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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Neuer Fortschrittsanzeiger belegt anhaltenden Rückstand bei der Teilhabe der Frauen an der digitalen Wirtschaft in der EU

Brüssel, 10. Dezember 2018

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Anlässlich des Geburtstags von Ada Lovelace, die als erste Programmiererin der Welt gilt, hat die Europäische Kommission heute ihren jährlichen Fortschrittsanzeiger zur Teilhabe der Frauen an der digitalen Wirtschaft auf den Weg gebracht. Der „Fortschrittsanzeiger für Frauen im Digitalen“ („Women in Digital Scoreboard“) ist eine der Maßnahmen zur Abschätzung des Frauenanteils an Arbeitsplätzen, an Laufbahnen und am Unternehmertum im digitalen Bereich. Er geht auf eine Initiative von Mariya Gabriel, der Kommissarin für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft, zurück. Anhand von 13 Indikatoren bewertet er den Entwicklungsstand in den EU-Ländern in Bezug auf die Internet-Nutzung und die dafür benötigten Fähigkeiten sowie besondere Fachkenntnisse und den Beschäftigungsstand.

Die erste Ausgabe des Anzeigers macht deutlich, dass die Beteiligung der Frauen im digitalen Bereich auf mehreren Gebieten im Rückstand ist. Nur 1 von 6 IKT-Spezialisten (Informations- und Kommunikationstechnik) und nur 1 von 3 Absolventen der MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ist eine Frau. Erstaunlicherweise verdienen Frauen im IKT-Sektor zudem fast 20 % weniger als Männer.

EU-Kommissarin Gabriel erklärte dazu: „Frauen machen 52 % der europäischen Bevölkerung aus, aber nur rund 17 % der Frauen arbeiten im IKT-Bereich. Wir müssen das Potenzial der Frauen zur Förderung der digitalen Wirtschaft voll ausschöpfen. Regierungen, Unternehmen, Bildungsträger und Zivilgesellschaft müssen daher handeln, um diesem Trend entgegenzuwirken. Alle gemeinsam können wir die Talente von Frauen fördern und sie frühzeitig dazu ermuntern, sich mehr für MINT-Studienfächer zu interessieren. Mit dem „Europäischen Fortschrittsanzeiger für Frauen im Digitalen“ verfügen wir heute über ein außergewöhnliches Instrument, das verdeutlicht, wo genau die Länder die Situation der Frauen verbessern müssen. Es ist an der Zeit, etwas für unsere jungen Mädchen und Frauen sowie für alle Bürger und Unternehmen zu tun. Mit ihren wertvollen Beiträgen wird unser digitales Europa inklusiv, wettbewerbsfähig und dynamisch sein.“

Finnland, Schweden, Luxemburg und Dänemark erreichen die höchsten Werte im Fortschrittsanzeiger für Frauen im Digitalen, während Bulgarien, Rumänien, Griechenland und Italien die niedrigsten Werte aufweisen. Darüber hinaus besteht eine enge Wechselwirkung zwischen dem Anzeiger und dem Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI). Im Allgemeinen sind die Mitgliedstaaten, die bei der digitalen Wettbewerbsfähigkeit vorn liegen, auch bei der Teilhabe der Frauen im digitalen Sektor führend.

Hier einige wichtige Ergebnisse:

  • Bei allen 13 Indikatoren auf EU-Ebene bestehen geschlechtsspezifische Unterschiede, mit wenigen nationalen Ausnahmen:
    • In Finnland, Estland und Bulgarien sind Frauen aktivere Internetnutzer als Männer.
    • In Lettland, Slowenien, Bulgarien, Litauen und Zypern schneiden Frauen bei digitalen Kompetenzen besser ab als Männer.
  • Am größten ist das geschlechtsspezifische Gefälle bei den besonderen Fachkenntnissen und der Beschäftigung im IKT-Bereich: 76 % der IKT-Spezialisten und 47 % der Absolventen der MINT-Fächer.
  • In der jüngeren Altersgruppe (16–24 Jahre) ist der Unterschied bei der digitalen Teilhabe von Frauen und Männern relativ gesehen geringer (55 % Frauen gegenüber 60 % Männer). In einigen Ländern kehrt sich der Trend sogar allmählich um, da die Frauen dabei sind, die Männer in dieser Kategorie zu überholen.

Nächste Schritte

Der Fortschrittsanzeiger wird jährlich parallel zum Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (DESI) veröffentlicht. Er liefert der Kommission und den EU-Ländern faktische Informationen, die analysiert und bei der Ausarbeitung von Verbesserungszielen zugrunde gelegt werden können.

Hintergrund

Die im Auftrag der Kommission durchgeführte Studie über „Frauen im digitalen Zeitalter“ (2018) bestätigte die wachsende Kluft zwischen Männern und Frauen im digitalen Sektor. Wie daraus ersichtlich ist, nehmen weniger Frauen ein Hochschulstudium in den MINT-Fächern auf, und selbst wenn sie dies tun, entscheiden sie sich später oft gegen eine Laufbahn im IKT-Sektor. Ausgehend von diesen Erkenntnissen hat EU-Kommissarin Gabriel eine Strategie zur Steigerung des Frauenanteils in der digitalen Wirtschaft vorgestellt, die drei Schwerpunkte hat: die Bekämpfung von Geschlechterstereotypen in der digitalen Wirtschaft; Förderung der digitalen Kompetenzen und Ausbildung der Mädchen und Frauen und Gewinnung von mehr Frauen als Unternehmerinnen und Innovatorinnen.

Weitere Informationen

Factsheet über EU-Maßnahmen zur Förderung der Frauen im Digitalen

Weitere Informationen über den Fortschrittsanzeiger für Frauen im Digitalen

IP/18/6741

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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