Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

Europäische Kommission

MEMO

Straßburg/Brüssel, 19. November 2013

Häufig gestellte Fragen zu Erasmus+

(siehe auch IP/13/1110)

Was ist Erasmus+?

Erasmus+ ist das neue EU-Programm für allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport für den Zeitraum 2014-2020. Es deckt alle Bereiche der Bildung ab und ersetzt mehrere bestehende EU-Programme: das Programm für lebenslanges Lernen – Erasmus (Hochschulbildung), Leonardo da Vinci (berufliche Bildung), Comenius (Schulbildung), Grundtvig (Erwachsenenbildung), Jugend in Aktion sowie fünf internationale Programme (Erasmus Mundus, Tempus, Alfa, Edulink und das Programm für die Zusammenarbeit mit Industrieländern). Erstmals werden mit Erasmus+ auch EU-Mittel für den Sport, insbesondere den Breitensport, bereitgestellt.

Mit Erasmus+ werden erheblich mehr EU-Mittel (+40 %) für die Förderung des Ausbaus von Wissen und Kompetenzen bereitgestellt – dies verdeutlicht den hohen Stellenwert der allgemeinen und beruflichen Bildung für die politische Agenda der EU und der Mitgliedstaaten. Das Programm zielt darauf ab, die persönliche Entwicklung der Menschen voranzutreiben und ihre Beschäftigungschancen zu erhöhen.

Erasmus+ baut auf den Erfahrungen und Erfolgen der bestehenden Programme (wie Erasmus) auf, wird aber einen noch höheren Wirkungsgrad haben. Das Programm beruht auf der Prämisse, dass Investitionen in die allgemeine und berufliche Bildung die Grundlage dafür bilden, dass das Potenzial der Menschen – unabhängig von ihrem Alter oder ihrem Hintergrund – freigesetzt werden kann.

Was wird mit dem Programm Erasmus+ unterstützt?

Mit Erasmus+ sollen Qualität und Relevanz von Qualifikationen und Kompetenzen verbessert werden. Zwei Drittel der Mittel sind als Stipendien für mehr als 4 Millionen Menschen vorgesehen, die damit zwischen 2014 und 2020 im Ausland studieren, eine Ausbildung absolvieren, arbeiten oder eine Freiwilligentätigkeit ausüben können (im Zeitraum 2007-2013 wurden dagegen 2,7 Millionen Menschen unterstützt). Die Länge eines solchen Auslandsaufenthalts kann dabei zwischen ein paar Tagen und einem Jahr betragen.

Erasmus+ richtet sich an Studierende, Lehrkräfte, Auszubildende, Ehrenamtliche, Jugendbetreuer sowie im Breitensport tätige Menschen. Finanziell gefördert werden ferner Partnerschaften zwischen Bildungseinrichtungen, Jugendorganisationen, Unternehmen, lokalen und regionalen Behörden und Nichtregierungsorganisationen; auch werden die Mitgliedstaaten bei ihren Reformen zur Modernisierung der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Förderung von Innovation, Unternehmertum und Beschäftigungsfähigkeit unterstützt.

Stärker gefördert werden IT-Plattformen wie eTwinning, mit denen Schulen und andere Bildungsträger sich über das Internet vernetzen können.

Mit Erasmus+ wird auch die europäische Dimension des Sports gefördert, indem der Kampf gegen grenzüberschreitende Probleme wie Spielabsprachen und Doping unterstützt wird. Unterstützt werden ferner transnationale Projekte unter Beteiligung von Breitensportbänden, bei denen beispielsweise Good Governance, soziale Inklusion, duale Laufbahnen und die körperliche Betätigung aller Altersgruppen gefördert werden.

Inwiefern unterscheidet sich Erasmus+ von den aktuellen Programmen?

Erasmus+ ist ehrgeiziger und stärker strategisch ausgerichtet; seine Hauptziele – die Verbesserung von Kompetenzen und Beschäftigungsfähigkeit sowie die Modernisierung der Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung und der Jugendarbeit – sind jedoch unverändert.

Das Programm wird dafür sorgen, dass zwischen den verschiedenen Bildungsebenen sowie mit der Arbeitswelt Synergien entstehen. Dadurch, dass es nur ein einziges Programm gibt, werden die Durchführungsvorschriften und Verfahren einfacher und es wird verhindert, dass es zu einer Fragmentierung oder zu Überschneidungen kommt.

