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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Abschaffung der Roaminggebühren: Europäer nutzen auf Reisen alle Vorteile der Mobilfunkkommunikation *

Brüssel, 14. Dezember 2018

In den ersten anderthalb Jahren seit der Abschaffung der Roaminggebühren haben die Europäerinnen und Europäer auf Reisen in der EU sofort erheblich mehr von ihrem Mobiltelefon aus telefoniert und Daten genutzt. Dies geht aus einem Bericht hervor, den die Kommission heute veröffentlicht hat.

Laut dem heute veröffentlichten Zwischenbericht der Europäischen Kommission über die Auswirkungen der Abschaffung der Roaminggebühren am 15. Juni 2017 haben die Europäerinnen und Europäer auf Reisen in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) das Beste aus ihren neuen digitalen Rechten gemacht. Insbesondere die Nutzung mobiler Daten ist im Vergleich zu den Werten vor Juni 2017 im Durchschnitt auf das Fünffache gestiegen. Die Zahl der von Reisenden getätigten Anrufe hat sich gegenüber dem vorherigen Zeitraum ungefähr verdoppelt.

Andrus Ansip, der für den digitalen Binnenmarkt zuständige Vizepräsident, erklärte hierzu: „Seit eineinhalb Jahren gibt es auf Reisen in der EU keine Roaminggebühren mehr. In Verbindung mit anderen Rechten im digitalen Umfeld, wie dem Ende des ungerechtfertigten Geoblockings und der Portabilität von Inhalten, ist dies ein gutes Beispiel dafür, wie die EU Vorteile erzielen kann, die ihren Bürgerinnen und Bürgern im Alltag zugutekommen.“ Wir müssen die Europäerinnen und Europäer weiterhin auf ihre Rechte in diesem Bereich aufmerksam machen, damit sie die neuen Möglichkeiten wirklich optimal nutzen können.“

Die für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft zuständige Kommissarin Mariya Gabriel ergänzte: „Heute kommen wir in den Genuss der greifbaren Vorteile der Abschaffung der Roaminggebühren in der EU. Die gute Nachricht ist, dass Europa für Menschen, die ihr Mobiltelefon auf Reisen im Ausland ohne Einschränkung nutzen, nun eine Realität ist. Ich bin den Betreibern dankbar, die erfolgreich die Nachfrage nach mehr Daten und Sprachanrufen in neue Chancen umwandeln.“

Der Trend zur steigenden Nachfrage nach der Abschaffung der Roaminggebühren ist eindeutig. Laut einer kürzlich durchgeführten Eurobarometer-Erhebung haben sich die Gewohnheiten deutlich verändert. So gehen etwa 34 % der Reisenden unterwegs im Ausland ebenso gerne und viel online wie zu Hause. Vor Juni 2017 waren es nur 15 %. Parallel dazu sank der Anteil derjenigen, die im Ausland niemals Mobilfunk-Datendienste genutzt haben, auf 19 % im Vergleich zu 42 % vor dem Ende der Roaminggebühren. Gleichzeitig bleibt das Verbraucherbewusstsein groß: 62 % von Europäerinnen und Europäern ist bekannt, dass die Roaminggebühren in der EU/im EWR abgeschafft worden sind, und 69 % meinten, dass sie selbst oder jemand, den sie kennen, davon einen Nutzen hat oder haben wird.

Unter der aufmerksamen Überwachung durch die nationalen Regulierungsbehörden und die Kommission haben die Mobilfunkbetreiber die neuen Vorschriften weitgehend gut eingehalten. Die in der Roamingverordnung vorgesehenen Schutzvorkehrungen zur Vermeidung von Wettbewerbsverzerrungen auf den Inlandsmärkten, nämlich die Ausnahmeregelung zur Sicherung der Tragfähigkeit und die Regelung der angemessenen Nutzung, haben angemessen funktioniert, wo dies nötig war.

Fortgesetzte Überwachung durch die Kommission

Die Kommission wird in enger Zusammenarbeit mit den nationalen Regulierungsbehörden, die direkt für die Umsetzung der neuen Vorschriften verantwortlich sind, auch weiterhin die Entwicklung auf den Mobilfunkmärkten in den Mitgliedstaaten überwachen, damit sichergestellt ist, dass sich die Mobilfunkbetreiber auch in Zukunft an die neuen Vorschriften halten und die Verbraucher weiterhin vom Ende der Roaminggebühren profitieren können. Gemäß dem Auftrag des Europäischen Parlaments und des Rates der EU wird die Kommission im Dezember 2019 einen umfassenden Bericht über die Überprüfung des „Roamings zu Inlandspreisen“ („roam like at home“) veröffentlichen.

Hintergrund

Seit dem 15. Juni 2017 können Europäerinnen und Europäer ihre Mobilgeräte (für Anrufe, SMS und Datendienste) ohne zusätzliche Roaminggebühren auf Reisen in der EU nutzen. Dies stellt einen konkreten Erfolg des digitalen Binnenmarkts dar. Das heißt, Reisende können ihr Mobilgerät auf Reisen genau wie in ihrem Heimatland benutzen, ohne hohe Telefonrechnungen fürchten zu müssen.

Im Vorfeld hatte die Kommission zehn Jahre daran gearbeitet, die zusätzlichen Roaminggebühren der Telekommunikationsbetreiber, die Kunden immer dann zahlen mussten, wenn sie im Urlaub oder auf Geschäftsreisen im Ausland ihr Mobilgerät nutzten, zunächst zu senken und schließlich ganz abzuschaffen. Zwischen 2007 und 2016 sind die Roamingpreise um mehr als 90 % gesunken; letztmalig fielen sie im April 2016. Im Jahr 2015 beschlossen das Europäische Parlament und der Rat auf der Grundlage eines Vorschlags der Europäischen Kommission, die Roaminggebühren für Reisende innerhalb der EU abzuschaffen. Um dies zu ermöglichen, nahm die Europäische Kommission im Auftrag des Europäischen Parlaments und des Rates im Dezember 2016 eine Regelung der angemessenen Nutzung und einen Tragfähigkeitsmechanismus an und machte Vorschläge, die zu neuen Roamingvorleistungspreisen führten und schließlich im Mai 2017 von den Gesetzgebern angenommen wurden.

Weiterführende Informationen

Zwischenbericht über die Auswirkungen der Abschaffung der Roaminggebühren am 15. Juni 2017

Factsheet zur Abschaffung der Roaminggebühren Wie Europäer auf Reisen alle Vorteile der Mobilfunkkommunikation nutzen

Roaming online

Gemeinsame Erklärung von drei EU-Organen

Häufig gestellte Fragen

Allgemeines Factsheet zur Abschaffung der Roaminggebühren

Ausführliches Factsheet: Wie funktioniert es?

#roaming

* Version updated on 15/12/2018

IP/18/6762

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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