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Fragen und Antworten zum Europäischen Innovations- und Technologieinstitut (EIT)

Commission Européenne - MEMO/12/839   07/11/2012

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Europäische Kommission

MEMO

Brüssel, 7. November 2012

Fragen und Antworten zum Europäischen Innovations- und Technologieinstitut (EIT)

Was ist das EIT?

Das Europäische Innovations- und Technologieinstitut (EIT) wurde im Jahre 2008 auf Initiative der Europäischen Kommission als unabhängige EU-Einrichtung zur Förderung von Spitzeninnovation, nachhaltigem Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit errichtet. In Einklang mit seinen Zielen führt es herausragende Hochschuleinrichtungen, Forschungszentren und Unternehmen im Rahmen eines völlig neuen Konzepts grenzübergreifender öffentlich-privater Partnerschaften, den sogenannten Wissenschafts- und Innovationsgemeinschaften (KIC), zusammen. Die Verwaltungszentrale des EIT hat ihren Sitz in Budapest, die KIC operieren von 17 Kolokationszentren in ganz Europa aus, von Barcelona bis Stockholm und von London bis Krakau. Bisher wurden drei KIC eingerichtet, die sich mit den Bereichen nachhaltige Energie (KIC InnoEnergy), Klimawandel (KIC Climate) und Informations- und Kommunikationsgesellschaft (EIT ICT Labs) befassen.

Welche Erwartungen hat die Kommission an das EIT?

Das EIT soll die Innovationskapazität Europas stärken, indem es die Unternehmergeneration von morgen hervorbringt und dem europäischen „Wissensdreieck“ einen Platz in der Weltspitze sichert. Die KIC befassen sich mit wichtigen gesellschaftlichen Herausforderungen, wobei das Institut als Katalysator für die Übernahme und Nutzung neuer Technologien und neuer Forschungsergebnisse fungiert.

Bürokratie ist bei EIT und KIC auf ein Mindestmaß beschränkt, so dass sie sich rasch an neue bzw. sich abzeichnende Bedürfnisse und Chancen anpassen und wirksame Ergebnisse erzielen können. Die Kommission erwartet vom EIT, dass es in Sachen Vereinfachung Vorbildfunktion übernimmt.

Studierende, Forschende und Unternehmer stehen im Zentrum des Innovationsantriebs des EIT. Seine Bildungsdimension schafft neue Möglichkeiten der beruflichen Entwicklung und schlägt Brücken zwischen Hochschulbereich und privatem Sektor.

Zwar haben die ersten KIC erst vor relativ kurzer Zeit ihren Betrieb aufgenommen, sie konnten jedoch bereits ihre Wirkungskraft unter Beweis stellen: Seit Beginn ihrer Arbeit wurden 27 neue Unternehmen gegründet, 35 Patente sind in Vorbereitung; mehr als 800 Hochschulabsolventen haben an Master-/Doktorandenprogrammen oder Sommerkursen der KIC teilgenommen bzw. nehmen derzeit daran teil. Die ersten drei KIC haben darüber hinaus mehr als 280 Partner aus Bildung, Forschung und Wirtschaft zusammengebracht.

Nach den Erwartungen der Kommission dürfte das EIT bis 2020 den Anstoß zur Gründung von 600 neuen Unternehmen geben und 10 000 Masterstudierende und 10 000 Doktoranden in den Bereichen Wissenschaft und Unternehmertum unterstützen.

Was sind die nächsten Schritte?

Die Kommission hat eine strategische Innovationsagenda vorgeschlagen, in der die Prioritäten des EIT für den Zeitraum 2014-2020 dargelegt werden, nämlich: die Konsolidierung der bereits bestehenden KIC, die Einrichtung von sechs neuen KIC und die Verstärkung der Wirkung des EIT in ganz Europa. Vorgesehen ist der Austausch der im Rahmen der KIC gewonnenen Erkenntnisse mit einem möglichst breiten Publikum durch beispielsweise Stipendien, ein Alumni-Netz und ein Stakeholder-Forum. Diese Maßnahmen werden durch Bemühungen, die Governance des EIT effizienter zu gestalten, sowie durch die Einrichtung eines neuen Überwachungssystems zur Bewertung der Leistung des EIT und der KIC ergänzt. Durch das Überwachungssystem kann das EIT seine Leistung anhand der eigenen Ziele messen und mit bewährten Verfahren auf europäischer und globaler Ebene vergleichen.

Wie wurden die Themen für die sechs neuen KIC ausgewählt? Welche Kriterien wurden bei der Festlegung ihrer Reichweite zugrunde gelegt?

