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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Kapitalmarktunion: Einigung über Maßnahmen zur Verbesserung des EU-Markts für Investmentfonds

Brüssel, 5. Februar 2019

Die Kommission hat die heute zwischen dem Europäischen Parlament und den EU-Mitgliedstaaten erzielte politische Einigung über neue Vorschriften begrüßt, die den Vermögensverwaltern in der EU einen einfacheren, rascheren und kostengünstigeren Fondsvertrieb an ein erweitertes Anlegerspektrum ermöglichen.

Die Anleger in der EU werden ihrerseits von einem deutlich größeren Angebot an Fondsprodukten und einem besseren Kosten-Nutzen-Verhältnis profitieren.

Hierzu der für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und die Kapitalmarktunion zuständige Kommissionsvizepräsident Valdis Dombrovskis: „Die heutige Einigung wird den Verwaltungsaufwand senken und bei Fondsverwaltern, die ihre Produkte in der gesamten EU vermarkten wollen, für mehr Klarheit sorgen. Die Anleger werden dadurch von einer größeren Auswahl zu geringeren Kosten profitieren können, was ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zur Kapitalmarktunion darstellt. Um ein Beispiel zu geben – wir wollen, dass in Mailand ansässige Fondsverwalter ihre Fonds problemlos auch in Riga anbieten können, ohne dass dabei Abstriche beim Anlegerschutz gemacht werden.“

Jyrki Katainen, für Arbeitsplätze, Wachstum, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit zuständiger Vizepräsident der Kommission, erklärte: „Mit dieser Einigung wird ein Hemmnis für grenzüberschreitende Investitionen in der EU beseitigt und damit ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Vollendung der Kapitalmarktunion vollzogen. Investitionen müssen in der gesamten EU ungehindert fließen können, damit die Unternehmen im größtmöglichen Umfang davon profitieren und Finanzierungsmittel erhalten, die sie benötigen, um zu wachsen.“

Investmentfonds sind ein wichtiges Instrument, mit dem der Wirtschaft private Ersparnisse zugeleitet und die Finanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen erweitert werden können. Der EU-Markt für Investmentfonds hat ein Volumen von insgesamt 14,3 Billionen EUR. Sein Potenzial ist jedoch noch nicht voll ausgeschöpft. 70 % aller verwalteten Vermögenswerte werden von Investmentfonds gehalten, die nur im Inland für den Vertrieb zugelassen oder registriert sind. Derzeit sind lediglich 37 % der Organismen für gemeinsame Anlagen in Wertpapieren (OGAW) und rund 3 % der alternativen Investmentfonds (AIF) für den Vertrieb in mehr als drei Mitgliedstaaten registriert. Dies ist unter anderem auf regulatorische Hindernisse zurückzuführen, die den grenzüberschreitenden Vertrieb von Investmentfonds derzeit behindern.

Mit der heutigen Einigung werden einige dieser Hindernisse für alle Arten von Investmentfonds beseitigt. Auf diese Weise wird der grenzüberschreitende Vertrieb transparenter, und gleichzeitig werden übermäßig komplizierte und aufwändige Anforderungen abgeschafft und unterschiedliche nationale Vorschriften harmonisiert. Dank des erhöhten Wettbewerbs profitieren die Anleger von einer größeren Auswahl und einem besseren Kosten-Nutzen-Verhältnis sowie von einem unverändert hohen Anlegerschutz.

Die neuen Vorschriften werden insbesondere folgende Änderungen nach sich ziehen: 

  • Vereinfachte Verfahren für in der EU zugelassene Verwalter alternativer Investmentfonds, um im Rahmen von Pre-Marketing-Tätigkeiten das Interesse potenzieller professioneller Anleger an neuen Märkten zu testen: Dies wird dazu beitragen, dass Fondsmanager fundiertere Geschäftsentscheidungen treffen können, bevor sie in einen neuen Markt eintreten.

  • Präzisierung der Verpflichtungen der Vermögensverwalter hinsichtlich der Dienstleistungen für Anleger im Aufnahmemitgliedstaat: Auf diese Weise soll sichergestellt werden, dass Anleger unionsweit einheitliche, hochwertige Dienstleistungen in Anspruch nehmen können, ohne dass den Vermögensverwaltern dadurch Kosten für den Betrieb einer physischen Präsenz oder von lokalen Einrichtungen in allen Aufnahmelandmärkten entstehen.

  • Angleichung der Verfahren und Bedingungen bei einem Rückzug von Investmentfondsverwaltern aus nationalen Märkten, d. h. wenn sie ihre Investmentfonds dort nicht mehr anbieten oder platzieren wollen (Verfahren zum Widerruf von Anzeigen)

  • Einführung höherer Transparenzanforderungen und Schaffung eines einzigen Online-Zugangsportals für Informationen über nationale Vorschriften im Zusammenhang mit den Vermarktungsanforderungen und den geltenden Gebühren: Hiervon dürften Vermögensverwalter, die ihre grenzüberschreitenden Tätigkeiten ausbauen wollen, profitieren, da Kosten für die Rechtsberatung zu nationalen Vorschriften eingespart werden können. 

Nächste Schritte

Im Anschluss an diese politische Einigung werden weitere fachliche Arbeiten erfolgen, bevor das Europäische Parlament und der Rat den endgültigen Wortlaut förmlich annehmen können.

Hintergrund

Das heute vereinbarte Legislativpaket wurde von der Kommission im März 2018 vorgelegt und ist Teil des Aktionsplans zur Schaffung einer Kapitalmarktunion. Eine neue Richtlinie, mit der die geltenden OGAW- und AIFM-Richtlinien geändert werden, deckt bestimmte Aspekte ab, die mit dem Zugang zum Binnenmarkt zusammenhängen (Artikel 53 AEUV). In einer neuen Verordnung werden mit der Funktionsweise des Binnenmarkts zusammenhängende Fragen (Artikel 114 AEUV) behandelt.

Pressemitteilung zum Vorschlag für neue Vorschriften über den grenzüberschreitenden Vertrieb von Fonds

Fragen und Antworten/Memo zum Vorschlag für neue Vorschriften über den grenzüberschreitenden Vertrieb von Fonds

Informationen zur Kapitalmarktunion auf der Website der GD FISMA

IP/19/861

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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