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Jugend in Bewegung – häufig gestellte Fragen

European Commission - MEMO/10/408   15/09/2010

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MEMO/10/408

Brüssel, 15. September 2010

Jugend in Bewegung – häufig gestellte Fragen

(siehe auch IP/10/1124)

Was ist „Jugend in Bewegung“?

In der Mitteilung zur Initiative „Jugend in Bewegung“ wird eine Reihe von Maßnahmen beschrieben, die jungen Menschen dabei helfen sollen, die Qualifikationen und Kompetenzen zu erwerben, die sie für ein erfolgreiches Arbeitsleben benötigen. Die von der Europäischen Kommission vorgeschlagenen Maßnahmen konzentrieren sich auf drei Bereiche:

  • Modernisierung der allgemeinen und beruflichen Bildung, um sie besser auf die Bedürfnisse von jungen Menschen und Arbeitgebern abzustimmen: Im Zentrum stehen hier die Schulbildung, die Berufsausbildung und die bessere Anerkennung von außerhalb der formalen Bildung erworbenen Kompetenzen. Zudem soll die Hochschulbildung attraktiver gemacht und damit der Anteil der hoch qualifizierten jungen Menschen erhöht werden.

  • Förderung der Mobilität zu Lernzwecken und im Berufsleben: Die Maßnahmen umfassen die Bereitstellung neuer Informationsquellen auf EU-Ebene, eine Empfehlung des Rates zur Beseitigung von Hemmnissen für die Mobilität zu Lernzwecken, die Festlegung einer neuen Generation von EU-Finanzierungsprogrammen für die allgemeine und berufliche Bildung und die Verbesserung des europäischen Portals für berufliche Mobilität (EURES).

  • Schaffung eines neuen europäischen Rahmens für die Beschäftigung junger Menschen: Dieser Rahmen umfasst u. a. an die Mitgliedstaaten gerichtete Empfehlungen für Arbeitsmarktreformen und sieht eine stärkere Unterstützung der öffentlichen Arbeitsverwaltungen vor, damit diese ihre Leistungen für junge Menschen verbessern können.

Warum startet die EU eine Initiative eigens für junge Menschen?

Um den Wohlstand in Europa zu sichern, benötigen wir die jungen Menschen. Sie machen ein Fünftel der Gesamtbevölkerung der EU aus, und nur mit Hilfe ihrer Kompetenzen und Fertigkeiten lässt sich das für 2020 angestrebte Ziel erreichen: intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum.

Die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in den einzelnen Ländern sind sehr unterschiedlich, die Probleme, mit denen sie konfrontiert sind, dagegen sehr ähnlich. Derzeit gelingt es zu vielen jungen Menschen in der allgemeinen und beruflichen Bildung nicht, ihr volles Potenzial zu entfalten, was wiederum die Stellensuche erschwert.

Die Wirtschaftskrise hat zu einem dramatischen Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit geführt, und selbst für junge Menschen mit guten Qualifikationen ist es schwer geworden, Zugang zum Arbeitsmarkt zu finden.

Angesichts dieser Herausforderungen sind koordinierte Maßnahmen auf EU-Ebene notwendig, um die Qualität der allgemeinen und beruflichen Bildung zu verbessern und jungen Menschen so ein besseres Rüstzeug für den Arbeitsmarkt mitzugeben. „Jugend in Bewegung“ wird unter den Mitgliedstaaten einen Austausch darüber anstoßen, welche politischen Strategien funktionieren und welche nicht.

Einige Maßnahmen der Initiative werden bereits in Kürze anlaufen, andere sind längerfristig angelegt. So beginnen beispielsweise bereits jetzt die Vorarbeiten für die neue Generation der 2014 anlaufenden EU-Förderprogramme in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung sowie Beschäftigung.

Inwieweit unterscheidet sich „Jugend in Bewegung“ von früheren Aktivitäten der EU?

„Jugend in Bewegung“ führt neue und bestehende Maßnahmen auf Ebene der EU und der Mitgliedstaaten zusammen, um junge Menschen wirksamer zu unterstützen. Die bestehenden Programme der EU im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung sind zwar überwiegend auf junge Menschen ausgerichtet (95 % der Fördermittel im Rahmen des Programms für lebenslanges Lernen gehen an junge Menschen, Lehrkräfte und Ausbilder), doch ist „Jugend in Bewegung“ die erste gesonderte Strategie auf EU-Ebene, die sowohl Bildung als auch Beschäftigung abdeckt.

