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Digitale Agenda: Dank neuer Preisobergrenzen beim Datenroaming können Familien jährlich über 200 EUR und Geschäftsreisende über 1000 EUR sparen

European Commission - MEMO/12/316   10/05/2012

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MEMO/12/316

Brüssel, den 10. Mai 2012

Digitale Agenda: Dank neuer Preisobergrenzen beim Datenroaming können Familien jährlich über 200 EUR und Geschäftsreisende über 1000 EUR sparen

Ab 1. Juli 2012 werden die Roamingvorschriften der Europäischen Union auf den Datendownload ausgeweitet. Wer auf Reisen häufig Landkarten und E-Mails abruft und soziale Netze benutzt, wird durch die neuen Höchstpreise viel Geld sparen. Für einen typischen Geschäftsreisenden, der innerhalb der EU unterwegs ist, ergeben sich daraus Einsparungen von über 1000 EUR pro Jahr. Eine Familie, die ihren Jahresurlaub in einem anderen EU-Land verbringt, dürfte mindestens 200 EUR sparen. (Einzelheiten zur Berechnung finden Sie in Anhang II.)

Im Vergleich zu den Preisen von 2007 wird die verbesserte EU-Roamingverordnung – unter Berücksichtigung von Anrufen, SMS und Datenverkehr – den Verbrauchern über die gesamte Palette der Mobilfunkdienste Einsparungen in Höhe von 75 % bringen. Dieses Jahr werden die Europäer etwa 5 Milliarden EUR für Roamingdienste ausgeben. Das bedeutet eine Einsparung von 15 Milliarden EUR gegenüber dem, was dieselben Dienste zu Preisen von 2007 gekostet hätten.

Die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Neelie Kroes sagte hierzu: „Mit den Preisobergrenzen beim Datenverkehr haben wir einen Roamingmarkt für die Smartphone-Generation geschaffen. Und nicht nur das. Wir machen Schluss mit den überzogenen Rechnungen, die jeder kennt, der sein Mobiltelefon auf Auslandsreisen benutzt hat. Ich freue mich, dass die Europäische Union ihren Bürgern so etwas von ihrem Geld zurückgibt.“

„Ab 2014 werden wir dann für das Problem der Roamingentgelte eine dauerhafte Lösung haben, die besser ist als jede Preisobergrenze. Dadurch, dass dann jedermann seinen Roaminganbieter leicht separat wählen kann, wird auf diesem Markt der Wettbewerb vollständig greifen. Wenn Sie irgendwo ein besseres Angebot als bei ihrem eigenen Netzanbieter finden, werden Sie es einfach und schnell nutzen können, etwa so, als würden Sie ein WiFi-Netz auswählen.“ Den Verbrauchern kamen in den letzten Jahren bereits verschiedene EU-Maßnahmen zugute, mit denen ein zuverlässiges Sicherheitsnetz und Garantien gegen unerwartet hohe Rechnungen geschaffen wurden. Außerdem treibt der größere Wettbewerb den Markt zu weiteren Preissenkungen. Zudem wurden die letzten Kommissionsvorschläge in Rekordzeit, nämlich in weniger als einem Jahr, vom ersten Entwurf bis zu Umsetzung geführt (siehe IP/11/835).

Ab Sommer 2012: Datendownloads werden viel billiger

Seit 2007 legt die EU Preisobergrenzen für Anrufe und SMS fest. Jetzt werden auch Daten unter diese Regelung fallen. Ab 1. Juli 2012 werden folgende Höchstpreise gelten:

  • 29 Cent pro Minute für einen abgehenden Anruf (zzgl. MwSt.)

  • 8 Cent pro Minute für einen eingehenden Anruf (zzgl. MwSt.)

  • 9 Cent für das Versenden einer SMS-Nachricht (zzgl. MwSt.)

  • 70 Cent pro Megabyte (MB) für Datenabruf oder Internet-Surfen im Ausland (abgerechnet pro Kilobyte) (zzgl. MwSt.)

Datendownloads kosteten bei vielen Netzbetreibern im Juli 2009 noch mehr als 4 EUR pro Megabyte. Dieser Preis wird nun durch sechs geteilt. Nach weiteren Preissenkungen werden Datendownloads ab 2014 nur noch 20 Cents pro Megabyte (zzgl. MwSt.) kosten, was gegenüber heutigen Preisen eine Einsparung von 90 % bedeutet.

Den Betreibern steht es frei, billigere Preise anzubieten. Die Obergrenzen sind lediglich Höchstpreise im Sinne des Verbraucherschutzes. Der Wettbewerb dürfte sie noch weiter drücken.

„Rechnungsschock“: bessere Informationen bei Reisen außerhalb der EU

Um unerwartet hohe Rechnungen zu vermeiden, erhalten Reisende ab 1. Juli 2012 außerhalb der EU ab 1. Juli 2012 per SMS, E-Mail oder Pop-up-Meldung eine Warnung, sobald sie für Datendienste einen Rechnungsbetrag von 50 EUR oder eine andere vereinbarte Schwelle erreichen.

Um die Datenroamingdienste weiter nutzen zu können, müssen sie dann ausdrücklich bestätigen, dass sie diesen Betrag überschreiten wollen.

Dadurch wird das derzeit innerhalb der EU geltende Warnsystem ausgedehnt.

Ab 2014: Wettbewerb bringt niedrigere Roamingpreise

Ab 1. Juli 2014 können sich die Kunden dann separat nach einem günstigeren Mobilfunk-Roaminganbieter umsehen und entweder einen separaten Vertrag schließen oder direkt im Ausland – wie bei WiFi-Netzen – einen Anbieter wählen. Ihre Rufnummer behalten Sie dabei natürlich.

