Navigation path

Left navigation

Additional tools

MEMO/11/13

Brüssel, 11. Januar 2011

Gemeinsame Erklärung der Vizepräsidentin und Hohen Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik, Catherine Ashton, des EU-Kommissars für Entwicklung, Andris Piebalgs, und der EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe, Kristalina Georgieva, zur Lage in Haiti ein Jahr nach dem Erdbeben

„Ein Jahr nach dem schrecklichen Erdbeben in Haiti, von dem über eine Million Menschen betroffen waren, möchten wir erneut bekräftigen, dass es weiterhin zu den Prioritäten der EU gehört, dem Land bei der Bewältigung der Folgen zu helfen. Wir sind für Haiti ein verlässlicher Partner und werden uns auch langfristig mit aller Kraft dafür einsetzen, dass der Wiederaufbau des Landes vorankommt und die Menschen beim Aufbau einer besseren Zukunft unterstützt werden.

Die aktuelle politische Lage erfüllt uns mit großer Sorge. Die derzeitige Instabilität verhindert, dass die humanitäre Hilfe der EU bei den Bedürftigen ankommt, und verlangsamt und erschwert den Wiederaufbauprozess. Dies beeinträchtigt erheblich unsere gemeinsamen Bestrebungen, bessere Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Haiti den Weg zu langfristiger Stabilität, menschlicher Entwicklung und einer nachhaltigen Reduzierung der Armut einschlagen kann.

Wir fordern daher die haitianischen Behörden dringend auf, dafür zu sorgen, dass freie und transparente Wahlen stattfinden können, und wir appellieren an die haitianische Bevölkerung, Ruhe zu bewahren und sich an der zweiten Wahlrunde friedlich zu beteiligen.

Nur wenn Stabilität und eine funktionierende Demokratie im Land gewährleistet sind, können die EU und die internationale Gemeinschaft mit Haiti als legitimem Partner zusammenarbeiten, der in der Lage ist, die vorrangigen Bedürfnisse des Landes zu bestimmen.

In den letzten 12 Monaten hat die EU umfassende humanitäre Hilfe und Entwicklungshilfe für den Wiederaufbau des Landes geleistet. Unmittelbar nach der Katastrophe stellte die EU 3 Mio. EUR humanitäre Soforthilfe bereit, die sie bis Ende 2010 nach und nach auf 120 Mio. EUR erhöhte. Wir haben Zelte, Nahrungsmittel, sauberes Wasser, Unterkünfte und medizinisches Personal zur Verfügung gestellt und konnten so eine sanitäre Katastrophe verhindern. Auch heute noch wird sehr aktive humanitäre Hilfe geleistet. Die EU unterstützt Haiti in vorderster Front bei der Bekämpfung der Cholera-Epidemie durch Gesundheitsversorgung, Bau hygienischer Latrinen, Verteilung von sauberem Wasser und Hygieneschulungen.

Wir möchten außerdem hervorheben, dass die EU für Haiti der größte Geber ist und die auf der internationalen Geberkonferenz im März 2010 gegebenen Versprechen eingehalten hat. So hat sie 1,2 Mrd. EUR zugesagt, um die haitianische Regierung in allen Bereichen kurz- und langfristig zu unterstützen. Bislang hat die EU rund 600 Mio. EUR gebunden, was bereits mehr als der Hälfte der zugesagten Gelder entspricht. Allein die Kommission hat 522 Mio. EUR in Aussicht gestellt, von denen schon 330 Mio. EUR gebunden wurden. Auf Wunsch der haitianischen Behörden konzentrierte die Kommission ihre Unterstützung auf die Kernaufgaben des Staates (Zahlung der Gehälter von Lehrern und Mitarbeitern des Gesundheitswesens und Katastrophenschutzes) und auf den Wiederaufbau und Ausbau der strategischen Infrastrukturen und Straßen. Die EU hat für die Verknüpfung von Sofort- und Wiederaufbauhilfe sowie für die Koordinierung mit den EU-Mitgliedstaaten und anderen internationalen Gebern wie auch mit der haitianischen Regierung gesorgt. In Bereichen wie Gesundheitsversorgung, Verteilung von Wasser und Nahrungsmitteln oder Bereitstellung von Unterkünften hat sie gezielte Unterstützung geleistet.

Allerdings wurde die bereits vor dem Erdbeben sehr komplexe Situation durch die Katastrophe wesentlich problematischer und hat sich später durch den Hurrikan Tomas, die Cholera-Epidemien und die politische Instabilität noch weiter verschärft. Helfer und technische Experten mussten häufig unter extrem schwierigen Bedingungen arbeiten.

Wir sind uns heute vollkommen bewusst, dass die Lage bei weitem noch nicht zufriedenstellend ist und sich in mancherlei Hinsicht sogar noch verschlechtert hat. Dies bedeutet jedoch nicht, dass unsere Anstrengungen nicht ausgereicht oder wir unser Geld und Know-how umsonst bereitgestellt hätten. Ohne die kontinuierliche Unterstützung durch die EU wäre das Land womöglich völlig zusammengebrochen und die Lage wesentlich schlimmer.

Ein Jahr nach dem Erdbeben möchten wir erneut bekräftigen, dass die EU ihre Versprechen einlöst und den Haitianern weiterhin solidarisch zur Seite steht. "

Weitere Informationen:

Pressematerial zu Haiti – ein Jahr nach dem Erdbeben:

http://europa.eu/press_room/press_packs/haiti/index_en.htm

Fact sheet „Haiti one year on – Europe's action in Haiti“ (siehe Pressematerial und MEMO/11/10)

Website des Europäischen Auswärtigen Dienstes:

http://www.eeas.europa.eu/index_de.htm

Website der GD Entwicklung und Zusammenarbeit – EuropeAid:

http://ec.europa.eu/europeaid/index_de.htm

Website der GD Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz:

http://ec.europa.eu/echo/index_en.htm

Website des EU-Kommissars für Entwicklung, Andris Piebalgs:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/piebalgs/index_en.htm

Website der EU-Kommissarin für humanitäre Hilfe und Krisenreaktion, Kristalina Georgieva:

http://ec.europa.eu/commission_2010-2014/georgieva/index_en.htm


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website