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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Erasmus+: 2017 erneut ein Rekordjahr

Brüssel, 24. Januar 2019

Aus dem heute von der Europäischen Kommission veröffentlichten Jahresbericht über Erasmus+ geht hervor, dass mehr Menschen als je zuvor an dem Programm teilnehmen und die Anzahl der geförderten Projekte ebenfalls weiter gestiegen ist. Gleichzeitig wird das Programm immer inklusiver und internationaler.

Im Jahr 2017 hat die EU die Rekordsumme von 2,6 Mrd. EUR in das Programm investiert — das sind 13 % mehr als 2016. Dadurch konnten jungen Menschen mehr Chancen eröffnet werden als je zuvor. Wie die Zahlen zeigen, ist Erasmus+ seinem Ziel, zwischen 2014 und 2020 3,7 % der jungen Menschen in der EU zu unterstützen, ein gutes Stück nähergekommen. Außerdem macht der Bericht deutlich, dass das Programm für Menschen aus benachteiligten Verhältnissen sowie für kleinere Organisationen zugänglicher wird.

Nie gab es mehr Unterstützung für das Programm. Im Rahmen einer erfolgreichen Kampagne im Jahr 2017 anlässlich des 30-jährigen Bestehens von Erasmus haben mehr als 750 000 Menschen an insgesamt 1900 Veranstaltungen in 44 Ländern teilgenommen und dabei die Rolle von Erasmus+ und seinen Vorläufern unterstrichen: Das Programm gibt jungen Menschen die Möglichkeit, ihre Kompetenzen auszubauen und zugleich zu erfahren, was es heißt, Europäerin bzw. Europäer zu sein.

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport, erklärte: „Ganz im Zeichen der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen von Erasmus war 2017 ein Jahr, in dem das Programm erneut Grenzen aufhob, den Kulturaustausch förderte und neue Möglichkeiten in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung, Jugend und Sport eröffnete. Die heute veröffentlichten Zahlen bestätigen die entscheidende Rolle, die Erasmus+ für ein stärkeres, inklusiveres und robusteres Europa spielt. Im Rahmen des neuen langfristigen EU-Haushalts möchten wir das Programm noch größer und besser aufstellen, damit wir mehr Mittel in eine noch größere Vielfalt junger Europäerinnen und Europäer investieren können.“

Im Jahr 2017 unterstützte Erasmus+ eine Rekordzahl von fast 800 000 Personen dabei, im Ausland zu studieren, eine Ausbildung zu absolvieren oder freiwillig tätig zu sein. Dies ist ein Plus von 10 % gegenüber 2016. Gefördert wurde auch die Zusammenarbeit zwischen Bildungseinrichtungen, Jugendorganisationen und Unternehmen. Insgesamt beteiligten sich 84 700 Organisationen an 22 400 Projekten. Mehr als 400 000 Studierende, Praktikanten und Beschäftigte an Hochschulen erhielten im akademischen Jahr 2016/2017 Gelegenheit zum Lernen und Lehren im Ausland, darunter rund 34 000 Personen, deren Lernmobilität in und aus Partnerländern in aller Welt mit Stipendien gefördert wurde. Die meisten Studierenden stammten aus Frankreich, Deutschland und Spanien. Die beliebtesten Zielländer für Studierende waren Spanien, Deutschland und das Vereinigte Königreich.

Aus dem Jahresbericht geht erneut hervor, dass Erasmus+ sich durchaus nicht nur an Studierende und Hochschulpersonal richtet. Auch Auszubildende und Ausbilder (160 000), junge Menschen und Jugendbetreuer (158 000) und Beschäftigte in der Erwachsenenbildung (6400) nahmen weiterhin die Leistungen in Anspruch. Darüber hinaus profitierten auch Lehrkräfte und Personal von Schulen (47 000) und ihre Schülerinnen und Schüler (110 000) von Kooperationsprojekten. Ergänzend zu der jährlich stattfindenden Europäischen Woche des Sports finanzierte das Programm 162 Sportprojekte, an denen 930 Organisationen teilnahmen, darunter zehn gemeinnützige Sportveranstaltungen.

Der Zugang zu Erasmus+ wird auch denjenigen zunehmend erleichtert, die am meisten zu gewinnen haben, indem für Teilnehmer aus benachteiligten sozioökonomischen Verhältnissen mehr Möglichkeiten und zusätzliche Finanzmittel bereitgestellt werden. 2017 nahmen fast 21 000 benachteiligte Studierende und Beschäftigte an Mobilitätsmaßnahmen im Hochschulbereich im Rahmen von Erasmus + teil. Damit haben seit 2014 insgesamt mehr als 67 500 benachteiligte Personen, darunter fast 2000 Personen mit besonderen Bedürfnissen, teilgenommen.

Auch die Förderung digitaler Kompetenzen in den Bereichen allgemeine und berufliche Bildung und Jugend rückte 2017 stärker in den Vordergrund. Das Programm wurde weiterentwickelt, um den strategischen Prioritäten der EU in diesem Bereich insbesondere durch innovative Lehr- und Lernmethoden Rechnung zu tragen. Beispielsweise wurde die neue Erasmus+-App seit ihrer Einführung Mitte 2017 bereits mehr als 55 000 Mal heruntergeladen, und über 380 000 Menschen haben seit 2014 die Online-Sprachkurse genutzt, darunter fast 5500 neu angekommene Flüchtlinge.

Hintergrund

Erasmus+ und seine Vorläuferprogramme zählen zu den erfolgreichsten Programmen der Europäischen Union. Seit 1987 bieten sie jungen Menschen insbesondere die Möglichkeit, im Ausland neue Erfahrungen zu sammeln. Das derzeitige Programm Erasmus+ läuft von 2014 bis 2020 und ist mit einem Budget von 14,7 Mrd. EUR ausgestattet. Es soll 3,7 % der jungen Menschen in der EU ermöglichen, ein Studium, eine Ausbildung, ein Praktikum oder eine Freiwilligentätigkeit im Ausland zu absolvieren. Auch das geografische Zielgebiet des Programms ist erheblich gewachsen: von 11 Ländern im Jahr 1987 auf mittlerweile 33 (alle 28 EU-Mitgliedstaaten sowie die Türkei, die ehemalige jugoslawische Republik Mazedonien, Norwegen, Island und Liechtenstein). Außerdem besteht die Möglichkeit von Partnerschaften mit Ländern in aller Welt.

Im November 2017 einigten sich die Staats- und Regierungschefs der EU darauf, Mobilität und Austausch voranzutreiben – unter anderem durch ein deutlich gestärktes, inklusives und erweitertes Erasmus+-Programm für Lernende in allen Bereichen.

Im Mai 2018 legte die Kommission ihren Vorschlag für ein ehrgeiziges neues Erasmus-Programm vor, dessen Budget im neuen langfristigen Unionshaushalt für den Zeitraum 2021–2027 auf 30 Mrd. EUR verdoppelt werden soll. Ziel ist eine Verdreifachung der Teilnehmerzahl auf 12 Millionen. Das Programm soll noch inklusiver und zugänglicher für Menschen mit unterschiedlichen Hintergrundsituationen und noch internationaler werden.

Das Programm wird auch die Bemühungen um die Schaffung eines europäischen Bildungsraums bis 2025 unterstützen - eine politische Priorität, mit der die EU gewährleisten möchte, dass grenzenlos gelernt, studiert und geforscht werden kann.

Weitere Informationen

Fragen und Antworten

Erasmus+: Jahresbericht 2017, allgemeine und länderspezifische Informationsblätter

IP/19/601

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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