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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Europäischer Verteidigungsfonds finanziert neue europaweite Forschungsprojekte

Brüssel, 16. Februar 2018

Der Europäischen Verteidigungsfonds finanziert eine Reihe von neuen EU-geförderten Projekten in der Verteidigungsforschung. Der Fonds wurde im Juni 2017 von Präsident Juncker ins Leben gerufen und ist eine treibende Kraft im Aufbau einer starken Verteidigungsindustrie in der EU. Er stärkt die Verteidigungsfähigkeit und schafft neue grenzüberschreitende Partnerschaften.

Elżbieta Bieńkowska, EU-Kommissarin für den Binnenmarkt, Industrie, Unternehmertum und KMU, sagte hierzu: „Der Europäische Verteidigungsfonds ist fundamental für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen der Verteidigungsindustrie und dem Militär in der Europäischen Union und für die Sicherung der strategischen Autonomie Europas. Die europäischen Kooperationsprojekte in der Verteidigungsforschung, die mit dem Fonds gefördert werden, sollen die technologische Führungsrolle Europas sichern, die Grundlagen für künftige Verteidigungsfähigkeiten schaffen und die europäische Verteidigungsindustrie innovativer und wettbewerbsfähiger machen.“

Mit dem Projekt Ocean2020 werden Missionen zur Meeresüberwachung und Blockaden des Seeverkehrs unterstützt. Zu diesem Zweck werden Drohnen und unbemannte U-Boote in Flottenverbände integriert. Die hierbei gesammelten Informationen liefern militärischen Befehlshabern zusammen mit den Erkenntnissen herkömmlicher Systeme ein umfassendes Bild der sich entwickelnden Lage.

Das Projekt wird von einem Konsortium unter der Führung von Leonardo S.p.A. durchgeführt, an dem 42 Partner aus 15 EU-Ländern beteiligt sind, und es wird mit etwa 35 Mio. EUR gefördert. 2019 finden zwei Vorführungen unter realen Bedingungen statt: eine in der Ostsee unter Führung der schwedischen Marine und die zweite im Mittelmeer unter Führung der italienischen Marine.

Außerdem werden drei weitere Projekte, mit denen die Ausstattung der Soldaten verbessert werden soll, mit Beträgen in Höhe von 1 bis 3 Mio. EUR unterstützt:

  • ACAMSII zur Entwicklung adaptiver Tarnung zum Schutz von Soldaten gegen Sensoren, die in verschiedenen Wellenlängenbereichen einsetzbar sind.
  • GOSSRA zur Verbesserung der Kompatibilität komplexer Systemelemente (z. B. Sensoren oder digitale Brillen), die Soldaten mit sich führen.
  • Vestlife zur Entwicklung ultraleichter Körperpanzer für abgesessen kämpfende Soldaten.

Die Finanzhilfevereinbarungen für diese Projekte werden in den kommenden Wochen unterzeichnet. 

Die Förderung dieser Verteidigungsforschungsprojekte wird heute am Tag der Eröffnung der Münchner Sicherheitskonferenz angekündigt, auf der Präsident Juncker weitere Schritte hin zu einem stärkeren Europa im Sicherheits- und Verteidigungsbereich vorstellen wird. Neben dem Präsidenten selbst werden der erste Vizepräsident Frans Timmermans, sowie die Kommissionsmitglieder Johannes Hahn, Elżbieta Bieńkowska und Julian King vertreten sein.

Hintergrund

Im Teilbereich Forschung des Europäischen Verteidigungsfonds stehen 90 Mio. EUR für direkte Finanzhilfen für die Verteidigungsforschung, die vollständig aus dem EU-Haushalt (2017-2019) stammen, zur Verfügung. Die geförderten Projekte wurden nach der ersten Ausschreibung im Bereich Verteidigungsforschung im Jahr 2017 ausgewählt. Im Dezember 2017 wurde die erste Finanzhilfevereinbarung mit dem PYTHIA-Konsortium unterzeichnet. Mit diesem Projekt sollen die wichtigsten Trends in der sich schnell entwickelnden Welt innovativer Verteidigungstechnologien ermittelt werden.

