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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Gemeinsame Erklärung der EU und der USA: Flüssigerdgasimporte (LNG) aus den USA um 181 % gestiegen

Brüssel, 8. März 2019

Gemeinsame Erklärung der EU und der USA: Flüssigerdgasimporte (LNG) aus den USA um 181 % gestiegen

Seit der Gemeinsamen Erklärung vom 25. Juli 2018 in Washington D.C., in der EU-Kommissionspräsident Juncker und US-Präsident Trump vereinbarten, die strategische Zusammenarbeit zwischen der EU und den USA unter anderem im Energiebereich zu stärken, sind die EU-Flüssigerdgasimporte (LNG) aus den USA um 181 % gestiegen. Am 2. Mai 2019 findet in Brüssel zudem das erste hochrangige Forum des Energierates EU-USA statt.

Die Veröffentlichung dieser neuen Zahlen zu den LNG-Importen findet diese Woche parallel zum Treffen von EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und des Generalsekretärs der Kommission Martin Selmayr mit ihren US-Amtskollegen im Rahmen der hochrangigen Arbeitsgruppe in Washington statt. Dabei wurde unter anderem die Umsetzung der einzelnen Elemente der Gemeinsamen Erklärung von Kommissionspräsident Juncker und US-Präsident Trump behandelt. Die jüngsten Entwicklungen im Bereich des LNG-Handels zeigen die Entschlossenheit der Europäischen Union, alle Aspekte der Vereinbarung vom 25. Juli umzusetzen.

Mit einem Anteil von 12,6 % an den LNG-Einfuhren der EU sind die USA im Jahr 2019 bisher Europas drittgrößter Lieferant[1]. Die Europäische Union ist bereit, höhere Importe von Flüssigerdgas aus den USA zu fördern, sofern die Marktbedingungen stimmen und die Preise wettbewerbsfähig sind. Die US-Exporteure können so ihre europäischen Märkte weiter diversifizieren und tragen gleichzeitig zur Sicherheit und Diversifizierung der Energieversorgung in der EU bei. Derzeit ist nach den Rechtsvorschriften der Vereinigten Staaten noch immer eine vorherige Genehmigung für Ausfuhren von Flüssigerdgas nach Europa erforderlich. Diese Beschränkungen sollten gelockert werden, und die US-Vorschriften sollten vereinfacht werden, damit mehr LNG aus den USA in die EU exportiert werden kann.

Die aktuellen Zahlen:

  • Bis Anfang März 2019 sind die EU-Gesamteinfuhren von LNG aus den USA gegenüber dem Zeitraum vor der Gemeinsamen Erklärung vom 25. Juli 2018 um 181 % gestiegen und liegen nun bei 7,9 Mrd. m3.
  • Der US-Anteil an den LNG-Gesamteinfuhren der EU betrug in den letzten sechs Monaten12 %, während er im Zeitraum vom April 2016 (Beginn der LNG-Lieferungen aus den USA nach Europa) bis zur Gemeinsamen Erklärung noch bei 2,3 % lag.
  • Im Januar 2019 beliefen sich die LNG-Einfuhren der EU aus den USA auf 1,3 Mrd. m3 (gleicher Monat des Vorjahres: 102 Mio. m3). Im Februar 2019 wurden insgesamt 0,6 Mrd. m3 LNG aus den USA importiert.

Um weitere Möglichkeiten zur Stärkung der strategischen transatlantischen Zusammenarbeit im Energiebereich im Einklang mit der Gemeinsamen Erklärung vom Juli 2018 zu sondieren und zu erörtern, veranstalten die EU und die Vereinigten Staaten am 2. Mai im Brüssel das erste hochrangige Forum des Energierates EU-USA zum Thema „Steigerung der LNG-Exporte aus den USA in den EU-Gasmarkt: wettbewerbsfähige Preise, Infrastrukturinvestitionen und Technologieinnovation“.

Die EU hat LNG-Infrastrukturprojekte im Wert von mehr als 656 Mio. EUR kofinanziert oder eine Kofinanzierung zugesagt (siehe die Liste der Projekte in Anhang 2). Zusätzlich zu den vorhandenen 150 Mrd. m3 an Reservekapazität in der EU fördert die EU acht LNG-Projekte, die die Kapazität bis 2023 um weitere 22 Mrd. m3 erhöhen sollen.

