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Energieeffizienz: Erreichen des 20 %-Ziels

European Commission - MEMO/08/699   13/11/2008

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MEMO/08/699

Brüssel, 13. November 2008

Energieeffizienz: Erreichen des 20 %-Ziels

Was steht auf dem Spiel?

Die steigende Energienachfrage, fluktuierende Ölpreise, Unsicherheiten bei der Energieversorgung und die befürchtete Klimaerwärmung haben uns in den vergangenen Jahrzehnten vor Augen geführt, dass eine sichere und gesicherte Energieversorgung nicht länger als selbstverständlich vorausgesetzt werden kann.

Die Politiker der EU wissen, dass diese Fragen die Bevölkerung beschäftigen, und fordern deshalb mehr Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz. Hohe Energiepreise bedeuten hohe Stromrechnungen, was dazu führt, dass immer mehr Bürger Schwierigkeiten haben, finanziell über die Runden zu kommen. Heiz- und Transportkosten werden so zu einem immer wichtigeren Ausgabeposten der Haushalte. Auch die Unternehmen bekommen diese Entwicklung zu spüren, insbesondere in Sektoren mit hohem Kostendruck. Langfristig gesehen ist die Verringerung des Energieverbrauchs die beste nachhaltige Antwort auf diese Herausforderungen. Haushalte können ihre Ausgaben durch Energiesparen leicht um über 1000 € pro Jahr senken.

Die Förderung von Investitionen in Energieeffizienz und damit zusammenhängende neue Technologien trägt zu einer nachhaltigen Entwicklung und zu mehr Versorgungssicherheit bei. Zudem stellen sich positive Auswirkungen auf Beschäftigung, Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsfähigkeit ein. Der aktuelle Rechtsrahmen für die Energieeffizienz kann allerdings noch verbessert werden. Er soll der Geschäftswelt eine solide Grundlage für rationale Investitionsentscheidungen im Bereich der Energieeffizienz bieten und die Europäische Union in eine Zukunft führen, die sich durch mehr Energiesicherheit und -wettbewerb auszeichnet.

Unsere Energieziele

Im Januar 2007 hat die Europäische Kommission einen Gesamtvorschlag zum Thema Energie/Klimawandel vorgelegt, der sich mit Fragen der Energieversorgung, des Klimawandels und der industriellen Entwicklung befasst. Zwei Monate später haben die europäischen Staats- und Regierungschefs diesen Vorschlag befürwortet und sich auf eine Energiepolitik für Europa verständigt.

Bis zum Jahr 2020 werden folgende Ziele vorgegeben:

  • Energieeinsparung um 20 %,
  • Verringerung der Treibhausgasemissionen um 20 %,
  • Anteil erneuerbarer Energiequellen am gesamten EU-Energieverbrauch in Höhe von 20 %,
  • Beimischung erneuerbarer Energiequellen zum Kraftstoff in Höhe von 10 %.

Diese Ziele sind sehr ehrgeizig. Um sie zu erfüllen, sind erhebliche Anstrengungen sämtlicher Wirtschaftssektoren und aller Mitgliedstaaten notwendig. Ferner wird ein europäisches Konzept benötigt, um sicherzustellen, dass die Anstrengungen zur Verwirklichung des 20 %-Ziels gerecht auf die Mitgliedstaaten verteilt werden.

Energieeffizienz ist ein Weg, Energie einzusparen, da mehr Effizienz den Energieverbrauch verringert. Allerdings darf Energieeffizienz nicht mit Energieeinsparung gleichgesetzt werden, da durch den Bevölkerungszuwachs mehr Häuser geheizt und gekühlt werden, mehr Kilometer zurückgelegt und mehr elektrische Geräte verwendet werden.

Die Energieeffizienz hat bereits greifbare Ergebnisse gebracht: im Zeitraum 1997-2006 wäre der Energieendverbrauch ohne Verbesserungen der Energieeffizienz um 115 Mio. t RÖE („Millionen Tonnen Rohöleinheiten“) bzw. 11 % pro Jahr angestiegen. Dies entspricht einem Drittel der Rohöleinfuhren in die EU-27 des Jahres 2006.

