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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Kommission startet Online-Tool, um zu messen, wie gut Europa und Asien miteinander verbunden sind

Brüssel, 19. Oktober 2018

Als ein Ergebnis des 12. Asien-Europa-Gipfels (ASEM) in Brüssel hat die Europäische Kommission heute das ASEM-Portal für nachhaltige Konnektivität vorgestellt – ein Online-Tool mit einer Fülle von Daten über die politischen, wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen zwischen den beiden Kontinenten.

Das ASEM-Portal für nachhaltige Konnektivität bietet zusammen mit einem begleitenden Bericht Einblicke in den Stand der Konnektivität zwischen den ASEM-Ländern, zu denen 30 europäische und 19 asiatische Länder sowie Australien und Neuseeland zählen. Einer ergänzenden Studie zufolge sind die Verbindungen zwischen den ASEM-Ländern zwar enger als die zur übrigen Welt, ihr Potenzial ist jedoch noch lange nicht voll ausgeschöpft.

Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport und außerdem zuständig für die Gemeinsame Forschungsstelle, erklärte: "Die Konnektivität in Europa und in Asien ist derzeit fünf Mal stärker als die Konnektivität zwischen Europa und Asien. Das Potenzial für uns, diese Verbindungen zu verbessern, ist daher erheblich. Das ASEM Sustainable Connectivity Portal, das von der Gemeinsamen Forschungsstelle der Kommission entwickelt wurde, kann eine entscheidende Rolle dabei spielen, Entscheidungsträgern, Unternehmen, Investoren und Forschern zu helfen, Lücken in der Zusammenarbeit zu erkennen und wichtiger, Ideen zu entwickeln diese zu beheben."

Das Portal enthält außerdem detaillierte Informationen über einzelne Länder und ihre bilateralen Beziehungen zu anderen Partnern und ist für politische Entscheidungsträger, Forscher, Unternehmen, Bürger und andere Interessenträger ein zentraler Zugangspunkt zu Daten. Durch die Ermittlung von Verbindungen und Lücken in der Zusammenarbeit kann das Portal dazu dienen, den Handel und gesellschaftliche Verbindungen zu fördern.

Das neue Instrument zeigt, dass es ein beträchtliches ungenutztes Potenzial gibt:

  • Die interkontinentale wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Europa und Asien macht nur 20 % der gesamten ASEM-Wirtschaftskooperation aus; der Rest entfällt auf die Zusammenarbeit innerhalb Europas und innerhalb Asiens.

  • So werden zwar jedes Jahr über 1,3 Bio. EUR an Waren zwischen Europa und Asien gehandelt, doch spielt sich der Großteil des Handels immer noch innerhalb der jeweiligen Blöcke ab.

  • Die ausländischen Direktinvestitionen in Höhe von knapp 78,1 Mrd. EUR, die zwischen Europa und Asien jährlich getätigt werden, entsprechen nach wie vor nicht einmal 30 % der gesamten ausländischen Direktinvestitionen im ASEM-Raum.

Allerdings geht es bei der Konnektivität nicht nur um wirtschaftliche Vorteile. Die Studie belegt auch, dass besser vernetzte Länder geringere Armut, weniger gesellschaftliche Ungleichheiten und mehr Hochschulstudierende haben. Länder mit engen Verbindungen zu anderen Ländern haben zudem eine freiere Presse und weniger Korruption sowie besser integrierte Minderheiten und mehr Nichtregierungsorganisationen.

Zur Verbesserung der Konnektivität sind enge institutionelle und politische Verbindungen unerlässlich, die meistens nicht vom Umfang der Volkswirtschaft eines Landes abhängen. So sind für den bilateralen Handel nicht nur Handelsabkommen förderlich, sondern auch diplomatische Kontakte, die ihrerseits zu einer höheren Mobilität von Studierenden führen. Ebenso fördert die Visafreiheit die Häufigkeit grenzüberschreitender Flüge und die Forschungszusammenarbeit.

Hintergrund

Die Gemeinsame Forschungsstelle der Europäischen Kommission hat das ASEM-Portal für nachhaltige Konnektivität als wissenschaftlichen Beitrag zum 12. ASEM-Gipfel entwickelt.

Das Portal vereint an einem Ort eine Fülle relevanter Daten, die aus verschiedenen internationalen Quellen stammen oder zu den 51 ASEM-Ländern (30 europäische und 19 asiatische Länder sowie Australien und Neuseeland) eigens recherchiert wurden, und legt den Fokus erstmals auf die Bedeutung nachhaltiger Konnektivität.

Insgesamt 49 Einzelindikatoren – von der Zahl der Grenzübergänge und der Qualität der Netzverbindung über die Zahl der Botschaften, der technischen Handelshemmnisse und der Nutzer derselben Sprache bis hin zum CO2-Ausstoß pro Kopf und zum prozentualen Anteil der Jugendlichen, die sich weder in Ausbildung noch in Beschäftigung befinden, – werden in zwei (zusammengesetzten) Gesamtkennziffern gebündelt. Der „Konnektivitätsindex“ gibt Aufschluss über die grenzüberschreitende Konnektivität, also die physischen, wirtschaftlich-finanziellen, politischen und institutionellen Verbindungen sowie die Kontakte zwischen den Menschen. Mit dem „Nachhaltigkeitsindex“ wird die Nachhaltigkeit in Bezug auf die Konnektivität gemessen. 

Weitere Informationen

Das ASEM-Portal für nachhaltige Konnektivität

Factsheet zum ASEM-Portal für nachhaltige Konnektivität

Bericht der Gemeinsamen Forschungsstelle „Exploring ASEM sustainable connectivity. What brings Asia and Europe together?“

Video

 

 

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Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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