Was kann die EU tun, damit weniger junge Menschen die Schule abbrechen?

Die Schulabbrecherproblematik ist sehr komplex. Da junge Menschen die Schule oder ihre Ausbildung aus den unterschiedlichsten Gründen abbrechen, gibt es hier keine einfache Lösung. Präventionsstrategien sollten im Allgemeinen auf junge Menschen ausgerichtet werden, die besonders gefährdet sind (z. B. Migranten), aus weniger günstigen sozioökonomischen Verhältnissen stammen oder benachteiligten gesellschaftlichen Gruppen angehören. Außerdem sollte berücksichtigt werden, dass Jungen ihre Schulbildung häufiger abbrechen als Mädchen. Zudem sollte es mehr Angebote geben, die Schulabbrechern „zweite Chancen“ für die Rückkehr in das Bildungswesen eröffnen.

Für die politischen und finanziellen Entscheidungen im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung sind zwar primär die Mitgliedstaaten zuständig, doch spielt die EU hier eine wichtige unterstützende Rolle. So hat die EU beispielsweise auf die Folgen der hohen Schulabbrecherzahlen für die europäische Wirtschaft aufmerksam gemacht und gemeinsame Zielvorgaben zur Bewältigung des Problems vorgeschlagen. Ferner unterstützt sie die Mitgliedstaaten dabei, mittels Erfahrungsaustausch geeignete Lösungsstrategien zu entwickeln. Im Jahr 2011 wird die Europäische Kommission einen Vorschlag für eine Empfehlung des Rates für eine detailliert ausgearbeitete europaweite Strategie zur Bewältigung der Schulabbruchsproblematik vorlegen.

Wie kann „Jugend in Bewegung“ zu dem Zielbeitragen, den Anteil der jungen Menschen mit Hochschulabschluss oder vergleichbarem Abschluss in der EU auf 40 % anzuheben?

Um die Zahl der jungen Menschen, die ein Hochschulstudium aufnehmen oder einen vergleichbaren Ausbildungsgang belegen und abschließen, erhöhen zu können, sind Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen erforderlich. Unter anderem gilt es, die Qualität und die Relevanz der Grund- und Sekundarschulbildung zu verbessern und dafür zu sorgen, dass die Schüler die richtige Studienberatung erhalten.

Die Hochschulen müssen moderner werden und dafür sorgen, dass ihre Studienprogramme stärker auf die Bedürfnisse der jungen Menschen und die Anforderungen des Arbeitsmarktes abgestimmt sind. Zudem muss die Hochschulbildung für derzeit unterrepräsentierte gesellschaftliche Gruppen attraktiver gemacht werden. Hierzu müssen nicht nur mehr Schülerinnen und Schüler ermutigt werden, ein Studium aufzunehmen, sondern es müssen auch flexiblere Studienmöglichkeiten geschaffen werden, die Berufstätigen den Weg an die Hochschulen ebnen.

„Jugend in Bewegung“ wird die Hochschulen dabei unterstützen, ihre Qualität zu verbessern, indem sie sich öffnen und intensiver mit Partnern in anderen Teilen der Welt zusammenarbeiten. Das im Rahmen der Initiative vorgesehene mehrdimensionale globale Hochschulranking wird dafür sorgen, dass umfassendere, transparente Informationen über die Leistungen der einzelnen Hochschulen zur Verfügung stehen. Im kommenden Jahr wird die Kommission die neue Modernisierungsagenda für die Hochschulbildung vorstellen, die ebenfalls Teil von „Jugend in Bewegung“ ist. Diese wird klar definierte Maßnahmen zu allen genannten Punkten umfassen.

Was versteht man unter Berufsbildung, und warum ist sie so wichtig?

Im Rahmen der Berufsbildung erwerben Bürgerinnen und Bürger die praktischen Kenntnisse und Fertigkeiten, die sie benötigen, um einen Arbeitsplatz zu finden. Die Berufsbildung ist von Land zu Land sehr unterschiedlich organisiert und wird auf verschiedenen Ebenen umgesetzt, etwa an Sekundarschulen und Hochschulen.

