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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Fischerei: Kommission schlägt Maßnahmen zur Erhaltung von Tiefseebeständen im Nordostatlantik vor

Brüssel, 9. Oktober 2018

Die Kommission hat heute für eine Reihe von Arten zulässige Gesamtfangmengen (TACs) für die Jahre 2019 und 2020 vorgeschlagen, um die Tiefseebestände im Nordostatlantik wiederaufzufüllen. Durch diese neuen Maßnahmen, die auf wissenschaftlichen Gutachten beruhen, können die Bestände allmählich wieder auf ein nachhaltiges Niveau gebracht werden.

Mit unserem Vorschlag werden die Mitgliedstaaten aufgerufen, nach dem Vorsorgeansatz zu verfahren, um den besorgniserregenden Rückgang der Tiefseebestände umzukehren“, so der für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei zuständige EU-Kommissar Karmenu Vella. „Es liegt in unserem gemeinsamen Interesse, dafür zu sorgen, dass die Fischbestände in der Tiefsee in gutem Zustand sind, zum Wohl unserer Fischer und Küstengemeinden, zur Sicherung ihres Lebensunterhalts und zum Schutz unserer Meeresökosysteme. Außerdem hat sich gezeigt, dass nachhaltig bewirtschaftete Fischbestände und eine florierende Wirtschaft Hand in Hand gehen.“

Die meisten Tiefseearten sind äußerst schutzbedürftig, und es dauert lange, bis sie geschlechtsreif sind. Der Vorschlag der Kommission beruht auf wissenschaftlichen Gutachten gemäß dem Vorsorgeansatz, die vom Internationalen Rat für Meeresforschung (ICES) vorgelegt wurden. Darin wurde auch die Verpflichtung für die Fischer berücksichtigt, ab dem 1. Januar 2019 alle Fänge anzulanden. Mit dem Vorschlag werden die Fangmengen gegenüber 2017 und 2018 in sieben Bewirtschaftungsgebieten verringert; dies gilt auch für Kaiserbarsch und Schwarzen Degenfisch. Die Fischerei auf Granatbarsch bleibt weiterhin verboten.

Aufgrund positiver wissenschaftlicher Gutachten für Rote Fleckbrasse im Bereich der Azoren und Rundnasen-Grenadier in den südwestlichen Gewässern kann die Kommission für die nächsten beiden Jahre höhere Fangquoten für diese Arten vorschlagen.

Zudem schlägt die Kommission vor, die Steuerung über die zulässigen Gesamtfangmengen für drei Arten (Gabeldorsch im Nordostatlantik, Rundnasen-Grenadier in der Nordsee und Schwarzer Degenfisch in der Nordsee und im Skagerrak) aufzuheben, da diese in so geringer Menge befischt werden, dass sie sich ausreichend fortpflanzen können.

Die wissenschaftlichen Gutachten für Tiefseehaie wurden am 5. Oktober vorgelegt und werden derzeit analysiert. Die Kommission wird den derzeitigen Vorschlag entsprechend ergänzen. Dieser soll dann von den EU-Mitgliedstaaten auf der für den 19. und 20. November angesetzten Tagung des Rates angenommen werden.

Hintergrund

Auf die Tiefseefischerei entfällt weniger als 1 % aller im Nordostatlantik gefangenen Fische. Im Laufe der Jahre haben die Fischereitätigkeiten und die damit zusammenhängenden Arbeitsplätze mit dem Rückgang der Tiefseebestände abgenommen. Gleichzeitig sind Daten zur Bestandsstruktur, Altersverteilung oder Fortpflanzung häufig nur schwer zu erfassen, da die Bestände in tiefen Meeresregionen leben. In wissenschaftlichen Gutachten wird empfohlen, bei diesen Beständen den Vorsorgeansatz anzuwenden. Ziel ist es, den Zustand der Bestände zu verbessern und die Befischung auf dem Niveau des höchstmöglichen Dauerertrags (Maximum Sustainable Yield – MSY) zu ermöglichen. Das bedeutet, dass die Fischwirtschaft die größtmögliche Menge Fisch entnimmt, bei der gleichzeitig ein guter Zustand der Fischbestände gewährleistet ist.

Die Europäische Union regelt die Befischung von Tiefseearten seit 2003.

Weitere Informationen

Karte der Fanggebiete

Zulässige Gesamtfangmengen

Anhang: TAC-Vorschläge für die einzelnen Tiefseearten

 

 

Art

 

 

Gebiet

Verordnung (EU) 2016/2285 des Rates

12.12.2016

Kommissionsvorschlag COM/2018/676

9.10.2018

TAC 2017

(in Tonnen)

TAC 2018 (in Tonnen)

TAC-Vorschlag 2019

Vorgeschlagene

TAC-Veränderung (%) 2018–2019

Vorschlag TAC 2020

Vorgeschlagene

TAC-Veränderung (%) 2018-2019

 

Tiefseehaie

Unionsgewässer und internationale Gewässer von 5, 6, 7, 8 und 9

10

10

pm*

 

pm*

 

Unionsgewässer und internationale Gewässer von 10

10

10

pm*

 

pm*

 

Tiefseehaie – Deania hystricosa und Deania profundorum

Internationale Gewässer von 12

0

0

pm*

 

pm*

 

Tiefseehaie

Unionsgewässer der CECAF-Gebiete 34.1.1, 34.1.2 und 34.2

10

10

pm*

 

pm*

 

Schwarzer Degenfisch **

Unionsgewässer und internationale Gewässer von 5, 6, 7 und 12

2954

2600

2390

- 8 %

2390

0 %

Unionsgewässer und internationale Gewässer von 8, 9 und 10

3330

2997

2832

- 6 %

2832

0 %

Unionsgewässer und internationale Gewässer des CECAF-Gebiets 34.1.2.

2488

2189

Übertragung an PT

 

Übertragung an PT

 

Kaiserbarsch

Unionsgewässer und internationale Gewässer von 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 12 und 14

280

280

224

- 20 %

224

0 %

Rundnasen-Grenadier

**

Unionsgewässer und internationale Gewässer von 3

278

223

50

- 78 %

50

0 %

Unionsgewässer und internationale Gewässer von 5b, 6 und 7

3052

3120

2462

- 21 %

2462

0 %

Unionsgewässer und internationale Gewässer von 8, 9, 10, 12 und 14

2623

2099

2281

+ 9 %

2281

0 %

 

Rote Fleckbrasse

Unionsgewässer und internationale Gewässer von 6, 7 und 8

144

130

104

- 20 %

83

- 20 %

Unionsgewässer und internationale Gewässer von 9

174

165

149

- 10 %

149

0 %

Unionsgewässer und internationale Gewässer von 10

517

517

576

+ 11 %

576

0 %

* Die wissenschaftlichen Gutachten für Tiefseehaie wurden am 5. Oktober 2018 vorgelegt und werden derzeit ausgewertet.

** Aufhebung der TAC-Steuerung

- für Schwarzen Degenfisch in der Nordsee und im Skagerrak (ICES-Untergebiete 1,2,3 und 4), da nur geringe Quotenausschöpfung und keine gezielte Befischung;

- für Rundnasegrenadier in der Nordsee (ICES-Untergebiete 1,2 und 4) aufgrund des ICES-Gutachtens, wonach dies kein Risiko einer nicht nachhaltigen Befischung birgt;

- für Gabeldorsch (ICES-Untergebiete 1–10, 12 und 14) aufgrund des ICES-Gutachtens, wonach die Aufhebung der TACs nur ein geringes Risiko einer nicht nachhaltigen Befischung birgt.

IP/18/5983

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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