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MEMO/09/83

Brüssel, den 25. Februar 2009

Zur Lage der europäischen Automobilindustrie

(Siehe auch IP/09/318)

Von der Automobilindustrie sind insgesamt 12 Millionen Arbeitsplätze abhängig, die Branche ist größter privater FuE-Investor der EU und erzielt einen Umsatz von ca. 780  Mrd. Euro.

Europa verdankt einen erheblichen Teil seines Wohlstands der Automobilindustrie. Die EU ist der Welt größter Hersteller von Kraftfahrzeugen mit einer Jahresproduktion von 18 Millionen Stück. Nahezu jeder dritte auf der Welt hergestellte Pkw stammt aus Europa. Die Branche ist ein wichtiger Arbeitgeber für qualifizierte Fachkräfte Sie beschäftigt selbst 2 Millionen Arbeitnehmer, doch sind insgesamt 12 Millionen Arbeitsplätze von ihr abhängig. Die Automobilindustrie ist ein bedeutender Wissens- und Innovationsträger, sie investiert jährlich über 20 Mrd. Euro in Forschung und Entwicklung und ist damit Europas größter privater FuE-Investor. Mit einem Jahresumsatz von 780 Milliarden Euro und einer Wertschöpfung von mehr als 140 Milliarden Euro leistet sie einen bedeutenden Beitrag zum BIP der EU. Sie exportiert Güter im Wert von 125 Milliarden  Euro, weit mehr, als sie importiert. Ihr Exportüberschuss beträgt 60 Milliarden Euro. Außerdem spielt sie eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der großen wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und ökologischen Probleme, denen Europa heute gegenübersteht, wie nachhaltige Mobilität und Sicherheit.

Der Automobilbau ist mit vielen anderen Branchen eng verflochten. Die Elektro- und Elektronikindustrie, der Maschinenbau, die Informationstechnik und die Hersteller von Stahl, anderen Metallen, Kunststoffen, Gummi und Chemikalien sind wichtige Zulieferer der Automobilindustrie. 20 % der Stahlproduktion und 36 % der Aluminiumproduktion der EU werden im Kraftfahrzeugbau verwendet. Die Automobilindustrie ist sehr international orientiert. Für jedes Automodell liefern um die 50 Unternehmen aus ganz Europa Komponenten zu, und vom Wert eines neuen Autos entfallen ca. 75 % auf die Zulieferer. Der innergemeinschaftliche Handel mit Kfz-Komponenten erreicht deshalb ein erhebliches Volumen: so belief sich der Wert 2007 auf ca. 360 Milliarden Euro, sank aber beim Ausbruch der Krise im Jahr 2008 auf 315 Milliarden Euro. Ein Rückgang der Autokonjunktur trifft deshalb auch andere Wirtschaftszweige und alle EU-Mitgliedstaaten empfindlich.

Die derzeitige Wirtschaftskrise hat einen scharfen Konjunkturrückgang im verarbeitenden Gewerbe bewirkt. Die industrielle Produktion der EU sank im letzten Quartal 2008 um 8,4 %, und alles deutet darauf hin, dass sich dieser Abwärtstrend noch beschleunigt, denn der Auftragsbestand der Industrie schwindet. Die Rezession hat die Automobilindustrie besonders hart getroffen: sie verzeichnet mit 20 % den größten Produktionsrückgang. Eine ähnliche Entwicklung ist in Branchen zu beobachten, die eng mit der Automobilindustrie verbunden sind. So wird für das erste Quartal dieses Jahres ein Rückgang des Stahlverbrauchs um 30 % und für das zweite Quartal ein Rückgang um 16 % erwartet.

Im letzten Quartal 2008 gingen die Pkw-Neuzulassungen in Europa um durchschnittlich 20 % zurück. 2008 wurden 1,2 Millionen Pkw weniger verkauft als im Vorjahr. Im Januar 2009 war der Pkw-Absatz um 27 % niedriger als im Januar 2008. Noch härter traf es die Nutzfahrzeughersteller: Die Bestellungen für schwere Nutzfahrzeuge fielen von 38 000 im Januar 2008 auf 600 im November desselben Jahres. Letztere Zahl entspricht zwei Dritteln der Tageskapazität eines durchschnittlichen Nutzfahrzeugherstellers. Die Situation ist in den einzelnen Mitgliedstaaten unterschiedlich, doch die Rezession hat nun sämtliche Märkte in der EU erfasst und trifft alle auf dem europäischen Markt operierenden Hersteller empfindlich.


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