MEMO/08/471
Brüssel, 2. Juli 2008
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Erneuerte Sozialagenda: Inhalt des
Pakets
Beschäftigung und Soziales
- Mitteilung der Kommission „Eine erneuerte Sozialagenda: Chancen,
Zugangsmöglichkeiten und Solidarität im Europa des
21. Jahrhunderts“. In dieser „Rahmenmitteilung“ werden
die Logik und die Struktur der erneuerten Sozialagenda erläutert.
Außerdem gibt die Mitteilung einen umfassenden Überblick über die
bestehenden und neuen Maßnahmen und Instrumente, die Teil der sozialen
Dimension Europas sowie der erneuerten Sozialagenda sind, und bietet einen
Ausblick auf künftige Initiativen (siehe auch MEMO/08/466
über die bisherigen Errungenschaften der EU im Sozialbereich).
- Vorschlag für eine Richtlinie des Europäischen Parlaments und des
Rates über die Einsetzung eines Europäischen Betriebsrats oder die
Schaffung eines Verfahrens zur Unterrichtung und Anhörung der Arbeitnehmer
in gemeinschaftsweit operierenden Unternehmen und Unternehmensgruppen
(Neufassung). Vorschlag für eine überarbeitete Richtlinie über
Europäische Betriebsräte (siehe IP/08/1073
+ MEMO/08/468),
der u. a. eine Stärkung der Rolle der Europäischen
Betriebsräte bei der Information und Konsultation der Arbeitnehmer
vorsieht.
- Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen „The role of transnational
company agreements in the context of increasing international integration“
(siehe IP/08/1073).
Analyse der in multinationalen Unternehmen geschlossenen
länderübergreifenden Betriebsvereinbarungen zwischen
Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern.
- Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen „Restructuring and
Employment: the contribution of the European Union“. Bericht über den
Beitrag der EU zur Bewältigung der Auswirkungen von Umstrukturierungen auf
die Beschäftigung.
- Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen „Report on the
implementation of the European social partners' Framework Agreement on
Telework“ (siehe IP/08/1073).
Umfassender Bericht darüber, wie die bahnbrechende Vereinbarung zwischen
Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretern über die Telearbeit in der gesamten
EU umgesetzt wurde.
- Vorschlag für eine Richtlinie des Rates zur Anwendung des Grundsatzes
der Gleichbehandlung ungeachtet der Religion oder der Weltanschauung, einer
Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung (siehe IP/08/1071
+ MEMO/08/461).
Legislativvorschlag, der den bestehenden europäischen Rechtsrahmen zur
Diskriminierungsbekämpfung vervollständigt.
- Mitteilung der Kommission „Nichtdiskriminierung und Chancengleichheit:
Erneuertes Engagement“ (siehe IP/08/1071
+ MEMO/08/461).
Darstellung des politischen Gesamtkonzepts der Kommission für die
Diskriminierungsbekämpfung (auf Basis der Ergebnisse des Europäischen
Jahres der Chancengleichheit für alle 2007).
- Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen „Community Instruments and
Policies for Roma Inclusion” (siehe IP/08/1072
+ MEMO/08/462).
Bericht über die Situation der Minderheit der Roma in Europa und über
die bestehenden Instrumente auf europäischer und nationaler Ebene zur
Verbesserung dieser Situation.
- Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen „First biennial report on
the situation of social services of general interest in the EU“ (siehe MEMO/08/465).
Analyse der Rolle der Sozialdienstleistungen von allgemeinem Interesse in
Europa, der aktuellen Situation in diesem Bereich und der anstehenden
Herausforderungen.
- Mitteilung der Kommission „Ein erneuertes Engagement für ein
soziales Europa: Verstärkung der offenen Koordinierungsmethode für
Sozialschutz und soziale Eingliederung“. Überprüfung des
EU-Systems zur Koordinierung der nationalen politischen Strategien zur
Armutsbekämpfung und zur Gewährleistung von sozialem Schutz.
- Mitteilung der Kommission „Solidarität angesichts des Wandels:
Der Europäische Fonds für die Anpassung an die Globalisierung:
Rückblick auf 2007 und Perspektiven“ (siehe MEMO/08/464).
Erster Jahresbericht über den Fonds zur Unterstützung derjenigen,
denen aus der Globalisierung Nachteile entstehen.
- Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen: „Report on the EU
contribution to promoting decent work for all in the world“ (siehe MEMO/08/463).
Follow-up-Bericht zur Mitteilung der Kommission über menschenwürdige
Arbeit (2006) und über die in der Zwischenzeit erzielten Fortschritte.
- Vorschlag für eine Richtlinie zur Durchführung der Vereinbarung
zwischen den Verbänden der Reeder in der Europäischen Gemeinschaft
(ECSA) und der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF)
über das Seearbeitsübereinkommen 2006 und zur Änderung der
Richtlinie 1999/63/EG. Vorschlag zur Übernahme der internationalen Normen
des Seearbeitsübereinkommens in das Gemeinschaftsrecht (auf Grundlage eines
Übereinkommens zwischen den europäischen Sozialpartnern auf
Branchenebene).
Bildung und Jugend
Mitteilung der Kommission „Bessere Kompetenzen für das
21. Jahrhundert: eine Agenda für die europäische Zusammenarbeit
im Schulwesen“. Um die Schulsysteme besser auf die Bedürfnisse von
Schülern und Arbeitgebern abzustimmen, schlägt die Kommission in
dieser Mitteilung eine Agenda für die Zusammenarbeit der Mitgliedstaaten
vor. Hierfür sind drei Kernbereiche vorgesehen.
Erstens müssen sämtlichen Schülern die Kompetenzen vermittelt
werden, die sie für ein Leben in unserer vom schnellen Wandel
geprägten Wissensgesellschaft benötigen. Unter anderem muss die
Beherrschung der Grundfertigkeiten Lesen und Rechnen verbessert werden, und es
muss verstärkt Lernkompetenz vermittelt werden. Zugleich muss damit eine
Modernisierung der Lehrpläne, der Unterrichtsmaterialien, der
Lehrkräftebildung und der Bewertungsmodalitäten einhergehen.
Zweitens muss engagierter dafür gesorgt werden, dass alle Schüler
von hochwertigen Bildungsangeboten profitieren können. Dies beinhaltet eine
Ausweitung der Vorschulerziehung auf alle Kinder, die Verbesserung der
Gerechtigkeit in den Schulsystemen, eine Verminderung der Schulabbrecherzahl und
die Verbesserung von Unterstützungsangeboten in Regelschulen für
Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedürfnissen.
Drittens müssen die Mitgliedstaaten eine Verbesserung der Qualität
der Lehrkräfte und des Schulpersonals anstreben. Es gilt, die Aus- und
Weiterbildung der Lehrkräfte auszuweiten und qualitativ zu verbessern, die
Einstellung neuer Lehrkräfte zu optimieren und die Schulleitungen dabei zu
unterstützen, die Verbesserung des Lernens stärker in den Mittelpunkt
zu rücken.
- Grünbuch über die Bildungssituation von Kindern mit
Migrationshintergrund.
Im Grünbuch „Migration &
Mobilität: Chancen und Herausforderungen für die
EU-Bildungssysteme“ vertritt die Kommission die Auffassung, dass
politische Konzepte die Leistungen der Schulen spürbar beeinflussen und
dass jene Systeme, die stark auf die Chancengleichheit im Bildungswesen
ausgerichtet sind, am wirksamsten die Eingliederung von Migrantenkindern
unterstützen. Entsprechend werden im Grünbuch folgende Fragen
untersucht: Wie kann Segregation in der Schullandschaft verhindert werden, um
für Gerechtigkeit in der Bildung zu sorgen? Wie kann der zunehmenden
sprachlichen und kulturellen Vielfalt Rechnung getragen werden, und wie
können interkulturelle Kompetenzen in der EU aufgebaut werden? Wie kann die
Didaktik angepasst und wie können Brücken zu Migrantenfamilien und
-gemeinschaften geschlagen werden?
- Vorschlag für eine Empfehlung des Rates über die europaweite
Mobilität junger Freiwilliger. Im Bereich der Jugendpolitik ist dies ist
die erste Empfehlung überhaupt. Es geht darum, in ganz Europa mehr
Möglichkeiten für junge Menschen zu schaffen, die als Freiwillige in
einem anderen Mitgliedstaat aktiv werden möchten. In diesem Vorschlag ruft
die Kommission die Mitgliedstaaten dazu auf, die Interoperabilität der
nationalen Freiwilligenstrukturen zu verbessern, damit interessierte junge
Menschen eines Landes leichter an den in einem anderen Land angebotenen
Aktivitäten teilnehmen können. Der Vorschlag zielt nicht darauf ab,
einen radikalen Wandel herbeizuführen, sondern bezweckt vielmehr eine
Weiterentwicklung existierender Mechanismen in den Mitgliedstaaten.