Folgende Bestandteile des Programms sind neu:

Ein Garantie-Instrument für Studiendarlehen: Dieses Instrument soll Masterstudierenden die Finanzierung eines kompletten Abschlusses im Ausland erleichtern und ihnen dabei helfen, die Fertigkeiten zu erwerben, die sie für einen wissensintensiven Arbeitsplatz benötigen.

Wissensallianzen: Partnerschaften zwischen Hochschuleinrichtungen und Unternehmen, mit denen über neue Lehrpläne, Lernangebote und neue Qualifikationen Kreativität, Innovation und Unternehmergeist gefördert werden sollen.

Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten: Partnerschaften zwischen Anbietern allgemeiner und beruflicher Bildung und Unternehmen sollen die Beschäftigungsfähigkeit fördern und Lücken beim Qualifikationsangebot schließen, indem neue branchenspezifische Lehrpläne und innovative Formen der beruflichen Lehre entwickelt werden.

Die bisherigen eigenständigen Programme für die internationale Zusammenarbeit in der Hochschulbildung werden in Erasmus+ integriert: Dadurch werden die Mobilität von Studierenden in Bezug auf Drittländer und Projekte zum Ausbau von Kompetenzen mit Hochschuleinrichtungen in Drittstaaten ermöglicht.

Welche Änderungen bringt Erasmus+ für die Studierenden mit sich?

Die Möglichkeiten der Teilnahme am Programm werden in mehrerer Hinsicht ausgeweitet. So wird Erasmus+ beispielsweise mehr Unterstützung für Studierende bieten, die vor ihrem Studium an ihrer Erasmus-Universität oder vor Antritt ihres Arbeitsaufenthalts ihre Sprachkenntnisse verbessern möchten. Auch werden flexiblere Lernangebote (wie Fern-und Teilzeitunterricht) gefördert, indem stärker auf Informationstechnologien gesetzt wird.

Die Stipendien im Rahmen von Erasmus+ werden stärker auf bestimmte Bedürfnisse zugeschnitten (z. B. die Lebenshaltungskosten im Zielland), und es wird eine höhere Unterstützung für Studierende aus benachteiligten Gruppen, mit Behinderungen oder aus Gebieten in äußerster Randlage gewährt. Die Mitgliedstaaten können das EU-Stipendium durch einen Zuschuss aus ihrem nationalen oder regionalen Haushalt aufstocken.

Dank des Garantie-Instruments für Darlehen werden auch Studierende, die einen kompletten Masterstudiengang in einem anderen europäischen Land absolvieren möchten, stärker unterstützt. Diese Garantie kommt in erster Linie Studierenden aus finanziell weniger privilegierten Verhältnissen zugute, die bisher oft von einem Auslandsstudium absahen, weil auf Mitgliedstaatenebene keine Stipendien oder Darlehen zur Verfügung standen.

Eine neue Erasmus-Charta wird mit strengeren Anforderungen in den Vereinbarungen zwischen den Hochschuleinrichtungen dazu beitragen, dass die Lernerfahrung hohen Qualitätsstandards genügt; so werden die von den Studierenden geforderten Mindestsprachkenntnisse dort festgelegt und Einzelheiten zu Unterbringungsmöglichkeiten und Visumsanforderungen dargelegt.

Wird die Höhe der Stipendien für Studierende in den einzelnen Ländern unter Erasmus+ einheitlicher gestaltet?

Ja. Ziel ist es, die Kriterien für die Festsetzung der Höhe des EU-Stipendiums für Studierende zu harmonisieren, gleichzeitig aber eine gewisse Flexibilität zu ermöglichen, damit der Nachfrage nach Stipendien und der Verfügbarkeit anderer Fördermittel Rechnung getragen werden kann – hierbei gibt es Unterschiede zwischen den Ländern. So erhalten Studierende zusätzlich zum EU-Stipendium möglicherweise noch andere Zuschüsse von nationalen, regionalen oder lokalen Behörden.

Die Höhe des EU-Stipendiums richtet sich in erster Linie nach dem Zielland.