Durchschnittlich entscheiden sich rund 50 % der Sekundarschulabsolventen für eine Berufsausbildung. Dieser Sektor muss modernisiert werden, damit er attraktiver wird und eine bessere Qualität bieten kann. Aktuellen Vorausschätzungen zufolge werden 2020 in der EU rund 50 % der Stellen mittlere Qualifikationen erfordern, wie sie im Rahmen der Berufsausbildung erworben werden.

Was versteht die EU unter „Mobilität“?

Im vorliegenden Kontext bedeutet Mobilität, für ein Studium, eine Ausbildung oder einen Arbeitsplatz ins Ausland zu gehen. Im Rahmen von „Jugend in Bewegung“ wird unterschieden zwischen

  • Mobilität zu Lernzwecken (Studien- oder Ausbildungsaufenthalt im Ausland, um neue Kenntnisse zu erwerben und Erfahrungen zu sammeln) und

  • Beschäftigungsmobilität (kurz- oder längerfristiger Umzug ins Ausland für die Arbeit).

Die Europäische Kommission stellt schon seit Langem Stipendien für die Mobilität zu Lernzwecken bereit, u. a. im Rahmen von Programmen wie Erasmus, Erasmus Mundus und Marie Curie (Hochschulbildung), Leonardo da Vinci (Berufsbildung) und Comenius (Schulbildung). „Jugend in Bewegung“ soll die Bekanntheit dieser Stipendien noch weiter steigern.

Alle EU-Bürgerinnen und ‑Bürger haben das Recht, in einem anderen Mitgliedstaat zu arbeiten. Die Initiative „Jugend in Bewegung“ sieht neue Maßnahmen zur Förderung der Beschäftigungsmobilität in der EU vor. Im Rahmen das Pilotprojekts „Dein erster EURES-Arbeitsplatz“ wird die Kommission Hilfestellung – auch finanzieller Art – vor Ort leisten, um junge Menschen bei der Suche nach Beschäftigungsmöglichkeiten im Ausland zu unterstützen. Dies ist umso sinnvoller, als in manchen Ländern oder Branchen immer noch Arbeitskräfte fehlen, während andere Regionen unter sehr hoher Arbeitslosigkeit leiden. Zudem wird die Kommission bei kleinen und mittleren Unternehmen – der größten Gruppe von Arbeitgebern in der EU – dafür werben, jungen Menschen Arbeitsplätze anzubieten.

Warum hält es die EU für sinnvoll, dass junge Menschen einen Studien‑/Ausbildungs­aufenthalt oder ein Praktikum im Ausland absolvieren?

Im europäischen Binnenmarkt lässt sich nur dann intelligentes, nachhaltiges Wachstum erzielen, wenn hoch qualifizierte Arbeitskräfte zur Verfügung stehen, die in unterschiedlichen Mitgliedstaaten gelebt haben. Im Rahmen eines Auslandsaufenthalts werden Fremdsprachenkenntnisse und andere wichtige Fähigkeiten erworben, etwa im Umgang mit anderen Kulturen. Diese Fähigkeiten sind für die persönliche Entwicklung und die Beschäftigungsfähigkeit ausgesprochen wichtig.

Die Aufnahme einer Beschäftigung in einem anderen europäischen Land kann jungen Menschen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern; zugleich wirkt sich ein solcher Auslandsaufenthalt positiv auf ihre Kompetenzen, ihre Beschäftigungsfähigkeit und ihre künftigen beruflichen Aussichten aus. Allgemein trägt die Beschäftigungsmobilität dazu bei, dass die europäischen Arbeitsmärkte anpassungsfähiger werden, mehr Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden und mehr Menschen passende Arbeitsplätze finden.

Steigert die Mobilität junger Menschen ihre Beschäftigungs­aussichten?

Ja, unabhängigen Studien zufolge ist dies der Fall. Mehr als 40 % der Arbeitgeber legen Wert darauf, dass Bewerber während des Studiums oder im Beruf Auslandserfahrung gesammelt haben, und vertreten die Auffassung, dass international erfahrene Hochschulabsolventen eher Stellen antreten, die mit hoher Verantwortung verbunden sind. Dies ist das wichtigste Ergebnis der Studie zum beruflichen Ertrag des Programms Erasmus, die das Internationale Zentrum für Hochschulforschung und die Universität Kassel im Jahr 2006 durchgeführt haben. Eine Studie zur Wirkung des Berufsbildungsprogramms Leonardo da Vinci, die das Institut WSF Wirtschafts- und Sozialforschung (Kerpen, Deutschland) im Jahr 2007 erstellt hat, ergab, dass Arbeitslose, die einen Fortbildungsaufenthalt im Ausland absolvierten, zu 58 % anschließend wieder erwerbstätig waren. Von den Beschäftigten, die mit Leonardo ins Ausland gingen, fanden 34 % anschließend eine Stelle mit höherer Verantwortung.