Steigerung der Energieeffizienz bringt echte Vorteile

Eine Steigerung der Energieeffizienz bedeutet

  • weniger CO2-Emissionen und einen positiven Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels,
  • niedrigere Energierechnungen für Industrie, Dienstleistungssektor und private Haushalte,
  • geringere Abhängigkeit von Gas- und Öleinfuhren (aktuell importiert die EU mehr als 50 % ihrer Energie aus Drittländern),
  • Verringerung der Auswirkungen schwankender Ölpreise auf die EU,
  • Schaffung von Arbeitsplätzen: die Bereitstellung von Dienstleistungen zur Förderung eines energieeffizienten Verhaltens, die Entwicklung und der Verkauf energieeffizienter Produkte (Sonnekollektoren, Isoliermaterial, Kompaktleuchtstofflampen usw.) schaffen einen neuen, rentablen Wachstumsmarkt.

Unzureichende Nutzung des Energiesparpotenzials

Die EU hat bereits Fortschritte in Richtung ihres politischen Ziels Energieeffizienz erzielt: Gemeinschaftliche Rechtsvorschriften wurden verabschiedet, gezielte Maßnahmen geplant und durchgeführt; technologische Fortschritte finden stetig Eingang in den Markt. Die EU-Vorschriften zur Energieeffizienz befinden sich derzeit in der Umsetzungsphase. Deshalb ist es noch zu früh, um den Gesamteffekt zu bewerten. Eine quantitative Bewertung der Auswirkungen, die bei vollständiger Umsetzung der wichtigsten Effizienzmaßnahmen erwartet werden können, zeigt jedoch, dass die EU und die Mitgliedstaaten nicht genug tun.

Die von der EU bereits verabschiedeten Maßnahmen dürften bis 2020 – bei ordnungsgemäßer Umsetzung durch die Mitgliedstaaten – Energieeinsparungen in Höhe von 13 % bewirken. Dies reicht nicht aus, so dass die Kommission nun ehrgeizigere Maßnahmen vorschlägt.

Sie

  1. bewertet die Fortschritte bei der Durchführung der bestehenden Aktionspläne für Energieeffizienz und beschreibt Gebiete für neue Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz in naher Zukunft;

2) unterstreicht die Bedeutung der Finanzierung von Energieeffizienzprojekten;

  1. (3) präsentiert ein Energieeffizienzpaket mit Legislativvorschlägen für die Bereiche Gebäude, Ökodesign, Energieetiketten und Kraft-Wärme-Kopplung.

Europäische und nationale Aktionspläne für Energieeffizienz

Einen Europäischen Aktionsplan für Energieeffizienz gibt es seit 2006. Sein Ziel besteht darin, die Entscheidungsträger und Marktakteure dazu zu bringen, Gebäude, Geräte, Verkehrsmittel und Energiesysteme energieeffizienter zu machen. Im Plan wurden sechs Schlüsselbereiche beschrieben, die das höchste Potenzial für Energieeinsparung aufweisen (Produkte, Gebäude und Dienstleistungen, Verkehr, Energieumwandlung, Finanzierung, Umgang mit Energie, internationale Partnerschaften). Ferner werden 85 Aktionen und Maßnahmen vorgeschlagen, die auf EU-Ebene und nationaler Ebene ergriffen werden und beispielsweise dazu dienen sollen, die Energieumwandlung zu verbessern, wirtschaftliche Anreize zu schaffen und Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz zu entwickeln. Die Umsetzung des Aktionsplans ist angelaufen und dürfte bis 2012 abgeschlossen sein. Ein Drittel der Maßnahmen wurde mittlerweile abgeschlossen, aber es bleibt noch viel zu tun. Die Kommission wird den Plan im Jahr 2009 bewerten.

Die Mitgliedstaaten haben nationale Aktionspläne für Energieeffizienz erstellt, in denen sie ihre nationale Strategie zum Erreichen des Energiesparziels der Richtlinie darlegen. Bei der Bewertung der Aktionspläne durch die Kommission zeigte sich eine Diskrepanz zwischen dem Engagement für Energieeffizienz, das die Mitgliedstaaten auf politischer Ebene bekunden, und den Maßnahmen zur praktischen Umsetzung. Die Umsetzung in nationale Rechtsvorschriften verläuft langsam, finanzielle Anreize bleiben vorerst noch Mangelware und die Verwaltungsverfahren sind zu kompliziert. Die Mitgliedstaaten sollten deshalb deutlich mehr tun.

