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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Afrika-Europa-Allianz: Startschuss für erste Projekte bereits drei Monate nach Einrichtung

Brüssel, 18. Dezember 2018

Gerade einmal drei Monate nach der Einrichtung der Allianz Afrika-Europa kann die Europäische Kommission erste Fortschritte bei der Förderung von Investitionen und bei der Schaffung von Arbeitsplätzen in Afrika vorweisen.*

Auf dem Hochrangigen Forum Afrika-Europa, das heute unter der gemeinsamen Schirmherrschaft des österreichischen EU-Ratsvorsitzes, insbesondere des österreichischen Bundeskanzlers, Sebastian Kurz, und des Präsidenten Ruandas und Vorsitzenden der Afrikanischen Union für 2018, Paul Kagame, in Wien stattfand, bekräftigte der Präsident der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, Europas Zusage zu einer echten, ausgewogenen Partnerschaft auf Augenhöhe zwischen Afrika und Europa. Bereits drei Monate nach Gründung der Allianz Afrika-Europa für nachhaltige Investitionen und Arbeitsplätze stellte Juncker die ersten Ergebnisse vor. Ziel der Allianz ist es, die Wirtschafts- und Handelsbeziehungen zwischen beiden Kontinenten zu vertiefen, um dauerhafte Arbeitsplätze und nachhaltiges Wachstum zu schaffen.

Präsident Juncker erklärte hierzu: „Europa und Afrika schauen auf eine lange gemeinsame Geschichte zurück und haben eine glänzende gemeinsame Zukunft vor sich. Aus diesem Grund habe ich ein neues afrikanisch-europäisches Bündnis für nachhaltige Investitionen und Arbeitsplätze vorgeschlagen, mit dem wir europäische wie afrikanische Investitionen in Afrika anregen und in den nächsten fünf Jahren 10 Millionen Arbeitsplätze schaffen wollen. Wir haben bereits einige Maßnahmen auf den Weg gebracht, um unsere ehrgeizigen Ziele umzusetzen und unseren Worten Taten folgen zu lassen.“

Begleitet wurde der Präsident auf dem Hochrangigen Forum von Vizepräsident Andrus Ansip, vom Kommissar für Europäische Nachbarschaftspolitik und Erweiterungsverhandlungen, Johannes Hahn, vom Kommissar für internationale Zusammenarbeit und Entwicklung, Neven Mimica, vom Kommissar für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, Phil Hogan, und von der Kommissarin für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft, Mariya Gabriel.

Thematisch untergliedert sich die Allianz Afrika-Europa, die in der Rede zur Lage der Union 2018 von Präsident Juncker angekündigt worden war, in vier Schwerpunktbereiche. In jedem der Bereiche sind drei Monate danach schon gute Fortschritte zu verzeichnen:

1. Strategische Investitionen und Schaffung von Arbeitsplätzen

Mit der Investitionsoffensive für Drittländer sollen bis 2020 hohe nachhaltige Investitionen in Afrika und den Ländern der Europäischen Nachbarschaft gefördert werden. Von den zugesagten 44 Mrd. EUR werden 37,1 Mrd. EUR an Investitionen über bereits in Vorbereitung befindliche Programme mobilisiert.

Folgende neue Projekte wurden heute angekündigt:

  • Im Rahmen einer EU-Garantie (NASIRA – Fazilität für Finanzierungen auf Risikoteilungsbasis), der ersten dieser Art im Zuge der EU-Investitionsoffensive für Drittländer, werden EU-Mittel in Höhe von 75 Mio. EUR eingesetzt, um bis zu 750 Mio. EUR an Investitionen für Unternehmer in Subsahara-Afrika und der südlichen Nachbarschaft der EU zu mobilisieren. Allein damit sollen 800 000 Arbeitsplätze geschaffen und soll denjenigen geholfen werden, für die es gewöhnlich schwer ist, an erschwingliche Kredite zu kommen, wie KMU, Binnenvertriebene, Flüchtlinge, Rückkehrer, Frauen und junge Menschen.
  • Aus einem neuen, mit 45 Mio. EUR dotierten Agroindustrie-Kapitalfonds soll die kleinbäuerliche Landwirtschaft unterstützt werden, indem einzelnen Kleinbauern ein leichterer Zugang zu Finanzmitteln gewährt wird. Damit sollen mehr als 200 Mio. EUR an Investitionen angeregt und bis zu 700 000 Haushalte in ländlichen Gebieten unterstützt werden.
  • Zugunsten der südlichen Nachbarschaft der EU wird ein Programm mit einer Mittelausstattung von 61,1 Mio. EUR aufgelegt, mit dem Solarkraftwerke in Marokko unterstützt werden; außerdem werden 46,8 Mio. EUR für die Sanierung des „Kitchener Drain“ im Nildelta in Ägypten bereitgestellt.