Ist „Jugend in Bewegung“ mit dem von der EU geförderten Konzept des lebenslangen Lernens vereinbar?

Im Jahr 2009 vereinbarten die Mitgliedstaaten einen auf zehn Jahre angelegten strategischen Rahmen für die Zusammenarbeit im Bereich der allgemeinen und beruflichen Bildung („ET 2020“), bei dem das lebenslange Lernen im Vordergrund steht. „Jugend in Bewegung“ ist in die Gesamtstrategie der EU für lebenslanges Lernen eingebettet. Zudem werden einige der Maßnahmen, die Teil von „Jugend in Bewegung“ sind – etwa die bessere Anerkennung von außerhalb der formalen Bildung erworbenen Fähigkeiten – Menschen aller Altersgruppen zugute kommen.

Warum setzt die Kommission einen Schwerpunkt bei der Jugendarbeitslosigkeit, obwohl die Arbeitslosigkeit in allen Altersgruppen zugenommen hat?

Junge Menschen unter 25 Jahren bilden eine der Gruppen auf dem Arbeitsmarkt, die am stärksten von der Krise betroffen sind. Derzeit sind in den 27 EU-Mitgliedstaaten 5,2 Mio. junge Menschen arbeitslos – jeder Fünfte junge Erwerbstätige. Die Jugendarbeitslosigkeit ist von 14,7 % (März 2008) auf 20,2 % (Juli 2010) angestiegen. Angesichts der Tatsache, dass es in vielen Mitgliedstaaten nur wenige Stellenangebote gibt, aber jedes Jahr zahlreiche junge Menschen neu in den Arbeitsmarkt eintreten, müssen dringend Maßnahmen für diese Gruppe ergriffen werden.

Welche konkreten Maßnahmen wird die EU zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit ergreifen?

Für politische Strategien und Maßnahmen zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit sind primär die Mitgliedstaaten zuständig, doch alle Mitgliedstaaten stehen vor gemeinsamen Herausforderungen. Um die Lage der Jugendlichen zu verbessern, muss sich die Politik an den Phasen orientieren, die junge Menschen beim Übergang von der Ausbildung ins Arbeitsleben durchlaufen, und denjenigen helfen, die in diesem Prozess auf Schwierigkeiten stoßen. „Jugend in Bewegung“ soll für eine strategische Ausrichtung der Politik sorgen, um so junge Menschen beim Einstieg ins Arbeitsleben und bei der Gestaltung ihrer beruflichen Laufbahn zu unterstützen. Die Kommission wird eng mit den Mitgliedstaaten zusammenarbeiten, um Aktionen und Maßnahmen zu ermitteln, die als Inspirationsquelle für die Politikgestaltung dienen können. Für zwei Maßnahmen, die jungen Menschen direkt zugute kommen, werden zudem neue Mittel zur Verfügung gestellt:

  • Im nächsten Jahr wird das Pilotprojekt „Dein erster EURES-Arbeitsplatz“ anlaufen. Es wird jungen Menschen dabei helfen, Chancen auf den Arbeitsmärkten in der gesamten EU wahrzunehmen, und Unternehmen bei der Suche nach qualifizierten Arbeitnehmern unterstützen. Das Europäische Parlament unterstützt diese Initiative nachdrücklich und hat für ihre Umsetzung im Jahr 2011 zusätzliche Mittel bereitgestellt.

  • Die neue europäische Progress-Mikrofinanzierungsfazilität wird jungen Unternehmern den Zugang zu Startkapital erleichtern. Dies ist besonders wichtig, da es seit der Finanzkrise insbesondere für die junge Generation schwieriger geworden ist, Kredite zu erhalten.

Was kann EURES heute für junge Menschen tun?

