Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR

MEMO/11/945

Brüssel, 22. Dezember 2011

10 Jahre Euro-Banknoten und –Münzen

Am 1. Januar 2012 jährt sich zum 10. Mal die Einführung der Euro-Banknoten und –Münzen. Zwar wurde der Euro bereits am 1. Januar 1999 als gesetzliches Zahlungsmittel eingeführt, doch erst am 1. Januar 2002 war die einheitliche Währung in Form von Euro-Banknoten und –Münzen auch in den Händen zu halten. Heute ist der Euro die gemeinsame Währung von 17 EU-Mitgliedstaaten mit einer Gesamtbevölkerung von 332 Millionen Menschen. Auch Monaco, San Marino und der Vatikanstaat haben den Euro als ihre nationale Währung eingeführt. Andorra hat jüngst ein diesbezügliches Übereinkommen mit der EU unterzeichnet. Im Umlauf sind 14,4 Milliarden Banknoten und 97 Milliarden Münzen mit einem Gesamtwert von über 864 Mrd. EUR bzw. 23 Mrd. EUR.

Münzen

Die acht Nennwerte der Euro-Münzen haben eine landesspezifische Seite und eine Seite, die in allen Ländern des Euro-Währungsgebiets identisch ist. Letztere wurde von Luc Luycx von der Königlichen Belgischen Münze entworfen und zeigt neben dem Nennwert der Münze auch eine Karte der EU. Motiv der nationalen Seite ist ein bekanntes Symbol von besonderer Bedeutung für das jeweilige Land. Neben den regulären Münzen gibt es auch Gedenk- und Sammlermünzen. Sammlermünzen sind nicht für den Umlauf bestimmt. Nur im Ausgabestaat gelten sie als gesetzliches Zahlungsmittel.

2-Euro-Gedenkmünzen sind hingegen für den Umlauf bestimmt und können entweder von einem Land oder gemeinsam von allen Ländern des Euro-Währungsgebiets ausgegeben werden. In letzterem Fall geben alle Länder des Euro-Währungsgebiets gleichzeitig eine Münze mit einem einheitlichen Motiv auf der nationalen Seite aus. So werden am 1. Januar 2012 beispielsweise 90 Millionen besondere 2-Euro-Gedenkmünzen aus Anlass des 10. Jahrestags der Einführung des Euro ausgegeben. Die Münze wurde vom Gewinner eines Online-Wettbewerbs gestaltet, an dem sich über 35 000 Menschen aus dem Euro-Währungsgebiet beteiligt hatten. Dies ist das dritte Mal, dass die Länder des Euro-Währungsgebiets eine gemeinsame Gedenkmünze ausgeben: 2007 zum 50. Jahrestag der Unterzeichnung der Römischen Verträge und 2009 aus Anlass des 10. Jahrestags der Einführung des Euro als gesetzliches Zahlungsmittel.

Banknoten

Die sieben Nennwerte der Euro-Banknoten sind in allen Ländern des Euro-Währungsgebiets einheitlich gestaltet. Die Banknoten wurden von Robert Kalina von der Österreichischen Nationalbank (Österreichische Zentralbank) entworfen. Die Motive zeigen Stile europäischer Architektur aus sieben kulturgeschichtlichen Epochen: Klassizismus, Romantik, Gotik, Renaissance, Barock, Rokoko, Eisenarchitektur und moderne Architektur des 20. Jahrhunderts. Die Fenster und Tore auf der Vorderseite der Banknoten symbolisieren den europäischen Geist der Offenheit und Zusammenarbeit. Die Brücken auf der Rückseite stehen für die Kommunikation zwischen den Menschen in Europa und zwischen Europa und der Welt insgesamt.

Ausgabe von Euro-Banknoten und ‑Münzen

Das ausschließliche Recht zur Genehmigung der Ausgabe von Euro-Banknoten durch die nationalen Zentralbanken des Euro-Währungsgebiets liegt bei der Europäischen Zentralbank (EZB). Den nationalen Zentralbanken obliegt es, die Banknoten zu produzieren und in Umlauf zu bringen. Die Menge der Münzen, die von den Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets ausgegeben werden kann, wird jährlich von der EZB festgelegt. Ihre Produktion wird den nationalen Münzprägeanstalten übertragen.

Neben den Mitgliedstaaten des Euro-Währungsgebiets sind auf der Grundlage von Vereinbarungen mit der EU auch Monaco, San Marino und der Staat Vatikanstadt berechtigt, begrenzte Mengen eigener Euro-Münzen auszugeben. Auch Andorra wird hierzu ab dem 1. Juli 2013 berechtigt sein.

Der „globale“ Euro

Der Euro hat sich als wichtige internationale Währung an zweiter Stelle hinter dem US-Dollar etabliert. Der Euro gilt weltweit als Reservewährung für monetäre Krisenzeiten. In den letzten Jahren lag der Anteil des Euro an den internationalen Rücklagen bei etwa einem Viertel der gesamten Devisenreserven (26,6 % im ersten Quartal 2011). Nominal waren dies 1,41 Billionen EUR. Ferner steht der Euro bei den aktiv gehandelten Währungen an den Devisenmärkten an zweiter Stelle; im April 2010 lag sein Anteil bei 19,5 % des Tagesumsatzes an den Devisenmärkten.

Rückblick

Die erste Stufe der Wirtschafts- und Währungsunion („WWU“) begann am 1. Juli 1990 mit der Abschaffung der Beschränkungen des Kapitalverkehrs. Am 1. November 1993 trat der Vertrag über die Europäische Union, der in Maastricht in den Niederlanden unterzeichnet wurde, in Kraft. In ihm waren die jeweiligen Zuständigkeiten der Europäischen Zentralbank, der Regierungen und der Zentralbanken des Euro-Währungsgebiets für die Ausgabe des Euro sowie die Grundsätze des freien Kapitalverkehrs verankert.

Die zweite Stufe begann am 1. Januar 1994 mit der Einrichtung des Europäischen Währungsinstituts (EWI), dem Vorläufer der EZB. Daraufhin wurde der Name „Euro“ vom Europäischen Rat in Madrid 1995 festgelegt.

Am 1. Januar 1999 trat die WWU mit der Auflösung des ECU-Währungskorbs in ihre dritte Phase. Der ECU wurde zu einer eigenen Währung und wurde in Euro umbenannt. Die Wechselkurse der Währungen der 11 Mitgliedstaaten, die sich ursprünglich daran beteiligten (Belgien, Deutschland, Irland, Spanien, Frankreich, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Österreich, Portugal und Finnland), wurden unwiderruflich festgelegt. Bis zum 1. Januar 2002 war der Euro eine rein virtuelle Währung für bargeldlose Transaktionen und Verrechnungszwecke, während die alten Währungen weiterhin für Barzahlungen verwendet wurden und als „Untereinheiten“ des Euro galten.

Griechenland schloss sich 2007 der WWU an, gefolgt von Slowenien 2007, Malta und Zypern im Jahr 2008, der Slowakei im Jahr 2009 und Estland im Jahr 2011.

Weitere Schritte

Die einheitliche Währung ist eine logische Ergänzung des Binnenmarkts, da sie dessen Effizienz erhöht. Der Euro bietet viele Vorteile gegenüber der bis dahin bestehenden Situation, in der jeder Mitgliedstaat seine eigene Währung hatte.

Vor der Einführung des Euro entstanden den Verbrauchern und Unternehmen beim Währungsumtausch zusätzliche Kosten und es mangelte an Transparenz bei grenzüberschreitenden Transaktionen. Der Euro ist jedoch kein rein technisches Währungsabkommen, sondern auch Ausdruck des Willens, gemeinsam auf eine engere europäische Integration hinzuarbeiten.

Die neuen Vorschriften für die Überwachung der Wirtschafts- und Haushaltspolitik sind ein wichtiger Schritt in diese Richtung. Dieses so genannte „Six-Pack“-Gesetzgebungspaket trat am 13. Dezember 2011 in Kraft. Es stellt die seit Begin der WWU umfangreichste Stärkung der wirtschaftlichen Governance in der EU und im Euro-Währungsgebiet dar. Das „Six-Pack“ ermöglicht eine strengere Durchsetzung der Haushaltsvorschriften und ebnet den Weg für eine frühzeitige Korrektur der makroökonomischen Ungleichgewichte. Auf dieser Grundlage hat die Europäische Kommission am 23. November 2011 (IP/11/1381) einen Vorschlag für eine verstärkte Überwachung der nationalen Haushalte vorgelegt.

Natürlich gibt es nicht „den“ goldenen Weg, um das Euro-Währungsgebiet aus der derzeitigen Krise zu führen, die zu nicht tragfähigen fiskalpolitischen Strategien und zu makroökonomischen Ungleichgewichten in einigen Mitgliedstaaten geführt hat. An unterschiedlichsten Fronten wurden und werden erhebliche Anstrengungen unternommen, um die WWU und den Euro zu verteidigen, die Bedeutung der monetären Integration zu unterstreichen und das Vertrauen in die Weltmärkte wieder herzustellen. Dies nutzt auch – ganz naheliegend – den europäischen Bürgern und Unternehmen.


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website