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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Breda erhält den „Access City Award“ 2019 für seine Bemühungen, die Stadt für Bürgerinnen und Bürger mit Behinderungen barrierefreier zu machen

Brüssel, 4. Dezember 2018

Der Access City Award 2019 wird der niederländischen Stadt Breda als Auszeichnung für die kontinuierlichen Verbesserungen verliehen, mit denen sie Menschen mit Behinderungen das Leben erleichtern will.

Der Preis wurde heute Morgen bei der Verleihungszeremonie in Brüssel überreicht. Breda kann anderen Städten in und außerhalb von Europa, die mit ähnlichen Herausforderungen konfrontiert sind, zahlreiche Anregungen liefern.

Auf der Preisverleihung erklärte die für Beschäftigung, Soziales, Qualifikationen und Arbeitskräftemobilität zuständige Kommissarin Marianne Thyssen: „Allzu oft fühlen sich Menschen mit Behinderungen isoliert, weil sie keinen Zugang zu öffentlichen Räumen oder Verkehrsmitteln haben. In Breda sind öffentliche Räume wie Parks und Geschäfte für jedermann barrierefrei zu erreichen. Mit digitalen Technologien wird dafür gesorgt, dass alle Bürgerinnen und Bürger sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln fortbewegen können. Und die Investitionen zahlen sich für die Stadt aus: Der Tourismus ist – bedingt durch das Engagement der Stadt für mehr Inklusion – im Aufschwung. Bald werden die Bemühungen Bredas durch den Rechtsakt zur Barrierefreiheit ergänzt werden, mit dem europäische Normen für die Barrierefreiheit wichtiger Produkte und Dienstleistungen festgelegt werden. Unsere vereinten Bemühungen auf lokaler und europäischer Ebene werden für die mehr als 80 Millionen Europäerinnen und Europäer mit Behinderungen zu entscheidenden Veränderungen führen.“

Anlässlich des Europäischen Jahres des Kulturerbes wurden auch Preise an Städte verliehen, die herausragende Anstrengungen unternommen haben, um den Zugang zu ihrem Kulturerbe barrierefrei zu gestalten. Bei der Überreichung der Preise sagte Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport: „Jeder sollte Kulturerbe entdecken und sich daran erfreuen können – das ist eines der Hauptziele des Europäischen Jahres des Kulturerbes. Deswegen freue ich mich, dass die diesjährige Ausgabe des Access City Awards einen Sonderpreis für zwei Städte umfasst, die den Zugang zu ihren Kulturerbestätten barrierefreier gemacht haben. Ich gratuliere Viborg in Dänemark und Monteverde in Italien zu ihren Maßnahmen und hoffe, dass viele weitere Städte ihrem Beispiel folgen werden.“

Für den Access City Award 2019 gingen bei der Europäischen Kommission 52 Bewerbungen ein. Évreux in Frankreich und Gdynia in Polen wurden mit dem zweiten und dritten Platz gewürdigt. Die Jury lobte Évreux dafür, einen besonderen Schwerpunkt auf unsichtbare Behinderungen zu legen, und Gdynia für seine Initiativen zur Inklusion von Menschen mit Intelligenzminderung. Zudem wurde Kaposvár in Ungarn und Vigo in Spanien ein Sonderpreis verliehen. Kaposvár wurde Anerkennung für seine kontinuierlichen Verbesserungen ausgesprochen, Vigo für seine innovative Architektur in einer schwierigen topografischen Lage. 

Hintergrund 

Access City Award

Der Access City Award, den die Europäische Kommission gemeinsam mit dem Europäischen Behindertenforum organisiert, zählt zu den Maßnahmen der Europäischen Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2010–2020, die auf die Schaffung eines barrierefreien Europas abzielt. Mit dem Preis werden diejenigen Städte gewürdigt, die aktuell beim Abbau von Hindernissen überall in Europa eine Vorreiterrolle einnehmen. Den Access City Award erhalten Städte, die den Zugang zu grundlegenden Aspekten des städtischen Lebens deutlich und nachhaltig verbessert haben und konkrete Pläne für weitere Verbesserungen vorweisen können. Mit dem Preis sollen andere Städte inspiriert werden, die womöglich vor ähnlichen Herausforderungen stehen, und vorbildliche Lösungen in ganz Europa bekannt gemacht werden.

Der Access City Award richtet sich gewöhnlich an europäische Städte mit mehr als 50 000 Einwohnern. Die Städte müssen ein umfassendes Konzept für Barrierefreiheit in vier Schlüsselbereichen vorlegen können: bauliche Umgebung und öffentliche Räume; Verkehr und damit zusammenhängende Infrastruktur; Information und Kommunikation einschließlich neuer Technologien (IKT); öffentliche Einrichtungen und Dienste.

Im vergangenen Jahr konnten sich im Rahmen des Europäischen Jahres des Kulturerbes ausnahmsweise auch Städte mit weniger als 50 000 Einwohnern an dem Wettbewerb für den Sonderpreis beteiligen.

Der Access City Award wird bei der jährlichen Konferenz zum Europäischen Tag der Menschen mit Behinderungen verliehen, an der etwa 400 Personen aus ganz Europa teilnehmen.

In den vergangenen Jahren wurden folgende Städte mit dem Preis ausgezeichnet: 2018, Lyon (Frankeich); 2017, Chester (Vereinigtes Königreich); 2016, Mailand (Italien); 2015, Boras (Schweden); 2014, Göteborg (Schweden); 2013, Berlin (Deutschland); 2012, Salzburg (Österreich); 2011, Avila (Spanien).

EU-Politik zur Barrierefreiheit

Europa für Menschen mit Behinderungen besser zugänglich zu machen, ist ein zentraler Aspekt der Europäischen Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2010–2020. Diese Strategie bildet auf EU-Ebene den allgemeinen Rahmen für Maßnahmen in den Bereichen Behinderung und Barrierefreiheit, mit denen Maßnahmen in den Mitgliedstaaten ergänzt und unterstützt werden. Die Rechtsvorschriften der EU in Bereichen wie Verkehr und elektronische Kommunikationsdienste enthalten besondere Bestimmungen zur Barrierefreiheit. Das Europäische Parlament und der Rat erzielten am 8. November 2018 eine vorläufige Einigung über den Vorschlag der Kommission für einen europäischen Rechtsakt zur Barrierefreiheit, mit dem viele alltägliche Produkte und Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen barrierefrei gestaltet werden sollen.

Die Europäische Union nutzt eine Vielzahl von Instrumenten, um Europa für Menschen mit Behinderungen und ältere Menschen leichter zugänglich zu machen und einen EU-weiten Markt für barrierefreie Produkte und Dienstleistungen zu fördern. Über Gesetzgebung und politische Strategien hinaus werden durch Forschung und Normung die Barrierefreiheit von baulicher Umgebung, IKT, Verkehr und sonstigen Bereichen optimiert.

Weitere Informationen

Eine barrierefreie Fassung dieser Pressemitteilung ist hier verfügbar.

Access City Award 2019

Konferenz zum Europäischen Tag der Menschen mit Behinderungen 2018

Europäische Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2010–2020

Europäisches Jahr des Kulturerbes

Wichtige Produkte und Dienstleistungen EU-weit barrierefrei machen: Erklärung von Kommissarin Thyssen im Anschluss an die vorläufige Einigung zwischen den EU-Organen

Pressemitteilung: Kommission legt Vorschlag für verbesserte Barrierefreiheit von Produkten und Dienstleistungen vor

Marianne Thyssen auf Facebook und Twitter, #EUdisability

Tibor Navracsics auf Twitter

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