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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme von MKM durch KME

Brüssel, 11. Dezember 2018

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme von MKM durch KME im Kupfersektor nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Die Kommission kam zu dem Schluss, dass die Übernahme keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken im Europäischen Wirtschaftsraum oder in einem wesentlichen Teil desselben aufwerfen würde.

Die für Wettbewerb zuständige Kommissarin Margrethe Vestager erklärte hierzu: „Kupfererzeugnisse sind für viele europäische Unternehmen ein wichtiger Produktionsfaktor. Wir haben den geplanten Zusammenschluss zwischen KME und MKM sorgfältig geprüft und sind zu dem Ergebnis gelangt, dass es auf den Märkten, auf denen die beiden Unternehmen miteinander konkurrieren, genügend glaubwürdige andere Anbieter gibt und auch die Zutrittsschranken relativ niedrig sind. Wir können diesen Zusammenschluss daher ohne Auflagen genehmigen.“

Der heutige Beschluss folgt auf eine eingehende Prüfung der geplanten Übernahme von MKM durch KME.

Durch die Übernahme würden sich KME und MKM zusammenschließen, also zwei Unternehmen, die beide in der Herstellung und im Vertrieb von Erzeugnissen aus Kupfer und Kupferlegierungen tätig sind, so u. a. von Walzmaterial aus Kupfer und Kupferlegierungen sowie Kupferrohren (einschl. Wasserrohren). Gewalzte Kupfererzeugnisse werden für die Herstellung zahlreicher Produkte verwendet, z. B. für elektrische Transformatoren, Halbleiter, Wärmetauscher und Bedachungen. Wasserrohre aus Kupfer werden in der Bauindustrie für Trinkwasseranlagen, Heizungsanschlüsse, Flächenheizung und -kühlung sowie gasbeheizte Warmwasseranlagen eingesetzt.

 

Die Prüfung der Kommission

KME und MKM verkaufen in erster Linie Produkte aus Kupfer und Kupferlegierungen und stehen nur in einigen Marktsegmenten und räumlichen Gebieten miteinander im Wettbewerb. Betroffen sind insbesondere i) gewalzte Erzeugnisse aus reinem Kupfer im Europäischen Wirtschaftsraum und ii) Wasserrohre aus Kupfer in einigen EU-Mitgliedstaaten. Die Kommission leitete ein eingehendes Prüfverfahren ein, um festzustellen, ob die Überschneidungen bei diesen Erzeugnissen zu Preiserhöhungen für die Kunden führen könnten.

Sie gelangte zu dem Ergebnis, dass das aus der Übernahme hervorgehende Unternehmen die Preise für gewalzte Erzeugnisse aus Kupfer und Kupferlegierungen nicht erhöhen könnte, da:

  • KME und MKM zusammen nur einen relativ geringen Marktanteil hätten und nicht zum Marktführer würden.
  • KME und MKM im Wesentlichen nur in bestimmten unteren Marktsegmenten miteinander im Wettbewerb stehen, in denen auch eine Reihe anderer vertikal integrierter Wettbewerber tätig ist und die Zutrittsschranken für bestehende Hersteller von Walzerzeugnissen relativ gering sind.
  • die Wettbewerber der fusionierenden Unternehmen in den betreffenden Segmenten erhebliche Überkapazitäten haben, insbesondere bei Kupfer für Bedachungen, einem schrumpfenden Marktsegment.

Für Wasserrohre aus Kupfer ergab das Prüfverfahren ferner, dass dem neu aufgestellten Unternehmen Preiserhöhungen nicht möglich wären, da es im EWR und in mehreren Mitgliedstaaten zahlreiche glaubwürdige Wettbewerber mit erheblichen freien Produktionskapazitäten gibt. Diese Konkurrenten wären in der Lage, in den Markt einzutreten und grenzüberschreitend in die Märkte anderer Mitgliedstaaten hinein zu expandieren.

Daher gelangte die Kommission zu dem Schluss, dass das Vorhaben weder im EWR noch in einem wesentlichen Teil desselben wettbewerbsrechtliche Bedenken aufwirft, und genehmigte es ohne Auflagen.

 

Unternehmen und Erzeugnisse

KME ist ein europäischer Industriekonzern mit Sitz in Deutschland, der Erzeugnisse aus Kupfer und Kupferlegierungen herstellt und vertreibt, so auch Walzmaterial aus Kupfer und Kupferlegierungen sowie Kupferrohre. KME verfügt über mehrere Fertigungsstätten in Deutschland, Italien, Frankreich, Spanien, den USA und China.

MKM ist ein deutscher Hersteller von Vorprodukten und Halbzeugen aus Kupfer und Kupferlegierungen. Das Unternehmen produziert in seiner Fertigungsstätte in Deutschland Kupferdraht, Vorwalzband, Walzmaterial und Rohre.

 

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

KME meldete die geplante Übernahme von MKM am 4. Juni 2018 bei der Kommission an.

Das Vorhaben ist einer von zwei Zusammenschlüssen im Bereich Walzmaterial aus Kupfer und Kupferlegierungen. Die Kommission prüft jede Transaktion für sich anhand der konkreten Umstände. Im Einklang mit ihrer Beschlusspraxis prüft die Kommission parallele Zusammenschlüsse in der Reihenfolge ihrer Anmeldung (sog. „Windhundregel“).

Nach dieser Regel hat die Kommission bei der Prüfung des MKM/KME-Zusammenschlusses die Marktsituation zugrunde gelegt, die vor der Anmeldung des geplanten parallelen Wieland/ARP/Schwermetall-Zusammenschlusses bestand. Das Prüfverfahren für diesen zweiten Zusammenschluss läuft noch.

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten oder in einem wesentlichen Teil des Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie das Vorhaben im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet.

Derzeit laufen sieben weitere eingehende Prüfverfahren (Phase II): die geplante Übernahme von VDM durch Aperam, die geplante Übernahme von Embraco, der Kühlkompressorensparte von Whirlpool, durch Nidec, die geplante Übernahme bestimmter Vermögenswerte von Liberty Global durch Vodafone, die geplante Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens durch Tata Steel und ThyssenKrupp, die geplante Übernahme von Aurubis Rolled Products und Schwermetall durch Wieland,  die geplante Übernahme von Alstom durch Siemens und die geplante Übernahme des Nylon-Geschäfts von Solvay durch BASF.

Weitere Informationen werden unter der Nummer der Wettbewerbssache M.8909 im öffentlich zugänglichen Register auf der Website der Kommission für Wettbewerb veröffentlicht.

IP/18/6771

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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