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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Afrikanisch-europäisches Bündnis: Europäische Kommission setzt sich für Nachhaltigkeit im afrikanischen Agrar- und Lebensmittelsektor ein

Brüssel, 7. März 2019

Afrikanisch-europäisches Bündnis: Europäische Kommission setzt sich für Nachhaltigkeit im afrikanischen Agrar- und Lebensmittelsektor ein

Die Task Force „Ländliches Afrika“ legte heute ihren Abschlussbericht vor. Dabei handelt es sich um eine Agenda für den Agrar- und Lebensmittelsektor und den ländlichen Raum im Rahmen des neuen „afrikanisch-europäischen Bündnisses für nachhaltige Investitionen und Arbeitsplätze“, das Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker in seiner Rede zur Lage der Union 2018 angekündigt hatte.

Gemäß den Empfehlungen dieser Gruppe afrikanischer und europäischer Experten sollten Afrika und die EU eine Partnerschaft auf drei Ebenen aufbauen: zwischen Menschen, zwischen Unternehmen und zwischen Regierungen. Dadurch könnte – ausgehend von der lokalen Ebene – ein Dialog zwischen verschiedenen Interessenträgern auf allen Ebenen eingeleitet werden und eine engere Verbindung zwischen Gesellschaften, Unternehmen und Regierungen in Afrika und der EU entstehen.

Das für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung zuständige Kommissionsmitglied Phil Hogan erklärte: „Die Politik im Bereich Landwirtschaft und ländliche Entwicklung spielt eine wegweisende Rolle bei der politischen Zusammenarbeit zwischen der EU und Afrika. Die Task Force ‚Ländliches Afrika‘ steht im Mittelpunkt dieser Arbeit. Ihre Empfehlungen zeigen Wege auf, wie öffentliche und private Investitionen gefördert und bewährte Verfahren und Wissen ausgetauscht werden können und wie die politische Zusammenarbeit in allen Bereichen vertieft werden kann.“

Das für internationale Entwicklung und Zusammenarbeit zuständige Kommissionsmitglied, Neven Mimica‚ äußerte sich dazu wie folgt: „Dies ist ein sehr wichtiger Tag für das afrikanisch-europäische Bündnis. Die harte Arbeit der Task Force ‚Ländliches Afrika‘ mündet heute in konkrete Empfehlungen. Jetzt ist es an uns, gemeinsam diese wertvollen Empfehlungen voranzubringen und Lösungen zu entwickeln, mit denen wir unser aller Ziele erreichen können: einen positiven Wandel im ländlichen Raum und eine inklusive und nachhaltige Entwicklung in der Landwirtschaft und im Agrar- und Lebensmittelsektor.“

Die Kommissarin für ländliche Wirtschaft und Landwirtschaft der Afrikanischen Union, Josefa Sacko, fügte an: „In dem Bericht der Task Force wird die neue Realität anerkannt, in der Afrika und Europa als gleichberechtigte Partner in einer globalisierten Welt auftreten. Es wird aufgezeigt, dass die Landwirte und die Lebensmittelindustrie eng zusammenarbeiten sollten, um die neuen Chancen zu nutzen, die die afrikanische kontinentale Freihandelszone bieten wird, und um die regionalen Märkte zu schaffen, die für die langfristige Ernährungssicherheit in Afrika erforderlich sind.“

Aufgabe der Task Force, die im Mai 2018 von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen wurde, ist es, Vorschläge zur Stärkung der Partnerschaft zwischen Afrika und Europa im Bereich Ernährung und Landwirtschaft zu unterbreiten. Die Kommission wird für die Weiterverfolgung und Umsetzung mehrerer Maßnahmen sorgen, die von dieser Expertengruppe empfohlen wurden, um die Entwicklung des afrikanischen Agrar- und Lebensmittelsektors zu unterstützen.

Ausgehend von einigen kurzfristigen Empfehlungen der Task Force wird die Europäische Kommission mit der Umsetzung folgender Projekte beginnen:

  • Partnerschafts- und Austauschprogramme zwischen landwirtschaftlichen Einrichtungen in Afrika und Europa: Die Kommission hat gerade eine Pilotinitiative zur beruflichen Aus- und Weiterbildung mit Afrika eingeleitet, die mit 5 Mio. EUR unterstützt wird. Weitere Mittel aus dem EU-Haushalt werden für andere Partnerschaftsprogramme bereitgestellt, z. B. für Partnerschaften zwischen Frauenorganisationen in ländlichen Gebieten, Landwirtschaftsverbänden und Genossenschaften, Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen beider Kontinente.
  • Gemeinsame Plattform für die Agrarwirtschaft: Da sich die Kommission der Schlüsselrolle bewusst ist, die der Privatsektor beim strukturellen Wandel in Afrika spielen kann, schlägt sie vor, eine Plattform einzurichten, über die sich europäische und afrikanische Unternehmen austauschen können. Dadurch sollen Herausforderungen und Chancen für private Investitionen und den Handel zwischen den beiden Kontinenten identifiziert werden.
  • Innovationszentren: Zur Unterstützung von landwirtschaftlichen Unternehmern und des afrikanischen Agrar- und Lebensmittelsektors können Innovationszentren eingerichtet oder ausgebaut werden, um praktische Erkenntnisse zur Anwendung zu bringen. Dabei sollen nationale Forschung, Hochschuleinrichtungen, Landwirte, landwirtschaftliche Organisationen und der Privatsektor zusammengebracht werden, um – unter anderem – digitale Innovation und die Entwicklung von Kompetenzen zu fördern.

Der heute vorgelegte Bericht ist ein Meilenstein auf dem Weg zu mehr Zusammenarbeit zwischen der EU und Afrika im Agrar- und Lebensmittelsektor und legt vier strategische Bereich fest, in denen mittel- bis langfristig Handlungsbedarf besteht: Schaffung von Arbeitsplätzen, Klimaschutz, nachhaltiger Wandel der afrikanischen Landwirtschaft und Entwicklung der afrikanischen Lebensmittelindustrie und der afrikanischen Lebensmittelmärkte.

Um diesen Prozess inklusiv und umfassend zu gestalten, wird die Kommission eine Online-Konsultation einleiten, durch die sie direktes Feedback von afrikanischen Akteuren zum strategischen Ansatz der Task Force und zur derzeitigen Situation beim Handel und bei der Zusammenarbeit im Agrar- und Lebensmittelsektor zwischen unseren beiden Kontinenten erhält. Neben dem heute vorgelegten Bericht werden auch die Ergebnisse dieser Konsultation in die dritte Agrarministerkonferenz der Afrikanischen Union und der EU einfließen, die im Juni 2019 in Rom stattfinden soll.

Wirksame Folgemaßnahmen werden auch durch die Einsetzung einer Umsetzungsgruppe gewährleistet, die sich aus Vertretern der Ministerien und der Privatwirtschaft sowohl aus Afrika als auch aus der EU zusammensetzt. Die Gruppe wird auf der Ministerkonferenz in Rom vorgestellt werden.

Weitere Informationen

Stärkung der Partnerschaft der EU mit Afrika: Ein neues afrikanisch-europäisches Bündnis für nachhaltige Investitionen und Arbeitsplätze

Bericht der Task Force „Ländliches Afrika“

Factsheet zu den Empfehlungen der Task Force

IP/19/1569

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Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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