Auf diese Weise werden die Mobilfunkbetreiber im besuchten Land einen Anreiz haben, ausgehend von ihren eigenen niedrigen nationalen Netzkosten solche Dienste nahe dem Inlands-Preisniveau anzubieten. Mit zunehmender Mobilfunk-Datennutzung seitens der Verbraucher, die ihre Geräte jederzeit und überall verwenden wollen, werden viele Reisende diese WiFi-ähnliche Datenoption zweifellos sehr attraktiv finden. Die Marktkräfte werden sich auf diese Weise gegenseitig verstärken und zu niedrigeren Preisen und einer besseren Netzabdeckung führen.

Die Preisobergrenzen bleiben bis zum 30. Juni 2017 als zusätzliches Sicherheitsnetz für die Verbraucher bestehen.

Politischer Hintergrund

Die Roamingverordnung ist nur ein Teil in einem viel größeren Technologie-Puzzle. Dabei geht es vor allem darum, unnötige Zwänge zu beseitigen, die das Wirtschaftswachstum hemmen und Europas Position in der Datenrevolution beeinträchtigen. Viele Menschen würden auch im Ausland mit ihrem Smartphone vielfältige Dienstleitungen nutzen, z. B. Gesundheitsdienste, Einkauf, Bankdienstleistungen, Navigation oder soziale Kontakte, wenn die Datennutzung nur billiger wäre.

Ein erschwinglicher Internetzugang ist zwar wichtig, reicht allein aber nicht aus. Deshalb ergreift die Europäische Kommission weitere konkrete Maßnahmen in verschiedenen Bereichen:

  • Datenschutz,

  • Cloud Computing,

  • elektronische Identifizierung,

  • Nummernübertragbarkeit,

  • Anspruch auf einjährige Mobilfunkverträge,

  • Senkung der Mobilfunk-Zustellungsentgelte.

All diese Bemühungen sind darauf gerichtet, den digitalen Binnenmarkt mit einheitlichen Regelungen zu vollenden, damit die europäischen Bürger überall mit allen Geräte erstklassige Inhalte einfach nutzen können.

Weitere Informationen:

Siehe MEMO/12/227

Roaming-Website der Europäischen Kommission

Neelie Kroes auf Twitter

Anhang I

Aktuelle und neue Preisobergrenzen auf der Endkundenebene (ohne Mwst.)

derzeit

1. Juli 2012

1. Juli 2013

1. Juli 2014

Daten (pro MB)

keine

70 Cent

45 Cent

20 Cent

Abgehende Anrufe (pro Minute)

35 Cent

29 Cent

24 Cent

19 Cent

Eingehende Anrufe (pro Minute)

11 Cent

8 Cent

7 Cent

5 Cent

SMS-Versand (pro SMS)

11 Cent

9 Cent

8 Cent

6 Cent

Aktuelle und neue Preisobergrenzen auf der Vorleistungsebene, ohne MwSt. (Entgelte, die sich die Betreiber untereinander in Rechnung stellen):

derzeit

1. Juli 2012

1. Juli 2013

1. Juli 2014

Daten (pro MB)

50 Cent

25 Cent

15 Cent

5 Cent

Sprachverkehr (pro Minute)

18 Cent

14 Cent

10 Cent

5 Cent

SMS-Versand (pro SMS)

4 Cent

3 Cent

2 Cent

2 Cent

Die vorgeschlagenen Preisobergrenzen auf der Endkundenebene dienen als reines „Sicherheitsnetz“ für die Kunden. Die Kommission geht davon aus, dass die vorgeschlagenen wettbewerbsverbessernden strukturellen Maßnahmen innovative europaweite Angebote und günstigere Preise, die deutlich unter den Schutzobergrenzen liegen, herbeiführen werden.

Anhang II

Einsparungen beim Datenverkehr

Beispiel 1

Eine vierköpfige belgische Familie macht eine Woche Urlaub in Frankreich oder Italien und benutzt dort ein Smartphone.

Sommer 2009

Sommer 2012

Einsparung

1 MB

Mittlerer Preis: +/- 5 EUR (einschl. MwSt.)

70 Cent (+21 % MwSt.)

Lädt 5 Landkarten (1 MB pro Karte)

25 EUR

4,20 EUR

20,80 EUR

Logt sich jeden Tag für eine halbe Stunde in soziale Netze ein (+/- 5 MB pro Tag, insgesamt 35 MB)

175 EUR

29,65 EUR

145,35 EUR

Lädt jeden Tag ein Foto hoch (+/- 2 MB pro Foto)

70 EUR

11,86 EUR

58,14 EUR

Schickt jeden Tag eine E-Mail-Nachricht (+/- 20 KB pro E-Mail, insgesamt 0,14 MB)

0,70 EUR

0,12 EUR

0,58 EUR

Insgesamt

270,70 EUR

45,83 EUR

224,87 EUR

Beispiel 2

Ein(e) britische(r) Geschäftsreisende(r) fährt zehnmal pro Jahr für drei Tage nach Frankreich oder Deutschland und benutzt ihr/sein Smartphone folgendermaßen:

Sommer 2009

Sommer 2012

Einsparung

1 MB

Mittlerer Preis: +/- 6 EUR (einschl. MwSt.)

70 Cent (+20 % MwSt.)

Lädt 3 Landkarten pro Aufenthalt (1 MB pro Karte)

180 EUR

25,20 EUR

154,80 EUR

Logt sich jeden Tag für eine halbe Stunde in soziale Netze ein (+/- 5 MB)

900 EUR

126 EUR

774 EUR

Schickt jeden Tag 10 E-Mail-Nachrichten (+/- 100 KB pro E-Mail / 1 MB pro Tag)

180 EUR

25,20 EUR

154,80 EUR

Insgesamt

1260 EUR

176,40 EUR

1083,60 EUR


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