Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR

Memo/00/46

Brüssel, 26. Juli 2000

Grünbuch über die Umweltproblematik von PVC

Fragen und antworten

    1. Warum hat die Kommission eine Initiative im Bereich PVC gestartet ?

Das Grünbuch entstand ausgehend von den Verpflichtungen, die die Kommission in ihrem Vorschlag für eine Richtlinie über Altfahrzeuge(1) (Juli 1997) eingegangen ist.

PVC wirft während seines gesamten Lebenszyklus eine ganze Reihe von Umweltproblemen auf, die insbesondere auf die Verwendung bestimmter Additive (Blei, Cadmium und Phthalate) zurückzuführen sind und bei der Entsorgung von PVC-Abfall virulent werden.

Einige Mitgliedstaaten haben Maßnahmen empfohlen oder verabschiedet, in denen spezifische Aspekte des Lebenszyklus von PVC geregelt werden. Diese Maßnahmen sind jedoch nicht einheitlich und beeinträchtigen unter Umständen das Funktionieren des Binnenmarktes.

Mit einer Herstellung von etwa 5,5 Mio. Tonnen im Jahre 1998 in Europa (weltweit sind es etwa 21 Mio. Tonnen; etwa 20 % der gesamten Kunststoffherstellung entfällt auf PVC) gehört PVC zu den heute am weitesten verbreiteten Kunststoffen. Die Erzeugung von PVC-Bestandteilen (PVC-Harz und alle Additive) belief sich 1998 auf insgesamt 7,2 Mio. Tonnen. Die PVC-Herstellung ist von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung: die gesamte PVC-erzeugende und -verarbeitende Industrie umfaßt etwa 21 000 Unternehmen, stellt 530 000 Arbeitsplätze und erwirtschaftet einen Umsatz von mehr als 72 Mia. EUR.

    2. Wofür wird PVC verwendet?

PVC wird heute in Europa überwiegend in der Baubranche eingesetzt (Fenster, Profile, Rohre, Bodenbeläge), auf die 57 % aller Verwendungsmöglichkeiten entfallen. Darüber hinaus kommt es hauptsächlich als Verpackung (9 %), im Haushalt (18 %) und in Kraftfahrzeugteilen (7 %) zur Anwendung.

    3. Bei den zahlreichen Anwendungen läßt sich hauptsächlich zwischen „Hart"-PVC (etwa zwei Drittel aller Anwendungen) und „Weich"-PVC (etwa ein Drittel) unterscheiden. Hart-PVC wird vor allem für Rohre, Fensterrahmen, andere Profile und Teile von Haushaltsgeräten verwendet. Weich-PVC wird insbesondere für Kabel, Bodenbeläge, als Verpackungsmaterial (dehnbare Folien), als Unterbodenschutz und Armaturenbretter bei Autos verwendet. Wie sehen die wichtigsten Zahlen über die Verwendung von Additiven und über die Abfallmengen aus?

    • Ungefähr 1 Mio. Tonnen Phthalate werden jedes Jahr als Weichmacher für die Herstellung von Erzeugnissen aus Weich-PVC verwendet. Etwa 112 000 Tonnen Bleistabilisatoren (mit einem Anteil von etwa 51 000 Tonnen Bleimetall) wurden 1998 verwendet (der gesamte Bleiverbrauch für alle Produktarten lag 1997 in Europa bei 1,6 Mio. Tonnen) und 50 Tonnen Cadmiummetall wurden in 1170 Tonnen Stabilisatorrezepturen verbraucht.

    • Jedes Jahr entstehen in Europa etwa 3,6 Mio. Tonnen verbrauchsinduzierter PVC-Abfall. In den kommenden zwanzig Jahren ist mit einem Anstieg der PVC-Abfallmenge um circa 80 % zu rechnen. Bereits vor dem Verbrauch entstehen 0,5 Mio. Tonnen PVC-Abfall bei Produktion und Verarbeitung, wovon 85 % recycelt werden.

    4. Warum verabschiedet die Kommission bloß ein Grünbuch und keine Strategie mit Vorschlägen für spezifische Maßnahmen?

    • Das Grünbuch stellt den ersten Schritt dar auf dem Weg zu einer Gemeinschaftsstrategie für PVC, die Anfang 2001 verabschiedet werden soll.