Die Kommission trifft auch weiterhin Maßnahmen im Einklang mit der Vereinbarung vom 25. Juli 2018. Am 18. Januar 2019 hat die Kommission Vorschläge für Verhandlungsrichtlinien in Bezug auf die Handelsgespräche mit den Vereinigten Staaten verabschiedet: zum einen zur Konformitätsbewertung und zum anderen zur Abschaffung von Zöllen auf Industriegüter.

Im laufenden Wirtschaftsjahr (Juli bis Dezember 2018) sind die Sojabohnen-Einfuhren der Europäischen Union aus den USA im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 112 % gestiegen. Mit einem Anteil von 75 % an den Sojabohnen-Einfuhren der EU sind die USA nach wie vor Europas wichtigster Lieferant.

Nach dem Beschluss der Europäischen Kommission zur Genehmigung der Nutzung von Sojabohnen aus den USA für Biokraftstoffe dürften die Einfuhren von US-Sojabohnen nach Europa künftig noch weiter steigen.

 

Hintergrund

Der weltweite Markt für Flüssigerdgas wird immer liquider und immer stärker vom Wettbewerb bestimmt. Zwischen 2017 und 2023 wird der weltweite Handel mit Flüssigerdgas voraussichtlich um mehr als 100 Mrd. m3 von 391 auf 505 Mrd. m3 zunehmen. Die Internationale Energieagentur geht davon aus, dass die Flüssigerdgasimporte nach Europa gegenüber dem Stand von 2016 bis 2040 um fast 20 % steigen werden.

Durch den Anstieg der Erdgasproduktion in den USA und den Beginn der Flüssigerdgasexporte aus den USA in die EU im Jahr 2016 hat sich die Gasversorgungssicherheit europa- und weltweit verbessert. Rund 70 % des europäischen Gasbedarfs werden derzeit durch Importe gedeckt, und in den kommenden Jahren dürfte dieser Anteil noch weiter steigen. Zudem ist Flüssigerdgas eine wichtige Komponente der Diversifizierungsstrategie der EU, und als zweitgrößter Gasbinnenmarkt der Welt nach den USA ist die EU für die USA eine attraktive Option. Um die Einfuhren nach Europa weiter zu erhöhen, müssen die US-Preise für Flüssigerdgas auf dem EU-Markt wettbewerbsfähig sein. Für eine Erleichterung dieser Importe sind zudem folgende Maßnahmen von zentraler Bedeutung:

 

Ausbau von Kapazitäten für Flüssigerdgas in der EU und in den USA:

Die EU verfügt mit einer aktuellen Reservekapazität von rund 150 Mrd. m3 über gut entwickelte Kapazitäten für den Import von Flüssigerdgas. Gleichzeitig werden im Adriatischen Meer (auf der Insel Krk in Kroatien), in der Ostsee (insbesondere in Polen) und im Mittelmeer in Griechenland derzeitige Kapazitäten angesichts ihrer strategischen Bedeutung für die Diversifizierung erweitert und neue Kapazitäten aufgebaut. Dies könnte zu einer erheblichen Steigerung der Flüssigerdgasimporte in die EU beitragen.

Die USA verfügen derzeit über eine Verflüssigungskapazität von 39 Mrd. m3 und werden diese bis 2023 voraussichtlich um 80 Mrd. m3 erweitern. Gleichzeitig werden die Terminals für den Export von Flüssigerdgas ausgebaut.

  • Die rechtlichen Beschränkungen der USA müssen aufgehoben werden. Für Erdgasimporte aus den USA gibt es in der EU keine marktfremden Hindernisse. Die EU strebt eine ähnliche Behandlung aufseiten der USA an, insbesondere durch die Aufhebung der Verpflichtung zur vorherigen Genehmigung von Flüssigerdgasexporten in die EU.

