MEMO/07/488
Brüssel, den 21. November 2007
Kennzahlen
Fläche: 357 000 km².
Einwohner: 82,31 Millionen (Bevölkerungsdichte: 231 Einwohner/km²).
Pro-Kopf-BIP: 23 702 EUR (2003; Quelle: Nationaler Strategieplan für die Entwicklung ländlicher Räume)
80 % des deutschen Staatsgebiets entfallen auf ländliche Räume, in denen rund 40 % der Einwohner leben. Die Situation in Deutschland ist gekennzeichnet durch große regionale Unterschiede, etwa bei der Bevölkerungsdichte, der Größe der landwirtschaftlichen Betriebe, den Einkommen und der Arbeitslosenquote.
Insgesamt werden 19,1 Mio. ha, das sind mehr als 53 % der Gesamtfläche Deutschlands, landwirtschaftlich genutzt, von denen 9,4 Mio. ha als benachteiligte Gebiete eingestuft sind. 11 Mio. ha (33 %) sind mit Wald bedeckt, etwa 47 % davon sind Privatwald.
In der deutschen Landwirtschaft sind in rund 400 000 Betrieben rund 1,3 Millionen Menschen beschäftigt (das entspricht rund 590 000 Vollarbeitskräften). Ein hoher Anteil der Betriebe (53 %) wird im Nebenerwerb bewirtschaftet. Die durchschnittliche Betriebsgröße liegt bei 43 ha, wobei sich große Betriebe (die hauptsächlich von juristischen Personen bewirtschaftet werden) vor allem in den neuen Bundesländern (Ostdeutschland) und in Nordwestdeutschland finden, während in Süddeutschland verhältnismäßig kleine Betriebe vorherrschend sind. Der Produktionswert der deutschen Landwirtschaft beträgt rund 43 Mrd. EUR. Nimmt man die Forstwirtschaft (über 3 Mrd. EUR) und die Fischerei/Fischzucht (rund 0,4 Mrd. EUR) hinzu, sind es rund 47 Mrd. EUR. Damit beläuft sich der Anteil der Landwirtschaft an der Bruttowertschöpfung in Deutschland auf rund 1,0 % (Anteil der Ernährungswirtschaft: 4,6 %).
Obwohl die berufliche Qualifikation der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte besser ist und ihre Produktivität über dem Durchschnitt der EU-27 liegt und obwohl Deutschland auch bei den außerlandwirtschaftlichen Tätigkeiten einen der vorderen Plätze einnimmt, besteht weiterhin ein hoher Bedarf an gezielten Investitionen innerhalb der Landwirtschaft.
Ein wichtiges Plus ist die Vielfalt der natürlichen Ressourcen und Landschaften (von der Nord- und Ostsee bis zu den Alpen). 13,5 % des Bundesgebiets wurde als Natura 2000-Schutzgebiet ausgewiesen, und die Erhaltung der Biodiversität wird von vielen Bürgern als vorrangiges Ziel gesehen.
Die Arbeitslosenquote liegt in den ländlichen Gebieten über dem Bundesdurchschnitt, und die Zahl der Erwerbstätigen in der Landwirtschaft ist rückläufig. Deshalb wird neben der Sicherstellung der Grundversorgung mit Gütern und Dienstleistungen und den Maßnahmen zur Erhaltung des ländlichen Natur- und Kulturerbes verstärkt auf eine Diversifizierung der wirtschaftlichen Tätigkeit und auf die Schaffung neuer Beschäftigungsmöglichkeiten gesetzt. In diesem Zusammenhang bieten die Förderung des Fremdenverkehrs und die Nutzung erneuerbarer Energiequellen große Zukunftschancen.
Dem Profil entsprechende Strategie
Aufgrund ihrer föderalen Struktur setzt die Bundesrepublik Deutschland ihre Politik für die Entwicklung der ländlichen Räume in Form von Entwicklungsprogrammen der einzelnen Bundesländer um. Dementsprechend sind den Kommissionsdienststellen 14 Länderprogramme (Brandenburg/Berlin und Niedersachsen/Bremen haben gemeinsame Programme vorgelegt) und ein Programm für das nationale Netzwerk zur Genehmigung vorgelegt worden.
