MEMO/08/695
Brüssel, 13. November 2008
Kraft-Wärme-Kopplung ist ein hocheffizientes und umweltfreundliches Verfahren zur gleichzeitigen Erzeugung von Strom und Wärme. Kraft-Wärme-Kopplung – oder kurz „KWK“ – bedeutet, dass sowohl der erzeugte Strom als auch die gleichzeitig anfallende Wärme genutzt werden, so dass in der Produktion weniger Energie verschwendet wird. KWK-Systeme können verbrauchsnah installiert werden, wodurch Übertragungsverluste verringert werden.
Die nicht genutzte Wärme aus der Energieerzeugung – häufig als unvermeidliches Nebenprodukt der konventionellen Stromerzeugung an die Umwelt abgegeben – wird nicht länger vergeudet, sondern vor Ort zu Heizzwecken eingesetzt, so etwa in Treibhäusern, Einkaufszentren oder Fernwärmesystemen. Kraft-Wärme-Kopplung ist eine flexible Technologie. Eine Vielfalt von Brennstoffen kann verwendet werden, wie Kohle, Erdgas oder erneuerbare Energieträger.
Die Europäische Kommission sieht in der KWK-Richtlinie[1] ein wichtiges Instrument bei den Bemühungen Europas, die energiepolitischen Herausforderungen zu meistern. Mitgliedstaaten und Kommission arbeiten eng zusammen, um die Technologie der Kraft-Wärme-Kopplung zu fördern. Nach Erlass der KWK-Richtlinie im Jahr 2004 wurden einige wichtige Schritte unternommen, um EU-weit eine vollständige Umsetzung der Richtlinie zu gewährleisten (z. B. Festlegung von Referenzwerten und Ausarbeitung detaillierter Leitlinien für die Berechnung des in KWK erzeugten Stroms). Die Kommission wird den Prozess weiter überwachen und in enger Zusammenarbeit mit den Mitgliedstaaten gegebenenfalls weitere Vorschläge zur Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung vorlegen. Im Jahr 2006 wurden in der EU-27 366 TWh KWK-Strom erzeugt, was einem Anteil von 11 % an der Gesamtstromerzeugung entsprach.
Die Erhöhung der Versorgungssicherheit und die Förderung der Energieeffizienz sind Herausforderungen, deren Bewältigung für die Europäische Union von außerordentlicher Bedeutung ist. Kraft-Wärme-Kopplung ist ein wichtiges Instrument, um diesen Herausforderungen zu begegnen. Gleichzeitig bietet die KWK-Technologie eine Reihe weiterer direkter und indirekter Vorteile für die europäischen Bürger.
Kraft-Wärme-Kopplung ist gleichbedeutend mit geringerer Umweltbelastung: weniger Wärmevergeudung, weniger CO2-Emissionen, weniger Netzverluste. Der durch KWK erzielte Energieeinspareffekt wird derzeit mit jährlich etwa 35 Mio. t RÖE in der EU-27 veranschlagt, was dem Bruttoinlandsverbrauch Österreichs entspricht.
Die Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung wird häufig als eine Initiative gesehen, die der Industrie zugute kommt. Angesichts der technologischen Entwicklungen, die sich in den vergangenen Jahren im Bereich der so genannten „Mikro-KWK“ vollzogen haben, bringt die Kraft-Wärme-Kopplung jedoch auch für Privathaushalte mehr Sicherheit und Flexibilität in der Energieversorgung. Die Nutzung von KWK-Kleinstanlagen zur Stromerzeugung in Wohnhäusern schlägt sich in einer niedrigeren Stromrechnung nieder.
Und schließlich wird ein breiterer Einsatz von KWK-Technologien in Industrie und Wohnungssektor zu mehr Wettbewerb auf dem Strommarkt und damit auch zu günstigeren Preisen führen.
Weitere Informationen: hier.
[1] Richtlinie 2004/8/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 11. Februar 2004 über die Förderung einer am Nutzwärmebedarf orientierten Kraft-Wärme-Kopplung im Energiebinnenmarkt und zur Änderung der Richtlinie 92/42/EWG.