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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Ein Europa, das schützt: EU-Zollbehörden beschlagnahmten 2017 mehr als 31 Millionen gefälschte Waren

Brüssel, 27. September 2018

Laut den heute veröffentlichten Zahlen der Europäischen Kommission haben die europäischen Zollbehörden im vergangenen Jahr an den EU-Außengrenzen mehr als 31 Millionen nachgeahmte und gefälschte Waren in einem Gesamtwert von über 580 Mio. EUR beschlagnahmt.

Zwar sind die Gesamtzahlen seit 2016 zurückgegangen, doch machen gefälschte, potenziell gefährliche Waren für den täglichen Gebrauch wie z. B. Gesundheitsprodukte, Arzneimittel, Spielzeug und Elektrogeräte einen viel höheren Anteil an allen Beschlagnahmen aus: 43 % aller beschlagnahmten Waren fielen in diese Kategorie. Die insgesamt am häufigsten vertretene Kategorie waren Nahrungsmittel, die 24 % der Gesamtmenge der beschlagnahmten Waren ausmachten, gefolgt von Spielzeug (11 %), Zigaretten (9 %) und Bekleidung (7 %).

Der für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Steuern und Zoll zuständige Kommissar Pierre Moscovici erklärte: „Die Zollunion der EU steht beim Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor gefälschten, nachgeahmten und manchmal sehr gefährlichen Waren an vorderster Front. Wenn wir Einfuhren von Fälschungen in die EU stoppen, kommt das auch der Beschäftigung und der Wirtschaft insgesamt zugute. Die Europäische Union setzt sich für das geistige Eigentum ein, und wir werden uns weiter für den Schutz der Gesundheit der Verbraucher und der Unternehmen vor Verstößen gegen ihre Rechte starkmachen.

Bei den Beförderungsarten der gefälschten Waren liegt der Seeverkehr an der Spitze: 65 % aller beschlagnahmten Artikel gelangten per Schiff in die EU, in der Regel in großen Sendungen. An zweiter Stelle liegt der Luftverkehr mit 14 % der gefälschten Artikel, an dritter liegen Kurier- und Postdienste, die zusammen 11 % ausmachten und hauptsächlich online bestellte Verbrauchsgüter wie Schuhe, Bekleidung, Taschen und Uhren betrafen.

China ist nach wie vor das Hauptursprungsland gefälschter Waren, die in die EU verbracht werden. Die meisten gefälschten Kleidungsstücke stammten aus der Türkei, während die meisten gefälschten Mobiltelefone und Zubehör, Tintenpatronen und Toner, CDs/DVDs sowie Etiketten und Aufkleber aus Hongkong und China in die EU gelangten. Aus Indien stammten die meisten gefälschten und potenziell schädlichen Arzneimittel. In 90 % der Fälle wurden die sichergestellten Waren vernichtet oder es wurden Gerichtsverfahren eingeleitet, um eine Rechtsverletzung festzustellen oder strafrechtliche Sanktionen zu verhängen.

Hintergrund

In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Zollunion zu einem Eckpfeiler unseres Binnenmarkts entwickelt, durch den die Grenzen der EU sicher bleiben und unsere Bürgerinnen und Bürger vor verbotenen und gefährlichen Waren wie Waffen, Drogen und gefälschten Waren geschützt werden.

Der Bericht der Kommission über Zollmaßnahmen zur Durchsetzung der Rechte des geistigen Eigentums wird seit dem Jahr 2000 jährlich veröffentlicht und stützt sich auf Daten, die der Kommission von den Zollverwaltungen der Mitgliedstaaten übermittelt werden.

Die diesjährigen Zahlen belegen, wie wichtig die im vergangenen Jahr von der Kommission vorgestellten Maßnahmen sind, die den wirksamen Schutz von Rechten des geistigen Eigentums gewährleisten und damit europäische Unternehmen – insbesondere KMU und Start-ups – ermutigen sollen, in Innovation und Kreativität zu investieren. Diese Initiative soll für eine effiziente Ahndung von Verstößen gegen die Rechte des geistigen Eigentums, für Vereinfachungen bei grenzüberschreitenden Rechtsstreitigkeiten und für eine bessere Bekämpfung von Marken- und Produktpiraterie sorgen.

Die Daten liefern nützliche Informationen für die Analyse von Verletzungen der Rechte des geistigen Eigentums und werden auch von anderen Einrichtungen wie dem Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum und der OECD für die Erstellung wirtschaftlicher Daten und die Erfassung der von Fälschern am häufigsten genutzten Handelsrouten herangezogen.

Nützliche Links

Der vollständige Bericht ist hier abrufbar.

FACTSHEET: Gefälschte Waren, die an der EU-Grenze beschlagnahmt wurden

Pressemitteilung: Zollunion: größter Handelsblock der Welt feiert 50-jähriges Bestehen

IP/18/5912

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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