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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Kommission berichtet über Fortschritte bei den globalen Verpflichtungen zugunsten einer nachhaltigen Stadtentwicklung

Brüssel, 9. Februar 2018

Die Kommission hat heute auf dem Welt-Städteforum in Malaysia Bilanz gezogen, welche Ergebnisse bisher bei der Umsetzung der drei Verpflichtungen erzielt werden konnten, die die EU und ihre Partner vor 15 Monaten eingegangen sind.

Die Fortschritte bei diesen auf der UN-Konferenz Habitat III im Oktober 2016 vorgestellten drei Verpflichtungen, mit denen die Möglichkeiten einer raschen Urbanisierung nutzbar gemacht werden sollen, sind beträchtlich. Über die Kontinente hinweg florieren jetzt Städtepartnerschaften, wichtige Schritte in Richtung einer weltweit einheitlichen Definition des Begriffs „Stadt“ wurden unternommen, und mit der Städteagenda für die EU gibt die EU im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung weltweit die Richtung vor.

Die EU-Kommissarin für Regionalpolitik, Corina Crețu, erklärte am Rande des Welt-Städteforums in Malaysia: „Ähnlich wie beim Klimaschutz wollen wir eine Vorreiterrolle im Hinblick auf saubere, sichere und prosperierende Städte auf der ganzen Welt übernehmen. Europa und seine Partner kommen diesen drei konkreten Verpflichtungen rasch nach und tragen damit zur Gestaltung der Städte von morgen bei.“

Im Rahmen dieser drei Verpflichtungen wird die Umsetzung der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und des Übereinkommens von Paris unterstützt. Die Verpflichtungen sind Bestandteil der Neuen Städteagenda, die ebenfalls vor 15 Monaten vorgestellt wurde. Jede der Verpflichtungen hat einen spezifischen Geltungsbereich und ist mit der Erwartung bestimmter Erfolge und Ergebnisse verknüpft. Seit Ende 2016 konnten folgende Fortschritte erzielt werden:

Umsetzung der Neuen Städteagenda durch die Städteagenda für die EU

Zu folgenden drei der 12 Schwerpunktthemen im Rahmen der Städteagenda für die EU wurden bereits Aktionspläne ausgearbeitet: städtische Armut, Integration von Migrantinnen und Migranten sowie Luftqualität. Teil dieser Aktionspläne sind Empfehlungen, bewährte Verfahren und Projekte, die EU- und weltweit zur Nachahmung empfohlen werden sollen. Ende 2018 werden wahrscheinlich alle Aktionspläne erstellt worden sein.

Nachahmenswert sind nicht nur die thematischen Aktionspläne; auch die der EU-Städteagenda zugrunde liegende Methodik kann weltweit als Vorbild für eine neue Städtepolitik dienen. Dabei arbeiten Städte, Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen sowie Vertreter der Mitgliedstaaten und der EU-Organe und -Einrichtungen partnerschaftlich an einer integrierten und ausgewogenen nachhaltigen Stadtentwicklung.

Entwicklung einer weltweit einheitlichen Definition von „Stadt“

Um das Monitoring, den Leistungsvergleich und letztendlich die Konzeption politischer Maßnahmen zu verbessern, muss weltweit dieselbe Definition des Begriffs „Stadt“ gelten. Zusammen mit der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Weltbank arbeitet die EU an einer solchen Definition, die im März 2019 den Vereinten Nationen vorgestellt werden soll.

Im Hinblick darauf hat die Kommission bisher Schätzwerte zum Verstädterungsgrad der einzelnen Länder der Welt zusammengetragen und diese Daten kostenlos zur Verfügung gestellt, um einen Abgleich mit den nationalen Definitionen zu ermöglichen. Anlässlich des Welt-Städteforums stellt die Gemeinsame Forschungsstelle im Auftrag der Kommission die globale Datenbank zu städtischen Ballungsgebieten zur Verfügung. Diese Datenbank enthält Daten zu allen 10 000 städtischen Ballungsgebieten der Welt und ist damit die größte und umfassendste Datensammlung zu städtischen Gebieten, die je veröffentlicht wurde.

Zu der weltweiten Definition läuft derzeit in 20 Ländern eine Umfrage. In 12 Ländern werden Pilotprojekte durchgeführt, um die weltweite Definition mit den nationalen Definitionen zu vergleichen und die Unterschiede zu analysieren. Im Laufe dieses Jahres werden die Kommission und ihre Partner ein kostenloses Online-Tool entwickeln, mit dem die Länder die gemeinsame Definition testweise auf ihr Hoheitsgebiet anwenden können.

Förderung der Zusammenarbeit der Städte bei der nachhaltigen Stadtentwicklung[1]

Im Hinblick auf dieses Ziel hat die EU 2016 ihr Programm für internationale Städtezusammenarbeit (International Urban Cooperation – IUC) aufgelegt, mit dem Städtepartnerschaften auf der ganzen Welt eingerichtet werden.

An dem Programm beteiligen sich zurzeit 70 Städte (35 aus der EU und 35 aus Nicht-EU-Ländern), die in 35 Partnerschaften organisiert sind. Beispiele hierfür sind Frankfurt und Yokohama (Japan), Bologna (Italien) und Austin (USA) sowie Almada (Portugal) und Belo Horizonte (Brasilien). Grundlage aller Partnerschaften ist die Ausarbeitung lokaler Aktionspläne zu gemeinsamen städtepolitischen Prioritäten (wie Wasserversorgung, Verkehrssysteme und Gesundheitswesen) sowie der Austausch von Wissen und bewährten Verfahren, um die gemeinsamen Ziele zu erreichen.

Anlässlich des Welt-Städteforums wurde ein neuer Aufruf zur Bewerbung für mindestens 25 weitere Partnerschaften gestartet. Interessierte Städte können sich bis zum 9. März online bewerben.

Weitere Informationen:

Welt-Städteforum

Habitat-III-Konferenz

Stadtentwicklungspolitik der EU

Plattform für städtepolitische Daten der Gemeinsamen Forschungsstelle

Portal der Regionen der Gemeinsamen Forschungsstelle

 

 

[1] Diese Verpflichtung gilt für Städte aus folgenden Ländern: Argentinien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Mexiko, Peru, Kanada, China, Indien, Japan, Vereinigte Staaten und Europäische Union.

IP/18/662

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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