die Oberflächentemperatur seit 1880 um etwa 0,8 °C gestiegen. Ein Großteil der seit den 1950er Jahren beobachteten Veränderungen ist über einen Zeitraum von Jahrzehnten bis Jahrtausenden nicht aufgetreten. Die Treibhausgaskonzentrationen haben sich erhöht, die Atmosphäre und die Meere haben sich erwärmt, es gibt weniger Schnee und Eis, das Meereis der Arktis im Sommer geht zurück und der Meeresspiegel ist gestiegen.

  • Es ist „extrem wahrscheinlich“ (d. h. es besteht jetzt eine mindestens 95 %ige Sicherheit), dass menschliche Tätigkeit Hauptursache für die Erhöhung der Oberflächentemperatur in den vergangenen 60 Jahren war. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist seit 1750 insbesondere infolge der Verbrennung fossiler Brennstoffe und der Entwaldung um etwa 40 % gestiegen.

  • Seit Beginn der instrumentellen Aufzeichnungen im Jahr 1850 wurde es in jedem der vergangenen drei Jahrzehnte immer wärmer als in jedem vorangegangenen Jahrzehnt. Zwar hat sich die Erwärmung in den letzten 15 Jahren verlangsamt, und dies dürfte zu etwa gleichen Teilen auf die Schwankungen natürlicher Zyklen, wie bei den El Niño/La Niña-Unwettern im Pazifikraum, und die Abkühlung durch Vulkanausbrüche bzw. die geringere Sonnenaktivität zurückzuführen sein. Kurzfristige Trends spiegeln aber in der Regel keine langfristigen Trends wider. Temperaturschwankungen wurden seit 1901 immer wieder beobachtet, aber die allgemeine Tendenz zeigt nach oben.

  • Werden die Treibhausgasemissionen erheblich reduziert, könnten der Anstieg der durchschnittlichen weltweiten Oberflächentemperatur auf 0,9 C bis 2,3 C über den vorindustriellen Werten und der Anstieg des Meeresspiegels bis Ende dieses Jahrhunderts auf 30-50 cm gegenüber dem Niveau von 1986-2005 begrenzt werden. Ohne entsprechende Maßnahmen dürfte die Temperatur allerdings mit 62 %iger Wahrscheinlichkeit bis zum Zeitraum 2081-2100 um mehr als 4 C über den vorindustriellen Werten liegen und der Meeresspiegel 40-80 cm über das Niveau von 1986-2005 ansteigen.

Hintergrund

Der IPCC ist die führende internationale Einrichtung zur Bewertung wissenschaftlicher, technischer und sozioökonomischer Daten zum Verständnis des Klimawandels. Seine Sachstandsberichte geben die Meinung von Tausenden Wissenschaftlern weltweit wieder und stützen sich auf von Fachkollegen geprüfte und veröffentlichte wissenschaftliche und technische Literatur zu einer Vielzahl von Analysereihen und Datensätzen. Für seinen Vierten Sachstandsbericht erhielt der IPCC den Friedensnobelpreis 2007, den er sich mit dem ehemaligen US-Vizepräsidenten Al Gore teilte.

Forschungsprojekte, die aus dem Sechsten und Siebten EU-Forschungsrahmenprogramm finanziert wurden, sowie Forschungsprogramme der Mitgliedstaaten haben in erheblichem Umfang zu den IPCC-Berichten beigetragen. Der Klimawandel ist ein Kernbestandteil des neuen Forschungsrahmenprogramms „Horizont 2000“, in dem 35 % der Finanzmittel für klimabezogene Maßnahmen vorgesehen sind.

Weitere Informationen

Videoaufzeichnung der Erklärung von EU-Kommissarin Hedegaard zu dem IPCC-Bericht zur Klimaforschung:

http://ec.europa.eu/avservices/video/player.cfm?ref=I081990

Weitere Informationen über die Projekte zur Beobachtung des Klimasystems: MEMO/13/826

Zusammenfassung des Berichts der Arbeitsgruppe I für politische Entscheidungsträger: http://www.ipcc.ch/report/ar5/wg1/#.UkUuiXea_To


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