Die Kommission hat vorgeschlagen, dass das EIT im Jahr 2014 drei neue KIC zu folgenden Themen einrichtet: Innovation für gesundes Leben und aktives Altern, Rohstoffe – nachhaltige Erkundung, Gewinnung, Verarbeitung, Verwertung und Substitution – und Lebensmittel für die Zukunft – nachhaltige Lebensmittelkette von den Ressourcen bis hin zu den Verbrauchern. Im Jahr 2018 werden drei weitere KIC – urbane Mobilität, Fertigung mit Mehrwert und intelligente, sichere Gesellschaften – eingerichtet. Die ausgewählten Themenschwerpunkte betreffen wirtschaftliche und gesellschaftliche Herausforderungen. Die neuen KIC werden auch zur Erreichung der Ziele von Horizont 2020 und der Strategie Europa 2020 für Beschäftigung und nachhaltiges Wachstum beitragen.

Der Entwurf der Strategischen Innovationsagenda, den der EIT-Verwaltungsrat der Kommission im Juni 2011 vorgelegt hat, war die Grundlage für die Auswahl der Themen für die neuen KIC. Parallel dazu wurden Kriterien entwickelt, die eine objektive Bewertung des Innovationspotenzials der einzelnen vorgeschlagenen Themen ermöglichen. Diese Kriterien wurden durch die allgemeine Innovationsgemeinschaft im Rahmen einer öffentlichen Konsultation bewertet.

Welches Budget sieht die Kommission im Zeitraum 2014-2020 für das EIT vor?

Das EIT hat seit 2008 für seine Anlaufphase Mittel in Höhe von 308,7 Mio. EUR aus dem EU-Haushalt erhalten. Im Rahmen ihres Vorschlags für Horizont 2020 sieht die Kommission eine erhebliche Intensivierung ihrer Unterstützung für das EIT vor, nämlich ein Budget von fast 3,2 Mrd. EUR für den Zeitraum 2014-2020.

Mit der Aufstockung des Budgets sollen Konsolidierung und weiteres Wachstum der ersten drei KIC sichergestellt sowie die Grundlagen für die Einrichtung von sechs neuen KIC bis 2018 geschaffen werden. Durchschnittlich bestreitet das EIT bis zu 25 % des Gesamtbudgets der KIC. Der den einzelnen KIC zugewiesene Betrag kann variieren, da die KIC einen unterschiedlichen Finanzbedarf aufweisen und ein Teil der EIT-Mittel auf Wettbewerbsbasis an die KIC verteilt wird.

Wie stellt das EIT eine Finanzierung durch andere Quellen sicher?

Das Finanzierungsmodell des EIT baut auf den Stärken und Ressourcen der an den KIC beteiligten Partner auf. Nur 25 % der KIC-Mittel werden vom EIT bereitgestellt; der Rest stammt aus anderen Quellen wie den KIC-Partnern.

Die Erfahrungen aus der Anfangsphase zeigen ein sehr hohes Engagement seitens der Partner aus der Wirtschaft. Die KIC haben darüber hinaus zusätzliche Mittel von öffentlichen Stellen auf nationaler und regionaler Ebene erhalten. So hat etwa die deutsche Bundesregierung der KIC ICT Labs für die Bildungsinitiative „Software Campus“ für einen Fünfjahreszeitraum 50 Mio. EUR zur Verfügung gestellt.

Warum konzentrieren sich die Kolokationszentren so stark auf bestimmte geografische Gebiete?

Die Kolokationszentren und – im Falle der Klima-KIC die regionalen Innovations- und Umsetzungsgemeinschaften (RIC) – sind in ganz Europa angesiedelt. Die Aktivitäten der KIC und ihrer Partner haben außerdem eine größere Reichweite, als dies der Sitz der Kolokationszentren vermuten lassen würde. So hat das Kolokationszentrum „Iberia“ der KIC InnoEnergy seinen Sitz zwar in Barcelona, seine Aktivitäten und Partner decken aber auch andere Regionen Spaniens sowie Portugal ab.

Das EIT hat erst vor kurzem seine Arbeit aufgenommen, und mit dem Ausbau seiner Aktivitäten wird es in ganz Europa weiter expandieren. Unter dem Dach des EIT will die Kommission Verbindungen zwischen hervorragenden Einrichtungen in ganz Europa fördern. Dies ist eine der wichtigsten Prioritäten der Strategischen Innovationsagenda.

Was wird unternommen, um die Attraktivität des EIT für Unternehmen, insbesondere KMU, zu erhöhen?

Die Kommission hat Maßnahmen vorgeschlagen, um die Entscheidungsfindung und Durchführungsverfahren des EIT zu vereinfachen, wobei dem EIT jedoch weiterhin die Flexibilität eingeräumt wird, die es braucht. Die Themen für die neuen KIC wurden aufgrund ihres Potenzials ausgewählt, neue Geschäftsmöglichkeiten zu schaffen.

Die Beteiligung von Unternehmen an EIT und KIC ist bereits beträchtlich und nimmt weiter zu. Derzeit haben die KIC mehr als 280 Partner, von denen 113 (nahezu 40 %) aus der Wirtschaft kommen. Zur KIC Climate beispielsweise zählen viele regionale KMU. Partner aus der Wirtschaft bestreiten etwa ein Drittel des Budgets der KIC InnoEnergy, das sich auf 290 Mio. EUR beläuft. Bei EIT ICT Labs beträgt der Budgetanteil von Partnern aus der Wirtschaft 20 %.

