Navigation path

Left navigation

Additional tools

Eurodac: ein EU-weites elektronisches System zur Identifizierung von Asylbewerbern

European Commission - MEMO/06/334   19/09/2006

Other available languages: EN FR IT

MEMO/06/334

Brüssel, den 19. September 2006

Eurodac: ein EU-weites elektronisches System zur Identifizierung von Asylbewerbern

Seit dem 15. Januar 2003 werden die Fingerabdrücke von allen Personen über 14 Jahren, die in der Europäischen Union, in Norwegen oder in Island Asyl beantragen, in der Datenbank EURODAC gespeichert. Die Schaffung von EURODAC erfolgte mit dem Ziel, die Entwicklung einer allen Mitgliedstaaten gemeinsamen Asylpolitik zu unterstützen.

EURODAC soll die Anwendung der Dublin-Verordnung (Verordnung (EG) Nr. 343/2003 des Rates vom 18. Februar 2003), in der bestimmt wird, welcher Mitgliedstaat für die Prüfung eines Asylantrags verantwortlich ist, erleichtern. Die Verordnung enthält eine Reihe von Kriterien, aus denen sich der für die Prüfung eines Asylantrags zuständige Mitgliedstaat ergibt: dies ist der Mitgliedstaat, der dem Asylbewerber die Einreise oder den Aufenthalt erlaubt hat. Dieser Staat muss den Asylantrag dann gemäß seinem innerstaatlichen Recht prüfen; außerdem ist er verpflichtet, alle Personen, die bei ihm Asyl beantragt haben und sich unrechtmäßig in einem anderen Mitgliedstaat aufhalten, wieder aufzunehmen.

Technischer Hintergrund

EURODAC ist das erste gemeinsame automatische Fingerabdruck-Identifizierungssystem (AFIS) in der Europäischen Union.

Die Europäische Kommission betreibt das System für die teilnehmenden Staaten. Die Zusammenarbeit in diesem Rahmen bildet eine gute Grundlage für künftige gemeinsame IT-Großprojekte, wie das Schengener Informationssystem der zweiten Generation oder das geplante europäische Visa-Identifizierungssystem.

Bei EURODAC müssen die teilnehmenden Staaten jedem Asylbewerber über 14 Jahren unmittelbar die Fingerabdrücke abnehmen. Das diesbezügliche Verfahren wurde unter Beachtung der in der Europäischen Menschenrechtskonvention und im Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte des Kindes verankerten Schutzklauseln festgelegt. Die Fingerabdrücke werden sodann mit den von anderen teilnehmenden Staaten übermittelten Fingerabdrücken verglichen und in der zentralen Datenbank gespeichert. Zeigt EURODAC, dass die Fingerabdrücke bereits registriert wurden, kann der Asylbewerber in das Land zurückgeschickt werden, in dem ihm ursprünglich die Fingerabdrücke abgenommen wurden.

Der Zugriff auf das System ist ausschließlich auf den in der EURODAC-Verordnung genannten einzigen Zweck beschränkt. Die Datenbank enthält keine Angaben wie Namen von Personen, sondern stützt sich nur auf den biometrischen Vergleich, der die sicherste und genaueste Identifizierungsmethode ist. Jeder teilnehmende Staat gewährleistet, dass seine nationale Datenschutzbehörde unabhängig überwacht, ob die Datenverarbeitung rechtmäßig erfolgt.

EURODAC besteht aus einer Zentraleinheit, die sich bei der Kommission befindet und die mit einer vollautomatischen elektronischen zentralen Datenbank für den Vergleich von Fingerabdrücken und einem System zur elektronischen Datenübermittlung zwischen den einzelnen teilnehmenden Ländern und der Zentraleinheit ausgestattet ist. Es wurden alle notwendigen Maßnahmen getroffen, um die Sicherheit und den Schutz der gespeicherten Daten zu gewährleisten.

Die Gemeinschaft hat für EURODAC Mittel in Höhe von insgesamt 13,6 Mio. EUR bereitgestellt; die Ausgaben für alle externalisierten Tätigkeiten im Zusammenhang mit EURODAC betragen nach zweijährigem Betrieb 7,8 Mio. EUR. Für die Instandhaltung und den Betrieb der Zentraleinheit wurde 2005 ein Betrag in Höhe von 132,676 EUR aufgewendet.


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website