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Europäische Kommission - Pressemitteilung

EU beschließt Schutzmaßnahmen gegenüber Reis aus Kambodscha und Myanmar

Brüssel, 16. Januar 2019

In einer Untersuchung wurde ein erheblicher Anstieg der Einfuhren von Indica-Reis aus Kambodscha und Myanmar in die Europäische Union bestätigt, der eine wirtschaftliche Schädigung für die europäischen Hersteller bedeutet.

Die Europäische Kommission hat daher heute beschlossen, Einfuhrabgaben wiedereinzuführen, die dann über einen Zeitraum von drei Jahren schrittweise reduziert werden.

Laut dem Beschluss der Kommission, der morgen im Amtsblatt veröffentlicht wird, wird die Europäische Union ab dem 18. Januar den normalen Zollsatz für diese Ware von 175 EUR pro Tonne im ersten Jahr wieder in Kraft setzen und ihn schrittweise auf 150 EUR pro Tonne im zweiten Jahr und 125 EUR pro Tonne im dritten Jahr verringern.

In der im März 2018 eingeleiteten Untersuchung stellte die Kommission fest, dass die Einfuhren von Indica-Reis aus beiden Ländern zusammengenommen in den letzten fünf Reisanbauperioden um 89 % gestiegen sind. Gleichzeitig zeigte sich, dass die Preise deutlich niedriger waren als die Preise der EU-Branche und in diesem Zeitraum sogar zurückgegangen sind. Der Anstieg der Billigeinfuhren hat die Reiserzeuger in der EU in erhebliche Schwierigkeiten gebracht, da ihr Marktanteil in der EU beträchtlich sank – von 61 % auf 29 %.

Kambodscha und Myanmar sind Begünstigte der EU-Handelsregelung „Alles außer Waffen“, die den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt für alle Waren außer Waffen und Munition einseitig zoll- und kontingentfreien Zugang zum EU-Markt gewährt. Hierbei handelt es sich um eine der Säulen des Allgemeinen Präferenzsystems (APS) zur Senkung der Zölle für Entwicklungsländer. Die heutige Maßnahme erfolgt unter Anwendung des Schutzmechanismus der APS-Verordnung.

Hintergrund

Der Antrag auf die Schutzmaßnahmen gegenüber Reiseinfuhren wurde ursprünglich von der italienischen Regierung im Februar 2018 vorgelegt und dann von allen übrigen EU-Mitgliedstaaten, in denen Reis angebaut wird (Spanien, Frankreich, Portugal, Griechenland, Ungarn, Rumänien und Bulgarien), unterstützt. Am 16. März 2018 leitete die Kommission eine formale Untersuchung ein. Die Maßnahmen werden für einen Zeitraum von drei Jahren eingeführt.

Der Beschluss wird am 17. Januar im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht und tritt am folgenden Tag in Kraft.

Weitere Informationen

Handelsbeziehungen zwischen der EU und Kambodscha

Handelsbeziehungen zwischen der EU und Myanmar

Allgemeines Präferenzsystem

IP/19/427

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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