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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Ein Jahr danach: Handelsabkommen EU-Kanada zeigt erste positive Ergebnisse

Brüssel, 20. September 2018

Freitag, der 21. September, ist der erste Jahrestag des vorläufigen Inkrafttretens des zwischen der EU und Kanada geschlossenen Umfassenden Wirtschafts- und Handelsabkommens (CETA).

Erste Anzeichen sprechen dafür, dass sich das Abkommen bereits für die Exporteure in der EU auszuzahlen beginnt. EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström wird am 26. und 27. September in Kanada sein, um eine Bilanz der bisherigen Fortschritte zu ziehen.

In Montreal wird Kommissarin Malmström den Minister für internationale Handelsdiversifizierung, James Gordon Carr, treffen. Am 26. September wird sie an der ersten Sitzung des Gemischten Ausschusses EU-Kanada teilnehmen, des höchsten Gremiums, in dem beide Seiten Fragen von gemeinsamem Interesse im Zusammenhang mit dem Abkommen erörtern können. Außerdem wird sie mehrere europäische und kanadische Unternehmen besuchen, Gespräche mit Unternehmensvertretern führen, denen das Abkommen bereits zugutekommt, und am 27. September einen Vortrag in der Universität Montreal halten.

Kommissarin Malmström äußerte sich dazu wie folgt: „Das Handelsabkommen zwischen der EU und Kanada besteht seit nunmehr einem Jahr, und ich freue mich über die bereits jetzt erzielten Fortschritte. Den vorläufigen Daten nach zu urteilen haben wir einiges zu feiern. Die Exporte ziehen insgesamt an, und viele Wirtschaftszweige verzeichnen einen beeindruckenden Anstieg ihrer Ausfuhren. Das ist eine großartige Nachricht sowohl für große als auch für kleine Unternehmen in Europa. Wie immer bei solchen Abkommen gibt es bestimmte Bereiche, in denen wir uns vergewissern müssen, dass das Vereinbarte auch vollständig umgesetzt wird, sodass unsere Bürgerinnen und Bürger und unsere Unternehmen die sich bietenden neuen Chancen in vollem Umfang nutzen können. Darüber möchte ich nächste Woche mit unseren kanadischen Partnern im Gemischten Ausschuss sprechen. Ich freue mich, feststellen zu können, dass unsere Partnerschaft mit Kanada heute stärker ist als jemals zuvor – sowohl in strategischer als auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Gemeinsam treten wir für eine offene und regelbasierte internationale Handelsordnung ein. Dafür ist CETA ein klarer Beleg.“

Erste positive Trends zeichnen sich ab

Mit CETA wurden nicht nur praktisch alle Zölle abgeschafft, das Abkommen fördert auch allgemein das Geschäftsklima zwischen der EU und Kanada und bietet exportorientierten EU-Unternehmen die nötige Rechtssicherheit. Noch ist es verfrüht, belastbare Schlussfolgerungen zu ziehen, doch sprechen die ersten vermeldeten Ergebnisse dafür, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht. EU-weit deuten die jüngsten verfügbaren Statistiken, die den Zeitraum Oktober 2017 bis Juni 2018 abdecken, auf einen Anstieg der Ausfuhren um über 7 % im Vorjahresvergleich hin.

Dabei schneiden bestimmte Sektoren besonders gut ab. So ist bei Maschinen und mechanischen Geräten, auf die ein Fünftel der EU-Ausfuhren nach Kanada entfällt, ein Anstieg von mehr als 8 % zu verzeichnen, und bei Arzneimitteln, die bei den EU-Ausfuhren nach Kanada mit 10 % zu Buche schlagen, ein Anstieg von 10 %. Aber auch in anderen wichtigen Branchen sind die EU-Exporte im Aufwind: Bei Möbeln beträgt die Steigerung 10 %, bei Parfum und Kosmetik 11 %, bei Schuhen 8 % und bei Bekleidung 11 %.

Des Weiteren werden erfreuliche Zahlen für landwirtschaftliche Erzeugnisse berichtet: Bei Obst und Nüssen haben sich die Ausfuhren um 29 % erhöht, bei Schokolade um 34 %, bei Schaumweinen um 11 % und bei Whisky um 5 %.