Hierzu werden die an Erasmus+ beteiligten Länder auf der Grundlage der dortigen Lebenshaltungskosten in drei Gruppen unterteilt. Innerhalb einer solchen Gruppe (von Ländern mit Lebenshaltungskosten in vergleichbarer Höhe) erhält ein Studierender für einen Auslandsaufenthalt ein EU-Stipendium innerhalb einer Spanne von 200-450 EUR pro Monat. Festgesetzt wird die Höhe des Stipendiums von der nationalen Agentur, die die Erasmus+-Stipendien im jeweiligen Mitgliedstaat verwaltet. Dabei berücksichtigt die nationale Agentur die Nachfrage nach Stipendien und die Verfügbarkeit anderer Fördermittel. So kann sie ihren Hochschuleinrichtungen beispielsweise eine Spanne für die Höhe der Stipendien vorschreiben, wenn nur in bestimmten Regionen oder Hochschulen zusätzliche Fördermittel bereitstehen.

Studierende, die einen Aufenthalt in einem Land mit höheren Lebenshaltungskosten absolvieren, erhalten den mittleren Satz plus einen Zuschlag von mindestens 50 EUR pro Monat (wobei die Gesamthöhe des Stipendiums 500 EUR pro Monat nicht überschreiten darf). Für einen Aufenthalt in einem Land mit niedrigeren Lebenshaltungskosten erhalten Studierende den mittleren Satz, von dem mindestens 50 EUR pro Monat abgezogen werden (wobei das Stipendium in diesem Fall nicht weniger als 150 EUR pro Monat betragen darf). Ein höheres EU-Stipendium wird Studierenden aus Regionen und Programmländern in äußerster Randlage gewährt.

Die Höhe des EU-Stipendiums richtet sich ebenfalls danach, ob die Studierenden einen Studienaufenthalt oder ein Praktikum im Ausland planen. Studierende im Praktikum erhalten neben dem Studienstipendium der EU 100-200 EUR zusätzlich pro Monat, da sie häufig nicht in den Genuss günstiger Studentenunterkünfte oder Mensatarife kommen. Stehen regionale oder lokale Fördermittel bereit, so wird die Höhe des Stipendiums von der nationalen Agentur oder der betreffenden Hochschuleinrichtung festgesetzt.

Erasmus+ sieht ferner Sonderregelungen für Studierende aus einkommensschwächeren Gruppen vor: Je nachdem, welche nationalen Fördermittel bereits für Studienaufenthalte dieser Zielgruppe bereitstehen, können die nationalen Agenturen das reguläre EU‑Stipendium um zusätzliche EU-Mittel in Höhe von 100-200 EUR pro Monat aufzustocken.

Schließlich sieht Erasmus+ auch ein höheres EU-Stipendium für Studierende mit besonderen Bedürfnissen vor, das ihre zusätzlichen Aufwendungen decken soll.

Können Studierende, die bereits im Rahmen des vorherigen Programms für lebenslanges Lernen ein Erasmus-Stipendium bekommen haben, ein Erasmus+-Stipendium erhalten?

Ja. Unter dem neuen Programm können Studierende nun mehr als einmal einen Erasmus+-Studien- oder Ausbildungsaufenthalt im Ausland absolvieren.

So können Studierende in jedem Studienabschnitt (Bachelor, Master und Promotion) einen Studien- und/oder Ausbildungsaufenthalt von bis zu 12 Monaten im Ausland absolvieren; hierbei spielt es keine Rolle, welche Form der Mobilität (Studium oder Praktikum) und welche Aufenthaltszeiträume (z. B. zwei mal 6 Monate oder drei mal 4 Monate) gewählt werden. Die Hochschuleinrichtungen können aber Studierenden den Vorrang geben, die zuvor noch keine Mobilitätserfahrung im Ausland gemacht haben.

