Chemin de navigation

Left navigation

Additional tools

„Höchste Zeit für Europa, ein neues Kapitel über digitale Bücher und Urheberrechte aufzuschlagen“ – Gemeinsame Erklärung der EU-Kommissare Reding und McCreevy anlässlich der „Google Books“-Zusammenkünfte diese Woche in Brüssel

Commission Européenne - MEMO/09/376   07/09/2009

Autres langues disponibles: FR EN PL

MEMO/ 09/376

Brüssel , 7. September 2009

„Höchste Zeit für Europa, ein neues Kapitel über d igitale Bücher und Urheberrechte aufzuschlagen“ – Gemeinsame Erklärung der EU-Kommissare Reding und McCreevy anlässlich der „Google Books“-Zusammenkünfte diese Woche in Brüssel

Viviane Reding, EU-Kommissarin für Informationsgesellschaft und Medien, und Charlie McCreevy, EU-Kommissar für Binnenmarkt und Dienstleistu ngen, betonten heute in einer gemeinsamen Erklärung die bedeutenden kulturellen und wirtschaftlichen Interessen, die bei der Bücherdigitalisierung in Europa berührt werden. Für die enorme Aufgabe der Digitalisierung der Bücher Europas, von denen mehrere Millionen alleine in den europäischen Nationalbibliotheken stehen, ist es den beiden Kommissionsmitgliedern zufolge unbedingt erforderlich, dass die Urheberrechte uneingeschränkt beachtet werden, damit eine gerechte Vergütung der Autoren gesichert ist. Gleichzeitig begrüßten die beiden Kommissare öffentlich-private Partnerschaften als Mittel, um die Digitalisierung von B üchern voranzutreiben. Die europaweit noch ziemlich uneinheitlichen Vorschriften zum Urheberrecht müssten dem digitalen Zeitalter angepasst werden, vor allem im Hinblick auf verwaiste und vergriffene Werke. Die Erklärung der beiden Kommissare ergeht im Vorfeld mehrerer Workshops und Treffen zwischen der Kommission, Kultureinrichtungen, Rechtsträgern, IT-Unternehmen und Verbraucherverbänden, die heute mit einer Anhörung zu dem bezüglich der Google Book Search-Sammelklage in den USA erzielten Vergleich beginnen. Nach dieser zwischen Google, Autoren und Verlagen in den Vereinigten Staaten getroffenen Vereinbarung (die noch von einem amerikanischen Gericht bestätigt werden muss) könnten Autoren 63 % der Online-Einkünfte erhalten, die Google mit digitalisierten Büchern erzielt. In der EU gibt es bislang noch keine entsprechende Lösung. Die für diese Woche angesetzten Anhörungen und Sitzungen in der Kommission werden dazu beitragen, ein europäisches Konzept für die noch offenen Fragen bei der Bücherdigitalisierung zu entwickeln. Nach Ansicht beider Kommissare sollten die EU-Entscheidungsträger einen rechtlichen Rahmen schaffen, der den Weg ebnet für einen raschen Ausbau dieser Dienste für die europäischen Verbraucher und die europäischen Bibliotheken und Wissenschaftskreise, so wie er aufgrund dieses Vergleichs nunmehr in den Vereinigten Staaten möglich ist. Im Anschluss an die Treffen dieser Woche wird die Kommission dem Europäischen Parlament und dem Rat Bericht erstatten und mit ihnen die ersten Ergebnisse erörtern.

Die Gemeinsame Erklärung der Kommissare Reding und McCreevy lautet: „In dieser Woche erörtern wir und unsere Dienststellen die Problematik der Digitalisierung von Büchern in Europa mit Rechteinhabern, Bibliotheken, IT-Unternehmen, Verbraucherorganisationen und sämtlichen anderen Beteiligten, die an der Ermittlung der besten Lösung interessiert sind.

„Europa steht vor einer sehr wichtigen kulturellen und wirtschaftlichen Herausforderung: Bislang sind nur 1 % der Bücher in Europas Nationalbibliotheken digitalisiert worden. Eine enorme Aufgabe liegt daher noch vor uns, gleichzeitig eröffnen sich aber auch neue kulturelle Perspektiven und Marktchancen. Ein besseres Verständnis der beteiligten Interessen wird der Kommission dabei helfen, eine wahrhaft europäische Lösung im Interesse der europäischen Verbraucher zu entwickeln . Nach unserer Einschätzung dürfte eine solche europäische Lösung auf diesem Gebiet für neue Dynamik sorgen und könnte jedem Bürger mit einem Internetanschluss die Möglichkeit verschaffen, auf Millionen von Büchern zuzugreifen, die momentan schwer auffindbar in staubigen Regalen stehen. Unser Ziel liegt darin, mit abgedroschenen Stereotypen aufzuräumen, die in der Vergangenheit eine Debatte verhinderten. Wir möchten uns darauf konzentrieren, das beste Konzept zu finden, das wir dank der heutigen Technologie künftig verfolgen können, und dem kulturellen Schaffen im digitalen Zeitalter neue Impulse geben."

Die Digitalisierung von Büchern ist eine Herkules-Aufgabe, bei der der öffentliche Sektor zwar die Federführung übernehmen muss, für die er aber auch die Unterstützung des privaten Sektors braucht . Jetzt muss klar sein, dass dank Partnerschaften zwischen öffentlichen und privaten Stellen das Potenzial neuer Technologien und privater Investitionen mit den reichen, über Jahrhunderte aufgebauten Sammlungen öffentlicher Einrichtungen kombiniert werden kann. Wenn wir zu langsam in die Digitalisierung einsteigen, könnte Europas Kultur in der Zukunft Schaden nehmen."

„Es ist selbstverständlich, dass bei der digitalen Erfassung urheberechtlich geschützter Werke die Vorschriften zum Urheberrecht lückenlos eingehalten und die Autoren fair vergütet werden müssen. So könnten die Autoren am stärksten vom besseren Zugang einer europaweiten Online-Leserschaft profitieren. Allerdings müssen wir auch einen kritischen Blick auf das Urheberrechtssystem werfen, das wir zurzeit in Europa haben. Ist der gegenwärtige Rahmen noch geeignet für das digitale Zeitalter? Werden die heutigen Regeln den Verbrauchern in ganz Europa den Zugriff auf digitale Bücher ermöglichen? Werden sie den Autoren eine gerechte Bezahlung garantieren? Werden sie europaweit gleiche Ausgangsbedingungen für die Digitalisierung sichern oder ist die Uneinheitlichkeit zwischen den einzelnen Ländern noch zu groß? Wie könnte der Beitrag von Europeana, Europas digitaler Bibliothek, aussehen, wenn es um die europäische Reaktion auf Digitalisierungsbestrebungen auf anderen Kontinenten geht? Ist Europas Urheberrechtsrahmen modern genug, um die Digitalisierung verwaister und vergriffener Werke zu ermöglichen? Diese Bücher machen die überwältigende Mehrheit der Sammlungen der europäischen Bibliotheken aus (rund 90 %). Unserer Ansicht nach müssen diese Bücher aus der Versenkung geholt und zu neuem Leben erweckt werden. "

„In den nächsten Wochen wird die Europäische Kommission diese Fragen mit den Interessengruppen, dem Europäischen Parlament und dem Rat erörtern. Das Ergebnis dieser Gespräche dürfte ein guter Ausgangspunkt für die neue Kommission sein, um dem Parlament und dem Rat Vorschläge für die Modernisierung des in Europa noch viel zu uneinheitlichen Urheberrechts zu unterbreiten. Ein Schwerpunkt wird sein, für verwaiste und vergriffene Werke eine Online-Familie zu finden. Wenn die EU erfolgreich ist, könnten wir den Grundstein für ein neues kulturelles Wachstum in Europa legen.

Hintergrund:

Auf Ersuchen des Ministerrats und des Europäischen Parlaments veranstaltet die Kommission heute und morgen Treffen zum Thema Digitalisierung von Büchern in Europa vor dem Hintergrund des in den USA erzielten Vergleichs zur Bücher-Volltextsuche in Google („Google Book Search-Settlement“). Heute lädt die Generaldirektion MARKT der Kommission beteiligte Akteure zu einer Anhörung zum „Google Book Search-Settlement“ ein, um auf Anregung des Rates (Wettbewerbsfähigkeit) die zur Erfüllung dieses Mandates notwendigen Zahlen und Fakten einzuholen. Morgen wird EU-Kommissarin Reding auf Wunsch der Betroffenen Vertreter von Buchhändlern, Verlegern, Verbraucherverbänden sowie Google empfangen.

Mit dem am 28. Oktober 2008 erzielten Vergleich zur Bücher-Volltextsuche mit Google soll ein von amerikanischen Autoren und Verlegern als Sammelklage gegen Google angestrengter Rechtsstreit beigelegt werden, bei dem die Kläger vorbrachten, dass Google ihre Urheberrechte verletzt habe, indem das Unternehmen ihre Bücher digitalisiert und teilweise über „Google Book Search“ verfügbar gemacht habe. Als Teil der Einigung (die auf US-amerikanisches Hoheitsgebiet beschränkt ist und noch von einem amerikanischen Gericht bestätigt werden muss) wird Google die Rechtsträger, deren Werke eingescannt wurden, entschädigen. Außerdem wird das Unternehmen Rechteinhabern 63 % der Einnahmen zahlen, die Google aus der kommerziellen Nutzung der Bücher erzielt, und die Einrichtung eines Registers für Bücherrechte finanzieren.

Die Kommission unterstützt die Digitalisierung und Online-Bereitstellung von Europas kulturellem Erbe mit Europeana , der europäischen digitalen Bibliothek, über die auf inzwischen 4,6 Millionen digitalisierte Bücher, Karten, Fotografien, Filmclips und Zeitungen zugegriffen werden kann. Am 9. Juli sprach sich Kommissarin Reding für ein zeitgemäßes Regelsystem aus, das die Digitalisierung von Büchern in Europa fördert ( SPEECH/09/336 ). Am 28. August 2009 startete die Europäische Kommission eine öffentliche Konsultation zu diesem Thema, die bis zum 15. November laufen wird ( IP/09/1257 ).


Side Bar

Mon compte

Gérez vos recherches et notifications par email


Aidez-nous à améliorer ce site