Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR LV

Europäische Kommission

MEMO

Brüssel, 24. August 2012

Weltwasserwoche 2012 – Erklärung von Andris Piebalgs, EU-Kommissar für Entwicklung:
Wasserwende: Wie die EU mit Wasser Leben rettet und die Ernährungssituation verbessert

Anlässlich der Weltwasserwoche (26.-31. August) gab der für Entwicklung zuständige EU-Kommissar Andris Piebalgs folgende Erklärung ab:

„Ich möchte heute das entschlossene Engagement der EU bekräftigen, dafür zu sorgen, dass jeder Mensch, wo immer er auch lebt, Zugang zu sauberem Wasser und zu sanitären Einrichtungen hat. Dafür haben wir uns bereits seit längerem engagiert und unsere Hilfe hat bereits gute Ergebnisse erzielt. Im Zeitraum 2004-2009 hat die EU weltweit mehr als 32 Millionen Menschen Zugang zu sauberem Trinkwasser und mehr als 9,5 Millionen Menschen Zugang zur Sanitärversorgung verschafft.

Dank der Europäischen Kommission werden derzeit in mehr als 60 Ländern größere Projekte im Bereich Wasser- und Sanitärversorgung gefördert. Die Förderung des Zugangs zu Wasser- und Sanitärversorgung ist eine der wichtigsten Prioritäten der EU. Wir haben unsere Hilfe im Laufe der letzten zehn Jahre fast verdreifacht und geben hierfür inzwischen rund 2 Mrd. EUR (2008-2013).

Dabei sterben weiterhin jede Minute drei Kinder, weil sie verunreinigtes Wasser getrunken haben – das heißt 4000 pro Tag. Die Hälfte der Krankenhausbetten in Entwicklungsländern wird von Menschen belegt, die an Krankheiten leiden, die durch unzureichende Wasser- und Sanitärversorgung und Hygienepraktiken verursacht wurden. Dies kann einfach nicht hingenommen werden und es liegt auf der Hand, dass hier größere und schnellere Fortschritte erforderlich sind. Wir engagieren uns, noch mehr dafür zu tun, um eine Welt zu schaffen, in der alle Menschen Wasser trinken, sich waschen und baden können, ohne Angst davor haben zu müssen, sich dadurch der Gefahr einer tödlichen Krankheit auszusetzen.

Der Beitrag zur Verwirklichung des Millenniumsentwicklungsziels Zugang zu Wasser und Sanitärversorgung steht im Mittelpunkt der Tätigkeiten der EU zur Armutsminderung. Auf dem MDG-Gipfeltreffen in New York vor zwei Jahren haben wir die MDG-Initiative der EU ins Leben gerufen, durch die für Länder in Afrika, im Karibischen Raum und im Pazifischen Ozean (AKP) zusätzlich 1 Mrd. EUR bereitgestellt wird. Damit wollen wir ihnen dabei helfen, die MDG zu erreichen, bei denen sie am stärksten in Verzug geraten sind (und weitere Unterstützung für diejenigen bereitzustellen, die besonders gute Fortschritte gemacht haben). Die Wasser- und Sanitärversorgung ist eines der vier MDG, die im Mittelpunkt dieser Initiative stehen. Hierfür werden insgesamt 266 Mio. EUR zur Verfügung gestellt – das zeigt, welch hohe Priorität wir diesem Ziel einräumen.

Dabei ist Wasser nicht nur als Trinkwasser und zu Hygienezwecken lebenswichtig, sondern auch zentral für die Landwirtschaft. So werden z. B. weltweit 70 % des Wassers zur Bewässerung beim Anbau von Nahrungsmitteln eingesetzt, in manchen Entwicklungsländern liegt dieser Anteil sogar bei über 85 %. Ganz offensichtlich sind also Zugang zu Wasser und die Ernährungssicherung eng miteinander verknüpft.

Nachhaltige Landwirtschaft sowie Ernährungssicherung und ausreichende Nährstoffversorgung stehen auf der EU-Agenda der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit an erster Stelle. Wir sind entschlossen, unsere Unterstützung zu verstärken, um die Deckung der drei Grundbedürfnisse nach Wasser, Energie und Nahrung sicherzustellen.

Anlässlich der Weltwasserwoche möchte ich andere Geber, Partner und den Privatsektor dazu aufrufen, sich uns anzuschließen und dabei mitzuhelfen, den Wandel herbeizuführen und alles in unserer Macht stehende zu tun, um unsere wertvollen Wasserressourcen zu erhalten bevor es zu spät ist.“

Hintergrund – Einige Beispiele für EU-Maßnahmen

Die beiden folgenden Beispiele zeigen, wie sich die EU dafür einsetzt, die Bewässerungssysteme zu verbessern und sicherzustellen, dass Wasser in der Landwirtschaft so effizient wie möglich eingesetzt wird, d. h. Erzielung höherer Erträge bei geringerem Wasserverbrauch.

– Sambia ist ein gutes Beispiel für effiziente Wassernutzung dank der „Conservation agriculture“, einem Konzept für eine Ressourcen schonende Pflanzenproduktion. Bei dieser nachhaltigen Anbaumethode, die bereits von 20 % der sambischen Landwirte (250 000) eingesetzt wird, kommen Prinzipien wie dauerhafte Bodendeckung (Nutzung von Pflanzen zur Verhinderung der Erosion) und mehrjährige Fruchtfolgen (auf der gleichen Fläche werden nacheinander verschiedene Pflanzenarten angebaut, um die Bodenfruchtbarkeit zu verbessern) zum Einsatz.

Die Ergebnisse sind vielversprechend und zeigen uns den Weg: die Wasseraufnahmekapazität des Bodens wird erhöht und der Boden wird nährstoffreicher. Dadurch sind die Erträge auf Flächen, die nach dieser Anbaumethode bearbeitet werden, drei Mal so groß wie auf Flächen, die nach in Sambia herkömmlichen Methoden bearbeitet werden.

– In Sambia ist die Ernährungsunsicherheit weit verbreitet, da geringe und unregelmäßige Niederschläge vielfach zu Missernten führen. Indem wir in mehr als 90 örtlichen Gemeinschaften Bewässerungssysteme zur Verfügung stellen, leisten wir einen wichtigen Beitrag: Tausende Kleinbauern, können dadurch nicht nur genug Nahrungsmittel für den Eigenbedarf (Mais) anbauen sondern durch den Gemüseanbau auch noch Einkommen erzielen.

Weitere Informationen

Datenblatt:

http://ec.europa.eu/europeaid/what/environment/water-energy/documents/mdg_watsan_factsheet_20120817_en.pdf

Website der EU-Wasserinitiative:

http://www.euwi.net/

Website der EU-Wasserfazilität:

http://ec.europa.eu/europeaid/where/acp/regional-cooperation/water/second-water-facility_en.htm

Website von Andris Piebalgs, EU-Kommissar für Entwicklung:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/piebalgs/index_en.htm

Website der GD Entwicklung und Zusammenarbeit EuropeAid:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_en.htm


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website