Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR

MEMO/06/417

Brüssel, den 9. November 2006

Eurobarometer zu Gesundheit und Ernährung: Fragen und Antworten

Mit welchen Themen befasst sich dieses Eurobarometer?

In der Erhebung werden hauptsächlich folgende Themen behandelt:

  • Gesundheitszustand sowie Körpergewicht und Körpergröße von Europäerinnen und Europäern
  • Essgewohnheiten in der Europäischen Union
  • Ernährung und Probleme im Zusammenhang mit Übergewicht
  • Körperliche Betätigung der Umfrageteilnehmer

Die Befragung fand im November und Dezember 2005 statt.

Fühlen sich die Europäer gesund?

Mehr als drei Viertel (76 %) der Europäer geben an, sich gesund zu fühlen. Dieser Anteil liegt in EU-15 im Allgemeinen höher als in den Mitgliedstaaten, die der Union im Jahr 2004 beigetreten sind. Das diesbezügliche Empfinden scheint vor allem vom Körpergewicht geprägt zu werden.

Fast ein Viertel der Umfrageteilnehmer gibt an, an einer lang andauernden Krankheit oder einem gesundheitlichen Problem zu leiden. Erwähnenswert ist, dass dies insbesondere für Bewohner skandinavischer Länder zu gelten scheint. Das Vorhandensein gesundheitlicher Probleme hängt im Übrigen offenbar mit dem Alter, dem Körpergewicht und der wirtschaftlich-beruflichen Lage der Befragten zusammen.

Wie schwer und wie groß sind EU-Bürger durchschnittlich?

Nordwesteuropäer sind im Allgemeinen größer als Südeuropäer. In den meisten Mitgliedstaaten sind die Menschen im Vergleich zu 2002 größer geworden; die durchschnittliche Körpergröße in Europa beträgt heute 169,9 cm. Auch das Durchschnittsgewicht der Bürgerinnen und Bürger schwankt erheblich von einem Land zum andern und dürfte 2005 insgesamt höher sein als 2002. Es sei angemerkt, dass gesunde Menschen den niedrigsten Body-Mass-Index aufweisen. In 11 der 15 „alten“ Mitgliedstaaten sind die Menschen schwerer geworden; am größten war der Anstieg in Luxemburg (+ 2,7 kg), Dänemark (+ 1,7 kg) und Irland (+ 1,6 kg).

Eine knappe Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union (55 %) meint, dass ihr Gewicht stimmt. Im Vergleich zur Erhebung im Jahr 2002 hat sich diese Zahl kaum verändert. Umgekehrt finden sich im Durchschnitt 38 % der Europäerinnen und Europäer zu schwer, wobei die Frauen (44 %) deutlich kritischer mit sich sind als die Männer (32 %). Gegenüber 2002 gab es bei einzelnen Ländern erhebliche Veränderungen: Das Gefühl, übergewichtig zu sein, hat sich in Griechenland und Belgien deutlich verstärkt (jeweils plus 7 Punkte), in Spanien, Portugal und dem Vereinigten Königreich hingegen spürbar abgeschwächt (jeweils minus 5 Punkte).

Was verstehen Europäer unter gesunder Ernährung?

Für die Mehrheit der Europäerinnen und Europäer bedeutet „gesunde Ernährung", ausgewogen und abwechslungsreich und zugleich mehr Obst und Gemüse zu essen. Interessant ist die Feststellung, dass die schwersten Menschen bzw. die Menschen, die sich als übergewichtig empfinden, auch diejenigen sind, die die Vorzüge von mehr Gemüse und fettärmeren Lebensmitteln am ehesten kennen. Zwei Drittel der EU-Bevölkerung meinen, dass es nicht schwierig ist, sich gesund zu ernähren. Bei einer Analyse der Länderergebnisse zeigt sich indes, dass die Meinungen hierüber stark auseinander gehen; die diesbezügliche Zufriedenheit ist in den meisten neuen Mitgliedstaaten niedriger.

Die Lebensweise der EU-Bürger, insbesondere der Zeitmangel, ist offenbar das Haupthindernis für eine gesunde Ernährung. Dies gilt insbesondere für Menschen mit einem höheren gesellschaftlichen und beruflichen Status. Von den jüngsten Umfrageteilnehmern sowie von jenen, die die Schulausbildung relativ früh beendet haben, und von den Übergewichtigen wird als Hinderungsgrund hingegen häufiger angeführt, dass sie gesundes Essen ein bisschen fade finden. Jeder fünfte Umfrageteilnehmer gibt an, in den zurückliegenden 12 Monaten mindestens einmal eine Diät gemacht zu haben. Dies geschah entweder aus eigenem Antrieb oder auf ärztliches Anraten. Frauen halten eher Diät bzw. ändern ihre Essgewohnheiten häufiger als Männer. Als „Änderung der Essgewohnheiten“ wird am häufigsten eine Umstellung auf mehr Gemüse und weniger Fett genannt.

Warum ändern Europäerinnen und Europäer normalerweise ihre Essgewohnheiten?