2. Investitionen in Bildung und arbeitsmarktgerechte Qualifikationen

Seit 2015 wurden aus dem Programm Erasmus+ 16 000 Kurzzeit-Austauschaufenthalte von afrikanischen Studierenden sowie von Mitarbeitern afrikanischer Universitäten in Europa gefördert. Im Rahmen der laufenden Aufforderungen zur Einreichung von Vorschlägen für Erasmus+ macht die EU gute Fortschritte in Richtung auf die bis 2020 zu erreichende Zielvorgabe von 35 000 Austauschaufenthalten.

3. Geschäftsumfeld und Investitionsklima

Die Europäische Union hat allein 2018 über 540 Mio. EUR zur Förderung der Reform des Geschäfts- und Investitionsklimas bereitgestellt, was weit über die im Rahmen der Allianz Afrika-Europa gegebene Zusage hinausgeht, die EU-Fördermittel für den Zeitraum 2018-2020 auf jährlich bis zu 300-350 Mio. EUR aufzustocken.

In folgenden afrikanischen Ländern wurden Dialoge zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor ins Leben gerufen, um die Plattform „Sustainable Business for Africa (SB4A)“ zu fördern: Äthiopien, Côte d'Ivoire, Marokko, Nigeria, Südafrika, Tansania, Tunesien und Uganda. Ähnliche Dialoge werden derzeit in 25 weiteren afrikanischen Ländern vorbereitet. Auf diese Weise wird die Schaffung menschenwürdiger Arbeitsplätze (insbesondere für junge Menschen und für Frauen) gefördert. Der Startschuss für die Dialoge wurde auf dem Wirtschaftsforum EU-Afrika vom November 2017 in Abidjan gegeben.

4. Wirtschaftsintegration und Handel

Die Europäische Union unterstützt die Einrichtung einer afrikanischen kontinentalen Freihandelszone und hat hierfür Finanzmittel in Höhe von 50 Mio. EUR zugesagt. In einem ersten Schritt wurde heute mit der Wirtschaftskommission der Vereinten Nationen für Afrika ein mit 3 Mio. EUR ausgestattetes Programm unterzeichnet, in dessen Rahmen nationale Durchführungsstrategien mit Blick auf die kontinentale Freihandelszone ausgearbeitet werden sollen. Als ein zentraler Pfeiler der afrikanischen kontinentalen Freihandelszone ist auch eine Beobachtungsstelle für den Handel in Afrika geplant.

Zusammenarbeit in strategischen Bereichen

Eine Schlüsselkomponente der Allianz Afrika-Europa ist die enge Zusammenarbeit beider Seiten. Hierzu wurden vier gemeinsame Taskforces eingesetzt:

  • Die Taskforce ländliches Afrika legte am heutigen Tag ihre Empfehlungen vor, wie die Landwirtschaft, der Lebensmittelsektor und die Wirtschaft im ländlichen Raum in Afrika am besten ausgebaut werden können.
  • Die Taskforce für die digitale Wirtschaft trat erstmals anlässlich des Hochrangigen Forums Afrika-Europa am 18. Dezember in Wien zusammen. Sie soll bis Juni 2019 konkrete Maßnahmen und Projekte zur Förderung der Integration der digitalen Märkte in Afrika vorschlagen und damit öffentliche und private Investitionen ankurbeln und ein besseres Geschäftsumfeld und Investitionsklima sowie den Aufbau digitaler Kompetenzen fördern.

  • Die Taskforce zum Thema Energie wurde im November 2018 auf dem Investitionsforum für Afrika in Johannesburg eingerichtet. Sie bringt wichtige Akteure des öffentlichen und des privaten Sektors aus dem Bereich nachhaltige Energien aus Europa und Afrika an einen Tisch.
  • Eine Taskforce zum Thema Verkehr befindet sich gerade in der Entstehung.

Weitere Informationen

Rede von Präsident Juncker auf dem Hochrangigen Forum Afrika-Europa*

Allianz Afrika–Europa für nachhaltige Investitionen und Arbeitsplätze

Factsheet – Allianz Afrika–Europa für nachhaltige Investitionen und Arbeitsplätze

EU-Investitionsoffensive für Drittländer

Webrelease – Allianz Afrika–Europa: EU unterstützt die afrikanische kontinentale Freihandelszone mit 50 Mio. EUR

Webrelease – Allianz Afrika–Europa: EU stellt 45 Mio. EUR zur Förderung von Investitionen in der Agroindustrie und zur Schaffung von Arbeitsplätzen in ländlichen Gebieten bereit

Webrelease – EU-Investitionsoffensive für Drittländer: Kommission und FMO unterzeichnen erste Garantievereinbarung über Finanzmittel für Arbeitsplätze

 

*aktualisiert am 18.12.2018 um 15.38 Uhr

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Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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