Unternehmen – sowohl multinationale Konzerne als auch KMU – werden vom geschäftsorientierten und langfristigen Innovationsansatz des EIT angezogen, sowie von seiner Betonung von Flexibilität und seinen Bemühungen um einfachere und klarere Regeln.

Welche Rolle übernimmt das EIT im Programm Horizont 2020?

Im Rahmen von Horizont 2020 wird das EIT durch die Verknüpfung von Exzellenz in Bildung, Forschung und Wirtschaft eine entscheidende Rolle für die Förderung der Innovation spielen. Das EIT stellt die Bildung ins Zentrum der Innovation, und die KIC werden ein europaweites Netzwerk von „Ökosystemen“ vorantreiben, das den Unternehmern ermöglichen wird, neue Ideen in marktfähige Produkte und Dienstleistungen umzusetzen.

Das EIT trägt zum Ziel „Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen“ bei und ergänzt andere Initiativen als Teil der weiteren Strategie. Weiterhin wird es einen Beitrag zur Vorgabe „führende Rolle der Industrie und wettbewerbsorientierte Rahmen“ leisten, indem es ergebnisorientierte Forschung anregt und die Gründung innovativer KMU mit starkem Wachstumspotenzial fördert. Außerdem trägt das EIT zum Aufbau einer „exzellenten Wissenschaftsbasis“ bei, indem es eine länder-, sektoren- und fachbereichsübergreifende Mobilität fördert.

Horizont 2020 sieht die notwendige Vereinfachung und Flexibilität vor, damit das EIT sein Innovationspotenzial voll ausschöpfen, neue Ansätze präsentieren und Partner aus der Wirtschaft anziehen kann. Das EIT wird ermutigt, seine Autonomie umfassend zu nutzen, um schnell auf neue oder sich abzeichnende Bedürfnisse reagieren zu können.

Welche Erfolge konnte das EIT seit seiner Errichtung verzeichnen?

KIC Climate und Naked Energy

Naked Energy, eine Unternehmensneugründung im Vereinigten Königreich, hat ein Hybrid-Solarmodul entwickelt, mit dem Strom und Wärme erzeugt werden können. Die KIC Climate hat das Produkt als Innovation in der Solartechnologie erkannt und sich gemeinsam mit Naked Energy bemüht, die Technologie einigen Partnern, darunter Krankenhäuser, Schulen und Einzelhandelsunternehmen, vorzustellen. Diese Sitzungen haben zu einer Vereinbarung mit einer großen Supermarktkette (Sainsbury’s) über die Durchführung eines Pilotprojekts geführt. Das Unternehmen gewann den Unternehmenswettbewerb der KIC Climate im Jahr 2011 und den EIT-Unternehmer-Preis im Jahr 2012.

EIT ICT Labs und Trifense

Trifense, ein Spin-off der Technischen Universität Berlin, beschäftigt sich mit dem Schutz von Unternehmen oder Organisationen vor Bedrohungen aus dem Internet. Trifense hat den EIT-ICT-Labs-Preis gewonnen und arbeitet derzeit mit dem KIC an einer seiner thematischen Aktionslinien: „Künftige Medien und Vermittlung der Inhalte“. Die Ergebnisse werden in innovative Sicherheitslösungen einfließen. Die Zusammenarbeit mit der KIC hat Trifense geholfen, eine breite Palette neuer Unternehmens- und Forschungsverbindungen zu knüpfen.

KIC InnoEnergy und NOEM - Think CO2

NOEM – Think CO2 hat ein Konzept für ein energieeffizientes modulares Fertighaus entwickelt, das in wenigen Tagen aufgebaut werden kann und dessen Quadratmeterpreis unter 2000 EUR liegt. Die Gebäude können einfach abgebaut und an einen anderen Ort transportiert werden, und sie können erweitert werden, falls zusätzlicher Platzbedarf besteht. Das in Barcelona (Spanien) ansässige Unternehmen hat den EIT-Unternehmer-Preis für nachhaltige Energie gewonnen und arbeitet nun mit der KIC InnoEnergy zusammen, um das Produkt weiterzuentwickeln und zu vermarkten.

HULT Global Case Challenge

Ein Team, das das Europäische Innovations- und Technologieinstitut und die KIC InnoEnergy vertritt, hat im April 2012 in der Endrunde eines der weltweit wichtigsten Unternehmenswettbewerbe, der HULT Global Case Challenge, den zweiten Preis gewonnen.

Das fünfköpfige Team, das ein Projekt zur Förderung der Nutzung von Solarenergie in Afrika vorstellte, absolvierte mit Unterstützung der Europäischen Union und der KIC InnoEnergy einen Masterstudiengang. Tausende von Studierenden aus sechs Kontinenten und über 130 Ländern wetteiferten in fünf Städten online um die Teilnahme an der Endrunde, die in der New York Public Library in Anwesenheit des früheren US-Präsidenten Bill Clinton und des Nobelpreisträgers Muhammad Yunus stattfand.


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