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Roamingleitfaden: Wie der Eurotarif Mobilfunk-gespräche im EU-Ausland billiger macht

European Commission - MEMO/07/251   25/06/2007

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MEMO/07/251

Brüssel, den 25. Juni 2007

Roamingleitfaden: Wie der Eurotarif Mobilfunk-gespräche im EU-Ausland billiger macht

Die Verordnung der Europäischen Union (EU) über Auslandsroaming tritt Ende dieser Woche in den 27 Mitgliedstaaten in Kraft. Somit können die Verbraucher ab August 2007 in den Genuss des Eurotarifs kommen.

Was ist Auslandsroaming?

Der Begriff „Auslandsroaming“ steht für die Nutzung von Mobiltelefonen im Ausland. Folglich „roamen“ Sie, wenn Sie mit Ihrem Mobiltelefon im Ausland einen Anruf tätigen oder annehmen. Dabei telefonieren Sie über das Mobilfunknetz eines ausländischen Betreibers, der alle Ihre in diesem Land getätigten und angenommenen Telefonate abwickelt. Dafür schickt er Ihnen keine getrennte Rechnung, sondern berechnet Ihrem Heimnetzbetreiber eine Gebühr, die auf den zwischen den betreffenden Betreibern vereinbarten Großkundenpreisen beruht. Diese Gebühren werden anschließend von Ihrem Heimnetzbetreiber in Ihrer nächsten Rechnung aufgeführt bzw. von Ihrem Gesprächsguthaben abgezogen. Auslandsroaming umfasst im Übrigen auch im Ausland geführte Mobilfunktelefonate mit Gesprächspartnern vor Ort (wenn Sie beispielsweise am Urlaubsort ein Taxi bestellen oder einen Tisch in einem Restaurant reservieren).

Was ist der Eurotarif?

Die neue EU-Verordnung sieht Höchstbeträge für die Auslandsroaminggebühren vor. Diese auch als Eurotarif bezeichneten Höchstbeträge werden im Laufe von drei Jahren nach Inkrafttreten der Verordnung schrittweise gesenkt.

Die Verordnung zielt darauf ab, durch Förderung des Wettbewerbs die Betreiber dazu zu bringen, Preise anzubieten, die deutlich unter dem Eurotarif liegen, sodass Roaming für die Verbraucher einfacher und vor allem kostengünstiger wird.

Eurotarif pro Minute (ohne Mehrwertsteuer):


AB SOMMER 2007
AB SOMMER 2008
AB SOMMER 2009
Eurotarif für im Ausland getätigte Anrufe
0,49 €
0,46 €
0,43 €
Eurotarif für im Ausland angenommene Anrufe
0,24 €
0,22 €
0,19 €

Der Eurotarif betrifft Kunden, die keinen speziellen Tarifplan für Roaming haben. Mobilfunk-Anbieter dürfen die Höchstgrenzen für Eurotarif-Kunden nicht überschreiten. Die Preise können jedoch auch geringer sein. Der Wettbewerb zwischen den Mobilfunk-Betreibern kann durchaus zu Angeboten führen, die die Höchstgrenzen von € 0,49 bzw. € 0,24 für im Ausland abgehende bzw. ankommende Gespräche unterbieten.

Ab wann gilt die Verordnung?

Die Verordnung gilt unmittelbar ab dem Tag nach ihrer Veröffentlichung im Amtsblatt der Europäischen Union, also ab dem 30. Juni 2007, in den 27 EU-Mitgliedstaaten. Somit sind die Mobilfunknetzbetreiber rechtlich verpflichtet, ihren Kunden ab dem 30. Juni 2007 einen Eurotarif anzubieten.

In welchen Ländern gilt der Eurotarif?

Der Eurotarif gilt in den 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union. Darüber hinaus werden möglicherweise bestimmte Nachbarstaaten wie Island, Norwegen und Liechtenstein (also die übrigen Mitgliedstaaten des Europäischen Wirtschaftsraums) den Eurotarif zeitnah übernehmen.

Was muss ich tun, um den Eurotarif nutzen zu können?

Wenn Sie einen europäischen Mobilfunkbetreiber haben, kommen Sie unabhängig von Ihrem Tarifplan in den Genuss des Eurotarifs.

1. Ihr Betreiber hat ab dem 30. Juni 2007 einen Monat Zeit (also bis zum 30. Juli 2007), Ihnen den Eurotarif anzubieten.

2. Daraufhin haben Sie zwei Monate Zeit, sich (zwischen dem Eurotarif und einem anderen Tarifplan) zu entscheiden und Ihren Netzbetreiber entsprechend zu informieren.

3 Nach Eingang des Antrags muss der Betreiber dann binnen eines Monats auf den Eurotarif umstellen.

Somit können rasch handelnde Verbraucher, die umgehend auf das Angebot ihres Mobilfunkbetreibers reagieren, bereits im August 2007 in den Genuss des Eurotarifs kommen.

WICHTIGER HINWEIS:

Wenn Sie bereits vor Inkrafttreten der Verordnung einen besonderen Tarifplan für Roaming hatten und Ihrem Mobilfunkbetreiber nicht binnen zwei Monaten eine Antwort auf das Eurotarif-Angebot zukommen lassen, so gilt Ihr bestehender Tarifplan weiter.