Darüber hinaus wird die Kommission demnächst das Arbeitsprogramm in der Verteidigungsforschung für 2018 annehmen und die Europäische Verteidigungsagentur auffordern, neue Ausschreibungen in diesem Bereich für dieses Jahr einzuleiten. Bei diesen Ausschreibungen liegen die Schwerpunkte auf Technologien zur Gestaltung elektronischer Produkte für Verteidigungsanwendungen und auf einem europäischen Hochleistungslasereffektor. Das nächste Bündel von Vereinbarungen über Finanzhilfen für die Verteidigungsforschung wird bis Ende 2018 unterzeichnet.

Wie im Juni 2017 angekündigt, wird die Kommission einen Vorschlag zur Einrichtung eines Europäischen Verteidigungsfonds für die Zeit nach 2020 vorlegen, der mit 1,5 Mrd. EUR pro Jahr für die Stärkung der Verteidigungsfähigkeiten ausgestattet sein wird. Davon entfallen schätzungsweise 500 Mio. EUR im Jahr auf die Verteidigungsforschung. Damit wird die EU zu einem der größten Investoren in der Verteidigungsforschung in Europa.

Nähere Informationen zu den Projekten

Ocean 2020: Mit diesem Projekt soll die Lageerfassung auf See verbessert werden, indem mithilfe bemannter und unbemannter Systeme ein vollständiges Bild auf der Grundlage vieler verschiedener Quellen entsteht. Beteiligt sind die Verteidigungsministerien von Estland, Frankreich, Griechenland, Italien, Litauen, den Niederlanden, Portugal, Schweden, Spanien und dem Vereinigten Königreich. Die Industriepartner sind Indra, Safran, Saab, MBDA, PGZ/CTM Hensoldt, Intracom-IDE, Fincantieri und Qinetiq. Zu den beteiligten Forschungszentren gehören die Fraunhofer-Gesellschaft, die niederländische Organisatie voor Toegepast Natuurwetenschappelijk Onderzoek (TNO), das Centre for Maritime Research and Experimentation (CMRE NATO) und das italienische Istituto Affari Internazionali (IAI).

ACAMSII: In diesem Projekt wird adaptive Tarnung für Soldaten zum Schutz gegen Sensoren entwickelt, die in verschiedenen Wellenlängenbereichen einsetzbar sind. Es sind Partner aus Frankreich, Deutschland, Litauen, den Niederlanden, Portugal und Schweden beteiligt. Die mitwirkenden Unternehmen stammen aus der Textil- sowie der Luft- und Raumfahrtindustrie und aus der Branche der Verteidigungssystemintegratoren: CITEVE, Damel und Safran. Beteiligte Forschungszentren sind das schwedische Totalförsvarets forskningsinstitut (FOI), die Fraunhofer-Gesellschaft und die niederländische Organisatie voor Toegepast Natuurwetenschappelijk Onderzoek (TNO).

GOSSRA: Der Schwerpunkt dieses Projekts liegt darauf, dass komplexe Systemelemente, die Soldaten mit sich führen, zusammen funktionieren. Soldaten werden mit einer Reihe von Geräten ausgestattet, die miteinander kompatibel sein müssen. Mit diesem Projekt soll eine Methodik entwickelt werden, mit der die Verbindungen zwischen den einzelnen Komponenten beschrieben werden. Somit wird die Entwicklung neuer Geräte, die zusammen mit bereits bestehender Ausrüstung eingesetzt werden können, erheblich erleichtert. Das Projekt wird von Partnern aus Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Portugal, Schweden und Spanien durchgeführt. Beteiligt sind die Unternehmen Rheinmetall, Indra, GMV Aerospace and Defence, Leonardo, Larimart und Saab, die KMU Tekever und iTTi sowie das niederländische Forschungsinstitut Organisatie voor Toegepast Natuurwetenschappelijk Onderzoek (TNO).

Vestlife: In diesem Projekt wird Schutzkleidung für Soldaten entwickelt, die wirkungsvoll für Verteidigungszwecke eingesetzt werden kann und zugleich leichter, flexibler und bequemer ist. Beteiligt sind Partner aus Finnland, Italien, den Niederlanden, Portugal und Spanien, gemeinsam mit den Unternehmen CITEVE und FY-composites sowie den Forschungsinstituten AITEX und TECNALIA. Daneben wirken zwei KMU, BRAPA und Petroceramics, mit.

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Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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