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Gesundheit: Ab in den Urlaub – und die Europäische Krankenversicherungskarte nicht vergessen!

European Commission - MEMO/11/406   16/06/2011

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MEMO/11/406

Brüssel, 16. Juni 2011

Gesundheit: Ab in den Urlaub – und die Europäische Krankenversicherungskarte nicht vergessen!

Im Urlaub … unverhofft kommt oft!

Planen Sie einen Urlaub in der EU, Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz? Wenn ja, dann vergessen Sie Ihre Europäische Krankenversicherungskarte (EKVK) nicht! Sie kann Ihnen Zeit, Nerven und Kosten ersparen, wenn Sie im Ausland krank werden oder einen Unfall erleiden. Nach Angaben der Europäischen Kommission, die heute veröffentlicht werden, sind etwa 185 Millionen solcher Karten im Umlauf.

Im Folgenden finden Sie einige Zahlen und Fakten zur Europäischen Kranken- versicherungskarte.

Was ist die Europäische Krankenversicherungskarte und was passiert, wenn ich im EU-Ausland einen Unfall habe oder krank werde?

Die Europäische Krankenversicherungskarte erleichtert es den Versicherten aus den 27 Mitgliedstaaten, Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz, bei vorübergehenden Aufenthalten in diesen Ländern deren Gesundheitsversorgung in Anspruch zu nehmen.

Mit der Karte erhalten die Reisenden die gleiche Versorgung des öffentlichen Gesundheitswesens (d.h. ärztliche Versorgung, Arzneimittel oder Krankenhaus-behandlung) wie die Versicherten des Gastlandes. Wird eine Behandlung in einem Land erforderlich, in dem für die Gesundheitsversorgung eine Direktzahlung zu leisten ist, werden die Kosten dort oder nach der Rückkehr ins eigene Land erstattet. Damit sollen die Reisenden so lange gesundheitlich versorgt werden, wie es nötig ist, damit sie ihren Aufenthalt fortsetzen können.

Eine geplante Behandlung hingegen wird nicht von der Europäischen Krankenversicherungskarte abgedeckt, sondern erfordert eine Vorabgenehmigung.

Kann ich eine Europäische Krankenversicherungskarte beantragen?

Um eine solche Karte zu erhalten, muss man in einem EU-Mitgliedstaat, Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz gesetzlich krankenversichert sein. Jedes Familienmitglied sollte auf Reisen eine eigene Karte haben.

Wie kann ich die Europäische Krankenversicherungskarte beantragen?

Jedes Land ist selbst dafür zuständig, die Karten herzustellen und auf seinem Hoheitgebiet auszustellen. Um eine Karte zu erhalten, müssen Sie sich also an Ihre örtliche Gesundheitsbehörde wenden. In den meisten Ländern gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Karte zu beantragen: persönlich, schriftlich, telefonisch, per E‑Mail, per Fax oder online. In einigen Ländern (Schweden, Norwegen) kann sie sogar per SMS angefordert werden. In Österreich, der Tschechischen Republik, Italien, der Schweiz und seit 2010 auch in den Niederlanden wird die Karte allen Versicherten automatisch ausgestellt.

Es gibt Websites, die die Europäische Versicherugnskarte gegen eine Gebühr anbieten. Wir weisen aber darauf hin, dass die Karte bei Ihrer örtlichen Gesundheitsbehörde kostenfrei erhältlich ist.

Nähreres dazu, wie Sie die Karte in Ihrem Land beantragen können, finden Sie hier:

http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=563&langId=de

Wie lange dauert die Beantragung der Europäischen Krankenversicherungskarte?

Die Beantragung der Karte dauert in den einzelnen Ländern unterschiedlich lange. In manchen Ländern erhält man sie sofort (HU, PL, EL, CY, LV, BE, NL), in anderen nach ein paar Werktagen (EE, SE, RO, FI, UK, PT, DK, NO, IS, CH, IE, MT, AT, FR, SI, ES). In einigen wenigen Ländern (IT, SK and LI) dauert es durchschnittlich 13 bis zu 15 Tage, bis einem die Karte ausgestellt wird. In zwei Ländern (BG, LU) kann es schließlich bis zu vier Wochen dauern.