Deutschland hat außerdem eine nationale Rahmenregelung vorgelegt, die von der Europäischen Kommission Anfang September genehmigt wurde. Die nationale Rahmenregelung enthält eine Reihe von Maßnahmen und Aktionen im Einklang mit der ELER-Verordnung, die unter Gewährung eines nationalen finanziellen Anreizes in die Länderprogramme aufgenommen werden können. Die Genehmigung dieses Dokuments durch die Kommission war eine Voraussetzung für die Genehmigung der Entwicklungsprogramme der Bundesländer.
Fördermittel für Deutschland
Insgesamt: 13 207 160 695 EUR, davon ELER-Beteiligung[1]: 8 112 517 055 EUR (Konvergenzregionen: 3 174 037 771 EUR)
Plan zur Entwicklung des ländlichen Raums: Mecklenburg-Vorpommern
Profil der Region:
Auf das Profil abgestimmte Strategie:
Die allgemeinen Ziele wurden im Einklang mit den Strategischen Leitlinien der Gemeinschaft und dem Nationalen Strategieplan ausgewählt und lauten wie folgt:
Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Agrar- und Forstsektors;
nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen und Landschaftspflege, Erhaltung und Aufbau attraktiver und vielfältiger ländlicher Gebiete zur Förderung des Renommees einer fremdenverkehrsfreundlichen und gesunden Region.
Gesamtmittel und Anteil der EU-Finanzierung
Aufteilung der Finanzmittel auf die Schwerpunkte:
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Schwerpunkt
|
Öffentliche Ausgaben insgesamt (in EUR)
|
Anteil des ELER* an den öffentlichen Ausgaben (in %)
|
Beitrag des ELER (in EUR)
|
|
Schwerpunkt 1
|
313 287 200
|
75,00
|
234 965 400
|
|
Schwerpunkt 2
|
276 043 000
|
80,00
|
220 834 400
|
|
Schwerpunkt 3
|
482 797 600
|
75,00
|
362 098 200
|
|
Schwerpunkt 4
|
71 294 416
|
80,00
|
57 035 533
|
|
Technische Hilfe
|
9 520 000
|
75,00
|
7 140 000
|
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Insgesamt
|
1 152 942 216
|
76,51
|
882 073 533
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*ELER: Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums
Allgemeines Ziel des Programms zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums in Mecklenburg-Vorpommern
Steigerung der Wirtschaftskraft, Schaffung von Arbeitsplätzen und Wachstum
Schwerpunkt 1: Mittelausstattung und Hauptprioritäten
ELER: 234 965 400 EUR (27 % der Programmmittel insgesamt)
Öffentliche Zuschüsse insgesamt: 313 287 200 EUR (27 % der Programmmittel insgesamt)
Hauptprioritäten:
Schwerpunkt 2: Mittelausstattung und Hauptprioritäten
ELER: 220 834 400 EUR (25 % der Programmmittel insgesamt)
Öffentliche Zuschüsse insgesamt: 276 043 000 EUR (24 % der Programmmittel insgesamt)
Hauptprioritäten:
Schwerpunkt 3: Mittelausstattung und Hauptprioritäten
ELER: 362 098 200 EUR (41 % der Programmmittel insgesamt)
Öffentliche Zuschüsse insgesamt: 482 797 600 EUR (42 % der Programmmittel insgesamt)
Hauptprioritäten:
Mittelausstattung für die Gemeinschaftsinitiative Leader+:
ELER: 57 035 533 EUR (6,5 % der Programmmittel insgesamt)
Öffentliche Zuschüsse insgesamt: 71 294 416 EUR (6 % der Programmmittel insgesamt)
Plan zur Entwicklung des ländlichen Raums: Schleswig-Holstein
Profil der Region:
Auf das Profil abgestimmte Strategie:
Entsprechend den Strategischen Leitlinien der EU und dem Nationalen Strategieplan der Bundesrepublik Deutschland zielt dieses Programm darauf ab,
Die nachhaltige integrierte Entwicklung des ländlichen Raums wird auf lokale Zielsetzungen und Erfordernisse abgestimmt und trägt gleichzeitig dazu bei, Entwicklungsunterschiede in den verschiedenen Teilen Schleswig-Holsteins auszugleichen. Der Land- und Forstwirtschaft kommt dabei aufgrund ihrer vielfältigen Funktionen bei der sozioökonomischen Entwicklung und der vollständigen Erschließung des Wachstums- und Entwicklungspotenzials im ländlichen Raum eine Schlüsselstellung zu.
