Navigation path

Left navigation

Additional tools

Other available languages: EN FR PT

Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme von Fibria durch Suzano unter Auflagen

Brüssel, 29. November 2018

Die Europäische Kommission hat die Übernahme von Fibria durch Suzano, die beide in der Herstellung und Lieferung von Zellstoff aus Eukalyptusbäumen tätig sind, nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Der Beschluss ist an die Bedingung geknüpft, dass Suzano seine Verpflichtungszusagen vollständig erfüllt.

Die brasilianischen Unternehmen Suzano und Fibria sind die beiden weltweit größten Lieferanten von gebleichtem Eukalyptuskraftzellstoff, der eine Grundlage für die Papier-, Hygienepapier- und Verpackungsindustrie darstellt.

 

Die Untersuchung der Kommission

Die Kommission ist wettbewerbsrechtlichen Bedenken nachgegangen, dass die geplante Übernahme den Wettbewerb auf dem Markt für die Herstellung und Lieferung von Zellstoff, insbesondere von Eukalyptuskraftzellstoff, erheblich einschränken würde. Insbesondere würde das aus dem Zusammenschluss hervorgehende Unternehmen die beiden weltweit größten Hersteller zusammenführen und somit drei- bis viermal so groß werden wie der nächstgrößte Wettbewerber.

Darüber hinaus hatte Fibria seit 2016 eine Abnahmevereinbarung mit Klabin S.A, einem anderen wichtigen brasilianischen Hersteller von Eukalyptuskraftzellstoff. Auf der Grundlage dieser Vereinbarung handelte Fibria als Alleinhändler für den gesamten Verkauf des von Klabin hergestellten Eukalyptuskraftzellstoffs außerhalb Südamerikas. Dies führte zu einer Erhöhung der Gesamtmenge, die von den sich zusammenschließenden Unternehmen kontrolliert wird, und verhinderte wirksam den Eintritt von Klabin als Wettbewerber auf den Markt außerhalb Südamerikas.

 

Die vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen

Um die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission auszuräumen, hat Suzano die folgenden Verpflichtungszusagen angeboten:

  • die Beendigung der zwischen Fibria und Klabin geschlossenen Abnahmevereinbarung; und
  • die Übertragung aller Vermögenswerte und Mitarbeiter‚ die notwendig sind, um Klabin den unabhängigen Verkauf von Eukalyptuskraftzellstoff im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) zu ermöglichen‚ darunter: 1) Lagerkapazitäten in den Zielhäfen im EWR, 2) Frachtverträge und Zugang zu Häfen während eines Übergangszeitraums; 3) Kunden, Bonitätsgeschichte und sonstige Aufzeichnungen; sowie 4) technische Unterstützung und Hilfe während eines Übergangszeitraums.

Durch diese Verpflichtungszusagen werden die Bedenken der Kommission in Bezug auf die geplante Übernahme ausgeräumt. Durch die vorgeschlagene Abhilfemaßnahme verringern sich die Gesamtkapazität und der Gesamtabsatz des aus dem Zusammenschluss hervorgehenden Unternehmens und es wird sichergestellt, dass das Volumen an Eukalyptuskraftzellstoff, das derzeit von Fibria verkauft wird, nicht der Kontrolle des neu aufgestellten Unternehmens unterliegt. Darüber hinaus erleichtert die Abhilfemaßnahme den Eintritt von Klabin als neuen Wettbewerber in den EWR-Markt und verleiht dem Unternehmen Anreize für ein weiteres Wachstum.

Daher ist die Kommission zu dem Ergebnis gelangt, dass der geplante Zusammenschluss unter Berücksichtigung der gegebenen Zusagen den Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) nicht gefährdet. Die Genehmigung ist an die Auflage geknüpft, dass die Verpflichtungszusagen in vollem Umfang eingehalten werden.

 

Unternehmen und Produkte

Die brasilianischen Unternehmen Suzano und Fibria sind hauptsächlich in der Herstellung und Lieferung von Zellstoff tätig. Zellstoff ist ein trockener Faserstoff aus Holz, der zur Herstellung von Druck- und Schreibpapier, Hygienepapier, Verpackungen und Spezialpapieren verwendet wird. Suzano exportiert einen erheblichen Teil seiner Produktion weltweit, nutzt Zellstoff aber auch intern zur Herstellung verschiedener Papiersorten. Fibria verkauft seinen gesamten Eukalyptuskraftzellstoff extern.

 

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Das Vorhaben wurde am 9. Oktober 2018 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet.

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten oder in einem wesentlichen Teil des EWR erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie das Vorhaben im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet. Diese Frist verlängert sich auf 35 Arbeitstage, wenn die beteiligten Unternehmen, wie im vorliegenden Fall, Abhilfemaßnahmen anbieten.

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register der Kommission unter der Nummer M.8951 veröffentlicht.

 

IP/18/6624

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


Side Bar