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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Mitgliedstaaten und Kommission arbeiten gemeinsam an Förderung künstlicher Intelligenz „Made in Europe“

Brüssel, 7. Dezember 2018

Im Rahmen ihrer Strategie für künstliche Intelligenz (KI), die im April 2018 angenommen wurde, legt die Kommission heute einen gemeinsam mit den Mitgliedstaaten ausgearbeiteten koordinierten Plan vor, mit dem die Entwicklung und Nutzung der KI in Europa gefördert werden soll.

Dieser Plan sieht gemeinsame Maßnahmen für eine engere und effizientere Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten, Norwegen, der Schweiz und der Kommission in vier Schlüsselbereichen vor: Steigerung der Investitionen, Verfügbarkeit von mehr Daten, Förderung von Talenten und Vertrauensbildung. Eine stärkere Koordinierung ist äußerst wichtig, damit Europa bei der Entwicklung und dem Einsatz einer hochmodernen, ethischen und sicheren KI weltweit führend werden kann.

 

Andrus Ansip‚Vizepräsident für den digitalen Binnenmarkt, begrüßte diesen wichtigen Schritt: „Ich freue mich, dass die europäischen Länder gute Fortschritte erzielt haben. Wir haben vereinbart, bei der Zusammenführung von Daten – dem Rohstoff für KI – in Bereichen wie dem Gesundheitswesen zusammenzuarbeiten, um die Diagnose und Behandlung von Krebs zu verbessern. Wir werden Investitionen koordinieren: unser Ziel ist es, bis Ende 2020 mindestens 20 Mrd. EUR an privaten und öffentlichen Investitionen zu erreichen. Dies ist von entscheidender Bedeutung für Wachstum und Beschäftigung. KI ist nicht einfach nur nettes Beiwerk, sondern es geht um unsere Zukunft“.

Mariya Gabriel, EU-Kommissarin für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft, ergänzte: „Wie der elektrische Strom in der Vergangenheit verändert die KI unsere Welt grundlegend. Gemeinsam mit den Mitgliedstaaten werden wir die Investitionen zur KI-Einführung in allen Wirtschaftszweigen erhöhen, fortgeschrittene Kompetenzen fördern und die Verfügbarkeit von Daten maximieren. Der koordinierte Aktionsplan wird dafür sorgen, dass Europa die Chancen der KI zum Wohl seiner Bürger und Unternehmen ergreift und weltweit wettbewerbsfähig bleibt, aber gleichzeitig das Vertrauen bewahrt und die ethischen Werte geachtet werden.“

Vertreter der Mitgliedstaaten, von Norwegen, der Schweiz und der Kommission sind in den letzten sechs Monaten zusammengekommen, um Synergien und gemeinsame Maßnahmen zu bestimmen, die nun jährlich überprüft und aktualisiert werden sollen. Priorität haben dabei bestimmte Bereiche von öffentlichem Interesse wie Gesundheitswesen, Verkehr und Mobilität sowie Sicherheit und Energie. Folgendes wurde vereinbart:

1. Maximierung der Investitionen durch Partnerschaften

Die Investitionen in die KI sind in der EU im Vergleich zu anderen Teilen der Welt wie den USA und China niedrig und fragmentiert. Im Einklang mit der im April vorgelegten KI-Strategie sieht der Plan vor, dass Investitionen stärker koordiniert werden, damit größere Synergien entstehen, und dass bis Ende 2020 mindestens 20 Mrd. EUR sowie in den darauf folgenden zehn Jahren über 20 Mrd. EUR jährlich an öffentlichen und privaten Investitionen in die Forschung und Innovation im Bereich der KI fließen sollen. Ergänzend zu nationalen Investitionen wird die Kommission im Jahr 2020 1,5 Mrd. EUR investieren. Das entspricht einer Steigerung um 70 % gegenüber 2014–2017. Für den nächsten langfristigen EU-Haushalt (2021–2027) hat die EU Investitionen von mindestens 7 Mrd. EUR jährlich aus dem Programm „Horizont Europa“ und dem Programm „Digitales Europa“ vorgeschlagen.

