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Europäische Kommission - Pressemitteilung

Zollunion: Größter Handelsblock der Welt feiert 50-jähriges Bestehen

Brüssel, 30. Juni 2018

Am 1. Juli feiert die Zollunion der EU als eine der größten Errungenschaften der Europäischen Union ihr 50-jähriges Bestehen.

Basierend auf entscheidenden Nachkriegsabkommen, die den Weg für die europäische Integration geebnet haben, trat die Zollunion 1968 in Kraft. Die Abschaffung der Zölle für den Handel mit Waren innerhalb der heutigen EU war der erste entscheidende Schritt auf dem Weg der EU zum weltweit größten Handelsblock, in dem die 28 Zollverwaltungen der EU wie eine einzige Zollverwaltung agieren.

In den vergangenen 50 Jahren hat sich die Zollunion zu einem Eckpfeiler unseres Binnenmarkts entwickelt, durch den die Grenzen der EU sicher bleiben und unsere Bürgerinnen und Bürger vor verbotenen und gefährlichen Waren wie Waffen und Drogen geschützt werden. Die Zollunion erleichtert zudem die Abwicklung eines stetig wachsenden Anteils des Welthandels: 2017 bewältigten die Zollbehörden der EU 16 % des weltweiten Handels.

Am 1. Juli 2018, genau 50 Jahre nach Errichtung der Zollunion, organisiert die Kommission Veranstaltungen an Flughäfen und Schulen in der gesamten EU, um die Öffentlichkeit über diese außerordentliche Errungenschaft zu informieren.

Pierre Moscovici, EU-Kommissar für Wirtschafts- und Finanzangelegenheiten, Steuern und Zoll, erklärte dazu: „Die Zollunion ist eine enorme und einzigartige Errungenschaft. Sie lässt die europäischen Bürgerinnen und Bürger die Vorteile des Binnenmarkts in vollem Umfang genießen, indem sie einen ungehinderten Handel ermöglicht und die Verbraucher schützt. Ich danke den vielen Tausenden Menschen, die über die vergangenen 50 Jahre einen Beitrag zu dieser europäischen Erfolgsgeschichte geleistet haben und dies auch weiterhin tun.“

Wie funktioniert die Zollunion?

Die Zollunion der EU wurde zunächst durch den Vertrag von Rom eingeführt, und 1968 folgte die Abschaffung der Zölle, die an den Grenzen zwischen den Mitgliedern der Europäischen Gemeinschaft erhoben wurden. Heute ist die Zollunion ein einheitlicher Handelsraum, in dem Waren frei zirkulieren können, unabhängig davon, ob sie in der EU oder außerhalb ihrer Grenzen hergestellt wurden. Zölle auf Waren aus Drittländern werden in der Regel entrichtet, wenn sie in die EU eingeführt werden. Auf diese Weise gewährleisten die Zollbehörden, dass diese Zölle gezahlt und die finanziellen Interessen der Union und ihrer Mitgliedstaaten geschützt werden. Die Zollbehörden verhindern zudem die Einfuhr von Waren in die Union, die ein Risiko für die Sicherheit oder die Gesundheit der Bürger und Bürgerinnen der EU darstellen. Sie halten Waren auf, die illegal gehandelt oder geschmuggelt wurden, eine Gefahr für die Umwelt und das europäische Kulturerbe darstellen oder die finanziellen Interessen der EU und ihrer Mitgliedstaaten gefährden.

Um das reibungslose Funktionieren des einheitlichen Zollgebiets zu gewährleisten, wenden die EU-Mitgliedstaaten ein gemeinsames Regelwerk an, den sogenannten Zollkodex der Union, der einen Eckpfeiler der Zollunion bildet. Dieser im Jahr 2013 aktualisierte und seit 2016 angewendete Kodex bedeutet, dass sich die EU-Mitgliedstaaten bei Einfuhr, Ausfuhr und Versand von Waren auf dieselben Regeln und Verfahren stützen. Dadurch werden Wettbewerb und Handel belebt, Effizienzsteigerungen und Qualitätsverbesserungen erzielt und Verbrauchern attraktive Preise geboten.

Die nationalen Zollbehörden in allen EU-Ländern sind in erster Linie für das umfassende Tagesgeschäft der Zollunion verantwortlich. Durch eine enge Zusammenarbeit untereinander und mit der Kommission tragen sie zum Gelingen der Zollunion bei. Gleichzeitig ist eine umfassendere internationale Zusammenarbeit von entscheidender Bedeutung, um die Interessen der europäischen Bürgerinnen und Bürger sowie der europäischen Unternehmen weltweit zu schützen. In diesem Sinne hat die EU mit 80 Drittländern mehr als 50 internationale Abkommen über die Zusammenarbeit und gegenseitige Amtshilfe im Zollbereich geschlossen, um die Zollkontrollen und die Durchsetzung der Vorschriften zu unterstützen sowie die Zollverfahren zu vereinfachen und zu harmonisieren, was wiederum den Verwaltungsaufwand und die Kosten für die europäischen Unternehmen verringert.

Die Kommission hat vor Kurzem vorgeschlagen, Zollprogramme im nächsten EU-Haushalt weiterhin zu fördern und hierfür Mittel in Höhe von 950 Mio. EUR bereitzustellen. Diese Mittel sollten dazu beitragen, die Zusammenarbeit und den Datenaustausch zwischen den Zollbehörden zu verstärken und den Zollbeamten im Hinblick auf ihre Arbeit und ihren Fortbildungsbedarf unter die Arme zu greifen. Zudem wurde ein neuer Fonds in Höhe von 1,3 Mrd. EUR in die EU-Haushaltspläne aufgenommen, um die Mitgliedstaaten bei der Anschaffung modernster Zollausrüstung sowie bei deren Wartung und Austausch zu unterstützen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zu der Kampagne zum 50-jährigen Bestehen der Zollunion finden Sie hier.

Weitere Informationen über den internationalen Handel finden Sie hier.

Website von Kommissar Pierre Moscovici

Kommissar Moscovici auf Twitter

IP/18/4265

Kontakt für die Medien:

Kontakt für die Öffentlichkeit: Europe Direct – telefonisch unter 00 800 67 89 10 11 oder per E-Mail


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