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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Flüssigerdgasimporte aus den USA um 272 % gestiegen - EU und USA organisieren hochrangiges B2B-Energieforum

Brüssel, 2. Mai 2019

Flüssigerdgasimporte aus den USA um 272 % gestiegen - EU und USA organisieren hochrangiges B2B-Energieforum

In ihrer Gemeinsamen Erklärung vom 25. Juli 2018 in Washington, D.C., haben Präsident Juncker und Präsident Trump vereinbart, die strategische Zusammenarbeit zwischen der EU und den USA im Energiebereich zu stärken. Insbesondere kamen sie zu einer Einigung über die Vorteile verstärkter Ausfuhren von Flüssigerdgas (LNG) aus den USA auf den Gasmarkt der EU.

Die LNG-Ausfuhren der USA in die EU nehmen seit der ersten Ladung im April 2016 erheblich zu und sind nach dem Treffen von Präsident Trump und Präsident Juncker im Juli 2018 stark um 272 % angestiegen. Somit verzeichnete der EU-USA-Handel mit LNG im März 2019 mit über 1,4 Mrd. m3 sein bisher höchstes Volumen.

Heute kommen Führungskräfte aus dem Energiebreich von beiden Seiten des Atlantiks in Brüssel zusammen, um weitere Möglichkeiten zur Verbesserung des transatlantischen LNG-Handels, die Rolle, die US-amerikanisches LNG zu konkurrenzfähigen Preisen auf dem EU-Markt spielen kann, und die wachsenden Möglichkeiten für den Einsatz von LNG im Verkehrssektor zu erörtern. Dieses hochrangige Energieforum, das vom für Klimapolitik und Energie zuständige EU-Kommissar Miguel Arias Cañete und dem US-Energieminister Rick Perry eröffnet wurde, bietet amerikanischen und europäischen Unternehmen die Gelegenheit festzulegen, welche weiteren Maßnahmen erforderlich sind, um kommerzielle Möglichkeiten im LNG-Handel zwischen der EU und den USA vollständig zu nutzen. Diese reichen von neuen Infrastrukturen für die vorgelagerte Entwicklung, Verflüssigung und Wiederverdampfung bis zu Leitungsnetzen sowie neuen Geschäftsmodellen und Finanzinstrumenten in einem sich wandelnden Markt. Darüber hinaus werden Entscheidungsträgern von Unternehmen des LNG-Sektors aus den USA und der EU Möglichkeiten zur Anbahnung geschäftlicher Kontakte und zum Abschluss von Geschäften geboten.

Die Veranstaltung ist ein klares Zeichen für die verstärkte Zusammenarbeit zwischen der EU und den USA im Energiebereich und bot EU-Kommissar Miguel Arias Cañete eine weitere Gelegenheit, sich mit dem US-Energieminister Rick Perry zu treffen und allgemeinere Aspekte der Beziehungen zwischen der EU und den USA im Energiebereich zu erörtern.

Im Anschluss an das Treffen sagte EU-Kommissar Arias Cañete: „Die Energieversorgungssicherheit ist eine der wichtigsten Erfolgsgeschichten unserer transatlantischen Zusammenarbeit und ist von starkem beiderseitigem Interesse. Es ist daher unser gemeinsames Ziel, unsere Zusammenarbeit im Energiebereich weiter zu vertiefen. Erdgas wird in naher Zukunft beim Übergang zu sauberen Energiequellen ein wichtiger Bestandteil des Energiemixes der EU bleiben. Angesichts unserer starken Abhängigkeit von Importen könnte Flüssigerdgas aus den USA – sofern die Preise wettbewerbsfähig sind – eine wachsende und strategische Rolle bei der Gasversorgung in der EU spielen.“

Der amerikanische Energieminister Rick Perry erklärte: „Das heutige Gespräche folgt auf die Gemeinsame Erklärung von Präsident Trump und Präsident Juncker zur Stärkung unserer strategischen Partnerschaft im Energiebereich vom vergangenen Juli. Uns verbindet die Geschichte der transatlantischen Zusammenarbeit in guten und in schlechten Zeiten, und gemeinsam fördern wir unser Erbe der Freiheit. Die Stärke dieser Beziehung ist besonders im Energiebereich zu sehen. Beim Erdgas verfügen wir jeweils über das, was der andere benötigt, um enormen gegenseitigen Nutzen aus unserer Energiebeziehung zu ziehen.“

Erhöhte LNG-Einfuhren aus den USA tragen zu dem Ziel der EU bei, ihre Energieversorgung zu diversifizieren. Wettbewerbsfähig, liquide und stabil ist der Gasmarkt der EU nach den USA der zweitgrößte Gasmarkt der Welt.