Finanzierung

Es gibt verschiedene Finanzierungssysteme zur Förderung von Investitionen in Energieeffizienz, und die ersten Ergebnisse damit sind sehr positiv: bei Projekten der Stadtentwicklung und -erneuerung spielen Fragen der Energieeffizienz immer häufiger eine Rolle. So hat beispielsweise die deutsche KfW-Bank im Zeitraum 1990-2006 in rund 2,5 Millionen Haushalten Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz finanziert. Allein die im Jahr 2006 getätigten Investitionen werden eine langfristige Verringerung um über 1 Million Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr bewirken und haben (hauptsächlich im Bausektor) für 220.000 Arbeitsplätze gesorgt.

Wirksame, auf Haushalte und KMU ausgerichtete Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz erfordern Finanzierungsmöglichkeiten durch private, nationale und gemeinschaftliche Quellen. Aufgrund der schwierigen Situation auf den Finanzmärkten sind gerade jetzt Instrumente der öffentlichen Hand erforderlich. Die Kommission arbeitet mit der Europäischen Investitionsbank und der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung an der Schaffung eines EU-Energiefonds, um auf den Kapitalmärkten Mittel für Investitionen in Energieeffizienz zu mobilisieren. Zur Inanspruchnahme von Strukturfonds wird ebenfalls aufgefordert.

Das Energieeffizienzpaket

Die Rechtsvorschriften der Gemeinschaft bieten die Basis für Maßnahmen der EU und der Mitgliedstaaten zur Steigerung der Energieeffizienz. Die Kommission schlägt unter Beachtung des Subsidiaritätsprinzips neue Rechtsvorschriften vor, die dazu beitragen werden, das Ziel einer Energieeinsparung um 20 % bis zum Jahr 2020 zu erreichen.

Dieses Maßnahmenpaket setzt sich wie folgt zusammen:

  • ein Vorschlag zur Neufassung der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden,
  • ein Vorschlag zur Überarbeitung der Etikettierungsrichtlinie,
  • ein Vorschlag für eine Richtlinie über ein Reifenkennzeichnungssystem zur Förderung kraftstoffeffizienter Reifen,
  • eine Entscheidung der Kommission zur Festlegung von Leitlinien für die Berechnung der Strommenge aus der Kraft-Wärme-Kopplung und
  • eine Mitteilung über die Kraft-Wärme-Kopplung, in der ausführlich dargelegt wird, wie Europa durch Kombination der Wärme- und Stromerzeugung Energie sparen kann.

Energieeffizienz von Gebäuden

Der Energieverbrauch in Wohnhäusern und gewerblich genutzten Gebäuden macht in der EU rund 40 % des Energieendverbrauchs und der CO2-Emissionen aus. Bis 2020 könnten beträchtliche Energieeinsparungen kostengünstig erreicht werden: in diesem Sektor ist eine Senkung des Energieverbrauchs um 30 % machbar. Dies entspräche einer Senkung des Endenergieverbrauchs der EU um 11 %.

Die Kommission schlägt eine Neufassung der Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden (Richtlinie 2002/91/EG) vor. Während die konkreten Anforderungen von den Mitgliedstaaten festgelegt werden, gibt die Richtlinie den Rahmen für die Anwendung der Mindestanforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden, für die Ausstellung der Energieausweise und für die regelmäßigen Inspektionen von Heiz- und Klimaanlagen vor. Die Kommission schlägt vor, den Grenzwert von 1000 m2 für Gebäude, an denen größere Renovierungen vorgenommen werden, zu streichen: die Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz werden somit für mehr Häuser gelten. Allein dies führt zu 8 Mrd. €, die pro Jahr zusätzlich investiert werden müssen; dem stehen jedoch 25 Mrd. € gegenüber, die bis zum Jahr 2020 jährlich an Energiekosten eingespart werden können. Die Ausweise über die Gesamtenergieeffizienz sollten zuverlässiger werden und der Öffentlichkeit besser bekannt sein. Die vorgeschlagenen Änderungen ermöglichen es den Mitgliedstaaten, auf diesem Sektor mehr als die Hälfte des kostenwirksam erreichbaren Potenzials zu realisieren. Dies entspricht jährlich 5-6 % der gesamten Primärenergienachfrage im Jahr 2020.