Hat eine Studentin oder ein Student bereits unter dem Programm für lebenslanges Lernen (LLP) an einem Erasmus-Austausch teilgenommen, so wird dies unter Erasmus+ angerechnet, wenn sie/er im selben Studienabschnitt ein Stipendium beantragt. Beispielsweise kann ein Studierender, der während seines Masterstudiums bereits einen 6‑monatigen Erasmusaufenthalt unter dem Programm für lebenslanges Lernen absolviert hat, im weiteren Verlauf seines Masterstudiums ein Erasmus+-Mobilitätsstipendium für eine Dauer von bis zu 6 Monaten in Anspruch nehmen. Wenn derselbe Studierende dagegen anschließend promoviert, kann er unter Erasmus+ Fördermittel für bis zu 12 Monate in Anspruch nehmen, da diese auf einer höheren Studienstufe beantragt werden.

Sonstige frühere Mobilitätserfahrungen wie ein Praktikum im Rahmen von Leonardo da Vinci unter dem Programm für lebenslanges Lernen oder eine Freiwilligentätigkeit im Rahmen des Europäischen Freiwilligendienstes unter dem Programm „Jugend in Aktion“ werden unter Erasmus+ nicht auf die Höchstförderungsdauer von 12 Monaten je Studienabschnitt für einen Studienaufenthalt oder ein Praktikum angerechnet.

Bleibt die Mobilität ein Kernziel von Erasmus+?

Ja. Der größte Prozentsatz der Erasmus+-Mittel (zwei Drittel) wird auch weiterhin zur Förderung der Mobilität aufgewendet. Einer der Schwerpunkte liegt weiterhin auf der Mobilität der Studierenden, doch wird die Unterstützung für Lehrkräfte, Ausbilder und Jugendbetreuer ausgebaut, da diesen eine Multiplikatorwirkung zukommt – so können sie eher eine Änderung im System bewirken, wenn sie das im Ausland Gelernte an ihrer Heimateinrichtung in die Praxis umsetzen.

Wie wird Erasmus+ zur Senkung der Jugendarbeitslosigkeit beitragen?

Erasmus+ wird zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit beitragen, indem es jungen Menschen dabei hilft, Schlüsselfähigkeiten auszubauen wie Fremdsprachenkenntnisse, Kommunikationsfähigkeit, Anpassungsfähigkeit und die Fähigkeit, mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen zusammen zu leben und zu arbeiten.

Mit dem Programm wird auch die Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Arbeitgebern gefördert – im Ergebnis profitieren die Studierenden von Lehrplänen, die ihnen die Qualifikationen vermitteln, die in der Arbeitswelt von ihnen verlangt werden. Zudem verschafft Erasmus+ Bildungseinrichtungen und Jugendorganisationen die Möglichkeit, engere Beziehungen zu Unternehmen zu knüpfen. Auch politische Reformen in Schwerpunktbereichen werden vorangetrieben; hierzu zählen digitale Kompetenz und eine stärker arbeitsmarktorientierte Ausrichtung der beruflichen Aus- und Weiterbildung.

Schließlich wird mit Erasmus+ auch die Bedeutung des nicht-formalen Lernens stärker in den Blickpunkt gerückt. Es ist erwiesen, dass Arbeitgeber Wert auf Fertigkeiten legen, die im Rahmen nicht-formaler Lernerfahrungen (z. B. einer Freiwilligentätigkeit) erworben wurden. So gaben 75 % der Menschen, die an einem Projekt des Europäischen Freiwilligendienstes teilgenommen haben, an, dass sich ihre Berufsaussichten aufgrund dieser Erfahrung verbessert hätten.

Zudem wurde in Studien nachgewiesen, dass Studierende, die einen Teil ihres Studiums im Ausland absolviert haben, mit höherer Wahrscheinlichkeit eine Beschäftigung im Ausland annehmen, wenn sie in den Arbeitsmarkt eintreten.

Was unternimmt die Kommission sonst noch, um die Mobilität von Studierenden und Jugendlichen zu verbessern?

Finanzielle Unterstützung ist zwar wichtig, aber Geld allein reicht nicht aus, um jedem zu einer Mobilitätserfahrung während der Ausbildung zu verhelfen. Wir müssen darüber hinaus auch die auf nationaler und regionaler Ebene bestehenden Hindernisse beseitigen, z. B. indem wir den Zugang zu Informationen verbessern, dafür sorgen, dass einzelstaatliche Stipendien und Darlehen auf Studien- oder Ausbildungsaufenthalte im Ausland übertragen werden können und dass die bei diesen Aufenthalten erbrachten Leistungen in höherem Maße anerkannt werden.