Es wird davon ausgegangen, dass die EU-Gasimporte in den kommenden Jahren steigen werden, während die Nachfrage voraussichtlich auf einem vergleichbaren Niveau bleiben wird, da Gas bei den Bemühungen der EU zur Dekarbonisierung der Wirtschaft als wichtiger Übergangsbrennstoff identifiziert wurde.

 

Hintergrund

Ausbau von Kapazitäten für Flüssigerdgas in der EU:

Die EU verfügt mit einer aktuellen Reservekapazität von rund 150 Mrd. m3 über gut entwickelte Kapazitäten für den Import von Flüssigerdgas. Gleichzeitig werden derzeitige Kapazitäten angesichts ihrer strategischen Bedeutung für die Diversifizierung und Sicherheit der Energieversorgung erweitert und neue Kapazitäten aufgebaut. Zu den neuesten Entwicklungen gehören die Folgenden:

  • Die Unterzeichnung einer Finanzhilfevereinbarung zwischen der polnischen Regierung und dem LNG-Unternehmen Polskie über die Erweiterung des Flüssiggas-Terminals in Świnoujście an der Ostseeküste im Nordwesten Polens am 24. April. Die EU hat fast 128 Mio. EUR aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung in die Erweiterung dieses Terminals investiert, was zu den 224 Mio. EUR hinzukommt, die bereits in der vorangegangenen Förderperiode investiert wurden.
  • Die endgültige Investitionsentscheidung für einen LNG-Terminal auf der Insel Krk in Kroatien im Januar 2019. Die EU hat insgesamt 124 Mio. EUR (108 Mio. EUR für den Terminal und 16 Mio. EUR für die Evakuierungspipeline) zu dem Projekt beigetragen.

Die EU unterstützt außerdem die Kapazitätsentwicklung in Griechenland, Spanien, Irland, Schweden und Zypern, eine detaillierte Tabelle ist online verfügbar. Die EU schätzt, dass bis 2022 alle Mitgliedstaaten (außer Malta und Zypern) Zugang zu drei Gasquellen und 23 Mitgliedstaaten Zugang zum globalen LNG-Markt haben werden.

 

Anstieg der LNG-Einfuhren aus den USA:

Seit Juli 2018 haben sich die kumulativen Einfuhren von Flüssigerdgas aus den USA in die EU um 272 % erhöht. Mit einem Anteil von 12,6 % an den bisherigen LNG-Einfuhren der EU im Jahr 2019 sind die USA der drittgrößte LNG-Lieferant Europas, während Europa im Januar bis Februar dieses Jahres vor Asien zum wichtigsten Bestimmungsland von LNG aus den USA geworden ist [1]. Die Europäische Union ist bereit, höhere Importe von Flüssigerdgas aus den USA zu fördern, sofern die Marktbedingungen stimmen und die Preise wettbewerbsfähig sind. Die US-Exporteure können so ihre Position auf den europäischen Märkten weiter stärken und tragen gleichzeitig zur Sicherheit und Diversifizierung der Energieversorgung in der EU bei.

Die aktuellen Zahlen:

  • In den neun Monaten seit der Gemeinsamen Erklärung vom 25. Juli 2018 sind die kumulativen EU-Importe von LNG aus den USA gegenüber dem vorhergehenden Zeitraum um 272 % gestiegen, das entspricht insgesamt 10,4 Mrd. Kubikmetern (m3).
  • Der US-Anteil an den LNG-Gesamteinfuhren der EU betrug in den letzten sechs Monaten 13,4 %, während er vor der Gemeinsamen Erklärung noch bei 2,3 % lag.
  • Seit Anfang 2016 hat die EU mehr als 110 LNG-Lieferungen aus den USA erhalten. 2017 entfielen mehr als 10 % der gesamten US-LNG-Exporte (2016: 5 %) auf Europa. Im Kalenderjahr 2018 gingen etwa 11 % der LNG-Exporte der USA auf den EU-Markt. In dem 9-Monats-Zeitraum seit der Gemeinsamen Erklärung (August 2018 – April 2019) stieg dieser Anteil jedoch auf fast 30 %.

 

[1]Quelle: U.S. Department of Energy, Office of Fossil Energy, Daten bis Februar 2019.

 

Weitere Informationen

Gemeinsame Erklärung der EU und der USA

Internetseite der Veranstaltung

Factsheet: Entwicklung des LNG-Handels zwischen der EU und den USA

Detaillierte Daten über den LNG-Handel zwischen der EU und den USA von März 2019 und EU-Investitionen in LNG-Terminals

Flüssigerdgas (LNG) – Hintergrund

 

[1]Quelle: U.S. Department of Energy, Office of Fossil Energy, Daten bis Februar 2019.

IP/19/2313

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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