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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Nachhaltiges Finanzwesen: Hochrangige Konferenz leitet nächste Stufe der globalen Zusammenarbeit ein

Brüssel, 21. März 2019

Gegenstand der heute von der Europäischen Kommission ausgerichteten hochrangigen Konferenz ist ein globaler Ansatz für das nachhaltige Finanzwesen.

Im März 2018 hatte sich die Europäische Union verpflichtet, bei Reformen des Finanzsystems, die den Übergang zu einer nachhaltigen Wirtschaft unterstützen sollen, eine Vorreiterrolle zu übernehmen. Sie nahm daraufhin den ersten Aktionsplan zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums an und hielt erfolgreich die erste hochrangige Konferenz über nachhaltiges Finanzwesen ab. Ein Jahr später bietet die heutige Konferenz nun Gelegenheit, die internationale Zusammenarbeit zu intensivieren, Synergien auszuloten und sich aktiv für ein kohärentes internationales Finanzsystem einzusetzen, das dazu beiträgt, privates Kapital in nachhaltige Projekte zu lenken. Dies ist auch Teil der Bemühungen im Rahmen der Kapitalmarktunion (CMU), Finanzfragen und die spezifischen Erfordernisse der europäischen Wirtschaft miteinander zu verknüpfen und so einen Beitrag zur EU-Agenda für eine CO2-neutrale Wirtschaft zu leisten.

Präsident Jean-Claude Juncker äußerte sich wie folgt: „Von dieser Konferenz geht ein klares Signal aus, dass das nachhaltige Finanzwesen weltweit ausgebaut werden muss. Die Konferenz macht deutlich, wie entschlossen die EU und ihre Partner sind, den Übergang zu einer klimaneutralen Kreislaufwirtschaft – gestützt durch privates Kapital – voranzutreiben. Mit der Einrichtung eines internationalen Netzes für nachhaltiges Finanzwesen würde dafür gesorgt, dass dieses Ziel auch über die EU hinaus unterstützt wird. In Anbetracht der Dringlichkeit und Bedeutung des Projekts hoffe ich, dass diese Dynamik sich in den nächsten Jahren fortsetzt.“

Der für Finanzstabilität, Finanzdienstleistungen und die Kapitalmarktunion zuständige Vizepräsident Valdis Dombrovskis erklärte: „Die Europäische Union wird zu ihren im Rahmen des Pariser Klimaschutzübereinkommens eingegangenen Verpflichtungen stehen. Sie hat vor dem Hintergrund dieser Agenda eine führende Rolle beim Thema nachhaltiges Finanzwesen eingenommen und anerkannt, dass eine Stärkung des privaten Kapitals unabdingbar ist, um den Übergang zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft zu fördern. Bislang haben andere Länder substanzielle Fortschritte in diesem Bereich erzielt. Es ist an der Zeit, dass wir unsere Kräfte bündeln und das nachhaltige Finanzwesen weltweit voranbringen.“

In ihrem kürzlich angenommenen Reflexionspapier „Auf dem Weg zu einem nachhaltigen Europa bis 2030“ vertrat die Kommission die Auffassung, dass es zweckmäßig sei, ein internationales Netz von Verwaltungsstellen sowohl aus Schwellen- und Industrieländern wie auch aus Entwicklungsländern aufzubauen, die sich für die Förderung eines nachhaltigen Finanzwesens einsetzen.

Bereits gestern hatte Vizepräsident Dombrovskis zu einem Abendessen mit hochrangigen Vertretern aus sieben führenden Ländern (Argentinien, Kanada, China, Indien, Japan, Marokko und Kenia) geladen, um über weitere Schritte zum Aufbau eines solchen Netzes zu beraten. Auch Vertreter internationaler Organisationen und Initiativen waren zugegen. In Kürze soll ein Folgetreffen auf Arbeitsebene stattfinden. 

Vor diesem Hintergrund begrüßt und unterstützt die Kommission außerdem die Initiative für eine Koalition aus Finanzministern für den Klimaschutz, die unter der gemeinsamen Federführung von Finnland und Chile steht und von der Weltbank unterstützt wird. Die Arbeiten der Koalition, die darauf abstellen, den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft durch fiskal- und wirtschaftspolitische Maßnahmen zu beschleunigen, sind dringend notwendig und stehen im Einklang mit den Plänen der Kommission, bis 2050 den Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft zu meistern. Sie würden das Netz für nachhaltiges Finanzwesen ergänzen, dessen Schwerpunkt auf der Koordinierung nationaler und regionaler Maßnahmen im Finanzdienstleistungsbereich liegen wird, die den Finanzsektor auf Nachhaltigkeit ausrichten.

Die nächsten Schritte

Da bis 2030 weltweit rund 6,2 Billionen EUR jährlich in CO2-arme Infrastrukturen wie Energie-, Verkehrs-, Gebäude- und Wasserinfrastrukturen investiert werden müssen, um die globale Erwärmung auf 2 Grad Celsius zu begrenzen, kommt dem Ziel, das nachhaltige Finanzwesen auszubauen, besondere Bedeutung zu. Allein in der Europäischen Union wird die Verwirklichung der Energie- und Klimaziele im Einklang mit dem Pariser Klimaschutzübereinkommen im Vergleich zum Status Quo zusätzliche Investitionen von 180 Mrd. EUR jährlich im Zeitraum 2021-2030 erfordern. Angesichts der zunehmend angespannten Lage der öffentlichen Haushalte lässt sich dieser Investitionsbedarf nicht allein durch öffentliche Mittel decken. Die Kommission wird ihre Bemühungen um eine starke internationale Zusammenarbeit für ein nachhaltiges Finanzwesen fortsetzen und sehr eng mit allen einschlägigen internationalen Partnern daran arbeiten, die verschiedenen Rahmen und Instrumente für Finanzdienstleistungen, mit denen der Finanzsektor auf Nachhaltigkeit ausgerichtet werden soll, besser aufeinander abzustimmen.

IP/19/1734

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Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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