Die häufigsten Antworten auf diese Frage lauten Abnehmen und Gesundbleiben. Besonders schwergewichtige Menschen geben naturgemäß meist „Abnehmen“ an; Menschen, die mit ihrem Gewicht zufrieden sind, nennen häufiger „Gesundbleiben“ als Grund, während nicht so gesunde Menschen und Rentner häufiger „eine Erkrankung oder gesundheitliche Probleme“ anführen. Eine deutliche Mehrheit der Befragten (83 %) schließt sich der Aussage an, dass die Fettleibigkeit bei Kindern in den vergangenen fünf Jahren zugenommen hat, und mehr als 90 % glauben, dass die Lebensmittelwerbung die Kinder in ihren Ess- und Trinkentscheidungen beeinflusst.

Welche Maßnahmen würden die Europäer zur Verbesserung der Ernährungsweise vorschlagen?

Damit sich die Essgewohnheiten von Kindern bessern, sollten Eltern und Schulkinder umfangreicher informiert werden. Welcher Stellenwert den einzelnen Maßnahmen indes beigemessen wird, unterscheidet sich auch hier wieder von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat erheblich. Zur Linderung des Gewichtsproblems bei Kindern plädieren die EU-Bürger für mehr körperliche Betätigung in der Schule und für eine bessere Aufklärung über gesundes Essen und Sport.

Halten die Europäer die Übergewichtigkeit für ein Problem in der EU?

Über 80 % der Europäerinnen und Europäer sind der Ansicht, dass heute mehr Erwachsene Gewichtsprobleme haben als vor fünf Jahren. Dieser Meinung sind in den meisten Ländern mehr als 70 % der Befragten. Alle sind sich offenbar der gesundheitlichen Risiken der Fettleibigkeit bewusst. Fast 95 % der EU-Bürger bejahen die Feststellung, dass Fettleibigkeit eine Gefahr für die Gesundheit darstellt.

Sind die Europäer körperlich aktiv?

Eine knappe Mehrheit der EU-Bürger (51 %) gibt an, während der Arbeit auf die eine oder andere Weise körperlich aktiv zu sein. Diese körperliche Betätigung ist jedoch nicht besonders intensiv und schwankt europaweit erheblich. Arbeiter und Selbstständige sind am Arbeitsplatz körperlich meist deutlich aktiver. Die von den Europäern für Ortswechsel unternommene körperliche Anstrengung ist relativ begrenzt.

Fast 90 % der Befragten erklären, sich in den vergangenen sieben Tagen körperlich betätigt zu haben, um von einem Ort zu einem anderen zu gelangen; zugleich geben nur 22 % an, sich körperlich stark betätigt zu haben. Es scheint einen eindeutigen Zusammenhang zwischen Gesundheit, Körpergewicht und Intensität der körperlichen Anstrengung bei der Fortbewegung zu geben.

Sind die Europäer sportlich aktiv?

Fast 90 % der EU-Bürger geben an, in den zurückliegenden sieben Tagen draußen körperlich aktiv gewesen zu sein; lediglich 27 % beschreiben diese Betätigung allerdings als intensiv. In allen an der Erhebung teilnehmenden Ländern lag der erste Wert bei mindestens 80 %. Wenige Europäerinnen und Europäer sind beim Sport oder bei einer anderen Freizeitbeschäftigung körperlich intensiv tätig. In über der Hälfte der Länder gehen mehr als 40 % der Befragten keiner solchen Betätigung nach.

Umgekehrt sind es vor allem junge Leute und Menschen mit längeren Bildungsgängen, die sich aktiv betätigen. Pro Woche widmen die EU-Bürger durchschnittlich 1,7 Tage einer intensiven körperlichen Betätigung. In EU-15 ist dieser Wert zwischen 2002 und 2005 von 1,4 Tagen auf 1,6 Tage gestiegen. Das Ausmaß der Aktivitäten ist von Mitgliedstaat zu Mitgliedstaat sehr unterschiedlich.

Verbringen die Europäer einen Großteil ihres Lebens im Sitzen?

Im Durchschnitt sitzen die EU-Bürger an einem normalen Tag etwas mehr als sechs Stunden. Die so verbrachte Zeit hängt natürlich stark von ihrer Beschäftigung ab, und auch hier gibt es zwischen den Mitgliedstaaten große Schwankungen. Drei Viertel der Befragten meinen, dass ihr Lebensumfeld ausreichende Möglichkeiten bietet, körperlich aktiv zu sein. Zwei Drittel sind der Ansicht, dass die örtlichen Sportvereine und -zentren viele Angebote bereithalten. Abschließend sei noch erwähnt, dass etwas mehr als die Hälfte der Befragten offenbar nicht genug Zeit hat, die in ihrer Nähe vorhandenen Möglichkeiten zu körperlicher Betätigung wahrzunehmen.

Sind die Europäer für staatliche Maßnahmen gegen die Übergewichtigkeit?

Eine sehr deutliche Mehrheit der EU-Bürger (85 %) spricht sich für staatliche Maßnahmen aus, die eine gesunde Ernährungsweise fördern und zu einer sportlichen Betätigung ermuntern, damit die Bevölkerung das Körpergewicht auf einem gesunden Niveau hält.
Die Eurobarometer-Umfrage zu Gesundheit und Ernährung ist im Internet unter folgender Adresse abrufbar:

http://ec.europa.eu/health/ph_publication/eurobarometers_en.htm


Side Bar