Aufteilung der Finanzmittel auf die Schwerpunkte:
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Schwerpunkt
|
Öffentliche Ausgaben insgesamt (in EUR)
|
Anteil des ELER an den öffentlichen Ausgaben (in
%)
|
Beitrag des ELER (in EUR)
|
|
Schwerpunkt 1
|
143 098 548
|
50,00
|
71 549 274
|
|
Schwerpunkt 2
|
133 567 236
|
55,00
|
73 461 980
|
|
Schwerpunkt 3
|
119 579 318
|
50,00
|
59 789 659
|
|
Schwerpunkt 4
|
57 272 727
|
55,00
|
31 500 000
|
|
Technische Hilfe
|
2 806 000
|
50,00
|
1 403 00
|
|
Insgesamt
|
456 323 829
|
52,00
|
237 703 913
|
Allgemeines Ziel des Programms zur Förderung der Entwicklung des ländlichen Raums in Schleswig-Holstein
Schwerpunkt 1: Mittelausstattung und Hauptprioritäten
ELER: 71 549 274 EUR (30,1 % der Programmmittel insgesamt)
Öffentliche Zuschüsse insgesamt: 143 098 548 EUR (31,4 % der Programmmittel insgesamt)
Hauptprioritäten:
Schwerpunkt 2: Mittelausstattung und Hauptprioritäten
ELER: 73 461 980 EUR (30,9 % der Programmmittel insgesamt)
Öffentliche Zuschüsse insgesamt: 133 567 236 EUR (29,3 % der Programmmittel insgesamt)
Die Hauptprioritäten sind Agrarumweltmaßnahmen mit einem breiten Spektrum an Teilmaßnahmen. Mehr als 80 % der Mittel sind diesen Maßnahmen vorbehalten. Für Ausgleichszahlungen an benachteiligte Gebiete sind etwa 5 % der Mittel vorgesehen, die Mittel für das Netz Natura 2000 betragen rund 6 %.
Schwerpunkt 3: Mittelausstattung und Hauptprioritäten
ELER: 59 789 659 EUR (25,2 % der Programmmittel insgesamt)
Öffentliche Zuschüsse insgesamt: 119 579 318 EUR (26,2 % der Programmmittel insgesamt)
Hauptpriorität dieses Schwerpunkts ist die „Erhaltung und Aufwertung des ländlichen Erbes“, für die mehr als die Hälfte der Mittelausstattung aufgewendet wird. Von besonderer Bedeutung ist die Maßnahme Grunddienstleistungen für die Wirtschaft und die ländliche Bevölkerung (etwa 21 % der Mittelausstattung für diesen Schwerpunkt).
Mittelausstattung für die Gemeinschaftsinitiative Leader+:
ELER: 31 500 000 EUR (13,3 % der Programmmittel insgesamt)
Öffentliche Zuschüsse insgesamt: 57 272 727 EUR (12,6 % der Programmmittel insgesamt)
Unterstützung ausgewählter integrierter Strategien nach den Grundsätzen der Gemeinschaftsinitiative Leader+. Die Maßnahme soll dazu beitragen, die Ziele des Schwerpunkts 3 zu erreichen. Ab 2009 werden einige Maßnahmen des Schwerpunkts 3 ausschließlich über den Schwerpunkt 4 umgesetzt.