    • Die Kommission möchte damit einen transparenten Konsultationsprozeß einleiten, um die Diskussion über PVC in Gang zu bringen. Das Europäische Parlament, die Mitgliedstaaten, die nichtstaatlichen Organisationen, die Verbraucher und die Industrie müssen zu dieser wichtigen Problematik angehört werden.

    • Es ist von entscheidender Bedeutung, in der europäischen Öffentlichkeit eine Diskussion in Gang zu bringen, deren Ausgangspunkt die objektive und ausgewogene Analyse des Grünbuchs ist. In einigen Mitgliedstaaten wurde eine solche Diskussion bereits geführt, nicht jedoch in allen.

    5. Was ist bei PVC besser: Recycling, Verbrennung oder Lagerung auf einer Deponie?

    • Zur Zeit werden etwa 3 % des PVC-Abfalls recycelt (100 000 t), ungefähr 17 % werden verbrannt (etwa 600 000 t) und der Rest wird auf Deponien gelagert (etwa 2,9 Mio. t).

    • In dem Grünbuch wird eine detaillierte Analyse der Vor- und Nachteile jeder einzelner dieser Alternativen vorgenommen. Ausgehen von dieser Analyse und angesichts der niedrigen Reyclingrate ist die Kommission zu der Ansicht gelangt, daß das Recycling gefördert werden muß. Es ist allerdings davon auszugehen, daß durch Recycling nur etwa ein Fünftel der aus dem Verbrauch stammenden PVC-Abfälle entsorgt werden kann. Daher werden andere Entsorgungswege weiterhin einen hohen Stellenwert behalten.

    • In dem Grünbuch werden auch die Probleme beschrieben, die bei der Verbrennung von PVC auftreten, u. a. das Entstehen von Rückständen aus der Rauchgasreinigung (die als gesundheitsgefährdend eingestuft werden) aufgrund des in PVC enthaltenen Chlors.

    • Hinsichtlich der Lagerung auf Deponien werden in dem Grünbuch die Stabilität von PVC unter Deponiebedingungen sowie der Austritt von Phthalaten aus Weich-PVC erörtert, die in zahlreichen bisher veröffentlichten Studien beschrieben wurden. Die dabei anfallenden Größenordnungen und die entstehenden Gefahren bedürfen aber noch einer genaueren Bewertung.

    • Das Grünbuch enthält im Einklang mit der Gemeinschaftsstrategie für die Abfallwirtschaft eine ganze Reihe von möglichen Maßnahmen für eine bessere Entsorgung von PVC-Abfällen, die in verschiedenen Abfallströmen auftreten, sowie eine Analyse der wirtschaftlichen Folgen, die aus einer Verlagerung von PVC-Abfällen aus der Verbrennung hin zum Recycling oder zur Deponierung entstehen könnten.

    • Es ist noch zu früh, um der Verbrennung oder der Deponierung für alle Arten von PVC unter allen Bedingungen den Vorzug zu geben. Zweck des Grünbuchs war es unter anderem, weitere Informationen zu sammeln und die unterschiedlichen Standpunkte in dieser Frage zu ermitteln.

    6. Was hält die Kommission von der freiwilligen Verpflichtung der PVC-Industrie?

    • Die europäischen PVC-Hersteller haben eine freiwillige Selbstverpflichtung zur nachhaltigen Entwicklung im Bereich PVC unterzeichnet, in der u. a. der reduzierte Einsatz bestimmter Stabilisatoren aus Schwermetallen, das mechanische Recycling bestimmter verbrauchsinduzierter Abfälle und die Entwicklung weiterer Recyclingtechnologien genannt werden.

    • In dem Grünbuch wird diese freiwillige Verpflichtung inhaltlich beschrieben und die Initiative der Industrie als eine der in Frage kommenden Alternativen für die künftige Gemeinschaftsstrategie für PVC dargestellt.

    • Mit der Unterzeichnung und dem Inkrafttreten dieser Selbstverpflichtung (sie wird ab 2001 umgesetzt werden), die sich auf die gesamte industrielle Kette von der Herstellung bis zur Verarbeitung bezieht, wird ein wichtiger Schritt gemacht, der allerdings in bezug auf die Effizienkriterien, die in der Mitteilung der Kommission Umweltvereinbarungen (KOM(96) 561 endg.) genannt wurden, erst noch bewertet werden muß.

    • Soll dieses Konzept Erfolg haben, setzt dies jedoch ständige Fortschritte bei den Bemühungen in den einzelnen Bereichen dieser Vereinbarung voraus. Es ist insbesondere erforderlich, die Herstellung und die Verwendung bestimmter Additive zu reduzieren, das Recycling von größeren Abfallmengen anzustreben, die Hersteller stärker an den Mehrkosten für die Verbrennung zu beteiligen und ein voll funktionsfähiges Finanzierungssystem einzuführen.

    • Dies kann zwar als erster Schritt angesehen werden, aber es muß noch viel getan werden, um dafür zu sorgen, daß die Industrie sich wirksam an der Erreichung der Gemeinschaftsziele in diesem Bereich beteiligt. Hier ist zu betonen, daß die Kommissionsdienststellen derzeit einen Vorschlag für eine Rahmenverordnung über Umweltvereinbarungen ausarbeitet, der dem Rat und dem Parlament zur Verabschiedung vorgelegt wird.

    7. Wird die Kommission Rechtsinstrumente im Bereich PVC vorschlagen?

    • Derzeit steht eine ganze Reihe von Hilfsmitteln zur Verfügung, die die Auswirkungen von PVC auf die Umwelt erfassen, darunter auch gesetzliche Maßnahmen wie z. B. ein Vorschlag für eine PVC-Richtlinie oder Vorschläge zur Überarbeitung verschiedener bereits vorhandener Rechtsinstrumente. In dem Grünbuch werden alle in Frage kommenden Alternativen aufgezeigt und im Hinblick auf ihre Wirksamkeit und ihre Auswirkungen auf Umwelt und Wirtschaft untersucht.

    • Die Kommission geht davon aus, daß die Beiträge der Interessengruppen im Laufe des öffentlichen Konsultationsverfahres weiteren Aufschluß darüber geben werden, welche Strategie am geeignetsten ist.

    • Auf den Analysen des Grünbuchs und den Ergebnissen dieses Konsultationsverfahrens aufbauend wird die Kommission Anfang des Jahres 2001 eine umfassende Gemeinschaftsstrategie für die Umweltproblematik von PVC erarbeiten. Dieser Strategie werden alle erforderlichen Maßnahmen zu entnehmen sein; dies umfaßt gegebenenfalls auch die Ausarbeitung von Vorschlägen für gesetzliche Maßnahmen.

    8. Wird die Kommission Maßnahmen in bezug auf Phthalate, Blei und Cadmium ergreifen, die in PVC enthalten sind? Wird für diese gesundheitsgefährdenden Stoffe eine Risikoabschätzung durchgeführt?

    • Entsprechend ihrer allgemeinen politischen Leitlinien wird die Kommission alle geeigneten Maßnahmen ergreifen, um eine wissenschaftliche und wirtschaftliche Beurteilung der Verwendung dieser Stoffe in PVC durchzuführen.

    • Fünf Phthalate wurden bereits im Einklang mit der Verordnung 793/93 des Rates zur Bewertung und Kontrolle der Umweltrisiken chemischer Altstoffe in die ersten drei Prioritätslisten für eine Risikobewertung aufgenommen. Die Risikobewertungen dieser fünf Stoffe werden von Berichterstattern der Mitgliedstaaten (Frankreich, Schweden und Niederlande) vorgenommen. Die Risikobewertungen für DEHP, DIDP, DINP und DBP wurden bereits oder werden voraussichtlich noch im Jahr 2000 bzw. im Jahr 2001 für BBP abgeschlossen.

    • Es ist auch darauf hinzuweisen, daß die spezifischen Gefahren, die von der Verwendung von Phthalaten in bestimmten Spielzeugen und Kinderpflegeartikeln aus Weich-PVC ausgehen, vom Wissenschaftlichen Ausschuß für Toxizität, Ökotoxizität und Umwelt (CSTEE) untersucht worden sind. Darauf aufbauend hat die Kommission am 10. November 1999 einen Vorschlag für eine Richtlinie und am 7. Dezember 1999 unter Bezugnahme auf das von der Richtlinie 92/59/EG für Notfälle vorgesehene Verfahren eine Entscheidung über das Verbot der Verwendung von Phthalaten in bestimmten Spielzeugen und Kinderpflegeartikeln, die in den Mund genommen werden sollen, getroffen.

    • Obwohl bisher keine umfassenden Risikobewertungen über die Verwendung von Cadmium- und Bleiverbindungen als Stabilisatoren in PVC-Erzeugnissen durchgeführt wurden, sind bereits wichtige Arbeiten in Angriff genommen worden: eine Risikobewertung über Cadmium und Cadmiumoxid nach der Verordnung 793/93 wird gerade abgeschlossen. Was Blei angeht, hat der CSTEE kürzlich eine Stellungnahme über einen dänischen Entwurf für ein Verbot der Verwendung von Blei in Produkten abgegeben.

    • Der CSTEE beschäftigt sich in seiner Arbeit zur Zeit mit den Gefahren der Verwendung von Blei, und arbeitet an einer Stellungnahme über die Gefährdung von Umwelt und menschlicher Gesundheit durch Blei, die Mitte 2001 verabschiedet werden sollte und die u. a. auf einer Studie aufbaut, die von den Kommissionsdienststellen in Auftrag gegeben wird.

    9. Was wird nun nach dem Grünbuch passieren?

    • Das Grünbuch wird nicht nur veröffentlicht, sondern auch dem Europäischen Parlament, dem Rat, dem Wirtschafts- und Sozialausschuß und dem Ausschuß der Regionen übermittelt. Es wird sowohl im Amtsblatt als auch im Internet veröffentlicht.

    • Im Oktober 2000 wird eine öffentliche Anhörung für folgende Interessengruppen veranstaltet werden: die breite Öffentlichkeit, die nichtstaatlichen Organisationen aus dem Bereich Umwelt- und Verbraucherschutz, die Hersteller und Verarbeiter von PVC, die Verwender von PVC (Automobil- und Elektronikindustrie, Baugewerbe, Handel und Verpackungsindustrie) aber auch die Behörden der Mitgliedstaaten. Ende November 2000 endet der für die Konsultation vorgesehene Zeitraum.

    • Ausgehend von den im Grünbuch ausgeführten Analysen und den Ergebnissen dieses Konsultationsprozesses wird die Kommission Anfang 2001 eine Mitteilung vorlegen, in der sie eine umfassende Gemeinschaftsstrategie für die Umweltproblematik von PVC entwickelt, die durch verschiedene Initiativen und Maßnahmen umzusetzen ist.

    10. Warum konzentriert sich das Grünbuch nicht stärker auf die Vermeidung und den Ersatz von PVC?

    • Auf die Vermeidung wird wiederholt eingegangen, insbesondere im Zusammenhang mit der Verwendung gesundheitsgefährdender Additive und mit Recycling.

    • Auf die Frage eines Ersatzes wird im Zusammenhang mit der Förderung nachhaltigerer Produkte als Bestandteil einer Integrierten Produktpolitik ebenfalls ausdrücklich eingegangen. Eine solche Ersatzstrategie könnte für spezifische Anwendungen in Betracht kommen, die nicht einfach aus dem allgemeinen Abfallstrom abzutrennen und daher schwierig zu recyceln sind, wie beispielsweise bei der Verwendung als Verpackungen, in Kraftfahrzeugen, elektrischen und elektronischen Geräten.

    • PVC steht heute in einer Vielzahl von Anwendungen in Konkurrenz zu Alternativmaterialien. Da es aber eine große Bandbreite von Anwendungsmöglichkeiten hat, die häufig hochspezifische technische Eigenschaften voraussetzen, ist PVC nicht in allen Anwendungen durch ein einziges Material zu ersetzen. Für jeden Produkttyp gibt es andere mögliche Ersatzmaterialien. Dabei kann es sich entweder um andere Kunststoffe wie Polypropylen (PP) oder Polyethylenterephthalat (PET) für Verpackungen, Polyethylen (PE) und PP für Anwendungen am Bau oder auch um andere Materialarten wie Holz (z. B. für Fensterrahmen) oder Beton und Gußeisen für Rohre handeln.

    • In dem Grünbuch wird betont, daß eine umfassende und objektive Bewertung der wichtigsten Umweltfolgen, die von PVC und von potentiellen Ersatzstoffen während ihres gesamten Lebenszyklus ausgehen, durchgeführt werden muß, um damit eine mögliche Ersatzstrategie zu untermauern. Da in der Regel nur wenige Informationen über die Umweltfolgen möglicher Ersatzstoffe vorliegen, konnte man in dem Grünbuch zu diesem Zeitpunkt keine endgültigen Schlüsse ziehen.

    11. Warum befaßt sich das Grünbuch nur mit Umweltfragen? Warum nicht auch mit der menschlichen Gesundheit?

    • In erster Linie weil sich die Verpflichtung, die die Kommission 1997 einging, und die sie 1999 erneuerte, ausschließlich auf die Umweltaspekte von PVC bezog.

    • Dennoch wurden in dem Grünbuch alle heute bekannten, mit der menschlichen Gesundheit zusammenhängenden Fragen aufgegriffen. Da die menschliche Gesundheit durch Umweltfolgen meist indirekt in Mitleidenschaft gezogen wird, wurde diese Problematik somit zusätzlich (wenn auch nicht ausdrücklich) berücksichtigt.

    12. Wie hängt die PVC-Initiative mit dem Konzept einer Integrierten Produktpolitik zusammen, das die Kommission derzeit ausarbeitet?

    • Die PVC-Initiative übernahm die Grundlagen dieses Konzepts noch vor dessen Verabschiedung. Mit anderen Worten: Wie bei den anderen Initiativen im Bereich Abfall, z. B. bei den Verpackungen, den Altfahrzeugen oder den Elektro- und Elektronikaltgeräten, wurde eine umfassende Untersuchung aller Fragen von der Herstellung bis zur Entsorgung eines Produkts („von der Wiege bis zur Bahre") durchgeführt.

    • Die Kommission beabsichtigt, noch im Jahr 2000 ein Grünbuch über die Integrierte Produktpolitik zu verabschieden.

    13. Was ist zur PVC-Verbrennung und dem Dioxinausstoß zu sagen?

    • Welchen Einfluß die Verbrennung von PVC-Abfällen auf den Dioxinausstoß hat, wurde in wissenschaftlichen Kreisen intensiv diskutiert, da PVC derzeit für den stärksten Chloreintrag in Verbrennungsanlagen verantwortlich ist. Auf Müllverbrennungsanlagen entfiel zwischen 1993 und 1995 ein Anteil von 40 % am gesamten Dioxinausstoß in der Gemeinschaft.

    • Obwohl der tatsächliche Mechanismus noch nicht in seiner Gänze bekannt ist, wurde vorgebracht, daß eine Senkung des Chlorgehalts im Abfall zu einer geringeren Dioxinbildung beitragen könnte. Höchstwahrscheinlich haben bei der Verbrennung die wichtigsten Parameter wie die Temperatur und die Sauerstoffkonzentration einen starken Einfluß auf die Dioxinbildung, jedenfalls einen stärkeren als der Chlorgehalt.

    • Während bei der aktuellen Höhe des Chlorgehalts in Siedlungsmüll kein direkter quantitativer Zusammenhang zwischen Chlorgehalt und Dioxinbildung zu bestehen scheint, ist doch denkbar, daß ein Anstieg des Chlorgehalts im Abfallstrom über einen bestimmten Schwellenwert zu einem Anwachsen des Dioxinausstosses in Müllverbrennungsanlagen führen könnte. Es wurde ein Chlorgehalt von 1 % genannt, aber es herrscht noch keine endgültige Klarheit über die Höhe dieses Schwellenwerts.

In dem Vorschlag für eine Richtlinie über die Verbrennung von Abfällen(2) ist ein Emissionsgrenzwert von 0,1 ng/m³ vorgesehen. Damit soll einen Senkung der Dioxinemissionen aus Müllverbrennungsanlagen erreicht werden, insbesondere aus den Anlagen, deren Betrieb noch nicht dem Stand der Technik entspricht.

(1)KOM (97) 358 endg.

(2)KOM(1998) 558 endg.


Side Bar

My account

Manage your searches and email notifications


Help us improve our website