Navigation path

Left navigation

Additional tools

Kreatives Europa: Häufig gestellte Fragen

European Commission - MEMO/13/1009   19/11/2013

Other available languages: EN FR DA ES NL IT SV PT FI EL CS ET HU LT LV MT PL SK SL BG RO HR

Europäische Kommission

MEMO

Brüssel/Straßburg, 19. November 2013

Kreatives Europa: Häufig gestellte Fragen

(siehe auch IP/13/1114)

Was ist das Programm „Kreatives Europa“?

Kreatives Europa ist das neue EU-Programm zur Förderung der Kino-, Kultur- und Kreativbranchen in Europa und soll ihren Beitrag zu Beschäftigung und Wachstum steigern. Das mit 1,46 Mrd. EUR1 ausgestattete Programm (2014-2020) wird zehntausende Künstler, Kulturschaffende und Fachkräfte sowie Organisationen aus den Bereichen darstellende und bildende Künste, Verlagswesen, Film, Fernsehen, Musik, interdisziplinäre Künste, Kulturerbe und Videospiele unterstützen. Die Fördermittel sollen es ihnen ermöglichen, europaweit tätig zu werden, neue Publikumsschichten zu erreichen und die Kompetenzen und Fertigkeiten zu erwerben, die sie im digitalen Zeitalter benötigen. Indem es den europäischen Kulturschaffenden hilft, ein Publikum in anderen Ländern anzusprechen, wird das Programm auch zur Bewahrung der kulturellen und sprachlichen Vielfalt beitragen.

Warum braucht Europa ein Programm Kreatives Europa?

Kultur spielt eine wichtige Rolle in der Wirtschaft der Europäischen Union. In Studien wurde festgestellt, dass die Kultur- und Kreativbranche rund 4,5 % des BIP in der EU erwirtschaftet und beinahe 4 % der Arbeitsplätze stellt (sie beschäftigt 8,5 Millionen Menschen bzw. noch viel mehr, wenn man Übertragungseffekte in anderen Sektoren mitrechnet). Europa ist als Exporteur von Produkten der Kreativbranche weltweit führend. Um diese Position zu halten, müssen wir in die Fähigkeit der Branche investieren, grenzübergreifend zu operieren.

Kreatives Europa reagiert auf diesen Bedarf, indem es gezielt dort investiert, wo die größte Wirkung erreicht werden kann.

Dabei berücksichtigt das neue Programm die Herausforderungen der Globalisierung und der digitalen Technologien, die nicht nur die Art und Weise verändern, wie kulturelle Werke geschaffen, vertrieben und genutzt werden, sondern auch die Einnahmenströme und die Geschäftsmodelle. Diese Entwicklungen eröffnen der Kultur- und Kreativbranche auch neue Chancen, und das Programm soll ihnen dabei helfen, diese zu nutzen und vom digitalen Wandel zu profitieren, wodurch neue Arbeitsplätze und internationale Laufbahnen entstehen.

In welchen Ländern können Fördermittel beantragt werden?

Kreatives Europa steht Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus den 28 Mitgliedstaaten und – soweit sie spezifische Bedingungen erfüllen – aus den folgenden Staaten offen: Länder der Europäischen Freihandelszone (Island, Norwegen, Liechtenstein und die Schweiz), Kandidatenländer und potenzielle Kandidatenländern für den Beitritt zur EU (Montenegro, Serbien, ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Türkei, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo) und Nachbarschaftsländer (Armenien, Aserbaidschan, Belarus, Georgien, Moldau, Ukraine, Algerien, Ägypten, Marokko, Tunesien, Jordanien, Libanon, Libyen, Palästina, Syrien und Israel). Nicht der EU angehörende Länder müssen eine „Eintrittskarte“ zur Teilnahme am Programm lösen, deren „Preis“ sich nach der Höhe ihres BIP (Bruttoinlandsprodukt) im Verhältnis zum Programmbudget richtet.

Können Einzelpersonen Fördermittel beantragen?

Einzelpersonen können keine Förderung im Rahmen von Kreatives Europa beantragen, doch rund 250 000 Künstlerinnen und Künstler sowie Fachkräfte aus dem Kulturbereich und dem audiovisuellen Sektor werden Mittel im Rahmen von Projekten erhalten, die von Kulturorganisationen eingereicht wurden. Dies ist ein wesentlich kostengünstigerer Weg, Ergebnisse und eine nachhaltige Wirkung zu erzielen. Die Kommission schätzt, dass über die Projekte, die im Rahmen des Programms Kreatives Europa unterstützt werden, direkt oder indirekt mehrere Millionen Menschen erreicht werden können.

Was genau wird mit dem Programm Kreatives Europa unterstützt?