Sachsen-Anhalt
Kennzahlen
Ländliche Gebiete:
Gewählte Strategie:
Die gewählte Strategie basiert auf den Grundsätzen Verbesserung der Lebensbedingungen in den ländlichen Gebieten und Verbesserung der wirtschaftlichen Lage, wobei den Zielen des Natur- und Umweltschutzes Rechnung getragen wird. Darauf und auf der SWOT-Analyse aufbauend, stützt sich die Strategie auf das europäische Modell einer multifunktionalen Landwirtschaft und die Ziele der vier Schwerpunkte der ELER-Verordnung. Die übergeordneten Ziele wurden daher in Übereinstimmung mit den strategischen Leitlinien der Gemeinschaft und dem nationalen strategischen Rahmenplan gewählt:
Die Mittel des Entwicklungsprogramms sind gleichmäßig über alle drei Maßnahmenschwerpunkte verteilt, besondere Priorität haben dabei
Der Leader-Ansatz (5,5 %) kann bei allen Schwerpunkten und allen Fördermaßnahmen umgesetzt werden, er wird aber vor allem bei den Maßnahmen des Schwerpunkts 3 eine Rolle spielen (4,5 % der Mittel für den Schwerpunkt 3).
Wegen der schlechten Kapitalausstattung der landwirtschaftlichen Betriebe und der darauf zurückzuführenden Probleme, speziell der Zurückhaltung des Bankensektors bei der Kreditgewährung, wird Sachsen-Anhalt einen „Investitionsfonds für die Land-, Forst- und Ernährungswirtschaft“ in Form eines revolvierenden Darlehensfonds mit besonderen Zinssätzen einrichten. Aus diesem Fonds sollen Darlehen für landwirtschaftliche Betriebe im Rahmen von Betriebserweiterungen, für Investitionen nach Betriebsneugründungen sowie für die Anwendung innovativer Technologien und Verfahren vergeben werden.
Finanzplan nach Schwerpunkten (im Gesamtzeitraum in EUR)
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Schwerpunkt
|
Förderfähige öffentliche Ausgaben
(in EUR) |
Beteiligung des ELER in %
|
Beteiligung des ELER in EUR
|
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Schwerpunkt 1
|
315 188 665 |
75,00 |
236 391 499 |
|
Schwerpunkt 2
|
286 878 753 |
80,00 |
229 503 002 |
|
Schwerpunkt 3
|
366 014 776 |
75,00 |
274 511 082 |
|
Schwerpunkt 4
|
55 470 090 |
80,00 |
44 376 072 |
|
Technische Hilfe
|
43 598 933 |
75,00 |
32 699 200 |
|
Insgesamt
|
1 067 151 217 |
76,60 |
817 480 855 |
Ziele des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum des Landes Sachsen-Anhalt
Die Mittel des Entwicklungsprogramms sind gleichmäßig über alle drei Maßnahmenschwerpunkte verteilt, besondere Priorität haben dabei
Der Leader-Ansatz (5,5 %) kann bei allen Schwerpunkten und allen Fördermaßnahmen umgesetzt werden, er wird aber vor allem bei den Maßnahmen des Schwerpunkts 3 eine Rolle spielen (4,5 % der Mittel für den Schwerpunkt 3).
Schwerpunkt 1 - Mittel und wichtigste Prioritäten:
ELER: 236 391 499 EUR (29 % des Gesamtbetrags des EPLR)
Öffentliche Ausgaben insgesamt: 315 188 665 EUR
Wichtigste Prioritäten:
Schwerpunkt 2 – Mittel und wichtigste Prioritäten:
ELER: 229 503 002 EUR (28 % des Gesamtbetrags des EPLR)
Öffentliche Ausgaben insgesamt: 286 878 753 EUR
Wichtigste Prioritäten
Schwerpunkt 3 – Mittel und wichtigste Prioritäten:
ELER: 274 511 082 EUR (33,5 % des Gesamtbetrags des EPLR)
Öffentliche Ausgaben insgesamt: 366 014 776 EUR
Wichtigste Prioritäten
Leader – Mittel:
ELER: 44 376 072 EUR (5,5 % des Gesamtbetrags des EPLR)
Öffentliche Ausgaben insgesamt: 55 470 090 EUR
[1] ELER: Europäischer Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums