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MEMO/08/694

Brüssel, den 13. November 2008

Hin zu sicheren, nachhaltigen und wettbewerbsfähigen europäischen Energienetzen

Die Energienetze versorgen unsere Wohnungen und Unternehmen mit Strom, Gas und Öl. Einige dieser Netze haben eine geringe Ausdehnung, andere erstrecken sich über den gesamten Kontinent, aber alle sind miteinander verbunden. Die Netze sind zwar oft unsichtbar, verursachen aber dennoch beim Bau hohe Kosten und bedürfen zur Vermeidung gravierender Unfälle und Ausfälle einer ordnungsgemäßen Instandhaltung. In ihrem Grünbuch über europäische Energienetze plädiert die Kommission für eine kohärente Strategie, die dazu beiträgt, die Rahmenbedingungen der für die Energienetze erforderlichen Investitionen zu verbessern, damit alle Energieverbraucher von den Vorteilen der europäischen Integration profitieren können, etwa von erneuerbaren Energien und von stärker wettbewerbsbestimmten und effizienten Energiemärkten.

Die Kommission befürchtet, dass die europäischen Energienetze in absehbarer Zeit nicht mehr in der Lage sein werden, eine sichere Energieversorgung zu gewährleisten. Außerdem sind neue und modernisierte Energienetze notwendig, um die Energie- und Klimaschutzziele zu erreichen, auf die sich die EU 2007 verpflichtet hat. Schätzungen zufolge müssen zwischen 2008 und 2030 bis zu 1 Billion Euro für das Stromnetz und für die Erzeugungskapazitäten in der EU und 150 Mrd. Euro für die Gasnetze investiert werden (ohne Importleitungen aus Drittländern).

Die heutigen Netze sind auf die Versorgung mit herkömmlichen fossilen Brennstoffen abgestimmt. Sie müssen flexibler werden, verschiedene erneuerbare Energien, eine stärker dezentrale Stromerzeugung und neue Energienachfragetechnologien (z. B. „intelligente“ Verbrauchserfassungssysteme) berücksichtigen und neuen Nachfragemustern wie dem Aufladen der Batterien von Stromfahrzeugen über Nacht gerecht werden.

Ein großer Vorteil eines europäischen Netzes ist die Möglichkeit gegenseitiger Unterstützung beim Aufbau effizienter Netzstrukturen und bei Krisen. Je höher der Verbundgrad der europäischen Energienetze ist, desto schneller können die Energieversorger Ausfälle durch die Inanspruchnahme anderer Lieferquellen bewältigen. Allerdings sind mehrere Regionen der EU wie die baltischen Staaten oder die iberische Halbinsel unzureichend mit den übrigen EU-Ländern verbunden.

Die im Grünbuch vorgestellte Strategie stützt sich auf drei Säulen: Erstens: Die Energienetze müssen den Umstieg auf erneuerbare, effiziente und kohlenstoffemissionsarme Energieformen unterstützen, statt sie zu behindern. Zweitens: Gefördert werden soll ein lückenloses Netz, das grenzüberschreitende und regionale Verbindungsleitungen umfasst und die dezentrale Erzeugung einbezieht. Drittens: Die zur Verfügung stehenden EU-Mittel müssen optimal genutzt werden.

Die EU fördert seit mehr als 13 Jahren im Rahmen des Programms für transeuropäische Energienetze (TEN-E) Vorhaben zur Verbesserung der europäischen Energienetze. Die Kommission will das TEN-E-Programm überarbeiten und aktualisieren. Allerdings ist dieses Programm nur eine von mehreren EU-Initiativen mit Auswirkungen auf die Netze, weshalb u. a. eine Bündelung dieser Maßnahmen vorgeschlagen wird, um sie wirksamer und effizienter zu machen. Eine weitere Überlegung betrifft die Schaffung eines neuen übergreifenden Systems, nämlich eines EU-Instruments für Energieversorgungssicherheit und –Infrastruktur.

Als Beispiele für die Art von Vorhaben, die von der EU gefördert werden sollten, werden im Grünbuch fünf wichtige Initiativen vorgestellt, in deren Rahmen viele einzelne, mehrere Länder betreffende Netzvorhaben zusammengefasst würden. Die Initiativen sehen folgendes vor:

  • einen baltischen Verbundplan für die lückenlose Vernetzung der EU-Ost- und Nordsee-Anrainerstaaten
  • ein Nordsee-Offshore-Windenergienetz
  • ein Energienetz oder einen „Energiering“ im Mittelmeerraum zur Entwicklung und gemeinsamen Nutzung der erneuerbaren Energiequellen und Gasreserven in Nordafrika
  • einen südlichen Korridor für den Transport von Gas aus dem kaspischen Raum in die EU
  • die Integration der Gas- und Stromnetze in Mittel- und Südosteuropa
  • und eine Strategie für verflüssigtes Erdgas.

Diese Vorhaben würden in der Praxis Initiativen und Projekte bündeln, die zur Neugestaltung und Modernisierung des europäischen Energienetzes beitragen könnten, und ihnen neue Impulse verleihen.

Zu dem Grünbuch wird nach seiner Verabschiedung eine viermonatige Konsultation stattfinden.

Weitere Informationen finden Sie hier.


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