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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission prüft Übernahme von Chantiers de l'Atlantique durch Fincantieri

Brüssel, 8. Januar 2019

Die Europäische Kommission hat sich auf Antrag von Frankreich und Deutschland bereit erklärt, die geplante Übernahme der französischen Werft Chantiers de l'Atlantique durch deren italienischen Wettbewerber Fincantieri auf Grundlage der EU-Fusionskontrollverordnung zu prüfen. Nach Ansicht der Kommission könnte der Zusammenschluss zu einer Beeinträchtigung des Wettbewerbs auf europäischer und weltweiter Ebene führen.

Der gemeinsame Umsatz der an dem Übernahmevorhaben beteiligten Unternehmen liegt unterhalb der in der EU-Fusionskontrollverordnung festgelegten Umsatzschwellen, ab denen ein Vorhaben aufgrund seiner unionsweiten Bedeutung bei der Europäischen Kommission anzumelden ist. Das Vorhaben wurde daher in Frankreich und Deutschland bei den zuständigen Behörden zur Genehmigung angemeldet.

Daraufhin reichte Frankreich einen Verweisungsantrag nach Artikel 22 Absatz 1 der EU-Fusionskontrollverordnung bei der Kommission ein. Gemäß dieser Bestimmung können ein oder mehrere Mitgliedstaaten die Kommission ersuchen, einen Zusammenschluss zu prüfen, der zwar keine EU-weite Bedeutung hat, sich aber auf den Handel im Binnenmarkt auswirkt und den Wettbewerb im Hoheitsgebiet des bzw. der antragstellenden Mitgliedstaaten erheblich zu beeinträchtigen droht. Deutschland schloss sich dem Verweisungsantrag Frankreichs an.

Anhand der von Frankreich und Deutschland übermittelten Informationen hat die Kommission (vorbehaltlich des Ergebnisses ihrer eingehenden Untersuchung) festgestellt, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb im Schiffbau, insbesondere auf dem Weltmarkt für Kreuzfahrtschiffe, erheblich beeinträchtigen könnte. Außerdem ist die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass sie die am besten geeignete Behörde zur Analyse der zu erwartenden grenzübergreifenden Auswirkungen des Zusammenschlusses ist. Daher wird sie das Zusammenschlussvorhaben in vollem Umfang prüfen.

Zunächst wird die Kommission Fincantieri auffordern, das Rechtsgeschäft bei ihr anzumelden.

Hintergrund

Fincantieri ist ein italienischer Schiffbaukonzern, der mehrheitlich im Eigentum der Cassa depositi e prestiti steht, die sich wiederum mehrheitlich in Staatseigentum befindet. Fincantieri ist in erster Linie in der Entwicklung und im Bau von Handelsschiffen, Marineschiffen und hochspezialisierten Premium-Offshore-Plattformen tätig. Außerdem erbringt das Unternehmen Dienstleistungen für Schiffseigner und entwickelt und produziert mechanische Ausrüstung. Fincantieri ist das größte europäische Schiffbauunternehmen.

Chantiers de l'Atlantique ist ein französisches Schiffbauunternehmen mit Sitz in Saint-Nazaire, das über eine staatliche Beteiligungsagentur mehrheitlich im Eigentum des französischen Staates steht. Das Unternehmen ist in erster Linie in der Entwicklung und im Bau von Fahrgastschiffen tätig und erbringt zudem Dienstleistungen für Schiffseigner.

Weitere Informationen zu diesem Fusionsfall werden auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register unter der Nummer M.9162 veröffentlicht.

IP/19/262

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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