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Die  Widersprüche und  Ungereimtheiten  bei  der Definition  der  kleinen und
mittleren   Unternehmen    (KMU)   auf   Gemeinschaftsebene   und    in   den
Mitgliedstaaten  werden endlich ausgeräumt.  Erstmals schlägt  die Kommission
eine  gemeinsame  Grundlage  für  alle  KMU-Fördermaßnahmen  vor.  Mit  einer
einheitlichen und  in  sich  schlüssigen  Definition, die  sich  auf  mehrere
Kriterien  stützt,  schafft   sie  die  Ausgangsbasis  für   eine  gezieltere
KMU-Förderung  der  Gemeinschaft und  vermeidet  gleichzeitig Ungereimtheiten
oder Wettbewerbsverzerrungen.

Die  Definition,  die   von  dem  für  die   Unternehmenspolitik  zuständigen
Kommissionsmitglied  Christos  PAPOUTSIS  vorgeschlagen  und  heute  von  der
Kommission  in Form  einer Mitteilung  verabschiedet wurde,  stützt sich  auf
folgende    Kriterien:   Beschäftigtenzahl,    Unabhängigkeit,   Umsatz   und
Bilanzsumme.

Nach der neuen Definition  muß die Beschäftigtenzahl eines Unternehmens unter
250 liegen, damit es zur Gruppe der KMU gerechnet wird.

Für  die Unterscheidung  zwischen kleinen  und  mittleren Unternehmen  gelten
folgende Schwellenwerte:  mittlere  Unternehmen  sind solche, die mehr als 50
und  weniger  als  250  Beschäftigte  haben   sowie  einen  Jahresumsatz  von
höchstens  40 Mio. ECU  oder eine  Bilanzsumme von  maximal 27 Mio.  ECU. Als
 kleine Unternehmen   gelten  jene,  die weniger  als  50 Beschäftigte  haben
sowie einen Jahresumsatz  von höchstens 7 Mio. ECU oder eine Bilanzsumme, die
5 Mio. ECU nicht übersteigt. Als  Kleinstunternehmen   gelten Unternehmen mit
weniger als 10 Beschäftigten. Ein  weiteres Kriterium für die  Einstufung als
kleines oder mittleres Unternehmen ist die  Unabhängigkeit, d. h. Unternehmen
fallen  nur  dann  unter diese  Kategorie,  wenn  sie  nicht  von einem  oder
mehreren Großunternehmen kontrolliert werden.

Die Mitteilung der  Kommission umfaßt eine Empfehlung der Kommission, mit dem
ein Bezugsrahmen  geschaffen werden soll  für die Gemeinschaftsprogramme  und
die Rechtsakte, die  die KMU betreffen. Ferner beinhaltet sie eine Empfehlung
an  die  Mitgliedstaaten,  die Europäische  Investitionsbank  (EIB)  und  den
Europäischen Investitionsfonds (EIF). Die KMU-Definition  basiert jeweils auf
denselben Kriterien. Die empfohlenen Schwellenwerte stellen  indessen für die
Mitgliedstaaten   lediglich    Obergrenzen   dar,   da   gegenwärtig   großen
Unterschiede   zwischen  den   Unionsländern   bestehen   und  eine   gewisse
Flexibilität   gewährleistet   sein  muß,   damit  örtliche   oder  regionale
Gegebenheiten berücksichtigt werden können. 

Kommissionsmitglied  Christos   Papoutsis  hat  den  heutigen   Beschluß  mit
folgenden Worten erläutert:   Endlich haben wir einen  Bezugsrahmen, der  als
Grundlage  für   alle  KMU-Fördermaßnahmen  herangezogen  werden   kann.  Der
Wirkungsgrad  dieser   Maßnahmen,  und  insbesondere  der  der  konzertierten
Aktionen, wird sich in den kommenden Jahren deutlich erhöhen.

Ich  bin zuversichtlich,  daß  die  kleinen  und mittleren  Unternehmen,  das
Rückgrat  unserer  Volkswirtschaften,  von   dieser  Entwicklung  profitieren
werden,  denn  unsere Aktionen  können  nunmehr  sehr  viel  genauer auf  die
Unternehmen  ausgerichtet  werden,  die  aufgrund  ihrer  geringen  Größe  am
dringendsten Unterstützung benötigen. 

Warum eine einheitliche Definition?

In  den  letzten Jahren  sind  sowohl  auf  gemeinschaftlicher  als auch  auf
einzelstaatlicher  Ebene  eine  Reihe  von  Maßnahmen  auf  den Weg  gebracht
worden, die  die  KMU betreffen  bzw.  speziell  für die  konzipiert  wurden.
Hierbei hat man jedoch verschiedene  Ansätze für die Definion der kleinen und
mittleren Unternehmen gewählt, mit  dem Ergebnis, daß gegenwärtig eine  ganze
Reihe   von   einander  abweichender   KMU-Definitionen   verwendet   werden.
Unterschiede  bestehn hinsichtlich  der  Zahl  der zu  erfüllenden  Kriterien
sowie der Schwellenwerte und deren Korrektur.

All das hatte  und hat  mangelnde Kohärenz   und Transparenz  zur Folge.  Die
Kommission hat sich daher seit einiger Zeit mit  der Frage der KMU-Definition
befaßt, mit dem Ziel, die optimale Formel zu finden.

Bei diesen  Arbeiten wurde deutlich,  daß die unterschiedlichen  Definitionen
den Wirkungsgrad der KMU-Fördermaßnahmen  beeinträchtigen.  Am klarsten tritt
diese Problematik  bei den  Fördermaßnahmen  zutage,  die gemeinsam  von  der
Kommission, den  Mitgliedstaaten, der EIB und  dem EIF  finanziert werden, da
diese unterschiedliche Definitionen  verwenden. Das führt dazu, daß  ein Teil
der Gelder, die eigentlich für KMU gedacht sind, in Großunternehmen fließt.

Daher  wollte die  Kommission erstmals eine  einheitliche Grundlage  für alle
KMU-Fördermaßnahmen  schaffen,  die  eine  Neuausrichtung  der  Unterstützung
ermöglicht,  und  zwar  auf   jene  Unternehmen,  die  staatliche  Hilfe   am
dringendsten  benötigen.  Es  war  bereits  ein  Trend  zur  Verwendung   der
Definition festzustellen,  die den Leitlinien für staatliche Beihilfen an KMU
zugrunde liegt. Auf  diese Definition stützt sich auch die KMU-Initiative der
Gemeinschaft, und sie wurde  1995 für den größten Teil der  Zinszuschüsse der
EIB herangezogen.

Die Kommission  hat sie daher bei  der Erarbeitung  der heute verabschiedeten
Definition  zugrunde  gelegt.  Sie hat  namentlich  die  Obergrenze  von  250
Beschäftigten  übernommen, da  Unternehmen bis  zu dieser  Größe am stärksten
auf Unterstützung  angewiesen sind. Die  finanziellen Schwellenwerte hat  sie
indessen    nach   oben    korrigiert,    um    der   Inflation    und    den
Produktivitätszuwächsen in den Unternehmen Rechnung zu tragen.

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