Im Juni 2011 haben die Bildungsminister der EU-Mitgliedstaaten beschlossen, die Hemmnisse abzubauen, die einen Studien- oder Ausbildungsaufenthalt im Ausland erschweren. Um die Fortschritte auf diesem Gebiet messen zu können, hat die Kommission gemeinsam mit den Mitgliedstaaten einen „Mobilitätsanzeiger“ eingerichtet, an dem sich das Abschneiden jedes einzelnen Mitgliedstaats ablesen lässt. Die Ergebnisse dieses Anzeigers werden in den kommenden Wochen veröffentlicht.

Die Mitgliedstaaten haben ferner Zielwerte für die Mobilität von Studierenden bzw. Auszubildenden und Berufsschülern vereinbart. Bis zum Jahr 2020 sollen mindestens 20 % der Hochschulabsolventen in der EU einen Auslandsaufenthalt zu Studien- oder Ausbildungszwecken absolviert haben. Bei den 18- bis 34-Jährigen mit beruflicher Erstausbildung und Ausbildungsabschluss, die einen Lern- oder Ausbildungsaufenthalt im Ausland absolviert haben, soll bis 2020 eine Quote von über 6 % erreicht werden.

Warum brauchen wir ein neues EU-Konzept für die allgemeine und berufliche Bildung?

Als die bestehenden Programme konzipiert wurden, herrschten noch ganz andere Rahmenbedingungen. Die EU ist dabei, sich von einer der turbulentesten Wirtschaftslagen unserer Zeit zu erholen. Beinahe 6 Millionen junge Menschen in der EU sind arbeitslos und gleichzeitig haben 36 % der Arbeitgeber Schwierigkeiten, Arbeitskräfte mit den benötigten Qualifikationen zu finden. Die Qualifikationsdefizite in Europa sind gewaltig: Rund 20 % der 15-Jährigen verfügen über eine unzureichende Lesekompetenz und 73 Millionen Erwachsene verfügen lediglich über einen geringen (oder gar keinen) Bildungsabschluss.

Auch der europäische Arbeitsmarkt befindet sich im Wandel. Es gibt immer mehr Arbeitsplätze mit hohen Qualifikationsanforderungen, während die Zahl der Arbeitsplätze, die nur geringe Qualifikationen erfordern, sinkt. Schätzungen zufolge werden 2020 knapp 35 % aller Arbeitsplätze ein hohes Qualifikationsniveau erfordern (Hochschulabschluss oder vergleichbarer Abschluss). Eines der Kernziele der Strategie Europa 2020 besteht darin, den Anteil der jungen Menschen mit Hochschulabschluss (von derzeit rund 36 %) auf 40 % anzuheben. Das Programm Erasmus+ kann zur Erreichung dieser Marke beitragen, indem es jungen Menschen dabei hilft, durch Studien- oder Ausbildungsaufenthalte im Ausland ihre Kompetenzen weiter auszubauen, und die Bildungseinrichtungen bei ihren Erneuerungs- und Modernisierungsmaßnahmen unterstützt.

Ein weiteres Kernziel im Bildungsbereich besteht darin, die Quote der Schulabgänger ohne berufs- oder studienqualifizierenden Abschluss von derzeit 12,7 % auf unter 10 % zu senken. Erasmus+ soll zu diesem Ziel beitragen und wird daher die Modernisierung der allgemeinen und beruflichen Bildung (einschließlich der Schulbildung) unterstützen – von der frühkindlichen Erziehung bis hin zur Sekundarstufe und zur beruflichen Erstausbildung. Unterstützt werden soll auch das nicht-formale Lernen, und zwar im Wege von Jugendaustausch und Freiwilligentätigkeit.

Durch Kooperationsprojekte und Partnerschaften mit Unternehmen kann auch das Ungleichgewicht bei Qualifikationsangebot und -nachfrage ausgeglichen werden, indem die Lehrpläne so geändert werden, dass sie den tatsächlichen Qualifikationsbedarf abdecken. Daher werden mit Erasmus+ entsprechende branchenübergreifende Partnerschaften gefördert.

Welchen Stellenwert hat die Erwachsenenbildung im Rahmen von Erasmus+?

