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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fusionskontrolle: Kommission genehmigt Übernahme von GitHub durch Microsoft

Brüssel, 19. Oktober 2018

Die Europäische Kommission hat die geplante Übernahme von GitHub durch Microsoft nach der EU-Fusionskontrollverordnung genehmigt. Die Kommission stellte fest, dass auf den betroffenen Märkten weiterhin wirksamer Wettbewerb herrschen würde und Microsoft keinen Anreiz hätte, den offenen Charakter der Plattform von GitHub zu verändern.

Sowohl Microsoft als auch GitHub bieten Tools an, die von Unternehmen und Privatpersonen für die Entwicklung und Veröffentlichung von Software genutzt werden („DevOps-Tools“). Insbesondere gewähren beide Unternehmen Zugang zu Plattformen für die Softwareentwicklung, mit deren Hilfe Entwickler an der Erstellung von Quellcode mitwirken können, und beide bieten Code-Editoren (spezielle Computerprogramme zur Bearbeitung von Quellcode) bzw. integrierte Entwicklungsumgebungen (Anwendungen, die einen Code-Editor sowie Zusatzfunktionen wie eine intelligente Code-Vervollständigung umfassen) an.

Die Kommission hat festgestellt, dass die Zusammenführung der Tätigkeiten von Microsoft und GitHub auf diesen Märkten keinen Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gäbe, da das neu aufgestellte Unternehmen auf beiden Märkten weiterhin einem erheblichen Wettbewerbsdruck vonseiten anderer Marktteilnehmer ausgesetzt wäre.

Die Kommission hat auch geprüft, ob eine Schwächung des Wettbewerbs droht, wenn Microsoft die Beliebtheit der Softwareentwicklungsplattform von GitHub fördern würde, um seinen eigenen Absatz an DevOps-Tools und Cloud-Diensten zu steigern. Insbesondere befasste sich die Kommission mit der Frage, ob Microsoft in der Lage wäre und einen Anreiz hätte, seine eigenen DevOps-Tools und Cloud-Dienste weiter in GitHub zu integrieren und gleichzeitig die Integration in die DevOps-Tools und Cloud-Dienste Dritter zu begrenzen.

Die Marktuntersuchung hat bestätigt, dass die Marktmacht von Microsoft nicht ausreichen würde, um den offenen Charakter von GitHub zum Schaden von konkurrierenden DevOps-Tools und Cloud-Diensten zu untergraben, denn ein solches Verhalten würde den Wert von GitHub für Entwickler, die zumeist willens und in der Lage sind, zu anderen Plattformen zu wechseln, verringern.

Daher ist die Kommission nach ihrem Prüfverfahren der Phase I zu dem Ergebnis gelangt, dass das Vorhaben auf keinem der betroffenen Märkte Anlass zu wettbewerbsrechtlichen Bedenken gibt, und hat es ohne Auflagen genehmigt.

 

Unternehmen und Produkte

Microsoft ist ein US-amerikanisches globales Technologieunternehmen, das in den Bereichen Konzeption, Entwicklung und Lieferung von Computersoftware, Hardwareausrüstung und damit verbundene Dienstleistungen, Cloud-gestützte Lösungen, Online-Werbung, Anwerbung und professionelle soziale Netzdienste tätig ist.

GitHub, ein ebenfalls in den USA ansässiges Unternehmen, stellt DevOps-Tools bereit und bietet insbesondere eine beliebte Plattform für die Softwareentwicklung an.

 

Fusionskontrollvorschriften und -verfahren

Das Vorhaben wurde am 14. September 2018 bei der Kommission zur Genehmigung angemeldet.

Die Kommission hat die Aufgabe, Fusionen und Übernahmen von Unternehmen zu prüfen, deren Umsatz bestimmte Schwellenwerte übersteigt (vgl. Artikel 1 der Fusionskontrollverordnung), und Zusammenschlüsse zu untersagen, die den wirksamen Wettbewerb im gesamten oder in einem wesentlichen Teil des Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) erheblich behindern würden.

Der weitaus größte Teil der Zusammenschlüsse ist wettbewerbsrechtlich unbedenklich und wird nach einer Standardprüfung genehmigt. Nach der Anmeldung muss die Kommission in der Regel innerhalb von 25 Arbeitstagen entscheiden, ob sie den Zusammenschluss genehmigt (Phase I) oder ein eingehendes Prüfverfahren einleitet (Phase II).

Weitere Informationen zu dieser Wettbewerbssache werden auf der Website der GD Wettbewerb im öffentlich zugänglichen Register unter der Nummer M.8994 veröffentlicht.

 

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Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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