Nachstehend einige Beispiele für Unternehmen, die bereits auf unterschiedliche Weise von CETA profitieren:

  • Das Konsortium der italienischen Produzenten von San-Daniele-Schinken konnte seinen Absatz in Kanada um 35 % steigern. Bei den Ausfuhren italienischer landwirtschaftlicher Erzeugnisse nach Kanada ist insgesamt ein Anstieg um 7,4 % zu verzeichnen.
  • Der belgische Schokoladenhersteller Smet Chocolaterie hat soeben sein erstes Geschäft im kanadischen Ontario eröffnet, um die gestiegene Nachfrage nach seinen Produkten befriedigen zu können. Infolge des Wegfalls der Einfuhrzölle in Höhe von 15 % haben die Verkäufe des Unternehmens gegenüber dem Vorjahr um ein Fünftel zugelegt. Bei den europäischen Schokoladenexporten nach Kanada ist insgesamt einen Anstieg um 34 % zu verzeichnen.
  • Dem spanischen Unternehmen Hiperbaric, Hersteller innovativer Hochdruckpasteurisierungsmaschinen, wurde dank CETA eine vorübergehende Entsendung von Mitarbeitern nach Kanada für die Installation und Wartung seiner Ausrüstung erleichtert.

Unternehmensbeispiele aus Belgien, Estland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, den Niederlanden, Spanien und Schweden finden Sie hier.

Hintergrund

CETA bietet in der EU ansässigen Unternehmen jeder Größe neue Möglichkeiten für Exporte nach Kanada. Mit dem Abkommen wurden die Zölle auf 98 % der zwischen der EU und Kanada gehandelten Waren abgeschafft. Die damit erzielten Zolleinsparungen werden sich, sobald alle Zollsenkungen wirksam werden, auf nahezu 590 Mio. EUR pro Jahr belaufen. Außerdem erhalten EU-Unternehmen den besten Zugang zu öffentlichen Aufträgen in Kanada, der Unternehmen aus dem Ausland je gewährt wurde, und zwar nicht nur auf Bundesebene, sondern auch in den Provinzen und Kommunen.

CETA eröffnet europäischen Landwirten und Lebensmittelherstellern neue Möglichkeiten und gewährleistet gleichzeitig einen umfassenden Schutz für sensible Branchen in der EU. 143 hochwertige Nahrungsmittel- und Getränkespezialitäten aus der EU können jetzt unter ihrer ursprünglichen Bezeichnung („geografische Angaben“) in Kanada vermarktet werden und sind vor Nachahmung geschützt.

Das Abkommen bietet ferner bessere Bedingungen für Dienstleister, erleichtert die Mobilität für Beschäftigte und gibt einen Rahmen für die gegenseitige Anerkennung von Berufsqualifikationen – vom Architekten bis zum Kranführer – vor.

CETA wird seit dem 21. September 2017 – nach der Zustimmung durch die EU-Mitgliedstaaten im Rat sowie durch das Europäische Parlament – vorläufig angewandt. Vollständig und endgültig in Kraft treten kann das Abkommen jedoch erst, wenn es von allen EU-Mitgliedstaaten ratifiziert wurde.

Die EU hat 39 Handelsabkommen mit 69 Ländern geschlossen, zuletzt das Abkommen mit Japan. Die Handelsabkommen der EU kurbeln nachweislich Wachstum und Beschäftigung in Europa an. Ein Beispiel dafür ist das Handelsabkommen zwischen der EU und Südkorea. Seit seinem Inkrafttreten im Jahr 2011 haben Ausfuhren aus der EU nach Südkorea um mehr als 55 %, bei bestimmten landwirtschaftlichen Erzeugnissen gar um 70 % zugenommen. Die Automobilverkäufe der EU in Südkorea haben sich verdreifacht, und das Handelsdefizit hat sich in einen Überschuss verwandelt. 31 Millionen Arbeitsplätze in Europa hängen am Export. Im Durchschnitt sichert jede zusätzliche Exportmilliarde 14 000 Arbeitsplätze in der EU.

Weitere Informationen

Erfolgsgeschichten von Exporteuren aus der EU

Factsheets

Städte, aus denen nach Kanada exportiert wird

CETA im Wortlaut

Weitere Informationen zu CETA

IP/18/5828

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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