Praktisch alle im Rahmen des Programms geförderten Projekte werden eine grenzübergreifende Dimension aufweisen. Der Großteil des Programmbudgets ist für die Unterstützung von Einzelprojekten vorgesehen. Darüber hinaus finanziert Kreatives Europa jedoch auch andere Initiativen, deren Ziele mit denen des Programms im Einklang stehen, darunter die Aktion Kulturhauptstädte Europas, das Europäische Kulturerbe-Siegel, die Europäischen Tage des Denkmals und die fünf Preise der Europäischen Union (EU-Preis für Kulturerbe/Europa Nostra Awards, EU-Preis für zeitgenössische Architektur, EU-Literaturpreis, European Border Breakers Awards und MEDIA-Preis).

Auf welche Herausforderungen ist das Programm ausgerichtet?

Die Kultur- und Kreativbranche nutzt die Chancen des Binnenmarkts derzeit nicht in vollem Umfang. Eine der größten Herausforderungen ist die Marktfragmentierung, die auf die vielen verschiedenen kulturellen Traditionen und Sprachen zurückgeht: In der Europäischen Union gibt es 24 Amtssprachen, 3 Alphabete und rund 60 offiziell anerkannte Regional- und Minderheitensprachen. Diese Vielfalt ist Teil des Reichtums Europas, schafft aber auch Hindernisse: So haben Autoren Mühe, eine Leserschaft in anderen Ländern zu finden, Kino- und Theaterbesucher haben oft keine Gelegenheit, Werke aus anderen Ländern zu sehen, und Musiker haben Schwierigkeiten, neue Hörerinnen und Hörer zu erreichen.

In einer aktuellen Eurobarometer-Umfrage (IP/13/1023) wurde festgestellt, dass nur 13 % der Europäerinnen und Europäer Konzerte von Künstlern aus anderen europäischen Ländern besuchen, und lediglich 4 % sehen sich Theaterproduktionen aus dem europäischen Ausland an. Indem das Programm sich stärker darauf konzentriert, die Gewinnung neuer Publikumsschichten und die Fähigkeit des Sektors zu unterstützen, mit dem Publikum zu interagieren (etwa durch Initiativen zur Medienkompetenz oder durch neue interaktive Online-Instrumente), kann es der Öffentlichkeit mehr Werke aus anderen Ländern erschließen.

Wie unterscheidet sich Kreatives Europa von den derzeitigen Programmen Kultur, MEDIA und MEDIA Mundus? Werden diese Namen verschwinden?

Kreatives Europa wird die derzeit getrennten Unterstützungsmechanismen für die Bereiche Kultur und Audiovisuelles in Europa in einer einzigen Anlaufstelle zusammenführen, die der gesamten Kultur- und Kreativbranche offensteht. Den besonderen Erfordernissen des audiovisuellen Sektors und der übrigen Kultur- und Kreativbranchen wird jedoch über zwei spezifische Teilprogramme – Kultur und MEDIA – Rechnung getragen. Diese Teilprogramme bauen auf dem Erfolg der aktuellen Programme Kultur und MEDIA auf und berücksichtigen künftige Herausforderungen. Das Programm MEDIA Mundus, das die Zusammenarbeit zwischen europäischen und internationalen Fachkräften und den internationalen Vertrieb europäischer Filme unterstützt, wird in das Teilprogramm MEDIA integriert.

Durch den einheitlichen Rahmen des neuen Programms werden Synergien zwischen den verschiedenen Branchen optimal ausgeschöpft und Effizienzsteigerungen ermöglicht.

Kreatives Europa wird auch einen branchenübergreifenden Aktionsbereich einschließen. Was bedeutet das?

Der branchenübergreifende Aktionsbereich setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Zum einen besteht er aus der vom Europäischen Investitionsfonds verwalteten Finanzgarantiefazilität, die kleineren Akteuren den Zugang zu Bankdarlehen erleichtern soll. Zum anderen dient er zur Finanzierung von Studien und Analysen und zur Verbesserung der Datenerhebung, um die Evidenzbasis für politische Entscheidungen zu verbessern. Ferner werden experimentelle Projekte unterstützt, um die Zusammenarbeit zwischen der audiovisuellen Branche und anderen Sektoren der Kultur- und Kreativwirtschaft zu intensivieren, und es werden Kontaktstellen – so genannte „Kreatives Europa“-Desks – bezuschusst, die Antragsteller beraten.

Wie wird Kreatives Europa verwaltet?

Das neue Programm soll ein einfaches, erkennbares und leicht zugängliches Portal für europäische Kultur- und Kreativschaffende sein, unabhängig von ihrem Arbeitsbereich, und Unterstützung für internationale Aktivitäten innerhalb und außerhalb der EU bieten. Die derzeitige Verwaltung über die Exekutivagentur Bildung, Audiovisuelles und Kultur wird beibehalten.

1 :

1,46 Mrd. EUR unter Berücksichtigung der geschätzten Inflation. Dies entspricht 1,3 Mrd. EUR in „Festpreisen“ für 2011.


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website