Diese Investitionsziele sollen mit den folgenden gemeinsamen Maßnahmen verwirklicht werden:

  • Nationale KI-Strategien: Bis Mitte 2019 sollten alle Mitgliedstaaten über eigene Strategien verfügen, in denen die Höhe der Investitionen und die Umsetzungsmaßnahmen umrissen werden und die in die Diskussionen auf EU-Ebene einfließen werden.

  • Eine neue öffentlich-private Partnerschaft im Bereich der KI: Zur Förderung der Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Industrie in Europa und zur Festlegung einer gemeinsamen strategischen Forschungsagenda im Bereich der KI wird eine neue Forschungs- und Innovationspartnerschaft eingerichtet.

  • Ein neuer KI-Ausbaufonds: Die Kommission wird Start-ups und Innovatoren in den Bereichen KI und Blockchain in ihrer Frühphase sowie für Unternehmen in ihrer Expansionsphase unterstützen.

  • Entwicklung und Vernetzung von weltweit führenden Zentren für KI: Digitale Innovationszentren (Digital Innovation Hubs) werden helfen, europäische KI-Spitzenforschungszentren aufzubauen und miteinander zu vernetzen sowie weltweit anerkannte Testeinrichtungen in Bereichen wie der vernetzen Mobilität einzurichten. Außerdem werden sie die Einführung der KI in der gesamten Wirtschaft vorantreiben. (Heute wurden 66 Mio. EUR für Robotikzentren angekündigt.) Ferner wird eine Pilotinitiative des Europäischen Innovationsrats zur Förderung der KI-Technologien der nächsten Generation ins Leben gerufen.

2. Schaffung europäischer Datenräume

Für die Entwicklung von KI-Technik müssen große, sichere und solide Datensätze verfügbar sein. Zusammen mit den europäischen Ländern wird die Kommission gemeinsame europäische Datenräume schaffen, um den nahtlosen Datenaustausch über Grenzen hinweg zu ermöglichen. Dabei wird gleichzeitig die volle Übereinstimmung mit der Datenschutz-Grundverordnung sichergestellt. Insbesondere das Gesundheitswesen kann von der KI profitieren. Die Kommission wird in Abstimmung mit den Mitgliedstaaten den Aufbau einer gemeinsamen Gesundheitsdatenbank mit anonymisierten Bildern von Verletzungen und Erkrankungen unterstützen, die von Patienten zur Verfügung gestellt werden, um Krebsdiagnosen und ‑behandlungen mit KI-Technik zu verbessern. Bis Mitte 2019 wird die Kommission ein Unterstützungszentrum für die gemeinsame Datennutzung auf den Weg bringen, um allen europäischen Akteuren der Datenwirtschaft praktische Hilfe zu geben.

  3. Förderung von Talenten, Kompetenzen und lebenslangem Lernen

Die Förderung von Talenten in Europa ist von entscheidender Bedeutung für die Entwicklung und Nutzung von KI. Die EU-Länder sehen sich jedoch mit einem Mangel an IKT-Fachkräften und spezialisierten Hochschulprogrammen konfrontiert. Aus diesem Grund wird die Kommission gemeinsam mit den europäischen Ländern fortgeschrittene Studiengänge im Bereich der KI durch spezielle Stipendien unterstützen. Wie in der KI-Strategie im Einzelnen erläutert, wird die Kommission außerdem die digitalen Kompetenzen und das lebenslange Lernen für die gesamte Gesellschaft und insbesondere für die am stärksten von der KI betroffenen Arbeitnehmer weiter fördern. Für die Entwicklung einer auf den Menschen ausgerichteten KI ist es ferner wichtig, dass die KI auch in anderen Disziplinen, wie z. B. dem Recht, präsent ist. Des Weiteren wird die umfassende Nutzung des Systems der Blauen Karte dazu beitragen, hochqualifizierte KI-Fachkräfte nach Europa zu holen und hier zu halten.