Gesundheit
- Vorschlag für eine Richtlinie über die Ausübung der
Patientenrechte in der grenzüberschreitenden Gesundheitsversorgung. Dieser
Richtlinienvorschlag dient der Klärung und Verbesserung der Rechte von
Patienten auf Zugang zur Gesundheitsversorgung in anderen EU-Mitgliedstaaten und
soll zugleich eine hochwertige und sichere grenzüberschreitende
Gesundheitsversorgung in ganz Europa gewährleisten. Die neuen Vorschriften
werden die Patienten in die Lage versetzen, fundierte Entscheidungen zu treffen:
Von Anfang an verfügen sie über verlässliche Informationen
darüber, in welchem Umfang Kosten erstattet werden, und sie können auf
die Sicherheit und die Qualität der zu erwartenden Versorgung vertrauen.
Ferner bildet die Richtlinie die Grundlage für eine verstärkte
Zusammenarbeit zwischen den Gesundheitssystemen. Außerdem sollen der
Erfahrungsaustausch verbessert, Innovationen unterstützt und das
Informationsangebot ausgebaut werden. Die Herausforderung besteht darin, den
Bürgern mehr Möglichkeiten und Garantien einzuräumen, ohne
dadurch die finanzielle Tragfähigkeit der nationalen Gesundheitssysteme zu
gefährden.
- Mitteilung der Kommission „Ein Gemeinschaftsrahmen für die
Ausübung der Patientenrechte in der grenzüberschreitenden
Gesundheitsversorgung“.
Informationsgesellschaft
- Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen „A renewed social agenda
for Europe: Citizens’ Wellbeing in the Information Society“. Dieses
Arbeitspapier deckt drei Aspekte ab (zu denen zwei separate Pressemitteilungen
veröffentlicht werden):
- e-Health:
Empfehlung zur grenzüberschreitenden Interoperabilität
elektronischer Patientenakten: Die Empfehlung enthält Grundsätze und
Leitlinien für die Mitgliedstaaten, mit denen sichergestellt werden kann,
dass Ärzte Zugang zu wichtigen Informationen über ihre Patienten
haben, wo auch immer in Europa sich diese Informationen (bzw. die Ärzte)
befinden. Die Empfehlung geht auf die Schritte ein, die die Mitgliedstaaten
unternehmen sollten, um elektronische Patientendatensysteme zu schaffen, die mit
denen in anderen Mitgliedstaaten kompatibel sind.
Umfassendes Pilotprojekt zu Smart Open Services (SOS): Mit diesem neuen
Projekt soll ungeachtet der Sprache oder der technischen Komplexität der
Systeme die Kompatibilität elektronischer medizinischer Informationen
sichergestellt werden (einschließlich einer Zusammenfassung der
grundlegenden medizinischen Daten wie etwa Blutgruppe, bekannte Allergien und
Gesundheitszustand), ohne dass dafür in ganz Europa ein gemeinsames System
eingeführt werden muss.
- e-Accessibility: Die Kommission will mittels einer öffentlichen
Konsultation feststellen, welche Möglichkeiten es dafür gibt,
Websites, Informations- und Kommunikationstechnologien und einschlägige
Dienste benutzerfreundlicher zu gestalten, insbesondere für Menschen mit
Behinderung oder motorischen Problemen.
Wirtschaft
- Arbeitspapier der Kommissionsdienststellen „Efficiency and
effectiveness of social spending“. In diesem Arbeitspapier werden
Vorschläge dafür gemacht, wie die Effizienz der Ausgaben im Bereich
des Sozialschutzes erhöht werden kann. Beispielsweise sollte sichergestellt
werden, dass die Sozialpolitik und die Steuersysteme keine Negativanreize
bieten, die die Menschen von der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit abhalten,
sondern lebenslanges Lernen fördern. Ferner sollten die Bildung und der
Aufbau von Humankapital während des gesamten Lebens gefördert werden,
und es sollte eine Kultur der systematischen Bewertung sämtlicher Ausgaben
entwickelt