Im Folgenden einige Beispiele für konkrete Vorteile einer überarbeiteten Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden für die EU-Bürger:

Beispiel 1

Eine Familie kauft in Nordeuropa ein 40 Jahre altes Haus mit 170 m2 Grundfläche und verfügt über einen gemäß der Richtlinie ausgestellten Energieausweis. Die Familie beschließt, das Haus einer größeren Renovierung zu unterziehen und sich dabei an die im Ausweis genannten Empfehlungen für Verbesserungen der Energieeffizienz zu halten: auf den Außenwänden und unter dem Dach werden kostengünstige Isolierschichten angebracht, Fenster und Heizkessel werden ersetzt.

Ergebnis: die Stromrechnung sinkt während der Lebensdauer der neuen Komponenten um jährlich 1500 €. Die Kapitalkosten für die zusätzlichen Investition betragen 1000 € pro Jahr. Dies ergibt einen Nettonutzen von 500 € pro Jahr.

Beispiel 2

Ein typisches, 60 Jahre altes Gebäude mit 12 Wohnungen in einem der neuen Mitgliedstaaten wird renoviert. Einige Wohnungen werden neu vermietet, weshalb ein Energieausweis gemäß der Richtlinie ausgestellt wird. Die Empfehlungen des Ausweises lauten: Isolierung des Dachs, der Außenwände und des Erdgeschosses, Einbau von Doppelglasfenstern mit gut isolierten Fensterrahmen und Verbesserung des Heizsystems (hydraulisches Gleichgewicht, Isolierung von Leitungen). Diesen Empfehlungen wird entsprochen.

Dadurch können 4000 € Energiekosten gespart werden. Dies übertrifft bei Weitem die entstandenen Kapitalkosten von jährlich etwa 900 € und ergibt einen jährlichen Nettonutzen in Höhe von 3100 €, bis die nächste Renovierung ansteht. Die Amortisationsdauer beträgt nur 5 Jahre.

Beispiel 3

Das Heizsystem eines 30 Jahre alten Mehrfamiliengebäudes mit 20 Wohnungen wird von einem Experten auf der Grundlage der Richtlinie inspiziert. Dieser empfiehlt in seinem Inspektionsbericht den Einbau von Thermostatventilen und den Ersatz der Steuereinheit des Heizsystems.

Die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 2600 €. Ergebnis ist eine Energieeinsparung von 10 %; dies entspricht 2800 € bzw. 3800 Litern nicht verschwendeten Öls. Die Investition ist in weniger als einem Jahr amortisiert und führt im Laufe der kommenden 10 bis 20 Jahre zu jährlichen Einsparungen in Höhe von 2800 €.

Die Amortisationsdauer der Investitionen kann sich deutlich verkürzen, wenn auf gemeinschaftlicher oder einzelstaatlicher Ebene finanzielle Anreize geboten werden.

Die Kommission wird in naher Zukunft eine Europäische Strategie für Niedrigenergiehäuser starten. Auf diese folgt dann im Jahr 2009 eine groß angelegte „Reklamekampagne“, um alle Beteiligten im Bausektor für das vorhandene Einsparpotenzial zu sensibilisieren. Architekten, Bauunternehmer, Hausbesitzer, Finanzsektor und Wartungsunternehmen sollten gleichermaßen einbezogen werden, um das Einsparpotenzial auf dem Sektor voll zu realisieren und die Zusammenarbeit trotz des hohen Anteils an kleinem Besitz zu intensivieren.