4. Entwicklung ethischer und vertrauenswürdiger KI

KI wirft neue ethische Fragen auf, beispielsweise eine potenzielle Voreingenommenheit bei der Entscheidungsfindung. Um Vertrauen zu schaffen, das für die Akzeptanz und Nutzung der KI durch die Gesellschaften notwendig ist, zielt der koordinierte Plan darauf ab, eine Technik zu entwickeln, bei der die Grundrechte und ethischen Regeln geachtet werden. Eine europäische Expertengruppe mit Vertretern aus Hochschulen, Unternehmen und der Zivilgesellschaft arbeitet an Ethik-Leitlinien für die Entwicklung und Nutzung der KI. Eine erste Fassung wird Ende 2018 veröffentlicht werden, und nach einer breiten Konsultation im Rahmen der Europäischen KI-Allianz werden die Experten dann im März 2019 der Kommission ihre Endfassung vorlegen. Das ehrgeizige Ziel ist dann, Europas Ethik-Ansatz auch weltweit zu etablieren. Die Kommission ist offen für die Zusammenarbeit mit allen Drittländern, die bereit sind, denselben Werten Geltung zu verschaffen.

Hintergrund

In ihrer KI-Strategie für Europa schlug die Kommission vor, bis Ende 2018 gemeinsam mit den Mitgliedstaaten einen koordinierten Plan für die KI auszuarbeiten, um die Wirkung der Investitionen auf EU-Ebene und nationaler Ebene zu maximieren, Synergien und die Zusammenarbeit in der gesamten EU zu fördern, vorbildliche Verfahren auszutauschen und gemeinsam das weitere Vorgehen zu bestimmen, damit die EU als Ganzes weltweit wettbewerbsfähig bleibt. Dieser Vorschlag für einen koordinierten Plan beruht auf der im April 2018 auf dem „Digitalen Tag“ abgegebenen und von allen Mitgliedstaaten und Norwegen unterzeichneten Erklärung über die Zusammenarbeit im Bereich der KI. Diese Kooperationserklärung wurde im Juni 2018 vom Europäischen Rat gebilligt.

Der heute vorgelegte koordinierte Plan für „KI made in Europe“ enthält Einzelheiten zu den Maßnahmen, die 2019 oder 2020 anlaufen sollen, und ebnet den Weg für Aktivitäten in den Folgejahren. Die Koordinierung mit den Mitgliedstaaten wird fortgesetzt und der Plan wird jährlich überprüft und aktualisiert. Der neue KI-Wissens- und Beobachtungsdienst der Kommission, AI Watch‚ wird zur Überwachung der KI-Entwicklung in Europa und der Umsetzung des koordinierten Plans beitragen.

Um diesen Plan zu einem Erfolg zu machen, müssen zunächst der digitale Binnenmarkt und sein Rechtsrahmen vollendet werden. Dazu müssen die Mitgliedstaaten und das Europäische Parlament so bald wie möglich eine Einigung über die Gesetzgebungsvorschläge für Cybersicherheit, offene Daten und den nächsten EU-Haushalt erzielen, der auch die Finanzierung von Forschung und Innovation sowie den Einsatz von KI-Technologien betrifft.

 

Weitere Informationen

Coordinated plan on Artificial Intelligence (AI) Communication

Fragen und Antworten zum koordinierten Plan

Factsheet zur künstlichen Intelligenz

Mehr unter: 66 Mio. EUR für Robotikzentren

Pressemitteilung zur Mitteilung „Künstliche Intelligenz für Europa“ (April)

Pressemitteilung: Expertengruppe zur künstlichen Intelligenz (März)

Fragen und Antworten – Ein europäisches Konzept für künstliche Intelligenz

Kooperationserklärung zur künstlichen Intelligenz

Weitere Informationen über KI

IP/18/6689

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Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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