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MEMO/04/82

Brussels, den 15. April 2004

Gerüchte und Missverständnisse über Kulinarisches und die EU-Erweiterung

Jeder Winkel Europas produziert kulinarische Spezialitäten, auf die er äußerst stolz ist, vom schottischen Haggis (auch bekannt als mit Hafermehl gefüllter Schafsmagen) bis zum äußerst hochprozentigen zypriotischen Feuerwasserziel Zivania. Jede vermutete Bedrohung der heiligen regionalen Küche durch EU-Vorschriften kann schnell seitenlange Zeitungsartikel auslösen.

Gehört in der tschechischen Republik: „Nach EU-Recht dürfen Sahnetörtchen nicht ohne Einwickelpapier verkauft werden."

Falsch - Die Hygienevorschriften der EU erfordern Maßnahmen zur Vermeidung der Verbreitung von Keimen an Orten, an denen Lebensmittel verkauft werden, dies bedeutet aber nicht unbedingt, dass Sahnetörtchen in Einwickelpapier verkauft werden müssen. Sahnetörtchen werden in mehreren EU-Ländern ohne Einwickelpapier verkauft. Die Hygienevorschriften der tschechischen Regierung basieren auf EU-Normen, sind jedoch strenger als ähnliche Vorschriften in vielen derzeitigen Mitgliedstaaten.

Gehört in Ungarn, Polen und der tschechischen Republik: „Das private Schlachten von Schweinen wird verboten, ebenso wie hausgemachte Fleischspezialitäten."

Falsch - Die Mitgliedstaaten sind berechtigt, die Heimschlachtung von Schweinen,

Geflügel, Kaninchen, Schafen und Ziegen zu gestatten, soweit die Tiere von ihren Besitzern für den persönlichen Konsum getötet werden. Selbstverständlich muss Fleisch, das kommerziell vertrieben wird, von Tieren stammen, die in Schlachthöfen getötet wurden, die den EU-Vorschriften für Hygiene und humane Schlachtbedingungen entsprechen.

Gehört in Polen: „Eingelegte Gurken aus Polen, bekannt als ogórek kiszony, werden verboten."

Falsch - Es gab Befürchtungen, dass die EU die Herstellung von ogórek kiszony verbieten würde, weil die für das Einlegen verwendeten Gurken sehr klein sind und nicht der europäischen Norm entsprechen. Die Wahrheit ist allerdings, dass keine Probleme mit dem Marinierungsprozess oder der Größe polnischer Gurken bestehen. Die ogórek kiszony waren Thema einer Debatte, weil es keine Beschränkungen für Gurken gibt, die weniger als 180 g wiegen, so dass eine neue Möglichkeit für die Kategorisierung solcher Gurken für den europäischen Markt gefunden werden musste.

Gehört in Polen: „Polen wird seinen geliebten Wyborowa-Wodka oder andere berühmte Marken nicht mehr produzieren dürfen, weil EU-Unternehmen die Handelsmarke und damit ein Stück polnische Tradition gekauft haben!"

Falsch - Der Ursprung dieses Gerüchts liegt bei dem Verkauf des polnischen Unternehmens, das den Wodka herstellt, an ein französisches Unternehmen. Es gibt keine Vorschriften, die verbieten, dass das Getränk in Polen hergestellt wird, so wie es immer war, aber der Wodka ist ein kommerzielles Warenzeichen anders als andere berühmte Wodka-Marken wie Siwucha oder ¯ubrówka. Beide Marken sind geschützte Produktbezeichnungen im Zusammenhang mit einer bestimmten polnischen Region.

Gehört in Zypern: „Das zypriotische Feuerwasser Zivania wird fast doppelt so teuer werden, wenn Zypern der EU beitritt."

Stimmt beinahe - Zivania wird wegen neuer Steuervorschriften um 60-70% teuer werden, wenn Zypern nächstes Jahr der EU beitritt. Während der Beitrittsverhandlungen hatte Zypern die EU gebeten, keine Verbrauchssteuer auf Zivania einzuführen, aber die zypriotische Regierung hat nun akzeptiert, dass das berühmte Feuerwasser genau so besteuert werden muss wie andere Getränke mit hohem Alkoholanteil. Zypern konnte die EU dazu bringen, Zivania als regionales Warenzeichen anzuerkennen, so dass das Getränk für die Mittelmeerinsel weiterhin einzigartig bleibt.


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