Energieeffizienz von Produkten

Die Kommission schlägt eine Überarbeitung der Etkettierungsrichtlinie (92/75/EWG) vor. Diese bietet den Rahmen für die Kennzeichnung von Haushaltsgeräten wie Kühlschränken, Fernsehen oder Waschmaschinen

und soll nicht mehr nur für Haushaltsgeräte gelten, wie derzeit der Fall ist, sondern auch auf andere energiebetriebene und energieverbrauchsrelevante Produkte angewandt werden. Dies wird die Kennzeichnung energiebetriebener Produkte, die in Haushalten, aber nicht nur dort verwendet werden, (z.B. Motoren in Wasserpumpen und Aufzügen) sowie anderer Produkte ermöglichen, die Auswirkungen auf den Energieverbrauch haben (z. B. Fenster). Eine überarbeitete Richtlinie legt eine gemeinsame Basis für die Schaffung von Anreizen und für ein öffentliches Auftragswesen mit dem Ziel einer stärkeren Nutzung effizienter Produkte. Dadurch werden für die Hersteller gleiche Ausgangsbedingungen geschaffen.

Beispiel 1

Ein typisches mittelgroßes Gasheizgerät der Klasse „M“ (Leistungsaufnahme 22 kW) wird gegen ein hocheffizientes Modell ausgetauscht, was die jährlichen Brennstoffkosten um rund 250-300 € senkt. Die Amortisationsdauer beträgt etwa 5 bis 6 Jahre.

Beispiel 2

Eine herkömmliche Glühbirne (Kosten: 0,60 €) wird durch eine Kompaktleuchtstofflampe (Kosten: 4 €) ersetzt; dies spart jährlich 13 € Stromkosten. Die Lebensdauer dieser Lampen beträgt sechs Jahre, d. h. eine einzige Kompaktleuchtstofflampe bewirkt über diesen Zeitraum von sechs Jahren einen Spareffekt von insgesamt 78 €. Ein durchschnittlicher Haushalt in der EU hat ungefähr 15 Beleuchtungsquellen. Werden hierfür durchweg Kompaktleuchtstofflampen verwendet, kann der Haushalt 195 € pro Jahr sparen.

Ein weiterer Teil des Pakets ist ein Vorschlag für eine neue Richtlinie über die Kennzeichnung von Reifen. Ziel des neuen Systems ist es, die Markteinführung kraftstoffsparender Reifen, d. h. von Reifen mit geringem Rollwiderstand, zu fördern. Durch einen neuen Reifenaufkleber werden genormte Informationen über Kraftstoffeffizienz, Nasshaftung und Rollgeräusch geliefert. Dadurch kann der Verbraucher beim Reifenkauf seine Entscheidung sachkundig treffen und die Kraftstoffkosten bei vier Reifen um bis zu 300 € verringern. Die Kraftstoffmenge, die im Zeitraum 2012-2020 durchschnittlich pro Jahr eingespart wird, hat den Berechnungen zufolge den gleichen Effekt, als würden 0,5 bis 1,3 Millionen Personenkraftwagen von den Straßen der EU genommen.

Kraft-Wärme-Kopplung

Die Kraft-Wärme-Kopplung ist eine hocheffiziente Technik zur gleichzeitigen Erzeugung von Elektrizität und Wärme. Sie wird hauptsächtlich zur Fernwärmeversorgung und in der Industrie eingesetzt. Diese Art der Kraft-Wärme-Kopplung wird durch eine eigene Richtlinie (2004/8/EG) gefördert. Um deren vollständige Umsetzung zu gewährleisten, hat die Kommission am 13. November detaillierte Leitlinien verabschiedet. Darin werden die Verfahren und Definitionen für eine harmonisierte Methodik zur Bestimmung der in der Kraft-Wärme-Kopplung erzeugten Elektrizitätsmenge beschrieben und angegeben, wann Herkunftsnachweise für den erzeugten Strom ausgestellt werden können und welche Förderregelungen zugelassen sind. Die Leitlinien sorgen auch für mehr Rechtssicherheit auf dem Energiemarkt und beseitigen Investitionshindernisse.

In der Mitteilung über die Kraft-Wärme-Kopplung werden die verfügbaren Berichte der Mitgliedstaaten über die Anwendung der Richtlinie einer Bewertung unterzogen. Für die nahe Zukunft werden Maßnahmen vorgeschlagen, um sicherzustellen, dass die Kraft-Wärme-Kopplung als ein Element der nationalen Aktionspläne für Energieeffizienz berücksichtigt wird. Der Zugang zu den Verteilernetzen für Strom, der durch die Kraft-Wärme-Kopplung produziert wird, sollte einfacher gemacht werden.

Weitere Informationen finden Sie hier.


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