Was passiert, wenn ich meine Karte vergesse oder nicht rechtzeitig erhalte?

Wenn es erforderlich ist, werden Sie trotzdem die notwendige Behandlung erhalten, damit sie Ihren Urlaub fortsetzen können und nicht zur Behandlung vorzeitig heimreisen müssen. Mit der Karte erhalten Sie jedoch leichter kostenfreie medizinische Versorgung vor Ort oder ggf. eine Kostenerstattung, falls Sie in Vorleistung treten mussten. Ist die Karte nicht rechtzeitig verfügbar, können Sie bei Ihrer örtlichen Gesundheitsbehörde auch eine vorläufige Ersatzbescheinigung beantragen. Wenn Sie im Ausland sind, können Sie sich eine vorläufige Ersatzbescheinigung faxen lassen.

Weitere Informationen über die Europäische Krankenversicherungskarte finden Sie auf folgender Website: http://ehic.europa.eu

Wie lange ist die Karte gültig?

Die Gültigkeitsdauer der Karte unterscheidet sich von Land zu Land erheblich.

Es gibt Länder, in denen sie nur für einige Monate ausgestellt wird (Polen und Rumänien). In anderen Ländern gilt sie mehrere Jahre. In Griechland, Frankreich und Slowenien wird sie beispielsweise für ein Jahr ausgestellt, in Finnland, Spanien und Island für zwei Jahre, in Schweden, Liechtenstein, Portugal, Lettland, Norwegen, der Schweiz, Litauen und Malta dagegen für drei Jahre. Auch gibt es Länder wie die Tschechische Republik und Österreich, die sie je nach Versichertenstatus für bis zu zehn Jahre ausstellen.

Wie viele Versicherte verfügen über eine Europäische Krankenversicherungskarte? Hier einige Zahlen von den nationalen Behörden:

Nach den jüngsten Angaben der Mitgliedstaaten, die die Kommission heute veröffentlicht, verfügen nun mehr als 188 Millionen Menschen in Europa über eine Europäische Krankenversicherungskarte (oder eine Ersatzbescheinigung). Das sind mehr als 37 % der gesamten EU-Bevölkerung und ungefähr gleich viele wie im letzten Jahr.

Land

2010 ausgestellte EKVK

EKVK im Umlauf

Ersatzbescheinigungen1

Österreich

4 668 472

8 135 742

4 860

Belgien

2 237 069

2 831 623

45 768

Bulgarien

243 694

303 041

49 663

Zypern

52 812

447892

30

Tschech. Republik

5 000 000

10 000 000

0

Dänemark

334 395

1 300 000

0

Estland

55 790

1000053

13 050

Finnland

130 030

691 996

10 497

Frankreich

4 941 645

4 941 645

1 682 000

Deutschland

04

45 000 0005

0

Griechenland

181 487

159 793

26 590

Ungarn

455 608

683 839

22 590

Island

36 389

55 038

532

Irland

261 423

1 337 702

58 437

Italien

7 820 7896

59 517 0007

214 365

Lettland

50 923

103 076

452

Liechtenstein

1 077

36 558

48

Litauen

100 526

216 587

7 295

Luxemburg

163 509

477 156

15 230

Malta

50 391

146 481

41

Niederlande

2 455 882

3 099 093

6 259

Norwegen

511 711

1 302 881

8 830

Polen

1 306 171

853 248

16 339

Portugal

404 654

1 211 502

24 049

Rumänien

239 644

123 690

11 768

Slowakei

216 042

1 802 820

80 151

Slowenien

607 510

589 857

161 262

Spanien

1 957 944

1 938 974

867 336

Schweden

1 100 000

3 000 000

14 000

Schweiz

4 400 000

10 300 000

0

Vereinigtes Königreich

4 725 295

25 506 048

12 000

Insgesamt

80 322 760

184 712 071

3 353 442

Insgesamt EKVK + Ersatzbescheinigungen

188 065 513

Wissen die europäischen Bürger und Bürgerinnen, dass es die Europäische Krankenversicherungskarte gibt?

Nach der Eurobarometer-Umfrage von 2010 ist den Bürgern nicht immer bewusst, dass es eine Europäische Krankenversicherungskarte gibt, selbst wenn sie eine solche besitzen. Nur 26 % der Befragten gaben an, dass sie über eine Karte verfügen; in Wirklichkeit wurde aber 37 % der Bevölkerung eine Karte ausgestellt. Dies kann allerdings auch daran liegen, dass die Karte in Österreich, der Tschechischen Republik, Italien und der Schweiz allen Versicherten automatisch ausgestellt wird.

Ob jemand eine Europäische Krankenversicherungskarte besitzt, hängt in gewisser Weise auch davon ab, ob derjenige schon im Ausland gelebt, gearbeitet oder studiert hat.

Auf die Frage, warum sie keine EKVK besitzen, anworteten 68 % der Befragten ohne Karte, dass sie noch nie davon gehört hätten und nichts darüber wüssten. Der nächste am häufigsten genannte Grund war, dass die Reisenden eine eigene Reiseversicherung abgeschlossen hatten und daher keine EKVK benötigten (11 %). Fünf Prozent der Befragten gaben an, dass es ihnen zu lästig war, und die gleiche Anzahl hielt die Karte nicht für notwendig, weil ihnen die Kosten der gesundheitlichen Versorgung auch ohne die Karte erstattet werden.

Zwei Drittel derjenigen, die eine EKVK besitzen, nehmen sie auf Reisen in Europa immer mit. Der am häufigsten genannte Grund dafür, sie nicht mitzunehmen, ist, dass man sie vergisst (28 % derjenigen, die sie nicht mitnehmen).

1 :

Die Tschechische Republik, Dänemark, Deutschland und die Schweiz haben zumindest seit 2008 keine Angaben über Ersatzbescheinigungen vorgelegt; daher wurde bei der Gesamtzahl der ausgestellten Ersatzbescheinigungen keine Schätzung, sondern Null angesetzt.

2 :

Für 2011 und 2010 lagen keine Daten vor. In seiner Antwort auf den Fragebogen von 2009 bezifferte Zypern die Anzahl der 2008 im Umlauf befindlichen Karten auf 44 789.

3 :

In seiner Antwort auf den Fragebogen von 2008 bezifferte Estland die Anzahl der im Umlauf befindlichen Karten auf 100 005.

4 :

Deutschland hat zumindest seit 2008 keine Angaben über die Anzahl der ausgestellten Karten vorgelegt; daher wurde bei der Gesamtzahl der ausgestellten Ersatzbescheinigungen keine Schätzung, sondern Null angesetzt.

5 :

Für 2011 und 2010 lagen keine Daten vor. In seiner Antwort auf den Fragebogen von 2009 bezifferte Deutschland die Anzahl der 2008 im Umlauf befindlichen Karten auf etwa 45 000 000. Diese Zahl wurde auch für die obige Tabelle verwendet.

6 :

Für 2011 lagen keine Angaben vor. In seiner Antwort auf den Fragebogen von 2010 antwortete Italien, dass 2009 insgesamt 7 820 789 Karten ausgestellt wurden. Die Angaben von 2009 wurden auch für die obige Tabelle verwendet

7 :

Im Bericht aus Italien (C.A.SS.TM-Aufzeichnung Nr. 102/11) wurde die Anzahl der im Umlauf befindlichen Karten auf 59 517 beziffert. Den früheren Berichten (2009 und 2010) ist jedoch zu entnehmen, dass die angegebene Zahl mit 1000 hätte multipliziert werden müssen.


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