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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme von Europac durch DS Smith unter Auflagen

Brüssel, 14. November 2018

Die Europäische Kommission hat die Übernahme von Europac durch DS Smith nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Beide Unternehmen sind in der Herstellung von Papier- und Verpackungsprodukten tätig. Die Genehmigung ist an die Auflage geknüpft, dass eine Reihe von Produktionsstätten in Portugal und Frankreich veräußert werden.

Sowohl DS Smith als auch Europac produzieren eine breite Palette von Papier- und Verpackungsprodukten, insbesondere Verpackungslösungen aus Wellpappe, die für den Transport von Industrie- und Konsumgütern verwendet werden.Während DS Smith im gesamten Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) tätig ist, übt Europac seine Geschäftstätigkeiten in Frankreich, Spanien und Portugal aus.

 

Die Untersuchung der Kommission

Die Untersuchung der Kommission konzentrierte sich auf die Märkte für Wellpappenrohpapier, Bogenware und Verpackungen aus Wellpappe. Wellpappenrohpapier wird zur Herstellung von Wellpappebögen verwendet, die wiederum zu Verpackungen verarbeitet werden. Diese sind für den Verkauf an Endkunden bestimmt.

Die Kommission hatte Bedenken, dass die geplante Übernahme den Wettbewerb erheblich einschränken würde, und zwar

  •         auf den Märkten für Wellpappebögen und folglich für Wellpappeverpackungen in Portugal, da das aus der Übernahme hervorgehende Unternehmen eine starke Stellung auf dem Markt für Bogenware erlangen und einem geringeren Wettbewerbsdruck von anderen Unternehmen ausgesetzt sein würde, sowie 
  •         auf dem Markt für Wellpappeverpackungen in Westfrankreich, da die Übernahme zu einer starken gemeinsamen Marktstellung der beiden Unternehmen sowie zu einer Verringerung des Wettbewerbsdrucks führen würde.

 

Die vorgeschlagenen Abhilfemaßnahmen

Um die wettbewerbsrechtlichen Bedenken der Kommission auszuräumen, hat DS Smith angeboten, die folgenden Geschäftstätigkeiten zu veräußern:

  • die Kartonfabrik von Europac in Ovar (Portugal), die Bogenware und Wellpappeverpackungen herstellt und in Portugal vertreibt, und
  • zwei Produktionsstätten von DS Smith in Frankreich, und zwar „DSS Normandie“ und „DSS Normandie (Cabourg)“, die beide Bogenware und Wellpappeverpackungen für den Vertrieb in Westfrankreich und insbesondere in der Bretagne herstellen.

DS Smith und Europac verpflichten sich darüber hinaus, sämtliche Kundenverträge zu übertragen oder abzutreten, die für die zu veräußernden Produktionsstätten bestehen.

Durch diese Verpflichtungen werden die Überschneidungen zwischen DS Smith und Europac auf dem Markt für Wellpappeverpackungen in Westfrankreich vollständig beseitigt. Auch die Überschneidungen in Bezug auf den Vertrieb von Wellpappebögen in Portugal werden durch die Verpflichtungen weitgehend beseitigt und somit etwaige Bedenken hinsichtlich einer Abschottung des Marktes für Wellpappeverpackungen ausgeräumt, sodass die Übernahme lediglich zu einer geringfügigen Marktanteilssteigerung von weniger als 5 % führen wird.

Daher ist die Kommission zu dem Ergebnis gelangt, dass der geplante Zusammenschluss unter Berücksichtigung der gegebenen Zusagen den Wettbewerb im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) nicht gefährdet. Die Genehmigung ist an die Bedingung geknüpft, dass die Verpflichtungen in vollem Umfang eingehalten werden.

 

Unternehmen und Produkte

DS Smith ist ein Unternehmen mit Sitz im Vereinigten Königreich und hauptsächlich in der Herstellung und im Vertrieb von Verpackungen aus Wellpappe (im EWR) und Kunststoff (weltweit) tätig. Das Unternehmen sammelt ferner Altpapier und Altkarton aus Wellpappe zur Herstellung von Recyclingpapier für Verpackungen aus Wellpappe.

Europac ist ein Papier- und Verpackungsunternehmen mit Sitz in Spanien. Es produziert und verkauft hauptsächlich Papier, Wellpappe und Wellpappeverpackungen in Frankreich, Spanien und Portugal. Für seine Papier- und Wellpappeproduktion ist das Unternehmen in diesen Ländern zudem forstwirtschaftlich tätig.

 

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Das Vorhaben wurde am 24. September 2018 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet.

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten oder in einem wesentlichen Teil des EWR erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der angemeldeten Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie das Vorhaben im Vorprüfverfahren (Phase I) genehmigt oder ein eingehendes Prüfverfahren (Phase II) einleitet. Diese Frist verlängert sich auf 35 Arbeitstage, wenn die beteiligten Unternehmen, wie im vorliegenden Fall, Abhilfemaßnahmen anbieten.

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register der Kommission unter der Nummer M.8915 veröffentlicht.

IP/18/6415

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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