Die aktuellen Zahlen zeigen einen Anstieg der Flüssigerdgasimporte aus den USA in die EU:

  • Seit der ersten Lieferung von Flüssigerdgas aus den USA in die EU im April 2016 haben die EU-Flüssigerdgasimporte aus den Vereinigten Staaten bereits ein Volumen von 7,9 Mrd. m3 erreicht.
  • Seit Anfang 2016 hat die EU rund 85 Flüssigerdgas-Lieferungen aus den USA erhalten. 2017 entfielen mehr als 10 % der gesamten US-LNG-Exporte (2016: 5 %) auf Europa. Im Jahr 2018 gingen insgesamt 11 % der LNG-Exporte der USA nach Europa; berücksichtigt man nur die Zeit seit der Gemeinsamen Erklärung, belief sich dieser Anteil sogar auf fast 26 %.

 

Weitere Informationen

Gemeinsame Erklärung der EU und der USA

Flüssigerdgas (LNG) – Hintergrund

Factsheet: LNG-Handel EU-USA

 

[1] Der größte Lieferant ist Katar, gefolgt von Nigeria.

 

 

ANHANG

1. EU-Importe von Flüssigerdgas aus den Vereinigten Staaten

 

image_1

 

image_2

 

 

2. EU-Förderung von Flüssigerdgaskapazitäten

zwischen 2013 und 2018 gebaute LNG-Terminals

 

 

Mitgliedstaat

Terminal

Jahr der Inbetrieb¬nahme

Kapazität (Mrd. m³/Jahr)

EU-Kofinanzierung

Italien

FSRU OLT Offshore LNG Toscana

2013

3,8

 

Litauen

FSRU Independence

2014

4,0

27,4 Mio. EUR (CEF) für Verbindungsleitungen

Frankreich

LNG-Terminal Dunkerque

2016

13,0

 

Polen

LNG-Terminal Świnoujście

2016

5,0

130 Mio. EUR (EEPR) 202 Mio. EUR (ERDF)

332 Mio. EUR insgesamt

Malta

LNG-Terminal Malta Delimara

2017

0,7

0,7 Mio. EUR für Studien (CEF)

Griechenland

LNG-Terminal Revithoussa (Kapazitätserweiterung)

2018

+2,0 (von 5,0 auf 7,0)

50,8 Mio. EUR (EFRE)

 im Bau befindliche LNG-Terminals

 

 

Mitgliedstaat

Terminal

Jahr der Inbetrieb¬nahme

Kapazität (Mrd. m³/Jahr)

EU-Kofinanzierung

Kroatien

LNG-Terminal Krk

2021

2,6

108 Mio. EUR (CEF) für das Terminal, 16 Mio. EUR (CEF) für eine Entleerungsleitung (insgesamt 124 Mio. EUR)

Spanien

LNG-Terminal Teneriffa (Arico-Granadilla)

2021

1,3

 

Spanien

LNG-Terminal Gran Canaria (Arinaga)

2022

1,3

 

LNG-Terminals auf der Liste der Vorhaben von gemeinsamem Interesse (PCI)

 

 

Mitgliedstaat

Terminal

Jahr der Inbetrieb¬nahme

Kapazität (Mrd. m³/Jahr)

EU-Kofinanzierung

Zypern

LNG-Terminal Zypern

2020

2,5

101,3 Mio. EUR + 4,5 Mio. EUR = 105,8 Mio. EUR (CEF) und 10 Mio. EUR (EEPR)

insgesamt 116 Mio. EUR

Schweden

LNG-Terminal Göteborg

2022

0,5

2,6 Mio. EUR (CEF) 

Irland

LNG-Terminal Shannon

2022

6,2

 

Polen

LNG-Terminal Świnoujście (Kapazitätserweiterung)

2023

+2,5 (von 5,0 auf 7,5)

 1 Mio. EUR (CEF)

Griechenland

LNG-Terminal in Nordgriechenland

2023

5,5

1,8 Mio. EUR (CEF) für Studien 

 

 

CEF: Fazilität „Connecting Europe“

EEPR: Europäisches Energieprogramm zur Konjunkturbelebung

EFRE: Europäischer Fonds für regionale Entwicklung

PCI: Vorhaben von gemeinsamem Interesse

 

 

 

 

 

 

 

IP/19/1531

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Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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