Die zentrale Aufgabe des EURES-Netzes, dem Arbeitsverwaltungen aus der gesamten EU angehören, ist die Vermittlung von Stellen an Bewerber. Das Netz bietet Informationen, Beratung und Hilfe für die Stellensuche in den 27 EU-Mitgliedstaaten sowie in Norwegen, Island, Liechtenstein und der Schweiz. Es stützt sich ferner auf 850 spezialisierte EURES-Berater, die Interessenten individuell über die praktischen, rechtlichen und administrativen Aspekte der Auslandsmobilität informieren.

Das EURES-Portal (www.eures.europa.eu) verfügt über eine Datenbank, die direkten Zugriff auf rund 500 000 Stellenangebote bietet und das Einstellen von Lebensläufen ermöglicht.

Der Erfolg von EURES lässt sich an der Statistik ablesen: Die Zahl der Arbeitgeber und Bewerber, die den Dienst in Anspruch nehmen, ist stetig gewachsen. In den letzten drei Jahren hat die Anzahl der Stellenangebote auf dem EURES-Portal um 18 % zugenommen, die Zahl der von Bewerbern eingestellten Lebensläufe um 12 % und – was besonders wichtig ist – die Zahl der Arbeitgeber, die den Dienst nutzen, um 129 %. Jeden Monat besuchen rund 700 000 Nutzer das EURES-Portal, womit es zu den am stärksten frequentierten EU-Websites zählt.

Was wird im Rahmen von „Jugend in Bewegung“ zur Bekämpfung prekärer Arbeitsverhältnisse bei jungen Menschen unternommen?

Die Beschäftigungssituation junger Menschen ist oft sehr unsicher, und häufig hangeln sie sich von einem befristeten Arbeitsverhältnis zum nächsten. In der EU sind derzeit 40 % der Arbeitnehmer unter 25 Jahren mit Zeitvertrag angestellt. An sich sind solche befristeten Arbeitsverhältnisse nichts Schlechtes: Sie ermöglichen es den Unternehmen, Arbeitnehmer probeweise einzustellen, bevor sie ihnen einen unbefristeten Vertrag anbieten, und sie erlauben es jungen Menschen, in ihren ersten Jahren auf dem Arbeitsmarkt eine oder mehrere Stellen zu „testen“. Doch zu viele junge Menschen haben keine Möglichkeit, in ein beständiges, unbefristetes Arbeitsverhältnis zu wechseln, insbesondere in Ländern, in deren Arbeitsrecht ein hohes Schutzniveau für unbefristete Verträge verankert ist. Hierdurch entsteht ein zweigeteilter Arbeitsmarkt. Die Kommission empfiehlt den betroffenen Mitgliedstaaten daher, ein einheitliches, unbefristetes Beschäftigungsverhältnis einzuführen, bei dem der Arbeitnehmerschutz schrittweise verstärkt wird, damit die Anstellung junger Menschen attraktiver wird.

Warum will die Kommission Qualitätsanforderungen für Praktika festlegen?

Praktika sind ein wertvolles Instrument, das jungen Menschen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtert, denn Arbeitgeber schätzen Bewerber, die bereits praktische Erfahrungen gesammelt haben. Unter Umständen missbrauchen jedoch einige Arbeitgeber solche Praktika als Ersatz für reguläre Stellen oder für die Probezeit. Rechtlich nicht bindende europäische Qualitätsleitlinien könnten jungen Menschen, Arbeitgebern und Ausbildungseinrichtungen dabei helfen, Anforderungen an hochwertige Praktika zu definieren.

Viele junge Menschen absolvieren auch ein Praktikum in einem anderen Mitgliedstaat. Da es zwischen den 27 EU-Mitgliedstaaten Unterschiede hinsichtlich des rechtlichen Rahmens und der praktischen Modalitäten für Praktika gibt, wird die Kommission Informationen zu den verschiedenen einschlägigen Vorschriften bereitstellen. Auf diese Weise können sich junge Menschen, die sich für ein Praktikum im Ausland interessieren, einen besseren Überblick verschaffen.

Mehr dazu:

Website zu „Jugend in Bewegung“: http://europa.eu/youthonthemove

Mitteilung zu „Jugend in Bewegung“ [KOM(2010) 477 endg. vom 15. September 2010], in der die Gesamtstrategie beschrieben wird:

http://ec.europa.eu/education/yom/com_en.pdf

Jugend in Bewegung – Bürgerinfo: http://ec.europa.eu/education/yom/cs_en.pdf


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