Im neuen Programm wird die Mobilität erwachsener Lernender nur noch im Rahmen strategischer Partnerschaften gefördert.

In der Erwachsenenbildung tätige Lehrkräfte und sonstiges Personal können jedoch weiterhin als Einzelpersonen einen grenzüberschreitenden Lernaufenthalt (von kurzer oder längerer Dauer) absolvieren. Die derzeit bestehenden drei Mobilitätsmaßnahmen für Lehrpersonal (berufsbegleitende Fortbildung, Assistentenstellen sowie Austauschprojekte & Informationsbesuche) werden zu einer einzigen Maßnahme zusammengefasst. Durch strategische Partnerschaften wird die Modernisierung von Einrichtungen der Erwachsenenbildung unterstützt.

Schließlich wird eine neue „Elektronische Plattform für Erwachsenenbildung in Europa“ (Electronic Platform for Adult Learning in Europe – EPALE) eingerichtet.

Was ist das Kriterium für freie Lernmaterialien?

Mit der freien Zugänglichkeit wird sichergestellt, dass alle Lernmaterialien, die mit Erasmus+-Fördermitteln erstellt werden, der Öffentlichkeit kostenlos zur Verfügung gestellt werden, getreu dem Motto, dass alles, was mit öffentlichen Mitteln finanziert wird, auch der Öffentlichkeit zugute kommen soll. Alle von den Teilnehmern von Erasmus+ erstellten Unterrichtsmaterialien müssen der Öffentlichkeit unter Verwendung freier Lizenzen und freier Lernmaterialien zugänglich gemacht werden.

Welche Länder können am Programm Erasmus+ teilnehmen?

Die EU-Mitgliedstaaten

Beitrittsländer, Kandidatenländer und potenzielle Kandidatenländer, die im Rahmen einer Heranführungsstrategie unterstützt werden

die Länder der Europäischen Freihandelszone (EFTA), die Mitglieder des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) sind

die Schweiz, sofern sie ein spezifisches internationales Abkommen unterzeichnet hat,

die Länder, die an der Europäischen Nachbarschaftspolitik teilnehmen und mit denen ein bilaterales Abkommen geschlossen wurde

Die EU-Mitgliedstaaten sind automatisch Programmländer von Erasmus+. Die anderen in der Aufzählung aufgeführten Länder können „Programmländer“ werden, wenn sie bestimmte administrative Kriterien erfüllen und eine nationale Agentur zur Verwaltung des Programms einrichten.

Alle übrigen Länder der Welt gelten als „Partnerländer“ und können an einigen Maßnahmen von Erasmus+ bzw. unter bestimmten Bedingungen am Programm teilnehmen.

Schlüsseldaten: Erasmus+ (2014-2020)

Gesamtbudget

14,7 Mrd. EUR1

Begünstigte

mehr als 4 Millionen Menschen

Hochschulbildung

2 Millionen Studierende

Berufliche Aus- und Weiterbildung

650 000 Auszubildende und Berufsschüler

Mobilität des Personals

800 000 Dozenten, Lehrkräfte, Ausbilder und Jugendbetreuer

Freiwilligen- und Jugendaustauschmaßnahmen

mehr als 500 000 junge Menschen

Garantie-Instrument für Darlehen für Masterstudien

200 000 Studierende

Gemeinsame Masterabschlüsse

mehr als 25 000 Studierende

Strategische Partnerschaften

25 000 unter Vernetzung von 125 000 Schulen, Einrichtungen der beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie der Hochschul- und Erwachsenenbildung, Jugendorganisationen und Unternehmen

Wissensallianzen

über 150 unter Beteiligung von 1500 Hochschuleinrichtungen und Unternehmen

Allianzen für branchenspezifische Fertigkeiten

über 150 unter Beteiligung von 2000 Berufsbildungseinrichtungen und Unternehmen

Schulen

mehr als 200 000 Lehrkräfte von über 100 000 Schulen, die über eTwinning online zusammenarbeiten

1 :

Für Maßnahmen in Zusammenarbeit mit Drittländern (Partnerländern) werden zusätzliche Mittel bereitgestellt; ein entsprechender Beschluss wird aber voraussichtlich erst 2014 erlassen.


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site