Wenn Sie hingegen vor Inkrafttreten der Verordnung keinen besonderen Tarifplan für Roaming hatten und Ihrem Mobilfunkbetreiber nicht binnen zwei Monaten eine Antwort auf das Eurotarif-Angebot zukommen lassen, so gilt für Sie automatisch der Eurotarif.

[ Die Graphik finden sie im PDF und WORD PROCESSED Dokument ]

Darüber hinaus müssen die Mobilfunkbetreiber ihre Kunden regelmäßig über Änderungen der Roamingpreise informieren.

Für welche Dienste gilt die Roamingverordnung?

Die Roamingverordnung gilt für alle Anrufe, die Sie im EU-Ausland mit Ihrem Mobiltelefon tätigen oder annehmen, und zwar unabhängig davon, ob Sie Vertrags- oder Prepaid-Kunde sind. Für andere Mobilfunkdienste wie SMS, MMS und Datenübertragungen gilt die Verordnung hingegen nicht. Die Kommission wird die Wirksamkeit der Roamingverordnung in den kommenden Monaten bewerten und auf der Grundlage der Marktentwicklungen über eine Verlängerung des Geltungszeitraums und eine Ausweitung des Anwendungsbereichs auf SMS, MMS und Datenübertragungen entscheiden. Unterdessen sind die Mobilfunkbetreiber aufgerufen, die Gebühren für diese Dienste freiwillig zu senken.

Was kostet der Wechsel zum Eurotarif?

Der Wechsel zum Eurotarif ist kostenlos. Die Betreiber dürfen dafür keinerlei Zusatzgebühr verlangen.

Wo finde ich die Anschrift meines Betreibers?

Die Anschrift Ihres Betreibers können Sie Ihrer Rechnung oder dem Adressbuch Ihres Mobiltelefons entnehmen. Außerdem finden Sie auf folgender Website Angaben zu den Betreibern:
http://ec.europa.eu/roaming

Muss ich zum Eurotarif wechseln?

Nein, Sie sind nicht verpflichtet, zum Eurotarif zu wechseln. Wenn Sie aber die Gebühren Ihres Betreibers für zu hoch erachten, kann der Eurotarif interessant für Sie sein.

Was passiert, wenn ich mich nicht für den Eurotarif entscheide?

Sie müssen die Option, zum Eurotarif zu wechseln, nicht wahrnehmen. Wenn Sie auf das Angebot des Betreibers nicht binnen zwei Monaten antworten, gilt für Sie aber automatisch der Eurotarif. Das bedeutet, dass die überwiegende Mehrheit der EU-Verbraucher automatisch in den Genuss des Eurotarifs kommt. Wenn Sie das neue Tarifangebot nicht wahrnehmen möchten, müssen Sie dies Ihrem Betreiber mitteilen.

Wichtiger Hinweis: Für Mobilfunkkunden, die vor Inkrafttreten der Verordnung einen besonderen Tarifplan für Roaming geschlossen hatten, bleibt alles beim Alten, wenn sie sich nicht für den Eurotarif anmelden.

Wie wird die Transparenz der Gebühren gewährleistet?

Für die Transparenz der Preise sind die Betreiber zuständig. Sie sind gehalten, Ihnen kostenlos klare und hinreichende Informationen über die Endkundenpreise für Auslandsroaming zukommen zu lassen. So sind die Betreiber beispielsweise verpflichtet, Sie über die jeweils geltenden Gebühren zu informieren, sobald Sie eine EU-Landesgrenze überqueren.

Für die Kontrolle und Überwachung der Anwendung der Verordnung sind die betreffenden nationalen Regulierungsbehörden zuständig. Einige Regulierungsbehörden stellen auf ihrer Website einschlägige Informationen etwa über die günstigsten Tarifpläne für Auslandsreisen bereit.

Eine Aufstellung der Regulierungsbehörden der einzelnen Länder finden Sie auf folgender Website: http://www.erg.eu.int/links/.

Aber werden denn die Betreiber nicht die Senkung der Roaminggebühren durch eine Anhebung der nationalen Gebühren ausgleichen?

In Anbetracht des harten Wettbewerbs auf dem Mobilfunkmarkt ist nicht damit zu rechnen, dass die Betreiber die Senkung der Auslandsroaminggebühren durch eine Anhebung der nationalen Gebühren ausgleichen, da sie ansonsten im Wettbewerb zurückfallen und Kunden verlieren würden.

Wann läuft die Roamingverordnung aus?

Die Roamingverordnung läuft drei Jahre nach ihrem Inkrafttreten aus. Spätestens nach 18 Monaten wird die Kommission die Wirksamkeit der Verordnung unter Berücksichtigung der Marktentwicklung und des Verbraucherschutzes prüfen. Gestützt auf die Ergebnisse wird sie dann über eine Verlängerung des Geltungszeitraums und eine Ausweitung des Anwendungsbereichs auf andere Dienste wie SMS, MMS und Datenübertragungen entscheiden.

Was muss ich im Falle eines Streits mit meinem Betreiber tun?

Bei Streitigkeiten können Sie sich in den jeweiligen Niederlassungen und/oder über die dafür vorgesehenen Dienste zur Einreichung von Beschwerden im Internet an Ihren Betreiber wenden. Außerdem steht Ihnen die nationale Regulierungsbehörde zur Seite (siehe http://www.erg.eu.int/links/). Um eine gerechte und rasche Klärung von Streitigkeiten zu gewährleisten, müssen die Mitgliedstaaten einfache, transparente und kostengünstige Verfahren zur Verfügung stellen.


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