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MEMO/07/488

Brüssel, den 21. November 2007

Entwicklungspläne für den ländlichen Raum in Deutschland: drei Bundesländer

Kennzahlen

Fläche: 357 000 km².

Einwohner: 82,31 Millionen (Bevölkerungsdichte: 231 Einwohner/km²).

Pro-Kopf-BIP: 23 702 EUR (2003; Quelle: Nationaler Strategieplan für die Entwicklung ländlicher Räume)

80 % des deutschen Staatsgebiets entfallen auf ländliche Räume, in denen rund 40 % der Einwohner leben. Die Situation in Deutschland ist gekennzeichnet durch große regionale Unterschiede, etwa bei der Bevölkerungsdichte, der Größe der landwirtschaftlichen Betriebe, den Einkommen und der Arbeitslosenquote.

Insgesamt werden 19,1 Mio. ha, das sind mehr als 53 % der Gesamtfläche Deutschlands, landwirtschaftlich genutzt, von denen 9,4 Mio. ha als benachteiligte Gebiete eingestuft sind. 11 Mio. ha (33 %) sind mit Wald bedeckt, etwa 47 % davon sind Privatwald.

In der deutschen Landwirtschaft sind in rund 400 000 Betrieben rund 1,3 Millionen Menschen beschäftigt (das entspricht rund 590 000 Vollarbeitskräften). Ein hoher Anteil der Betriebe (53 %) wird im Nebenerwerb bewirtschaftet. Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt bei 43 ha, wobei sich große Betriebe (die hauptsächlich von juristischen Personen bewirtschaftet werden) vor allem in den neuen Bundesländern (Ostdeutschland) und in Nordwestdeutschland finden, während in Süddeutschland verhältnismäßig kleine Betriebe vorherrschend sind. Der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft beträgt rund 43 Mrd. EUR. Nimmt man die Forstwirtschaft (über 3 Mrd. EUR) und die Fischerei/Fischzucht (rund 0,4 Mrd. EUR) hinzu, sind es rund 47 Mrd. EUR. Damit beläuft sich der Anteil der Landwirtschaft an der Bruttowertschöpfung in Deutschland auf rund 1,0 % (Anteil der Ernährungswirtschaft: 4,6 %).

Obwohl die berufliche Qualifikation der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte besser ist und ihre Produktivität über dem Durchschnitt der EU-27 liegt und obwohl Deutschland auch bei den außerlandwirtschaftlichen Tätigkeiten einen der vorderen Plätze einnimmt, besteht weiterhin ein hoher Bedarf an gezielten Investitionen innerhalb der Landwirtschaft.

Ein wichtiges Plus ist die Vielfalt der natürlichen Ressourcen und Landschaften (von der Nord- und Ostsee bis zu den Alpen). 13,5 % des Bundesgebiets wurde als Natura 2000-Schutzgebiet ausgewiesen, und die Erhaltung der Biodiversität wird von vielen Bürgern als vorrangiges Ziel gesehen.

Die Arbeitslosenquote liegt in den ländlichen Gebieten über dem Bundesdurchschnitt, und die Zahl der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft ist rückläufig. Deshalb wird neben der Sicherstellung der Grundversorgung mit Gütern und Dienstleistungen und den Maßnahmen zur Erhaltung des ländlichen Natur- und Kulturerbes verstärkt auf eine Diversifizierung der wirtschaftlichen Tätigkeit und auf die Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten gesetzt. In diesem Zusammenhang bieten die Förderung des Fremdenverkehrs und die Nutzung erneuerbarer Energiequellen große Zukunftschancen.

Dem Profil entsprechende Strategie

Aufgrund ihrer föderalen Struktur setzt die Bundesrepublik Deutschland ihre Politik für die Entwicklung der ländlichen Räume in Form von Entwicklungsprogrammen der einzelnen Bundesländer um. Dementsprechend sind den Kommissionsdienststellen 14 Länderprogramme (Brandenburg/Berlin und Niedersachsen/Bremen haben gemeinsame Programme vorgelegt) und ein Programm für das nationale Netzwerk zur Genehmigung vorgelegt worden.

Deutschland hat außerdem eine nationale Rahmenregelung vorgelegt, die von der Europäischen Kommission Anfang September genehmigt wurde. Die nationale Rahmenregelung enthält eine Reihe von Maßnahmen und Aktionen im Einklang mit der ELER-Verordnung, die unter Gewährung eines nationalen finanziellen Anreizes in die Länderprogramme aufgenommen werden können. Die Genehmigung dieses Dokuments durch die Kommission war eine Voraussetzung für die Genehmigung der Entwicklungsprogramme der Bundesländer.

Fördermittel für Deutschland

Insgesamt: 13 207 160 695 EUR, davon ELER-Beteiligung[1]: 8 112 517 055 EUR (Konvergenzregionen: 3 174 037 771 EUR)

Plan zur Entwicklung des ländlichen Raums: Mecklenburg-Vorpommern

Profil der Region:

  • Größe: 23 178 km². 1,7 Mio. Einwohner; Mecklenburg-Vorpommern weist die geringste Bevölkerungsdichte Deutschlands auf (74 Einwohner/km²). Mehr als die Hälfte der Bevölkerung (54,4 %) lebt in sehr ländlichen Gebieten mit einer Bevölkerungsdichte unter 30 Einwohnern/km².
  • Mecklenburg-Vorpommern ist eine der strukturschwächsten Regionen Deutschlands. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Mecklenburg-Vorpommern in Höhe von 32,5 Mrd. EUR im Jahr 2006 entspricht einem Pro-Kopf-BIP von 19 000 EUR und liegt damit 5 % unter dem Durchschnitt in den neuen Bundesländern und rund ein Drittel unter dem gesamtdeutschen BIP.
  • 2006 betrug die Arbeitslosenquote 20,8 %, das sind rund 1,4 % mehr als im Jahr 1999 und doppelt so viel wie der nationale Durchschnitt. Mecklenburg-Vorpommern weist je nach ländlichen Gebieten bzw. Städten große regionale Unterschiede (14,9 % - 27,6 %) bei der Erwerbslosigkeit auf. Aufgeschlüsselt nach Männern und Frauen lassen sich keine nennenswerten Unterschiede feststellen. Der Anteil erwerbsloser Frauen ist im Vergleich zum Bundesdurchschnitt verhältnismäßig hoch (75,3 %).
  • 1 357 000 ha oder 58,5 % der Gesamtfläche Mecklenburg-Vorpommerns werden landwirtschaftlich genutzt. 20 % dieser landwirtschaftlichen Fläche ist Dauergrünland.
  • Die Agrarwirtschaft ist geprägt von großen Haupterwerbsbetrieben (2 850) einerseits und einer großen Zahl (2 280) Nebenerwerbsbetrieben andererseits, die nur 4,5 % der landwirtschaftlichen Fläche bewirtschaften. Die durchschnittliche Größe der Haupterwerbsbetriebe ist 452 ha. Wie im gesamten Gebiet der ehemaligen DDR ist ein Großteil der Fläche Pachtland.
  • Die landwirtschaftlichen Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen mit 54 000 EUR das bundesweit höchste Einkommen, das sind 20 000 EUR mehr als im Bundesdurchschnitt. Die Betriebe weisen die höchste Arbeitseffizienz in Deutschland auf (40 % über dem Bundesdurchschnitt). 100 ha werden von 1,3 Personen bewirtschaftet.
  • Die Nahrungsmittelindustrie in Mecklenburg-Vorpommern ist mit 166 Betrieben, 14 393 Beschäftigten und einem Umsatz von mehr als 3,3 Mrd. EUR ein bedeutender Wirtschaftssektor. In den vergangenen zehn Jahren wurden in diesem Sektor rund 2 400 neue Arbeitsplätze geschaffen. Der Anteil der Nahrungsmittelindustrie, ausgedrückt in Gesamtverkäufen, an der Verarbeitungsindustrie in Mecklenburg-Vorpommern beträgt 34,5 %, während der Bundesdurchschnitt bei 9,1 % liegt. Auf den Nahrungsmittelsektor entfallen 27 % des Außenhandels von Mecklenburg-Vorpommern.

Auf das Profil abgestimmte Strategie:

Die allgemeinen Ziele wurden im Einklang mit den Strategischen Leitlinien der Gemeinschaft und dem Nationalen Strategieplan ausgewählt und lauten wie folgt:

Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Agrar- und Forstsektors;

nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und Landschaftspflege, Erhaltung und Aufbau attraktiver und vielfältiger ländlicher Gebiete zur Förderung des Renommees einer fremdenverkehrsfreundlichen und gesunden Region.

Gesamtmittel und Anteil der EU-Finanzierung

Aufteilung der Finanzmittel auf die Schwerpunkte:

Schwerpunkt
Öffentliche Ausgaben insgesamt (in EUR)
Anteil des ELER* an den öffentlichen Ausgaben (in %)
Beitrag des ELER (in EUR)
Schwerpunkt 1
313 287 200
75,00
234 965 400
Schwerpunkt 2
276 043 000
80,00
220 834 400
Schwerpunkt 3
482 797 600
75,00
362 098 200
Schwerpunkt 4
71 294 416
80,00
57 035 533
Technische Hilfe
9 520 000
75,00
7 140 000
Insgesamt
1 152 942 216
76,51
882 073 533

*ELER: Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums

Allgemeines Ziel des Programms zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums in Mecklenburg-Vorpommern

Steigerung der Wirtschaftskraft, Schaffung von Arbeitsplätzen und Wachstum

Schwerpunkt 1: Mittelausstattung und Hauptprioritäten

ELER: 234 965 400 EUR (27 % der Programmmittel insgesamt)

Öffentliche Zuschüsse insgesamt: 313 287 200 EUR (27 % der Programmmittel insgesamt)

Hauptprioritäten:

  • Schaffung einer wettbewerbsfähigen Land- und Forstwirtschaft, Wiederansiedlung landwirtschaftlicher Betriebe zur Steigerung der Arbeitsintensität und Schaffung von Mehrwert.
  • Verbesserung der agrar- und forstwirtschaftlichen Infrastruktur,

Schwerpunkt 2: Mittelausstattung und Hauptprioritäten

ELER: 220 834 400 EUR (25 % der Programmmittel insgesamt)

Öffentliche Zuschüsse insgesamt: 276 043 000 EUR (24 % der Programmmittel insgesamt)

Hauptprioritäten:

  • Schutz der natürlichen Ressourcen,
  • nachhaltige Entwicklung,

Schwerpunkt 3: Mittelausstattung und Hauptprioritäten

ELER: 362 098 200 EUR (41 % der Programmmittel insgesamt)

Öffentliche Zuschüsse insgesamt: 482 797 600 EUR (42 % der Programmmittel insgesamt)

Hauptprioritäten:

  • Entwicklung des Fremdenverkehrspotenzials,
  • Verbesserung der Lebensqualität in den ländlichen Gebieten,
  • Verbesserung der Umwelt

Mittelausstattung für die Gemeinschaftsinitiative Leader+:

ELER: 57 035 533 EUR (6,5 % der Programmmittel insgesamt)

Öffentliche Zuschüsse insgesamt: 71 294 416 EUR (6 % der Programmmittel insgesamt)

Plan zur Entwicklung des ländlichen Raums: Schleswig-Holstein

Profil der Region:

  • Schleswig-Holstein liegt im Nordwesten der Bundesrepublik Deutschland und ist mit einer Fläche von 15 799 km² das zweitkleinste deutsche Bundesland.
  • In den 1 124 Gemeinden Schleswig-Holsteins, von denen 92 % als ländliche Gebiete gelten, leben 2,8 Mio. Einwohner. Mit 179 Einwohnern pro km² liegt die Bevölkerungsdichte deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (231/km²).
  • Die Siedlungsstruktur ist durch eine große Anzahl kleiner Gemeinden gekennzeichnet. Eine Gemeinde in dieser Region zählt im Durchschnitt rund 2 500 Einwohner (in ganz Deutschland liegt der Durchschnitt über 6 000 Einwohnern).
  • Der wichtigste Wirtschaftszweig in Schleswig-Holstein ist der Dienstleistungssektor: Dieser Sektor trägt zu 76 % zur Wertschöpfung (2004) bei und damit wesentlich mehr als im Bundesdurchschnitt (69,8 %).
  • Der Fremdenverkehr ist für die regionale Wirtschaft von sehr großer Bedeutung. Die Tourismuszentren sind in erster Linie die Küstengebiete an der Nord- und Ostseeküste.
  • Ein weiterer Wirtschaftssektor besonderer Art ist die Energiegewinnung aus erneuerbaren Energiequellen.
  • Die Arbeitslosenrate liegt bei 11,8 % (Deutschland insgesamt: 11,7 %; NSP-Daten für 2005);
  • Insgesamt werden beinahe 80 % der Fläche Schleswig-Holsteins land- oder forstwirtschaftlich genutzt; etwa 1 Mio. ha sind landwirtschaftliche Nutzfläche.
  • 40 % der landwirtschaftlichen Fläche ist als benachteiligtes Gebiet eingestuft (Bundesdurchschnitt: 49 %)
  • Mit einer forstwirtschaftlichen Fläche von nur 10 % (Bundesdurchschnitt: 31 %) ist Schleswig-Holstein eines der am wenigsten bewaldeten deutschen Bundesländer.
  • Land- und Forstwirtschaft tragen zu 1,9 % zur volkswirtschaftlichen Bruttowertschöpfung bei (Bundesdurchschnitt: 1,1 %).
  • In Schleswig-Holstein arbeiten noch etwa 17 664 landwirtschaftliche Betriebe (Zahl aus 2005) gegenüber 22 000 im Jahr 1995.
  • Die durchschnittliche Betriebsgröße hat ständig zugenommen und liegt mit 55,5 ha landwirtschaftlicher Fläche wesentlich höher als der Bundesdurchschnitt von 43 ha.
  • Die Lebensmittelindustrie in Schleswig-Holstein ist durch zumeist kleine und mittlere Betriebe gekennzeichnet. Großbetriebe finden sich nur in der Milchwirtschaft.

Auf das Profil abgestimmte Strategie:

Entsprechend den Strategischen Leitlinien der EU und dem Nationalen Strategieplan der Bundesrepublik Deutschland zielt dieses Programm darauf ab,

  • zur Sicherung bestehender und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze beizutragen,
  • und dabei Umwelterwägungen zu berücksichtigen,
  • indem die Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung in der Land- und Forstwirtschaft sowie im ländlichen Raum verbessert werden.

Die nachhaltige integrierte Entwicklung des ländlichen Raums wird auf lokale Zielsetzungen und Erfordernisse abgestimmt und trägt gleichzeitig dazu bei, Entwicklungsunterschiede in den verschiedenen Teilen Schleswig-Holsteins auszugleichen. Der Land- und Forstwirtschaft kommt dabei aufgrund ihrer vielfältigen Funktionen bei der sozioökonomischen Entwicklung und der vollständigen Erschließung des Wachstums- und Entwicklungspotenzials im ländlichen Raum eine Schlüsselstellung zu.

Aufteilung der Finanzmittel auf die Schwerpunkte:

Schwerpunkt
Öffentliche Ausgaben insgesamt (in EUR)
Anteil des ELER an den öffentlichen Ausgaben (in %)
Beitrag des ELER (in EUR)
Schwerpunkt 1
143 098 548
50,00
71 549 274
Schwerpunkt 2
133 567 236
55,00
73 461 980
Schwerpunkt 3
119 579 318
50,00
59 789 659
Schwerpunkt 4
57 272 727
55,00
31 500 000
Technische Hilfe
2 806 000
50,00
1 403 00
Insgesamt
456 323 829
52,00
237 703 913

Allgemeines Ziel des Programms zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums in Schleswig-Holstein

  • Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Wertschöpfung in der Land- und Forstwirtschaft sowie im ländlichen Raum insgesamt,
  • Beitrag zur Erhaltung bestehender und zur Schaffung neuer Arbeitsplätze unter Berücksichtigung von Umweltaspekten.

Schwerpunkt 1: Mittelausstattung und Hauptprioritäten

ELER: 71 549 274 EUR (30,1 % der Programmmittel insgesamt)

Öffentliche Zuschüsse insgesamt: 143 098 548 EUR (31,4 % der Programmmittel insgesamt)

Hauptprioritäten:

  • Vorrang für die Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe (mehr als 21 % der öffentlichen Ausgaben) und
  • Unterstützung von Investitionen zur Wiederherstellung des durch Naturkatastrophen geschädigten landwirtschaftlichen Potenzials und geeignete Präventivmaßnahmen (rund 50 % der öffentlichen Ausgaben).

Schwerpunkt 2: Mittelausstattung und Hauptprioritäten

ELER: 73 461 980 EUR (30,9 % der Programmmittel insgesamt)

Öffentliche Zuschüsse insgesamt: 133 567 236 EUR (29,3 % der Programmmittel insgesamt)

Die Hauptprioritäten sind Agrarumweltmaßnahmen mit einem breiten Spektrum an Teilmaßnahmen. Mehr als 80 % der Mittel sind diesen Maßnahmen vorbehalten. Für Ausgleichszahlungen an benachteiligte Gebiete sind etwa 5 % der Mittel vorgesehen, die Mittel für das Netz Natura 2000 betragen rund 6 %.

Schwerpunkt 3: Mittelausstattung und Hauptprioritäten

ELER: 59 789 659 EUR (25,2 % der Programmmittel insgesamt)

Öffentliche Zuschüsse insgesamt: 119 579 318 EUR (26,2 % der Programmmittel insgesamt)

Hauptpriorität dieses Schwerpunkts ist die „Erhaltung und Aufwertung des ländlichen Erbes“, für die mehr als die Hälfte der Mittelausstattung aufgewendet wird. Von besonderer Bedeutung ist die Maßnahme Grunddienstleistungen für die Wirtschaft und die ländliche Bevölkerung (etwa 21 % der Mittelausstattung für diesen Schwerpunkt).

Mittelausstattung für die Gemeinschaftsinitiative Leader+:

ELER: 31 500 000 EUR (13,3 % der Programmmittel insgesamt)

Öffentliche Zuschüsse insgesamt: 57 272 727 EUR (12,6 % der Programmmittel insgesamt)

Unterstützung ausgewählter integrierter Strategien nach den Grundsätzen der Gemeinschaftsinitiative Leader+. Die Maßnahme soll dazu beitragen, die Ziele des Schwerpunkts 3 zu erreichen. Ab 2009 werden einige Maßnahmen des Schwerpunkts 3 ausschließlich über den Schwerpunkt 4 umgesetzt.

Sachsen-Anhalt

Kennzahlen

  • Gesamtfläche rund 20 450 km², 2,48 Millionen Einwohner, Region in Mitteldeutschland, umgeben von vier weiteren Bundesländern; keine direkte Grenze zu einem anderen Mitgliedstaat oder einem Drittland.
  • Konvergenzregion, wobei die Region Halle in der „phasing-out“-Phase ist.
  • Rund 57 % der Gesamtbodenfläche wird landwirtschaftlich genutzt, der Wald hat einen Flächenanteil von ca.24 %, weitere 2 % sind Wasserfläche.
  • 4 950 landwirtschaftliche Betriebe bewirtschaften insgesamt 1 000 800 ha (86 %) als Ackerland, weitere 163 400 ha (14 %) werden als Dauergründland genutzt.
  • Rund 11,5 % (231 936 ha) der Gesamtfläche sind Natura2000-Gebiete. Es gibt 265 Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (darunter 11 National- und Naturparke) und 32 Vogelschutzgebiete.
  • Mit 20 409 EUR erreicht das BIP je Einwohner knapp 73 % des Bundesdurchschnitts und 78 % des EU-Durchschnitts.
  • Die Arbeitslosenquote liegt über 20 %, die Jugendarbeitslosenquote (junge Menschen unter 25 Jahren) ist mit 23,4 % sogar noch höher.

Ländliche Gebiete:

  • Das Entwicklungsprogramm gilt für das gesamte Gebiet des Landes Sachsen-Anhalt mit Ausnahme der Städte Magdeburg und Halle. Einwohnerdichte: ca 121 Einwohner pro km². Der Einsatz der ELER-Fördermittel wird durch räumliche Begrenzungen (Natura2000, Vogelrichtlinie usw.) oder Begrenzungen in Bezug auf die Einwohnerzahl (Schwerpunkt 3: Orte mit höchstens 10 000 Einwohnern, Schwerpunkt 4: Orte mit höchstens 7 500 Einwohnern) gezielt ausgerichtet.
  • Rund 75 % der Gesamtfläche Sachsen-Anhalts sind zu den ländlichen Gebieten zu rechnen, in denen rund 53 % der Gesamtbevölkerung, das sind 1,3 Millionen Menschen, leben.
  • Ziele sind die weitere Förderung wirtschaftlicher Aktivitäten im außerlandwirtschaftlichen Bereich sowie die Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen im Handwerks-, Gewerbe- und Dienstleistungssektor. Weitere Schwerpunkte sind die Förderung des Fremdenverkehrs sowie Investitionen in kleinere Schulen, Kindertageseinrichtungen und die kulturelle Infrastruktur.
  • Der Fremdenverkehr hat sich seit 1990 qualitativ und quantitativ stark entwickelt. Er trägt zurzeit rund 5 % zum BIP bei, ein weiterer Ausbau wird angestrebt.

Gewählte Strategie:

Die gewählte Strategie basiert auf den Grundsätzen Verbesserung der Lebensbedingungen in den ländlichen Gebieten und Verbesserung der wirtschaftlichen Lage, wobei den Zielen des Natur- und Umweltschutzes Rechnung getragen wird. Darauf und auf der SWOT-Analyse aufbauend, stützt sich die Strategie auf das europäische Modell einer multifunktionalen Landwirtschaft und die Ziele der vier Schwerpunkte der ELER-Verordnung. Die übergeordneten Ziele wurden daher in Übereinstimmung mit den strategischen Leitlinien der Gemeinschaft und dem nationalen strategischen Rahmenplan gewählt:

Die Mittel des Entwicklungsprogramms sind gleichmäßig über alle drei Maßnahmenschwerpunkte verteilt, besondere Priorität haben dabei

  • die Verbesserung der Bildungsinfrastruktur (kleinere Schulen und Kindertageseinrichtungen), Dorferneuerung und Dorfentwicklung, die Erhaltung des ländlichen Erbes und die Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft im Schwerpunkt 3 (33,5 %);
  • der Ausbau von Hochwasserschutz und Hochwasservorsorge zum Schutz des landwirtschaftlichen Produktionspotenzials, die Verbesserung der Infrastruktur und die Modernisierung der landwirtschaftlichen Betriebe im Schwerpunkt 1 (29 %) sowie
  • Agrarumweltmaßnahmen und Ausgleichszahlungen für die eingeschränkte Landnutzung im Rahmen von Natura2000 im Schwerpunkt 2 (28 %).

Der Leader-Ansatz (5,5 %) kann bei allen Schwerpunkten und allen Fördermaßnahmen umgesetzt werden, er wird aber vor allem bei den Maßnahmen des Schwerpunkts 3 eine Rolle spielen (4,5 % der Mittel für den Schwerpunkt 3).

