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Die EU läuft Gefahr, ihre Ziele bei Schulabbruch und Hochschulabschlüssen zu verfehlen

European Commission - MEMO/12/76   08/02/2012

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MEMO/12/76

Brüssel, 8. Februar 2012

Die EU läuft Gefahr, ihre Ziele bei Schulabbruch und Hochschulabschlüssen zu verfehlen

Die Europäische Union könnte ihre 2020-Ziele verfehlen, die Zahl der Schulabbrecher zu senken und den Anteil der jungen Menschen mit abgeschlossenem Hochschulstudium zu erhöhen – so ein Bericht, der auf der Tagung des Rates (Bildung, Jugend, Kultur und Sport) am Freitag, dem 10. Februar, erörtert werden soll.

Die Krise trifft die jungen Menschen besonders schwer; in einigen Mitgliedstaaten liegt die Jugendarbeitslosigkeit über 40 %. Aus dem gemeinsamen Bericht des Rates und der Kommission mit dem Titel „Die allgemeine und berufliche Bildung in einem intelligenten, nachhaltigen und integrativen Europa“ geht hervor, dass hochwertige Bildung für die Vermeidung von Arbeitslosigkeit ausschlaggebend ist, indem sie junge Menschen mit den Kompetenzen und Qualifikationen ausstattet, die für eine erfolgreiche Arbeitsuche nötig sind. Hochschulbildung und akademische Exzellenz sind von zentraler Bedeutung, soll Europas Wettbewerbsfähigkeit gesteigert und Europa in die Lage versetzt werden, gestärkt aus der Krise hervorzugehen.

Die jungen Menschen wurden von der Krise unverhältnismäßig hart getroffen. Wir müssen auf effiziente Weise in die allgemeine und berufliche Bildung investieren, um sicherzustellen, dass die Jugendlichen mit den Kompetenzen und mit der Anpassungsfähigkeit ausgestattet werden, die sie brauchen, um in einer wettbewerbsgeprägten Welt erfolgreich zu sein. Mit dem neuen Programm für allgemeine und berufliche Bildung und Jugend ‚Erasmus für alle, das die Kommission vorgeschlagen hat, kommen wir dieser Forderung nach, indem wir den jungen Menschen und den Lehrkräften mehr Möglichkeiten eröffnen, sich weiterzuentwickeln und ihre Kompetenzen zu verbessern“, sagte Androulla Vassiliou, die Kommissarin für Bildung, Kultur, Mehrsprachigkeit und Jugend.

In dem gemeinsamen Bericht wird festgestellt, dass die Mitgliedstaaten nur langsame Fortschritte auf dem Weg zum Europa-2020-Ziel machen, die Schulabbrecherquote unter 10 % zu drücken. Im Jahr 2010 lag sie für die gesamte EU bei 14,1 % gegenüber 14,4 % im Jahr zuvor. Die Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten sind erheblich, mit Malta (so gut wie unverändert bei 36,9 %), Portugal (28,7 %) und Spanien (28,4 %) an der Spitze, wobei aber Portugal und Spanien ihre Zahlen gegenüber 2009 (jeweils 31,2 %) verbessert haben. Am besten schneiden nach wie vor die Slowakei (4,7 %), die Tschechische Republik (4,9 %) und Slowenien (5 %) ab.

Bleibt es bei diesem Trend, wird das 2020-Ziel nicht erreicht, so der Bericht.

Des Weiteren zeigt der Bericht, dass das Erreichen der angestrebten Hochschulabschlussquote – Erhöhung des Anteils der 30- bis 34-Jährigen mit Hochschulabschluss in der EU von derzeit 33,6 % auf mindestens 40 % – längst nicht als gesichert gelten kann. Sieben Mitgliedstaaten liegen unter 25 % (Rumänien, Malta, Italien, Tschechische Republik, Slowakei, Österreich und Portugal). Vorne liegen Irland (49,9 %), Dänemark (47 %) und Luxemburg (46,1 %).

Als positiv ist zu vermelden, dass der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit schlechten Leistungen bei den Grundkompetenzen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften mit 20 % im Jahr 2009 gegenüber 24,1 % im Jahr 2006 einen Trend aufweist, der ein Erreichen des EU-Ziels von weniger als 15 % bis Ende des Jahrzehnts möglich erscheinen lässt.

Die Bildungsminister dürften mit Kommissarin Vassiliou auch erste Gespräche über das vorgeschlagene Programm „Erasmus für alle“ führen. Das neue Programm, das 2014 anlaufen soll, hat in der Arbeitsgruppe „Bildung“ des Rates und unter Mitgliedern des Europäischen Parlaments bereits ein positives Echo gefunden.

Die allgemeine und berufliche Bildung steht im Mittelpunkt der EU-Strategie für intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum. Kommissarin Vassiliou wird die Bildungsminister drängen, sich auch künftig besonders um die Modernisierung ihrer Bildungssysteme zu kümmern, damit den Lernenden die relevanten Kompetenzen vermittelt werden und gegen den Schulabbruch vorgegangen werden kann. Die wichtigsten Ergebnisse des gemeinsamen Berichts bestätigen die Kommission, die kürzlich die Mitgliedstaaten aufgefordert hat, nationale Pläne zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit aufzulegen (MEMO/12/57).

Hintergrund

Der gemeinsame Bericht des Rates und der Kommission bietet eine Zwischenbilanz der Durchführung des 2009 verabschiedeten „Strategischen Rahmens für die europäische Zusammenarbeit auf dem Gebiet der allgemeinen und beruflichen Bildung“ („ET 2020“). Darin werden die wesentlichen Trends der Bildungs- und Berufsbildungspolitik der europäischen Staaten im Zeitraum 2009–2011 untersucht, und es wird dargelegt, welche Bedeutung der allgemeinen und beruflichen Bildung bei der Bewältigung der derzeitigen Wirtschafts- und Finanzkrise zukommt.

Ergänzt wird der Bericht durch einen detaillierten Überblick über die politischen Trends in der EU auf mehreren Gebieten (Bildungsziele der Strategie Europa 2020, Bildungsbudgets, lebenslanges Lernen, Kompetenzen u. a.) und durch Übersichten über die wichtigsten Entwicklungen in den einzelnen Ländern.

Abbildung 1: Schulabbrecherquoten 2010 in %

Abbildung 2: Hochschulabschlüsse oder gleichwertige Bildungsabschlüsse: Quoten 2010 in %


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