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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Europäische Solidarität im Energiebereich: Synchronisation des baltischen Stromnetzes mit dem europäischen System stärkt Versorgungssicherheit

Brüssel, 28. Juni 2018

Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker hat heute zusammen mit den Staats- und Regierungschefs von Litauen, Lettland, Estland und Polen den politischen Fahrplan für die Synchronisation des Stromnetzes der baltischen Staaten mit dem kontinentaleuropäischen Netz vereinbart. Das Projekt soll 2025 abgeschlossen sein.

Politische Führung spricht sich für rasche Projektdurchführung aus

 

Bei einer feierlichen Sitzung in Brüssel haben der Präsident der Europäischen Kommission Jean-Claude Juncker, die litauische Präsidentin Dalia Grybauskaitė‚ der estnische Premierminister Jüri Ratas, der lettische Premierminister Māris Kučinskis und der polnische Premierminister Mateusz Morawiecki heute den politischen Fahrplan für die Synchronisation der Stromnetze der baltischen Staaten mit dem kontinentaleuropäischen Netz unterzeichnet. Bereits am 22. März 2018 hatten Präsident Juncker und dieselben führenden Politiker bei einem Treffen dem Synchronisationsvorhaben neue Impulse verliehen.

Präsident Jean-Claude Juncker erklärte dazu: „Seit dem Beginn unserer Amtszeit haben sich meine Kommissionskollegen und ich um die vollständige Integration der baltischen Stromnetze mit dem Rest Europas bemüht. Das ist unsere Aufgabe und für die baltischen Staaten und die Union absolut unverzichtbar. Wir haben auf einen Konsens hingearbeitet und konnten ihn nun erzielen. In diesem Fahrplan haben wir 2025 als Zieldatum für die vollständige Synchronisation vereinbart. Um erfolgreich zu sein, müssen wir an einem Strang ziehen. Heute sehen wir die Ergebnisse unserer Bemühungen, bei denen wir synchron auf ein gemeinsames Ziel hingearbeitet haben. Mit Geduld, harter Arbeit und Kompromissbereitschaft haben wir europäische Lösungen gefunden, die auf dem Prinzip der Solidarität beruhen und die Union stärken.“

Die Staats- und Regierungschefs dankten allen Beteiligten für die raschen Fortschritte bei den Vorbereitungen, die die Energieminister der beteiligten Länder in Zusammenarbeit mit dem Vizepräsidenten für die Energieunion, Maroš Šefčovič, und dem Kommissar für Klimapolitik und Energie, Miguel Arias Cañete‚ durchgeführt haben. Zudem wiesen sie erneut darauf hin, dass die Unterstützung aus Mitteln der Fazilität „Connecting Europe“ für den Erfolg des Projektes von entscheidender Bedeutung ist.

Der heute unterzeichnete Fahrplan enthält einen klaren Zeitplan für die erforderlichen Maßnahmen und bildet so die Grundlage für die Umsetzung. So soll im September zunächst das Verfahren des Europäischen Verbunds der Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) – als erster technischer Schritt zur Erweiterung des kontinentaleuropäischen Netzes auf die baltischen Staaten – beginnen. Das Vorhaben ist Eckpfeiler und eines der symbolträchtigsten Projekte der Energieunion. Gleichzeitig ist es ein konkretes Beispiel für Solidarität im Bereich der Energieversorgungssicherheit. Die Synchronisation ist für die vollständige Integration der baltischen Staaten in das europäische Energiesystem von entscheidender Bedeutung. Sie leistet einen wichtigen Beitrag zur Einheit und Energieversorgungssicherheit der Europäischen Union.

 

Hintergrund

Der heute unterzeichnete politische Fahrplan sieht das Verfahren und eine konkrete Lösung für die Synchronisation des Stromnetzes der baltischen Staaten mit dem kontinentaleuropäischen Netz vor, die bis 2025 abgeschlossen werden soll. Im Rahmen des Fahrplans werden die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Polens und der baltischen Staaten ein offizielles Verfahren unter der Leitung des Europäischen Verbunds der Übertragungsnetzbetreiber (ENTSO-E) einleiten, sobald die für den Verbundplan für den baltischen Energiemarkt zuständige Gruppe im September 2018 grünes Licht gibt.

Während sie früher eine „Energieinsel“ bildete, ist die Region der baltischen Staaten heute durch neue Stromleitungen mit Polen (LitPol Link), Schweden (NordBalt) und Finnland (Estlink 1 und Estlink 2) mit den europäischen Partnern verbunden. Möglich wurde dies auch durch die EU-Unterstützung. Aus historischen Gründen wird das Stromnetz der baltischen Staaten jedoch noch immer synchron mit dem russischen und dem belarussischen System betrieben.

Die Abkoppelung des Stromnetzes der baltischen Staaten von diesen Netzen und die Synchronisation mit dem kontinentaleuropäischen Netz ist Grundvoraussetzung für den Aufbau der Energieunion. Der erforderliche Netzausbau wurde in die dritte EU-Liste der Projekte von gemeinsamem Interesse (PCI) aufgenommen, die die Kommission am 23. November 2017 angenommen hat. Diese Projekte sollen dazu beitragen, die energie- und klimapolitischen Ziele der EU – eine bezahlbare, sichere und nachhaltige Energieversorgung für alle Bürgerinnen und Bürger – zu erreichen. Zudem können die PCI-Vorhaben im Rahmen der Fazilität „Connecting Europe“ für den Energiebereich gefördert werden.

Die Europäische Kommission möchte zu entscheidenden Fortschritten bei der Synchronisation beitragen und die baltischen Staaten in diesem Bereich daher unterstützen. Dazu sollen strategische Energieinfrastrukturprojekte umgesetzt und die Voraussetzungen geschaffen werden, um die Isolation des Ostseeraums im Energiebereich zu beenden. Dieses Ziel wurde am 23. November 2017 in der Mitteilung der Europäischen Kommission „Stärkung der europäischen Energienetze“ erneut bekräftigt.

 

Weitere Informationen 

Politischer Fahrplan

MEMO/18/4285 – Fragen und Antworten

Gemeinsame Erklärung der Staats- und Regierungschefs Estlands, Lettlands, Litauens, Polens und des Präsidenten der Europäischen Kommission vom 22. März 2018 zur Synchronisation der Stromnetze der baltischen Staaten.

EU investiert in Synchronisationsprojekt der baltischen Staaten (18. April)

Energieunion

Verbundplan für den baltischen Energiemarkt (BEMIP)

Stärkung der europäischen Energienetze

Studie der JRC: Integration der baltischen Staaten in das Elektrizitätssystem der EU (Zusammenfassung)

 

IP/18/4284

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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