Wegen der schlechten Kapitalausstattung der landwirtschaftlichen Betriebe und der darauf zurückzuführenden Probleme, speziell der Zurückhaltung des Bankensektors bei der Kreditgewährung, wird Sachsen-Anhalt einen „Investitionsfonds für die Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft“ in Form eines revolvierenden Darlehensfonds mit besonderen Zinssätzen einrichten. Aus diesem Fonds sollen Darlehen für landwirtschaftliche Betriebe im Rahmen von Betriebserweiterungen, für Investitionen nach Betriebsneugründungen sowie für die Anwendung innovativer Technologien und Verfahren vergeben werden.

Finanzplan nach Schwerpunkten (im Gesamtzeitraum in EUR)

Schwerpunkt
Förderfähige öffentliche Ausgaben
(in EUR)
Beteiligung des ELER in %
Beteiligung des ELER in EUR
Schwerpunkt 1

315 188 665

75,00

236 391 499
Schwerpunkt 2

286 878 753

80,00

229 503 002
Schwerpunkt 3

366 014 776

75,00

274 511 082
Schwerpunkt 4

55 470 090

80,00

44 376 072
Technische Hilfe

43 598 933

75,00

32 699 200
Insgesamt

1 067 151 217

76,60

817 480 855

Ziele des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum des Landes Sachsen-Anhalt

Die Mittel des Entwicklungsprogramms sind gleichmäßig über alle drei Maßnahmenschwerpunkte verteilt, besondere Priorität haben dabei

  • die Verbesserung der Bildungsinfrastruktur (kleinere Schulen und Kindertageseinrichtungen), Dorferneuerung und Dorfentwicklung, die Erhaltung des ländlichen Erbes und die Diversifizierung der ländlichen Wirtschaft im Schwerpunkt 3 (33,5 %);
  • der Ausbau von Hochwasserschutz und Hochwasservorsorge zum Schutz des landwirtschaftlichen Produktionspotenzials, die Verbesserung der Infrastruktur und die Modernisierung der landwirtschaftlichen Betriebe im Schwerpunkt 1 (29 %) sowie
  • Agrarumweltmaßnahmen und Ausgleichszahlungen für die eingeschränkte Landnutzung im Rahmen von Natura2000 im Schwerpunkt 2 (28 %).

Der Leader-Ansatz (5,5 %) kann bei allen Schwerpunkten und allen Fördermaßnahmen umgesetzt werden, er wird aber vor allem bei den Maßnahmen des Schwerpunkts 3 eine Rolle spielen (4,5 % der Mittel für den Schwerpunkt 3).

Schwerpunkt 1 - Mittel und wichtigste Prioritäten:

ELER: 236 391 499 EUR (29 % des Gesamtbetrags des EPLR)

Öffentliche Ausgaben insgesamt: 315 188 665 EUR

Wichtigste Prioritäten:

  • Modernisierung landwirtschaftlicher Betriebe
  • Erhöhung der Wertschöpfung der land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnisse
  • Verbesserung und Ausbau der Infrastruktur
  • Hochwasserschutz und Hochwasservorsorge

Schwerpunkt 2 – Mittel und wichtigste Prioritäten:

ELER: 229 503 002 EUR (28 % des Gesamtbetrags des EPLR)

Öffentliche Ausgaben insgesamt: 286 878 753 EUR

Wichtigste Prioritäten

  • Ausgleichszahlungen im Rahmen von Natura2000
  • Zahlungen für Agrarumweltmaßnahmen

Schwerpunkt 3 – Mittel und wichtigste Prioritäten:

ELER: 274 511 082 EUR (33,5 % des Gesamtbetrags des EPLR)

Öffentliche Ausgaben insgesamt: 366 014 776 EUR

Wichtigste Prioritäten

  • Diversifizierung hin zu nicht landwirtschaftlichen Tätigkeiten
  • Dienstleistungseinrichtungen zur Grundversorgung – Erneuerung kleinerer Schulen und Kindertageseinrichtungen
  • Dorferneuerung und Dorfentwicklung
  • Erhaltung des ländlichen Erbes

Leader – Mittel:

ELER: 44 376 072 EUR (5,5 % des Gesamtbetrags des EPLR)

Öffentliche Ausgaben insgesamt: 55 470 090 EUR


[1] ELER: Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums


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